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Posts Tagged ‘Wort’

„Es fing ganz harmlos an.“

Er sah sie mit einem schiefen Grinsen an. Ihr Gesichtsausdruck blieb ausdruckslos.

„Fängt es so nicht immer an?“, ihre Stimme klang monoton.

„Außerdem ist nichts weiter passiert. Nur ein Kuss.“ Er zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Wirklich nur ein Kuss.“

Sie öffnete den Mund, schloss ihn aber gleich wieder. Jedes Wort wäre zu viel gewesen. Erst machte sie ihm Vorwürfe, dann redete er und redete, bis sie so müde war, dass sie aufgab wütend auf ihn zu sein. Bis zum nächsten Mal. Irgendwann musste das ein Ende haben, sie wusste nur noch nicht wann.

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„Ich lebe, um zu schreiben.“

Katherine Mansfield

Ich kann Katherine zu 100 Prozent zu stimmen. Egal, wie gut oder schlecht meine Texte sein mögen, ob sie „veröffentlicht“ werden oder nicht. Schreiben ist das, was ich tun will. Nicht mehr, nicht weniger. Mich darüber freuen einen geneigten Leser zu finden, der meine Texte liest und für ein paar Minuten die Zeit vergisst.

Seid ich meinen neuen Job habe, rotiere ich an allen Fronten. Ich habe nette Kollegen und die Arbeit macht mir Spaß. Trotzdem schmerzt es mich, dass ich sehr viel weniger Zeit zum Schreiben habe und in der Zeit, die ich habe müde oder geistig erschöpft bin. In mir ist eine innere Unruhe und Nervosität, die sich nur vertreiben lässt, wenn ich schreibe oder in anderer Hinsicht kreativ sein kann.

Im Gespräch mit einer Freundin, sagt sie: „Ich wäre dankbar, wenn ich wieder etwas Routine in meinem Leben hätte.“ Eins der Dinge, die man oft verachtet. Routine – laufen im Hamsterrad des Lebens – nein, das will niemand und doch, auch ich bin dankbar für eine gewisse Arbeitsroutine, die sich langsam einstellt. Sie enthebt mich des ständigen Nachdenkens. Wie war das nochmal? Machst du alles richtig? Hast du nichts vergessen?

Ich lebe nicht, um zu arbeiten. Ich lebe, um zu schreiben! Darum habe ich eine Arbeit gewählt, die mir so viel freie Zeit zum Schreiben wie möglich gibt und trotzdem meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Das Ganze ist ein Teufelskreis. Hab ich Zeit und kann schreiben, muss ich mir Gedanken machen, wie ich den nächsten Monat rumbringe. Hab ich Arbeit, die mir ermöglicht nicht jeden Euro zweimal umzudrehen, habe ich wenig Zeit und mein Kopf ist voll mit „unnützen“ Gedanken.

Doch am Ende des Tages zählt nur eins: Schreiben. Jedes Wort, jeder Satz, vielleicht ein Absatz oder eine Seite lässt mich aufatmen – lässt mich atmen. Luftholen! Aussteigen aus dem Hamsterrad, einsteigen in das Reich meiner Fantasie.

Ich lebe, um zu schreiben! Und schreibe, um zu leben. Das eine bedingt das andere. Ich schreibe, um einem geneigten Leser und mir selbst einen Moment des Luftholens zu verschaffen. Und so wird es bis zum Ende bleiben. Mein Leben ohne Schreiben ist möglich, aber undenkbar.

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Ich sitze beim Essen. Die Kerze strömt einen sanften Duft aus. Musik läuft im Hintergrund. Meine Kehle wird eng, schnürt sich immer weiter zu, bis die ungehörten Schreie mir als Tränen in die Augen steigen. Ich esse. Kann nicht aufhören.

Tränen rinnen mir über die Wangen. Sie verschmelzen mit dem Essen auf der Gabel. Ich schmecke die Einsamkeit auf meiner Zunge, schlucke sie mit jedem Bissen. Mühsam versuche ich die Tränen zu unterdrücken, sie abzuwischen. Es kommen immer neue. Der Strom endet nicht, wenn der Damm gebrochen ist.

Ich spende Trost, bin da, wenn man mich braucht, lache und bin gutgelaunt, halte alles aus, was man mir auch aufbürdet, ich bin stark. Bis der Augenblicke kommt in dem ich es wieder erkenne – ich bin allein. Mehr als das. Ich bin einsam. Eisige, gefrorene Einsamkeit, die alles lähmt, mir alles nimmt.

Das Monster bricht aus seinem gut gehüteten Gefängnis. Es schlägt seine Krallen in den letzten Rest Hoffnung. Mit seinem gierigen Maul verschlingt es jedes andere Gefühl. Taucht jeden Sinn in abgrundtiefe Finsternis.

Ich bin allein mit meinem Schmerz, meiner Traurigkeit, meiner Sehnsucht nach Liebe, Händen, die mich halten. Getrennt von allen Menschen löst sich die Camouflage der Fröhlichkeit in der Lauge aus Einsamkeit und Qual. Ich werde unsichtbar. Kein Wort wird noch gehört. Kein Schluchzen ist es wert sich umzudrehen.

Ich esse, schlucke salzige Tropfen. Kann nicht aufhören. Muss immer weiter trinken. Den Schmerz meiner Seele herunterwürgen, bis mir das Herz zerbricht und ich endlich frei sein kann. Nur noch ein Hauch, der vermischt mit den Morgennebeln entschwindet im Licht der aufgehenden Sonne.

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Mein Herz tanzt
Mein Herz singt
Die Melodie
Die ich vergessen glaubte

Dann kamst du
Durch Zauberhand
Und Würfelspiel
Ein Zufall in mein Leben

Bin ich traurig
Bin ich fröhlich
Angefüllt mit Glück
Musen küssen wild

Berausche mich
An Fantasien
Überdosis der Gefühle
Fast verschüttet

Erstarrt im Alltagseinerlei
Erlahmte Flügel
Wollen schlagen
Fliegen mit dem Wind

Zu Wolken, Sternen
Sonne, Himmelblau
Wann stürzt Ikarus
Ins Meer

Herz über Kopf
Falle ich in dich
Über dich, du über mich
Mit dir, du mit mir

Wohin
Das weiß ich nicht
Die Funken fliegen
Lodern hoch

Mein Inneres kehrt
Sich nach außen
Worte brennen
Unvergänglich

Hinterlassen
Zeichen auf der Seele
Deinen Abdruck
Dauerhaft

Warum
Das weiß ich nicht
Mein Herz tanzt
Mein Herz singt

Grund genug

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Oh, Himmel – es ist wahr! Mit jedem Stück des Vergessens stirbt etwas in mir. Das kann, darf nicht sein! Ich will nicht vergessen, wie sich Liebe anfühlt. Verliebtsein – das alles mit sich reißt und dem nichts standhält.

Der Gedanke, der Traum von Liebe könnte dem Vergessen anheimfallen beunruhigte mich. Bis gestern. Aber ich habe nichts vergessen. Mein Körper, mein Kopf, mein Herz haben nichts von alledem vergessen.

Liebe ist das Schönste und das Schlimmste. Romeo und Julia, Paris und Helena, Kleopatra und Marc Anton – Liebe ohne Grenze überdauerte Jahrtausende, bis zu den einsamsten Sternen und zurück und doch fielen Reiche ihretwegen.

Ich habe nichts vergessen. Liebe ist selbstsüchtig, verrückt, überwältigend, leidenschaftlich, hinterlässt verbrannte Erde. Liebe ist sanft, rücksichtsvoll, selbstlos, inspirierend, erfüllend. Liebe ist alles und ohne sie, ist alles nichts.

Liebe erschafft. Liebe bewegt. Liebe hält allem stand. Nur die Liebe ist stärker, als das Schwert und das Wort. Ich glaube daran. Ich muss daran glauben. Denn ich will sie nie vergessen. Sonst wäre ich schon tot.

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Die Nacht gehört dir
In der Stille
Wandern meine Gedanken
Zu dir hin

Wie konnte es geschehen
Das der Funke sprang
Die Glut entfachte
Sehnsucht

Welches Wort gesprochen
Das mich an dich band
Es ist nur Illusion
Und doch wahr

In der Stille der Nacht
Fand ich dich
Vielleicht oder nicht
Ein Musenkuss nur
Oder mehr

Wer kann es wissen

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ein Gedicht von Erika Beltle

Wer bist du, Fremder, da dein Blick
sich in den meinen brennt,
und meiner Seele zitternd Glück
mit einem Mal das deine kennt

und jäh bei deiner Stimme Klang,
als ob ein Zauber mich berührte,
ein Tor in meinem Innern sprang,
das seltsam in Vergangenes führt?

Der du meine Schicksalsspur
So tiefe Furchen querst,
und doch für Augenblicke nur
dein Antlitz zu mir kehrst:

Wer bist du, dass mein Blick und Wort
Dich bis zum Grund erschüttert,
und meine Seele fort und fort
erschauernd mit erzittert?

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Wo ist die Liebe hin?

Ich erinnere mich,

Als wäre es gestern gewesen.

 

Du sahst mich an.

Ein Lächeln, ein Blick.

Es war um mich geschehen.

 

Die Zeit mit dir

Verging wie im Flug.

Auf und ab mit dem Leben.

 

Tausend Küsse gabst du mir.

Die tausend harten Schläge

Konnten sie nicht ausgleichen.

 

Wo ist die Liebe hin?

Sag mir nur ein Wort.

Du schweigst beharrlich.

 

Wo ist die Liebe hin?

Begleiche ich nur meine Schuld

Für das, was du mir gabst?

 

Liebe ist keine Abrechnung.

Ist keine Währung,

In Geben und Nehmen.

 

Du sagst kein Wort

Siehst mich nicht an.

Wo ist die Liebe hin?

 

Ich gehe

Blicke nicht zurück.

Folge der Liebe.

Der Song stammt von den Black Eyed Peas „where is the love“.

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Das Schlimmste, das einem Schriftsteller passieren kann: nicht schreiben zu können. Nicht aus Mangel an Einfällen oder aus Unlust. Das ist es nicht. Nein es ist das Leben, das mich hinderte. Qualvoll 1000 Worte im Kopf zu haben und nicht in Sätze fassen zu können, weil ich mich in meinen Gedankenlabyrinthen verlaufen habe. Mir meiner Unzulänglichkeit bewusst zu sein, mich für nutzlos zu halten.

Ein Künstler ist sich nur zu oft seiner Schwächen bewusst. Im Zustand der Untätigkeit um so mehr. Zu schreiben ist der Himmel, auf Wolken gehen, mit den Vögeln zu fliegen, in die Tiefen der Ozeane zu tauchen.

Schreiben ist lieben. Lieben wie im Rausch des ersten Verliebtseins. Immer wieder lieben. Jede Zeile Liebe, wie beim ersten Mal. Wortemelodien weben, auf Wortteppichen gehen. Lieben.

Tausendmal verliebt sein, wer kann das schon von sich sagen? Ich liebe immer wieder. Ein Paar schöne Augen, ein Lächeln, eine Stimme, die mich betört, Hände mit schönen Fingern, ein Mund, der alles verspricht. Eine Blüte, Blau, Wogen, eine Perle, der Wind, Regentropfen, der Geruch von Erde, frischem Gras, eine Melodie, die sich in dem einen magischen Moment mit meinen Gefühlen verbindet. Es gab eine Geschichte, bei deren Schreibprozess ich nur eine Band hörte. Beinahe vier Wochen lang.

Ich muss lieben, ob glücklich oder unglücklich spielt keine Rolle. Die Musen fragen nicht danach, was ich will. Sie geben und ich muss nehmen. Auch unglückliche Liebe ist Liebe. Die Musen geben dir einen Wink und du wirst aus Tränen Gold spinnen, wenn sie es bestimmen. Ich muss mich nur verlieben und wie von Zauberhand öffnen sich die Schleusen und schütten Worte aus. Segen oder Fluch. Ich frage mich nicht mehr. Es hat lange genug gedauert, es zu akzeptieren. Solange der Fluss nicht unterbrochen wird, ist alles andere unwichtig.

Ich mache mir kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich verliebt bin und meine Musen küsse. Mein Herz schlägt zum Zerspringen. Ich spüre keinen Hunger, keine Zeit, keine Müdigkeit. Aus meinem alles verschlingenden Rausch tauche ich erst wieder auf, wenn das letzte Wort geschrieben ist. Dann erfahre ich das schrecklichste Gefühl der Welt: verlassen zu werden.

Sie verlässt mich. Meine große Liebe geht und das Furchtbare ist, ich bin schuld daran. Ich kann es nicht aufhalten. Ich schreibe und schreibe. Wort für Wort, Blatt für Blatt. Ich liebe mit allem, was ich bin. Meinem Geist, meinem Körper und meiner Seele. Bis zu dem letzten Punkt. An dem mir das Herz bricht. Auf jede große Liebe folgt großes Leid. Immer wieder. Daran kann man sich nicht gewöhnen. Ich habe schon überlegt, mich nicht mehr zu verlieben, aber wer kann sich nicht verlieben? Ich kann mich nicht, nicht verlieben. Es passiert und ich tu`s. Ohne nach den Konsequenzen zu fragen.

Was würde ein Therapeut dazu sagen? Lasst mich überlegen:  – „Wie geht es ihnen damit?“ – „Super!“ – „Wie fühlen sie sich?“ – „Wie die Königin der Welt.“ – „Wie wollen sie damit umgehen?“ – „Ehrlich gesagt: gar nicht.“

Gut, ich leide mit meinen Figuren bis zum Herzzerbrechen, aber ich tanze auch mit ihnen. Ich leide, wenn die Geschichte zu Ende ist, aber ich weiß, Liebe ist unerschöpflich. Ich trauere und verliebe mich wieder, und wieder. Am liebsten bis in alle Ewigkeit. Aber die ist auch uns Schriftstellern nicht beschieden, bei aller Liebe. Bis auf das klitzekleine Bisschen, das in unserer Kunst überlebt. Jedes Wort, das gelesen, jedes Bild, das gesehen, jedes Lied, das gehört wird, bedeutet Liebe und ein kleines Stück Unsterblichkeit.

Wer sich den Musen hingibt, weiß was für ein Wahnsinnsgefühl das ist. Es macht süchtig! Einmal angefangen kann man nicht mehr aufhören. Keine Droge versetzt dich in so abgehobene Gefilde, wie die Kunst – bis auf die Liebe. Liebe füllt alles – Herz, Körper, Verstand.

Und endlich !!! bin ich wieder verliebt. Verliebt in dieses besondere Lächeln, den besonderen Blick, den frühen Morgen, die Stille der Nacht, die Sehnsucht, in die Freude, den Sturm, den heimlichen Kuss. Endlich wieder verliebt in das Schreiben.

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Ja, ich gebe es zu: ich liebe schöne Worte.  Z.B.: Eduard von Keyserling, Wellen, 1911

„An dem blassblauen Himmel standen riesige kupferrote Wolken und auf dem dunkelwerdenden Meer schwamm es wie große Stücke rotglänzenden Metalls, während die am Ufer zergehenden Wellen den Sand wie mit rosa Musselintüchern überdeckten.“

„Es folgten Tage mit unbewölktem Himmel und unerbittlichem Sonnenschein. Überall lag dieses heiße grelle Licht, es schwamm und zitterte auf dem Wasser, es sprühte auf dem Sande, erweckte Funken auf den Kieseln und auf den harten Stengeln des Strandhafers und der Seggen.“

„Die Sonne ging unter, das strenge Licht schmolz, wurde zu roten und violetten Dunstschleiern, ehe es erlosch. Dann gab es, ehe der Mond höher stieg, eine kurze Zeit des Zwielichts, das den Augen wohltat. Aber diese bleiche Dämmerung legte über das graue Meer eine unendliche Einsamkeit, das Meer wurde ernst und traurig.“

Natürlich, allein mit schönen Worten ist es nicht getan. Eine Geschichte braucht Substanz durch Handlung, Konflikt und Charakter. Aber ist es nicht wundervoll in den Text einzutauchen und auf der Melodie der Worte mit zu schwimmen. Sich wiegen und tragen zu lassen? Wie ein Boot, dessen Seil nicht richtig am Steg vertäut wurde, und das nun langsam und unmerklich aufs Wasser hinaus getrieben wird, bis wir in einer anderen Welt wieder auftauchen.

Das ist der Grund weswegen ich so gerne Klassiker lese. Die Menschen damals kannten keine bewegten Bilder oder nur sehr wenige, je nach Zeit. Die Schriftsteller malten ihre Szenen mit Wörtern. Es waren überbordende Szenen mit allem was das Herz begehrt, visuell, olfaktorisch und auditiv. Sie schaffen es, die Szene in allen Einzelheiten vor uns auszubreiten. Man kann den Strand vor sich sehen, das Glitzern und Sprühen des Wassers, das Geräusch der Wellen.

Heute wird den Schriftstellern geraten: so wenig Adjektive wie möglich, Metaphern ja, aber nur begrenzt, kurze Sätze usw. Mir ist klar das Sprache lebt und sich verändert. Gegen abwechslungsreiche Satzlängen ist nichts einzuwenden, und doch wünsche ich mir, dass die „alte“ Art des Schreibens, nicht zu sehr in Vergessenheit gerät. Wenn man die Klassiker liest, dann bemerkt man immer wieder, dass unser Wortschatz heute geschrumpft ist. Ich gebe zu, dass man sich manchmal erst an die Schreibweise eines Klassikers gewöhnen muss, aber es lohnt sich. Besonders für die, die selbst schreiben. Nicht nur wegen der schönen Worte, aber eben besonders auch dafür.

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