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Posts Tagged ‘Zauber’

Es gibt so Schönes in der Welt

Daran du dich nie satt erquickst

Und das dir immer Treue hält

Und das du immer neu erblickst

Der Blick von einer Alpe Gart

Am grünen Meer ein stiller Pfad

Ein Bach, der über Felsen springt

Ein Vogel, der im Dunkel singt

Ein Kind, das noch im Traume lacht

Ein Sterneglanz der Winternacht

Ein Abendrot im klaren See

Bekränzt von Alm und Firneschnee

Ein Lied am Straßenzaun erlauscht

Ein Gruß mit Wanderern getauscht

Ein Denken an die Kinderzeit

Ein immer waches, zartes Leid

Das nächtelang mit seinem Schmerz

Dir weitet das verengte Herz

Und über Sterne schön und bleich

Dir baut ein fernes Heimwehreich.

                    Hermann Hesse, 1902

 

Die Worte Hermann Hesses sind nun schon 114 Jahre alt und haben nichts von ihrem Zauber und ihrer Wahrheit verloren.

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ABCDarium: Sommer

A: Affäre
B: Blütendolden
C: Charme
D: Dämmerung
E: Erdbeeren
F: Flussufer
G: Gartenmauer
H: Herzflimmern
I: Irrgarten
J: Julimond
K: Küsse
L: Lust
M: Mittagspause
N: nass
O: Odeur
P: Postkarten
Q: Quallen
R: Ruderboot
S: Strandläufer
T: Traumstunden
U: Urlaubsliebe
V: Verführung
W: Wiesen
X,Y,Z: Zauber

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ein Gedicht von Erika Beltle

Wer bist du, Fremder, da dein Blick
sich in den meinen brennt,
und meiner Seele zitternd Glück
mit einem Mal das deine kennt

und jäh bei deiner Stimme Klang,
als ob ein Zauber mich berührte,
ein Tor in meinem Innern sprang,
das seltsam in Vergangenes führt?

Der du meine Schicksalsspur
So tiefe Furchen querst,
und doch für Augenblicke nur
dein Antlitz zu mir kehrst:

Wer bist du, dass mein Blick und Wort
Dich bis zum Grund erschüttert,
und meine Seele fort und fort
erschauernd mit erzittert?

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Glas essen. Zerrieben und zermalmtes Glas. Aus dick- und dünnwandigen Gläsern. Grünes, braunes und weißes Glas. Zermahlen zu winzigen Splittern werden sie mir eingetrichtert. Ich sehe, wie er mir dabei zusieht. Seine angsteinflößende Fratze zu einem Lächeln verzogen. Ich winde mich in Schmerzen und will ihn von mir werfen, aber es gelingt mich nicht, bin gefangen in meinem Traum. Er lässt mich nicht entkommen, weidet sich an meiner Angst, meinem Schmerz, der ihn aufbläht, immer stärker werden lässt und neue schreckliche Trugbilder ersinnt. Sie erscheinen so klar, als wären sie Wahrheit und meine Gefühle drohen mich zu überwältigen. Kein Schrei wird hier gehört, kein Laut der diesen Zauber brechen kann, dringt in dies Welt aus Illusionen und Erinnerung, die sich vermischen und mich jede Nacht dem Tode nahe bringen. Eine Qual, der ich entkommen muss und doch nicht kann. Schlafen will ich, einfach schlafen. Bin ausgezehrt und finde keine Ruhe. Mein Geist versinkt bei Nacht in dunklen Schatten, die kein Tageslicht mir mildern kann, denn ist der Tag verglüht, beginnt die neue Nacht mit ihren Schrecken. Wo kann ich müßig sein, mich erfrischen? Wohin ich auch geh, der Nachtmahr findet mich und gönnt mir kein Erbarmen.

 

Morpheus

 

Morpheus

Komm über mich

Hüll mich ein

In deine Nacht

Tröstende Dunkelheit

Leg sie auf meine Träume

Damit kein Alb mich drückt

Mich weckt aus meiner Stille

 

Komm Morpheus

Leg deine kühle Hand

Auf meine Augen

Halt die stürmischen Gedanken an

Damit der Schlaf nicht flieht

 

Komm Morpheus

Küss mein ruheloses Herz

Nie lässt es los

Kommt nicht zur Ruh

Es zehrt mich aus genug bei Tag

Kann nicht die Nacht noch geben

 

Komm Morpheus

Wieg mich sacht

In deinen starken Armen

Finde ich endlich Ruhe

Versüß mir meine Träume

 

Die Texte entstanden nach dem Bild von Johann Heinrich Füssli, der den Romantikern zugerechnet wird.

 

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….sagt man. Zumindest die Dichter der Romantik. Ob die damals noch zaubern konnten? Gut, ich gebe zu, allem Anfang wohnt ein Zauber oder eine Faszination inne, wie man heute in den modernen Zeiten sagen würde. Oder kennen sie einen Wissenschaftler, der zugeben würde, das Verliebtheit etwas mit übernatürlichen Kräften zu tun hätte? Ich nicht. Und irgendwie drängt sich mir auch der Verdacht auf, dass die Halbgötter in Weiß noch nicht einmal das Wort Faszination gelten lassen wollen, obwohl sich das doch sehr schön professionell anhört.

Nichts ahnend sitze ich vor dem Fernseher, zappte mich durch das Land und findet mich plötzlich in einer Doku über die chemischen Gegebenheiten des Verliebens wieder. Besonders anregend, wenn man gerade selbst wild verliebt ist und denkt, das ist Mister Right!

Endlich wurde mein Warten belohnt, da erklärt der nette Herr TV – Doktor welche bezaubernden chemischen Botenstoffe unser Hirn und unser Körper ausschüttet, warum wir uns deswegen verlieben und warum das meistens nicht der/die Richtige ist, sondern eine Laune der Evolution.(Ein Mann, der Potent ist zum Kinder zeugen. Passiert meistens zur Zeit des Eisprungs. Dann der Mann zum Heiraten. Passiert meistens, wenn das Dilemma (Kuckucks-Kinder Syndrom) schon passiert ist). Alles nur eine Frage der richtigen Säfte? (Nein, bitte nicht!!! Warum beraubt ihr mich dieser Illusionen?)

Dann ein anderer Kanal: Arte. Ähnliches Thema: Arrangierte Ehen in Indien. Am liebsten würde ich sofort weiter schalten, aber die bunten exotischen Bilder halten mich fest und ich denke, nur mal schauen(Denkt man das nicht immer? Es ist zu schrecklich um hinzusehen, aber wir können unsere Blicke nicht abwenden).

Die Erklärung, dass die Eltern die Kinder am besten kennen und deswegen auch, was die Partnerwahl betrifft, den besten Durchblick haben, lässt mich auflachen (zugegebenermaßen bitter, aber immerhin lache ich heute darüber, es gab Zeiten da habe ich deswegen geweint. Ist doch schon mal ein Fortschritt!). Ob das so sicher ist? Mit Blick auf meine eigenen Eltern, die sich schon mehrmals erfolglos in der Partnerwahl versucht haben und in ziemlich verkorksten Beziehungen fest hängen, kann ich da nur sagen: good luck!(Und da ich auch schon ein paar Mal (ja leider paar kleingeschrieben und nicht Paar großgeschrieben) daneben gegriffen habe, werde ich mich tunlichst hüten meinen Kindern zu sagen, welcher Partner der oder die Richtige ist!!! Versprochen!)

Etwas später, anderer Sender: Öffentlich Rechtliche: One Night Stand oder nicht. Dabei eine flotte Nonne, die offensiv die anwesenden Talkmänner anflirtet. Sie behauptet, sie würde sich zurück ziehen, wenn sie merkt, dass ein Mann mehr von ihr will. Aber so wie ich das sehe, ist sie in dem Ausdruck ihrer Weiblichkeit nicht sehr zurückhaltend. Erst scharf machen und dann zieren? Nicht gerade die feine römische Art, oder? (Andererseits wurde in den letzten 2000 Jahren nirgendwo so begeistert das Gebot der Keuschheit übertreten, wie in der römisch katholischen Kirche. Bei den Indern ging’s auch heiß her, aber die haben das wenigstens genossen und nicht unter dem Deckmantel der Heimlichkeit getan.)

Ich seufze so tief, dass bei meinen Nachbarn die Kronleuchter wackeln müssten. Wo bitte, bleibt da der Zauber? Frühling, Mai, Küsse, Liebesschwüre, stundenlange zärtliche Telefongespräche, Gedichte, Liebesbriefe, Blumen usw. Ich mache noch einen Versuch: Privatsender. Nackte Busen, obszöne Tanzerei, abstoßende Worte, g*** Männer, die zuviel Alkohol intus haben und die Frauen gierig mit den Augen ausziehen.

Reporter: „Warum kommen sie hier her?“

Typ: „Weil`s geil ist.“

Es fehlte nur noch, der greift sich in den Schritt. Kurz und schmerzlos, aber bei dem Alkoholpegel ist nicht mehr drin. Sein Blut hat die Hirnregionen schon verlassen.

Reporter: „Warum tanzen sie Strip?“

Frau: „Weil es Spaß macht(kicher, kicher).“

Ob die einen sinnvollen Satz raus bekommt, oder ob sie bei der Verteilung der Synapsen gerade nicht anwesend war? (Sorry, Mädels, ich war jung und brauchte das Geld)

Reporter: „Gehen sie auch mit einem Mann ins Bett, wenn er ihnen genug Geld bietet?“

Frau: „Nein, nur gucken, nicht anfassen (kicher, kicher).“

Wer`s glaubt wird selig, wer nicht, kommt auch in den Himmel (und ich zuerst, kicher, kicher). Enttäuscht und entnervt will ich aufgeben.

Meine Tochter ruft von neben an: „Ma, schalt mal bei Kabel ein!“

Ma: „Wieso?“

Tochter: „Da läuft ein schöner Film (sie lacht).“

Ma: „Welcher?“

Tochter: „Unser Lieblingsfilm. „Während du schliefst“!“ Ich drücke den kleinen Knopf. Jack und Lucy sehen sich in die Augen. Alles um sie herum versinkt, es gibt nur noch die Zwei. Ich versinke auch, schmelze dahin, in Hollywoods Hochglanz Bildern. Denke an den Mann, den ich liebe, bekomme Herzklopfen und sehne mich nach seiner Nähe. Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. Hollywood sei Dank!

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