Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Wand’

Alle Nächte der Welt konnten ihr nicht dir Ruhe geben, die sie brauchte. Das was Amara erlebte, brannte sich für immer in ihre Seele. Unterschwellig existierte es am Tag. Nachts, wenn sich die Türen zwischen Realität und Illusionen öffneten, schwappte das Böse über die Schwelle und beherrschte ihre Träume. Doch Träume sind ein merkwürdiges Medium. Manchmal sind sie wirklicher als die Realität und ihre Spuren reichen bis in sie hinein. Amara spürte es schon seit geraumer Zeit, doch an diesem Morgen sah sie zum ersten Mal, die Folgen. In der Wand ihres Schlafraumes war ein Loch im Mauerwerk, so groß wie eine Faust.

Read Full Post »

Stock, Sessel, Teller, Tag, Ring, Wand

 

Mister Henderson wedelte erregt mit seinem Gehstock herum. Sein faltiges Gesicht war hochrot.

„Niemals steckst du dieser Schlampe den Ring deiner Großmutter an.“

Die Stockspitze stieß unter den Suppenteller und brachte ihn in gefährliche Schwingungen. Martin verschränkte die Arme übereinander und zog eine Augenbraue hoch. Mister Henderson versuchte aus dem verschlissenen Ohrensessel aufzustehen, doch sein Stock und seine Wut waren nicht sehr hilfreich. Er taumelte und stieß mit der Schulter gegen die Wand.

„Siehst du, was du angerichtet hast!“, brüllte er, „an dem Tag, an dem du das tust, werde ich dich enterben!“

Martin rührte sich nicht. Allerdings hoben sich seine Mundwinkel und ein schadenfrohes Lächeln legte sich auf sein Geschicht.

„Ich habe der, wie du sie nennst, Schlampe den Ring gestern an den Finger gesteckt. Wir sind jetzt verlobt.“

Mister Henderson hielt in der Bewegung inne. Seine Augen weiteten sich und glotzten den jungen Mann wütend an. Der Stock glitt ihm aus der Hand, er stürzte zu Boden und nach einem Röcheln war alles still.

Martin zuckte mit den Schultern. Das war die best investierte Lüge seines Lebens.

Read Full Post »

Ein gestohlener Ring, Angst vor Spinnen, ein unheimlicher Fremder

Ich drückte mich in die enge Nische zwischen Schrank und Wand. Die schweren Schritte auf dem Flur entfernten sich. Meine Angst vor dem Eindringling war größer, als die panische Angst, die ich vor Spinnen hatte. Unter normalen Umständen hätte ich mich niemals, never ever, in diese Nische gequetscht. Ich lauschte angespannt. Die Haustür fiel krachend ins Schloss. Eine Dreistigkeit, dachte ich, es scheint ihm überhaupt nichts auszumachen, gesehen zu werden. Ich verließ mein Versteck und rief die Polizei.

***

„Fehlt etwas?“

Kommissar Harris sah mich aufmerksam an. Ich nickte und wischte mir ein paar Tränen von den Wangen.

„Ja, der Ring meines Vaters. Ein Erbstück, seit Generationen im Besitz unserer Familie.“

„Sonst nichts?“

Ich schüttelte den Kopf. Ich musste den Ring zurückbekommen. Unbedingt!

Read Full Post »

Liegt Langeweile auf der Hand
Stört die Fliege an der Wand
Nicht so wie der Sand
Verrinnt im Glas der Stunde
Ach lass mich noch`ne Runde
Schlafen

Ich glaube, diese Zeilen sind mir deswegen eingefallen, weil heute mein erster Urlaubstag ist. Ich hatte mir keinen Wecker gestellt, wurde dann aber ziemlich unsanft von meiner Tochter aus dem Bett geworfen, weil sie dringend zum Bahnhof musste. Erster Tag eines Seminars 🙂 und schließlich möchte Mama nicht, dass das Kind zu spät kommt. Ich bin froh, dass mich niemand gesehen hat – oder zumindest nur im Vorbeirauschen. Halb im Schlafanzug, die Haare auf Sturm – aber !!! Zähne geputzt. Zum Glück ist Sommer. Schlimmer war es im Winter bei minus 10 Grad, aber bis dahin ist das Seminar längst vorbei.

Und ich habe meine 6 Zeilen für mein 365-Tage-Projekt. Ob die Musen solche Sonderfälle vorgesehen haben? *g*

Euch allen einen wunderschönen Tag und einen guten Start in die Woche.

Eure Caro

Read Full Post »

Fensterblick

Grau in Grau, hinter einer grünen Wand aus Kirschbäumen, Thuja und Ebereschen. Wieso heißt ein Baum, von dessen Beeren sich Vögel ernähren, Eber-Esche? Die Frage ist rein rhetorisch. Ich suche nicht nach einer Antwort. Ich suche nach gar nichts. Denn ich bin gefunden worden. Und schon bricht aus dem Grau ein Sonnenstrahl und erhellt meinen Tag.

Read Full Post »

Ich betrete die Bar. Freitagabend. Überall Leute in Gruppen mit Biergläsern, Wein und Cocktails. Auf einer winzigen Bühne drängt sich eine Band. Der Sänger sieht aus, wie eine Kopie von Freddy Mercury.

Heute ist der Abend! Chris hat mich zu einem Date eingeladen. Nachdem wir ein halbes Jahr die Zimmer in einer WG teilen, ist es endlich geschehen. Ich sehe mich nach ihm um. In meinem Bauch kribbelt es. Da! Er sitzt am Tresen. Nicht allein. Tränen würgen sich die Tränenkanäle empor. Die Frage: Gehst du heute Abend mit mir auf ein Bier, sollte also keine Einladung zu einem Date sein. Ich habe den falschen Text zwischen den Zeilen gelesen.

Sie ist blond, wie ich, aber mindestens zehn Zentimeter größer, dank High Heels. Ihr Busen ist kurz davor das Dekolleté zu sprengen. Die ganze Zeit zupft sie an Chris Hemdkragen herum und macht einen Schmollmund. Meine Eifersucht bereitet mir Übelkeit. Ich will den Rückzug antreten, als Chris mich entdeckt. Er lächelt siegessicher und zwinkert mir verschwörerisch zu, macht diese alberne „Daumen-hoch-Geste“.

Wer bin ich? Sein Saufkumpan? Die heulen allerdings nicht, wenn ihr Bro eine geile Schnitte aufreißt. Die klatschen ab. „Hey geil Alter, leg die Tussi flach. Besorg`s ihr ordentlich.“

Chris Gesichtsausdruck wird ernst, als er Tränen über meine Wangen laufen sieht. Mist, auch das noch! Es hört einfach nicht auf. Chris steht auf und befreit sich von der Tussi. Er kommt her! Ich dreh mich um, drängele mich energisch durch die Menge nach draußen und renne los.

Verdammt! Verdammt! Warum kann er mich nicht lieben? Mich so begierig ansehen? Will ich das überhaupt? Das Anschauen ja, aber auf High Heels herumstöckeln und mit dem Hintern wackeln? Den Busen bis zum Hals hochgepuscht und einen Rock tragen, der die Breite eines Gürtels hat?

Nein. Ich will ich sein. Ohne aufgesetzten Schmollmund und künstliche Nägel. Das passende Gesicht zum Gefühl. Ich will Jeans und T-Shirts tragen, aber ich will auch, dass Chris mich mit diesem „Ich-will-dich-ich-krieg-dich“ Blick ansieht.

Ich bleibe stehen. Muss Atem schöpfen. Meine Lunge brennt und die Seite sticht. Die Tränen haben eine nasse Spur auf meinem Gesicht hinterlassen. Ich wische sie mit dem Ärmel der neuen Chiffonbluse ab. Meine langen Haare, die ich extra offen trage, sind völlig zerzaust.

„Männer sind Augenmenschen“, sagte der Ratgeber. Ich wollte es zumindest versuchen und einen anerkennenden Blick von Chris erhaschen. Aber wenn er auf solche Frauen steht, kann ich nicht mithalten. Weder körperlich, Modelmaße hatte ich noch nie, noch geistig. Ich bin nicht bereit mich auf den Intellekt eines Toastbrots herunter zu lassen.

Ich bin im Park gelandet, an meinem Lieblingsplatz. Die große Fontäne des barocken Musenbrunnens ist nachts ausgestellt. Die Stadt spart. Es fängt an zu nieseln. Na toll, das auch noch. Ich mache mich auf den Heimweg. Hoffentlich ist Chris wieder in die Bar gegangen. Auf Diskussionen habe ich heute Abend keine Lust, auch wenn Chris sie spätestens morgen früh nachholt. Bis dahin habe ich mir was zu recht gelegt.

In unserer Wohnung ist alles dunkel. Ich atme auf. Trotzdem ziehe ich die Schuhe aus und schleiche die Treppe im Dunkeln hinauf. Ich halte die Luft an, als die vorletzte Stufe vor unserer Wohnungstür vernehmlich knarzt. Ich lausche. Nichts zu hören. Ganz vorsichtig öffne ich die Tür auf und schließe sie wieder. Ohne das Licht einzuschalten und auf Zehenspitzen begebe ich mich zum Badezimmer. Ich bin nass bis auf die Haut und muss mich abtrocknen.

„Was sollte das vorhin?!“, donnert eine Stimme hinter mir.

Licht flammt auf und blendet mich.

„Was geht dich das an?“, sage ich trotzig.

„Würdest du mich bitte ansehen, wenn ich mit dir rede?“

Ich höre Chris näherkommen und drehe mich um. Ich sehe nicht nur wie ein begossener Pudel aus, ich fühle mich auch so. Wieder drängen Tränen hoch und lassen sich nicht unterdrücken. Ich hasse es, so hilflos vor ihm zu stehen.

„Warum weinst du?“, fragt er sanft.

„Tu ich nicht!“

Ich wische die Tränen mit dem Handrücken weg.

„Doch tust du.“

Er kommt noch näher. Wir sind nur noch eine Armlänge voneinander entfernt.

„Seit wann interessierst du dich für mein Seelenheil“, zische ich angriffslustig.

Ich versuche mich zwischen Chris und der Wand vorbei zuschieben und in mein Zimmer zu kommen. Er verstellt mir den Weg.

„Wenn du keine Antwort gibst, kann ich dich nicht gehen lassen.“

Es klingt spöttisch und macht mich wütend. Ich versuche Chris wegzuschieben, aber er ist wie ein Fels, weicht keinen Zentimeter, drängt mich mit seinem ganzen Körper gegen die Wand. Mir ist plötzlich schwindelig.

„Warum kannst du mich nicht lieben?!“, platze ich heraus.

Chris zieht fragend die Augenbrauen hoch, ich drücke ihn energisch zur Seite. Er lässt mich gehen. Nur noch einen Schritt und ich bin in meinem Zimmer, als Chris mich am Oberarm packt, zu sich herum reißt und mich küsst, als wären wir gerade dem Tod von der Schippe gesprungen. Meine Knie geben nach. Chris hält mich, fest an sich gedrückt. Er hebt den Kopf und sieht mich an.

„Ist das Antwort genug?“

Ein „Ich-will-dich-jetzt-sofort!“ Kuss lässt mich jede sinnvolle Antwort vergessen. Warum reden, wenn man lieben kann?

Read Full Post »

Die Tür fiel ins Schloss. Celia drehte sich zu Tom um und sah ihn ernst an.

„Ich habe Angst.“

„Wovor?“, fragte er und zog erstaunt die Augenbrauen hoch. „Du bist die mutigste Frau, die ich kenne.“

„Vor dir.“

Tom trat einen Schritt auf Celia zu. Ganz dicht stand er vor ihr. Sie fühlte seinen Atem auf ihrem Gesicht. Ihr Herz schlug schneller.

„Wieso?“

Tom legte Celia die Hand auf die Hüfte und zog sie näher zu sich. Das hatte er noch nie getan. Celia sog heftig die Luft ein. Celia wich zurück, bis sie die Wand im Rücken spürte, aber Tom ließ sie nicht entkommen. Er war beinahe zwei Meter groß, muskulös und seine Reflexe waren ihren weit überlegen.

„Fang einfach an.“

Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und zeichnete mit dem Zeigefinger die Linien ihres Gesichts nach. Celia erzitterte innerlich. Es kostete sie unglaubliche Selbstbeherrschung ihre Stimme im Zaum zu halten.

„Du bist anders.“

„Anders? Wenn du attraktiv, unwiderstehlich und erfolgreich meinst, das war ich schon immer“, er grinste.

„Stimmt.“

Tom beugte sich zu Celia herunter, seine Wange berührte ihre.

„Du riechst fantastisch“, flüsterte er.

„Tom. Ich wollte dir was sagen“, Celia drängte sich enger an die Wand. Tom lächelte verführerisch. „Du bist einer der besten Jäger, dass warst du immer. Vielleicht bist du jetzt noch besser, aber deine Freundlichkeit, dein Mitgefühl, die menschliche Seite an dir – wo sind sie?“

„Bedeutet dir das so viel?“

Tom hauchte Celia einen Kuss auf den Mundwinkel. Sie seufzte leise. Ihr Körper spielte verrückt. Seit sie Tom das erste Mal begegnete, träumte sie davon, dass er ihr so nah kam. Nun, da es endlich soweit war, stand Celia mit dem Rücken zur Wand und machte Small Talk, statt sich an seine breite Brust zu werfen und sich die Kleider vom Leib reißen zu lassen.

„Ja“, sagte sie leise, „du bedeutest mir etwas.“

Tom hob den Kopf und sah Celia interessiert an.

„Kannst du noch lieben?“, fragte sie.

Tränen stiegen Celia in die Augen. Tom konnte den Blick nicht von ihr wenden. Ihre Augen waren von einem tiefen Kornblumenblau, beinahe violett. Celias Lippen waren voll und rot. Toms Puls schoss nach oben. Er begehrte es sie zu küssen, ihre Zunge mit seiner zu necken, jeden Zentimeter ihres geschmeidigen Körpers zu berühren.

„Kannst du noch lieben?“, wiederholte Celia die Frage.

„Ich weiß es nicht.“ Lea hörte wie ratlos er war. „Aber ich will dich lieben – oder was immer es bedeutet mit dir Sex zu haben.“

Sie lächelte, stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte Tom einen Kuss auf den Mund.

„Ich will dich auch lieben“, flüsterte Celia, „und das würde auch einschließen Sex mit dir zu haben.

„Bist du dir sicher?“, Toms Stimme klang nervös. In seinen schönen Bernsteinaugen konnte sie die Frage lesen. „ich habe Angst dir weh zu tun. Das könnte ich mir nicht verzeihen.“

„Das ist Liebe“, sagte Lea leise.

Für einen Moment hielten sie inne, dann riss Tom Celia in seine Arme und küsste sie so intensiv, als könne ihn nur das am Leben erhalten.

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: