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Posts Tagged ‘Verpackung’

Hier mein Text über den Inhalt der Mülltonnen meiner Protagonistin Juliette, aus der Sicht der Antagonstin, ihrer Schwiegermutter Sybill. (Schreiberlebentipps, Aufgabe vom 29.03.2017, Auch Helden machen Müll)

Dummes Mädchen, dachte Sybill und fischte die fleckigen Topflappen mit spitzen Fingern aus der Restmülltonne. Sie drehte sie hin und her, als wäre ihr der Schatz des Prias in die Hände gefallen, ließ sie aber wieder in die Tonne fallen.

Dabei habe ich die Dinger bei Harrods gekauft, in ihrer Brust zog sich die Wut zu einem dicken harten Knäul zusammen, hätte ich gewusst, dass Juliette sie wegschmeißt, hätte ich ihr ein Paar im Billigshop gekauft. Gerade gut genug für eine freche Göre aus der Arbeiterschicht. Im Grunde war nichts anderes zu erwarten, was hab ich mir eigentlich gedacht? Dabei habe ich es nur gut gemeint.

Sybill riss sich zusammen ihren Zorn nicht an der Mülltonne auszulassen. Am liebsten hätte sie dagegen getreten. Doch das war unter ihrer Würde. Sie besaß Anstand! Nicht so wie andere Leute, die das Gute nicht schätzten.

Aber sündhaftteure Seidenstrümpfe kaufen, dafür schmeißt sie Bernies Geld aus dem Fenster, dachte Sybill und presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen, als ihr Blick auf die kunstvolle Verpackung fiel. Er wollte sie ja unbedingt heiraten. Ich habe noch gesagt, sie passt nicht zu dir, nicht in unsere Familie. Nein, er wollte ausgerechnet die kleine Tipse, obwohl er jede haben konnte.

Sybill öffnete die Komposttonne und beugte sich vor. Unglaublich, das Aas hat sogar den teuren Rosenstrauß in die Komposttonne geworfen, den Bernie ihr gestern mitgebracht hat, empört schnappte sie nach Luft, ich hätte mich darüber gefreut.

Sybill angelt den Blumenstrauß heraus, drehte ihn hin und her. Er sah unversehrt aus. Aufmerksam blickte sie sich um. Alles still, kein Nachbar zu sehen. Sybill verschloss die Tonne wieder und trug den Strauß ins Haus. Dummes Mädchen, sie stieß einen missbilligenden Laut aus, wenn du die schönen Rosen nicht zu schätzen weißt, hast du sie auch nicht verdient.

Die komplette „Müllliste“ steht unter „Apropos Müll…“.

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In der Schreibaufgabe, vom 29.03.2017, in meinem Blog „Schreiberlebentipps“ ging es darum eine Liste von 10 Dingen zu schreiben, die bei dem Protagonisten der Geschichte, im Müll zu finden sind. Hier die Liste meiner Protagonistin Juliette:

  1. Schokoladenpapier
  2. Leere Kugelschreiberminen
  3. Leere Joghurtbecher
  4. Wattepads
  5. Verpackung für Seidenstrümpfe
  6. Alte Zeitschriften
  7. Pseudogeschenk ihres Mannes
  8. Topflappen, Geschenk ihrer Schwiegermutter
  9. Alten Fahrradschlauch
  10. Eine Visitenkarte

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Das letzte was Helen brauchen konnte, war ein kreischender kleiner Bruder. Sie kramte in ihrer Handtasche und drückte ihm einen Schokoriegel in die Hand. Dass ich immer auf Max aufpassen muss, wenn es hart auf hart kommt, dachte sie, dabei könnte Andrew sich auch mal herablassen.

Helen sah auf Max herunter, der den Schokoriegel aus seiner Verpackung geschält hatte und genüsslich abbiss. Triumphierend sah er zu ihr auf. Helen verkniff sich ein Grinsen, sie konnte ihm nie lange böse sein. Max war wirklich süß, mit den strohblonden Haaren und den Strahleaugen, aber er wusste genau, wie er seine große Schwester dazu bringen konnte, ihm seinen Willen zu lassen, meistens jedenfalls.

„Bist du jetzt still?“, fragte Helen und warf ihm einen warnenden Blick zu.

Max nickte und nuschelte:

„Ehrenwort!“

Helen nickte. Wenn er sein Ehrenwort gab, konnte sie sich auf ihn verlassen, dass war eine unausgesprochene Abmachung zwischen ihnen. Für einen Sechsjährigen ist er oft viel zu verständig, dachte Helen und seufzte, andere Kinder in seinem Alter gehen völlig unbedarft durchs Leben.

Sie streckte ihm die Hand hin und Max legte seine kleine, weiche Kinderhand hinein. Helen drückte den Kloss in ihrem Hals hinunter. Sentimentalität war gerade nicht angebracht. Sie musste alle Sinne beisammen haben.

Langsam schlenderten die Beiden zwischen den gutbesuchten Straßencafes entlang. Es sah völlig harmlos aus. Eine junge Frau und ein kleiner Junge, der einen Schokoriegel aß.

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