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Posts Tagged ‘Vater’

„Ich habe mich noch nie vor Gespenstern gefürchtet.“

Anthony ging zielstrebig auf die Kellertür zu.

„Nein, warte“, rief Dean, „nicht! Was, wenn dort wirklich ein Geist ist?“

„Quatsch!“, Anthonys Stimme klang ärgerlich, „du bist ein Angsthase. Das ist vielleicht eine Katze oder eine Maus.“ Er legte die Hand auf die Türklinke. „In solchen alten Häusern knackt und knarzt es eben, sagt mein Vater.“

Dean stand unschlüssig auf der Schwelle der Haustür und sah zu wie Anthony die Klinke der Kellertür herunterdrückte. Er fühlte eine scheußliche Enge in seinem Hals, konnte kaum schlucken und ein kalter Schauer jagte ihm eine Gänsehaut über den Rücken.

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Ben drückte den Rand seines Hutes weiter über die Augen und hoffte, dass ihn niemand erkannte. Es kam ihm vor, als wäre es in einem anderen Leben gewesen, dass er durch die Straßen der kleinen Stadt ging, und im Grunde war es so. Als er sie vor vielen Jahren verließ, flüchtete er bei Nacht und Nebel. Hätte man ihn erwischt, er wäre nicht mit dem Leben davon gekommen. Seine Feinde hätten ihn in Stücke gerissen.

Und trotzdem er ein anderer werden musste, mit anderem Namen und einer erfundenen Vergangenheit, bereute er seine damalige Handlung nicht. Ben hatte getan, was nötig gewesen war. Niemand hatte ihm geglaubt. Er konnte die Leute sogar verstehen. Ben hatte sich geschworen nie zurückzukehren. Einzig die Nachricht vom Tod seines Vaters hatte ihn bewogen, seinen Schwur zu brechen.

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Auf der Seite in meinem Arbeitsjournal, die ich aufschlug, fielen mir das Stichwort: Inselgäste (ein Romantitel) und ein weißes Holzhaus (das an einer Strandpromenade steht) ins Auge. Hier ist mein Text dazu:

Die Ankunft

Sandrine stand am Bug des kleinen Fährschiffes und hielt ihren Blick fest auf das nahende Ufer gerichtet. In wenigen Minuten würde sie wieder festen Boden unter den Füßen spüren. Sie war erleichtert. Sandrine konnte schwimmen und liebte das Meer. Niemals wäre sie im Urlaub in die Berge gefahren und doch war ihr der Ozean unheimlich. Innerhalb kürzester Zeit konnte aus einem spiegelglatten, südlichen Meer ein brodelndes, zischendes, lebensgefährliches Ungeheuer werden. Ihre Granny sagte immer: Pass auf mein Mädchen, Wasser hat keine Balken.

Die Fähre legte an. Sandrine und die wenigen Mitreisenden gingen von Bord. Jeder schien zu wissen, wohin er gehen musste. Nur Sandrine blickte sich unsicher um. In der SMS stand: „Erwarte sie an der Anlegestelle.“ Doch keiner, der noch anwesenden Personen, interessierte sich für sie. Es waren Fischer und Fährenmitarbeiter, die einen kurzen Landgang machten.

Sandrine kontrollierte ihr Handy. Es war keine SMS eingegangen. Nachdem sie eine Weile gewartet hatte, ging sie gemächlich zu einem schönen, weißen Holzhaus in der Nähe der Anlegestelle. Immer wieder sah sie sich suchend um, doch als sie das Haus erreichte, war niemand erschienen, der sie abholen wollte. Über der Tür hing ein großes Schild: Post Office – Café. – Sicher kann man mir hier weiterhelfen, dachte Sandrine, Mister Hodgsen ist auf einer Insel mit kaum 30.000 Menschen bestimmt kein Unbekannter und außerdem gibt es Kaffee. –

Sandrine betrat den Gastraum, der von dunkel, glänzend polierten Holzmöbeln dominiert wurde. Hinter einem langen Tresen unterhielten sich ein älterer Mann und eine Frau ihres Alters. Sie verstummten und betrachteten Sandrine aufmerksam.

„Hallo, mein Name ist Sandrine Connor.“

Ehe sie weiter sprechen konnte, wurde sie von der Frau unterbrochen.

„Und sie suchen sicher Mister Hodgsen“, sie lächelte, „es tut ihm sehr leid, aber er ist verhindert. Sie möchten bitte hier warten. Er holt sie ab, sobald er fertig ist.“

„Na, so schön hat er das nicht gesagt“, brummelte der Mann in seinen weißen Vollbart.

– Ihm fehlt nur noch eine blaue Mütze und eine Pfeife, dachte Sandrine, fertig ist der Seemann. –

„Ach Pa, mach Miss Connor keine Angst“, die Frau wandte sich an Sandrine, „ich bin Annie Lincoln und das ist mein Vater Carl. Setzen sie sich. Ich mache ihnen eine Portion unserer leckeren Pancakes und Pa brüht einen frischen Kaffee“, bei diesen Worten sah sie Carl scharf an.

„Danke, und bitte sagen sie Sandrine. Miss Connor hört sich so streng an.“

„Gerne. Setzen sie sich.“

Annie nickte ihr freundlich zu und verschwand in der Küche, während ihr Vater die stahlglänzende Kaffeemaschine dazu brachte, ihr einen schmackhaften Kaffee zu brühen.

Sandrine schob ihr Gepäck in eine Ecke und setzte sich auf einen Barhocker in der Nähe des Fensters. Sollte Mister Hodgsen auftauchen, konnte sie gleich einen Blick auf ihn werfen. Er hatte sich schon ein erstes Bild von ihr machen können. Ihren Bewerbungsunterlagen lag ein neues Foto bei und durch den Lebenslauf konnte er immerhin einen kleinen Eindruck von ihr gewinnen. Sandrine dagegen kannte nur seine Stimme. Sie war angenehm tief, aber bestimmt.

„Die Pancakes und ihr Kaffee“, Annie stellte das Essen vor ihr auf den Tresen. „Darf ich sie etwas fragen?“

„Gerne“, Sandrine nahm einen Schluck Kaffee und zerteilte einen Pancake.

„Wie hat es sie auf unsere Insel verschlagen? Die meisten Leute wollen von hier fort aufs Festland, in die Großstadt.“

Fortsetzung …. 🙂

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Hört ihr Leut und lasst euch sagen
Was sich einst hat zu getragen:

In Nachbars Garten sah ein junger Edelmann
Was dann und wann geschehen kann
Ein wunderschönes Kind erblühn
Ihre Wangen zart wie Rosenblätter glühn
Er war arm ohne Gut und Geld
Wollte sein ein gerühmter Held
Ihr Vater war ein vermögend Mann
Der Junge einen tückisch Plan ersann
Der ihm trüge ein des Vaters Reich
Und das schöne Mädchen auch sogleich

In heller Mond beschienener Nacht
Wurd sein Plan zur Tat gemacht
Vor ihrem Altan dort kniet er nieder
Die Nacht wohlriecht nach lila Flieder
Glühenden Eifers freit er um ihre zierlich Hand
Das Fräulein schaut ihn an ganz unverwandt
Ihr unerfahren Herz seine Schönheit rührt
Seine Schmeichelei ihr den Verstand verführt

Im Mondenschein glänzt ihr kostbar Geschmeide
Der schöne Jüngling schwört viel tausend Eide
Dass er sie so glühend innig liebe
Und für sie auch tausend harte Hiebe
Jederzeit und willig könnt ertragen
Würd sie ihm nur einmal sagen
Die berühmten drei Worte
An der glänzenden Pforte

Morgen Nacht zur selben Stund bei Lunas Schein
Beizeiten wiederkehrend wollt er bei ihr sein
Von seiner lauteren Liebe ihr zu singen
Seiner Angebeteten ein Kleinod zu erbringen
Das die reine Wahrheit seiner Worte beweise
Und so schlich der listige Jüngling leise
Hinfort aus ihrem paradiesischen Garten
Das holde Mägdlein wollt geduldig warten
Bis der blendend Herzgeliebte wiederkehrt
Doch es wurde ihm unerbittlich verwehrt

Denn der schlangengleiche junge Mann
Wendet eine böse arglistige Täuschung an
Der Knabe buhlt nicht allein um sie
Auch vor der Schwester fiel er auf die Knie
Als den Vater erreicht die schlimme Kunde
Macht er sich gar zornig auf zur selben Stunde
Den Jüngling mit dem Schwerte zu erstechen
Und sich für die üble Schmach zu rächen
Doch der Missetäter hörts und eilends floh
Das schmachtende Mägdelein wurd nimmer froh
Siechte dahin an gebrochenem Herzen
Bis es starb in Liebesschmerzen

Und die Moral von der Geschicht:

„Liebe tötet“ – immer nicht
Doch des öfteren kommt’s vor
Das Eifer, Neid und Gier
Verschließen uns der Liebe Tür
Drum ihr Jungfern seid bedacht
Wer euch einen Antrag macht
Damit ihr nicht erleidet bittre Schmerzen
An verliebtem Mädchenherzen

Bitte seht mir nach, wenn es hakt 🙂 – es hat einfach Spaß gemacht.

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So! Hier der zweite Teil meines kleinen Schreibmarathons. Viel Spaß beim Lesen 🙂 . Die nächsten 13 Sätze für die Nachtbereitschaft warten schon. Werden morgen auf den Schreiberlebentipps gepostet unter dem Titel: 13 Sätze – 13 Geschichten

6.Heute bei der Arbeit…

Heute bei der Arbeit, ich saß im Pyjama auf dem Bett, das Laptop auf den Knien, im Fernsehen lief „Crossing Lines“, hörte ich vor meiner Zimmertür ein merkwürdiges Geräusch. Zugegeben, ich höre öfter Geräusche vor meiner Zimmertür oder über meinem Zimmer. Kein Wunder! Bei 20 Schlaf-Gästen und einem Haus, das mindestens zwei Jahrhundertwenden überdauerte, kann es die verschiedensten Geräusche geben. Türen quietschen oder krachen, Treppen knarren, Holzdielen knarzen und wer weiß, ob nicht die ein oder andere Maus im Spiel ist.

Die Töne heute waren mir jedenfalls nicht vertraut. Ich speicherte meine Datei, stellte das Netbook aufs Bett und stand auf. Das Geräusch nahm an Lautstärke zu. Ich hatte sie schon öfter gehört, nur eben nicht in diesem Haus. Ich zog meine Turnschuhe und meinen Pulli an, griff nach dem Zimmerschlüssel und drückte die Klinke herunter. Sacht zog ich die Tür auf. Ein kalter Luftzug drückte durch den Spalt zu mir herein und verursachte mir eine Gänsehaut. Völlig fassungslos starrte ich auf das Szenario vor mir.

Als Schriftstellerin kann ich mir alle möglichen wilden und abstrusen Situationen vorstellen, das ist mein Job – aber das?! Es war wie eine Szene aus einem Traum! Völlig surreal und mit nichts zu erklären. Denn trotz meiner ausufernden Fantasie bin ich mir der Naturgesetze wohl bewusste, auch wenn ich sie in meinen Geschichten gelegentlich außer Kraft setze.

Vor meiner Tür ankerte ein Schiff. Und nicht irgendein Schiff. Es war ein fünf-Mast-Segelschiff. Am Bug hing eine riesige Meerjungfrau als Galionsfigur. Ihr hellblauer Fischschwanz wand sich über der Wasseroberfläche.
Ich kniff mich in den Arm. Verdammt, das tat weh. Ich drückte panisch die Zimmertür zu. Für einen Moment herrschte Stille.

Dann hörte ich erneut Geräusche. Was stimmte nicht mit mir? Erneut öffnete ich die Tür. Dieses Mal lag vor meinen Füßen ein Bahnsteig. Mir gegenüber stand ein altmodischer Zug. Menschen gingen auf und ab. Sie trugen Kleider, wie aus den BBC Verfilmungen von Jane Austen. Niemand nahm Notiz von mir. Ich schien unsichtbar zu sein. Vielleicht können sie mich sehen, wenn ich auf den Bahnsteig trete, dachte ich und wagte einen Versuch.

7.Nach dem Ball …

Nach dem Ball ist vor dem Ball, denke ich, schleiche mich in die Garderobe und mache mich auf die Suche nach meinem Mantel. Ein langer roter Mantel aus Kaschmir. Passend zu meinen Schuhen. Es ist alles nur geliehen. Ich kann mir so teure Sache nicht leisten. Ich bin arm wie eine Kirchenmaus. Na gut, etwas übertrieben. Aber für das teure Seidenkleid, das ich gerade trage, müsste ich mehr als drei Monate arbeiten. Ich fühle mich wie Cinderella. Der Fehler in meiner Geschichte ist, dass es für sie ein Happy End gab. Ich dagegen habe alles auf eine Karte gesetzt und verloren. Ich habe ihn gesehen, aber er mich nicht. Morgen früh wird es so sein, als hätte es diesen Abend nicht gegeben. Ich bringe die Kleider zurück. Bis auf die Quittung wird nichts mehr daran erinnern, dass ich ein paar Stunden Prinzessin war.

Endlich habe ich meinen Mantel gefunden. Ich streiche gedankenverloren über den weichen Stoff. Er fühlt sich fantastisch an. Der Mantel trägt sich wie eine zweite Haut. Ich muss lächeln. Der Busfahrer wird sich wundern, wenn er sieht wie ich einsteige. Ich werde sagen: Guten Abend, leider habe ich meinen Kürbis verlegt. Ich hoffe, er hat Humor. Ich knöpfe den Mantel zu, schließe den Gürtel. Noch einmal sehe ich zum Ballsaal hinüber. Musik dringt heraus. Ich drehe mich um und gehe auf die breite Marmortreppe zu.

„Sie wollen schon gehen?“

Ich halte inne, sehe über die Schulter. Da steht ein großer blonder Mann in einem tadellos sitzenden Anzug, klassisch schwarz. Gutaussehend, sympathisch.

„Ja, leider. Es ist nach Mitternacht und mein Kürbis ist schon weg.“

Er lacht und kommt näher.

„Darf ich ihr Kutscher sein?“

Ich lächele.

„Ich bin mir nicht sicher. Meine Mutter hat mir immer eingebläut nicht mit fremden Männern mitzugehen. Nur weil sie einen Anzug tragen, heißt das nicht, dass sie vertrauenswürdig sind.“

In seinen blaugrauen Augen blitzt der Schalk auf.

„Dann darf ich mich vorstellen. Thomas Berger.“ Er verbeugt sich galant. „Zu ihren Diensten.“

„Lea Winter. Prinzessin für eine Nacht.“ Ich mache einen Knicks. „Schade, dass sie mich nicht in meinem Kleid sehen konnten.“

„Woher wollen sie das wissen?“, er schmunzelt, „ich habe den ganzen Abend nichts anderes gesehen.“

„Dann muss ich sie tadeln, Herr Berger.“

„Tom, bitte, sagen sie Tom“, unterbricht er mich.

„Gut. Also Tom, wenn das wahr ist, dann frage ich mich, warum sie mich nicht zu einem Tanz aufgefordert haben?“

Er wird ernst.

„Sie hatten ihre Aufmerksamkeit auf einen anderen Herrn gerichtet. Ich war mir nicht sicher, ob sie mir einen Korb geben.“

Ich senke beschämt den Blick und erröte. Hat er recht? Bin ich so durchschaubar.

„Wollen wir das jetzt nachholen?“

Seine Stimme ist sanft. Ich sehe auf. Tom streckt mir die Hand entgegen. Ich lege meine hinein. Er zieht mich zu sich heran, legt die andere Hand in meine Taille. Wir machen die ersten Schritte. Tom ist ein guter Tänzer. Er schafft es problemlos meine Fehltritte auszugleichen. Die Prinzessin hat ihren Tanz zu guter Letzt doch noch bekommen.

„Vielen Dank für diesen Tanz“, sagt Tom, neigt leicht den Kopf und bietet mir seinen Arm, „darf ich sie nach Hause chauffieren?“

„Gerne.“

Ich genieße die Fahrt durch die nächtliche Stadt. Wir reden über Gott und die Welt. Lachen mit einander. Ich fühle mich wohl mit ihm. Tom ist ein guter Autofahrer. Entspannt und sicher. Er findet meine Straße ohne Navi, kennt sich gut aus. Vor meinem Haus steigt er aus, hält mir die Autotür auf und begleitet mich zur Haustür. Er nimmt meine Hand. Warme Finger umfassen meine.

„Darf ich sie wiedersehen?“, fragt Tom.

„Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist.“

„Warum nicht?“

„Wie ich schon sagte, ich bin Prinzessin für einen Abend gewesen. Morgen bin ich wieder das Mädchen in der Asche. Ich passe nicht in ihre Welt.“ Ich deute an der Hausfassade hinauf. „Ich bin das Mädchen aus dem Dachgeschoss.“

„Was würde der Prinz jetzt tun?“, ignoriert er meinen Einwand und lächelt.

Ich zögere, sehe in seine strahlenden Augen. Der Mann ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen.

„Die Prinzessin küssen.“

Tom zieht mich in seiner Arme und küsst mich. Ich schließe die Augen, gebe mich dem Augenblick hin.

„Keine Angst Prinzessin“, sagt er, nachdem er mir das Versprechen abgenommen hat, ihn wiederzusehen, „alles ist möglich.“

8.Später beim Picknick…

„Später, nach dem Picknick!“

„Später, später … das sagst du immer!“, mault das Mädchen.

„Nein. Sag ich nicht.“

Sie stapft mit dem Fuß auf. Der Kellner serviert meinen Kaffee.

„Doch! Du hörst dir ja nicht mal selber zu. Du hilfst mir später bei den Hausaufgaben, du gehst später mit mir zum Gartenfest, später redest du mit meinem Lehrer, später, später, später!“

Der Mann sieht erschöpft aus. Er hat etwa mein Alter. Das Mädchen, wohl seine Tochter, zirka 13.

„Bitte, Natalie, beruhige dich. Du weißt, dass ich einen streßigen Job habe.“

„Bei Mama ist es viel besser. Ich will das Mama wiederkommt.“

„Deine Mutter ist aber noch zwei Monate im Ausland. Du wirst es wohl oder übel mit mir aushalten müssen.“

Aha, daher weht der Wind. Scheidungskind, nervt Vater und macht ihm ein schlechtes Gewissen. Natalie scheint zu spüren, dass ihr Vater die Grenze seines guten Willens erreicht. Ich trinke den letzten Schluck Kaffee.

„Bitte, Tom, bitte. Ich habe so einen Hunger“, sie hakt sich bei ihrem Vater ein.

„Na gut, dann mach die Tüte auf! Und nenn mich nicht Tom.“

Natalie zerrt eine Tüte mit Schokoriegelchen aus der Einkaufstasche und reißt sie auf. Ziel erreicht. Sie lächelt triumphierend.

Ich lege das Geld für den Kaffee neben meine Tasse. Tom bemerkt, dass ich die Szene interessiert beobachte. Ich lächele ihm zu und nickte. Er erwidert es verlegen.

„Du Papa“, Natalie zieht die Worte schmeichelnd in die Länge.

Der nächste Angriff kündigt sich an. Ich stehe auf, mache ein überraschtes Gesicht und sage:

„Mensch Tom! Jetzt erkenn ich dich! Ich bin`s die Sandra aus der Schule. Schön dich wieder zu sehen.“
Vater und Tochter sehen mich überrascht an. Ich mache noch einen Schritt nach vorn und umarme Tom stürmisch, Küsschen rechts, Küsschen links, und flüstere ihm ins Ohr:

„Einfach mitspielen, alles wird gut.“

Zu Natalie sage ich:

„Hallo und du bist Toms Tochter?“

„Ja!“, erwidert sie reserviert.

„Freut mich dich kennen zu lernen“, ich sehe zu Tom, „wirklich gut hingekriegt, mein Lieber!“

„Stimmt“, er nickt leicht irritiert.

„Darf ich euch einen Vorschlag machen?“, ich sehe die beiden an und rede einfach weiter, „magst du Pferde, Natalie?“

Bitte sag ja, denke ich, alle Mädchen mögen Pferde.

„Ja, wieso?“

„Mein Bruder hat ein Gestüt. Wenn dein Vater nichts dagegen hat, könnt ihr euer Picknick dort machen und du könntest eine Reitstunde nehmen.“

Mein Vorschlag hat die gewünschte Wirkung.

„Papa, bitte, darf. Bitte, bitte, Papaaaa.“

„Wenn Sandra uns einlädt können wir so ein tolles Angebot nicht ablehnen“, sagt er verhalten.

Ich zwinkere ihm zu.

„Ich geh schon mal zum Auto!“, ruft Natalie und rennt los.

„Ich hoffe mein Überfall hat sie nicht völlig aus dem Konzept gebracht“, grinse ich Tom an, „ich bin auch alleinerziehend und meine Tochter ist im selben Alter. Ich kenne solche Situationen zu gut. Vielleicht verschafft ihnen meine Intervention einen entspannten Nachmittag.“

Tom zieht die Augenbraue hoch und schmunzelt.

„Aha, Leidensgenossin also.“

Ich nicke.

„Sie haben was gut bei mir“, sagt er und sein Blick verursacht einen Herzhopser bei mir. „Ich hoffe, dass war nicht der letzte Überfall.“

9.Wir gingen am Strand entlang…

Wir gehen am Strand entlang. Die Jungs mit großen Schritten vor weg. Ich in sicherem Abstand hinter her. Das Wetter hat sich etwas beruhigt. Der Dauerregen der letzten zwei Tage hält seit ein paar Stunden den Atem an und gönnt uns eine Verschnaufpause. Vermutlich drehe ich sonst durch.

In der kleinen Ferienhütte herrscht ein Testosteronpegel, der ausreichen würde eine ganze Klosterschule flach zu legen. Bei dem Gedanken setzt bei mir ein Kopfkino ganz besonderer Art ein. Nur gut, dass von den Fünf keiner Gedanken lesen kann.

Dass das keiner falsch versteht! Ich liebe Männer. Männer sind toll. Ich komme gut mit Männern klar. Wirklich wahr. Aber fünf Männer auf engstem Raum – alle gut befreundet und ich?!

Der ganze Ausflug fing ganz harmlos an. Wie das bei solchen Sachen meistens der Fall ist. Arbeitsurlaub nannte es unser Boss.

„Alles easy“, höre ich Adam noch sagen und dachte, na wenn er meint.

Wir arbeiten zusammen. Die Fünf und ich. In einer Drehbuchschmiede für eine SiFi-Serie. Vielleicht erklärt das den Frauenmangel im Team. Gestört hat das bis dahin nicht. Klar wird anders geredet, wenn keine Frau dabei ist und tatsächlich habe ich immer das Gefühl gehabt, in der Masse unterzugehen. Ja, hahaha, schon klar. Aber ich bin halt kein Püppchen, sondern Frau. Make up ist nicht meins. Klamotten mag ich gerne bequem, was nicht heißen soll, dass ich in Sacktuch und Asche herumlaufe. Ich bin nicht auf den Mund gefallen und eine klare Sprache macht mir nichts aus. Im Gegenteil. Mein Vater war Vorarbeiter auf dem Bau. Ich kenne den Sprachduktus unter Männern. Eigentlich finde ich es sogar witzig. Wenn es nicht total unterste Schublade ist.

Jedenfalls hatte ich in dem Jahr unserer Zusammenarbeit nicht den Eindruck der Gegenstand von Anmache zu sein, sondern eine Kollegin unter Kollegen. Voll integriert. Ich habe nicht damit gerechnet, dass sich daran etwas ändert, wenn wir in Klausur gehen. Wir waren heilfroh der tristen Büroatmosphäre eine Weile zu entkommen. Das Ganze sollte der Teambildung und der Ideenfindung dienen. Die Serie ist so beliebt, dass man einen Kinofilm drehen will und wir sollen das Drehbuch schreiben. Immerhin ist das unser Baby.

Die ersten zwei Tage ging alles gut. „Alles easy.“ Das Gerangel fing an, als ich am dritten Tag morgens aus dem Bad kam. Ich vergaß meine Klamotten in meinem Zimmer und trug auf dem Rückweg nur ein knappes Handtuch. Das Bad liegt im Erdgeschoss, mein Zimmer in der ersten Etage. Der Weg dorthin führt durch die Küche. Womit ich nicht rechnete war, dass meine lieben Kollegen so früh auf waren, nachdem ich sie die vorangehenden Tage wecken musste. Nein, alle fünf standen, saßen dort und tranken ihren ersten Kaffee. Muss ich noch etwas sagen?

Nur so viel. Jerry, der Spaßvogel, grinste und sagte: „Wow Kat, zeig uns mehr,“ und griff nach dem Zipfel meines Handtuchs. Es passierte, was passieren musste. Und auch wenn Jerry sich später bei mir entschuldigte, nachdem ich im Evakostüm posiert hatte, schienen „meine“ Jungs in Erwägung zu ziehen, dass ich mehr sein könnte, als ihre Kollegin und taten alles, um es mich wissen zu lassen.

10.Ich beobachtete den Regenbogen…

Ich beobachte den Regenbogen, der sich in leuchtenden Farben über die Straße spannt. Leider kann ich dabei die Verkehrslage nicht so gut überblicken und werde mit einem heftigen Ruck und Krachen in die Wirklichkeit zurückgeholt. Meine Tasche fliegt durch den Innenraum. Mein Apfel auch. Mist! Und vor mir ein großer BMW. Ziemlich neues Model. Glänzend poliert und chromverziert. Seufzend steige ich aus. Der Halter des BMW steht schon am Heck und beugt sich über die Stoßstange. Anzugträger, teurer Stoff, tadelloser Sitz. Durchgestylt vom Scheitel bis zur Sohle. Der mag bestimmt keine Kratzer. Mein Herzschlag beschleunigt sich. Ich mache mich auf einen rauen Anpfiff gefasst.

„Hm, nichts zu sehen“, sagt er und sieht mich mit einem freundlichen Lächeln an.

Ich atme auf. Keine verbale Attacke. Leider hat mein fahrbarer Untersatz mehr einstecken müssen. David gegen Goliath. Der linke Kotflügel ist verzogen und die Motorhaube hat sich nach oben gedrückt.

„Zum Glück“, sage ich und denke an meinen Versicherungsbeitrag.

„Leider muss ich ihn in die Werkstatt bringen. Ist ein Firmenwagen“, stellt er beinah bedauernd fest.

„Ok“, ich zucke mit den Schultern.

Die Prozedere kenne ich. Wenn die Schrauber das Auto erst mal in der Mache haben, wird’s teuer. Schließlich bezahlt die Versicherung – denen ist egal ob da nichts zu sehen ist. Hauptsache die Kohle stimmt. Ich krame meine Visitenkarte aus der Geldbörse und drücke sie dem BMW-Mann in die Hand. Er gibt mir seine. Creative Direktor steht drauf. Na sowas aber auch.

Wir steigen wieder in unsere Autos. Hinter uns hat sich eine morgendliche Rush-Hour-Schlange gebildet. Wir fahren weiter.

Der BMW-Mann sah gut aus und nett war er, wieder erwarten. Ich bin froh, dass ich mich in dieser Hinsicht getäuscht habe. Der Crash reicht mir, da brauche ich nicht noch einen wutschnaubenden Fahrer, der mich auf offener Straße zur Schnecke macht.

Ich lächele zufrieden. Immerhin steht auf meiner Visitenkarte Autorin. Das macht ein bisschen was her, Herr Creative Direktor, oder? Auch wenn mein kleiner Reisfresser eher nach Chaos als nach Kaviar aussieht. Aber der erste Eindruck muss ja nicht unbedingt, der richtige sein.

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„Ich habe Angst.“

Atemlos sehe ich auf das dunkle Tor. Schwarz, wie eine Nacht ohne Sterne und Mond, eine zähe pechartige Masse wabert in dem steinernen Torbogen hin und her. Dort hindurch will er mich zwingen?

„Ich will nicht hindurch gehen!“

„Du musst. Uns bleibt keine andere Wahl!“

William steht dicht hinter mir. Mein Herz rast.

„Wieso ich?“

„Du bist die Verbindung.“ Seine Stimme ist sanft. „Ich werde bei dir sein.“

„Du gehst mit mir?“

Ich sehe in seine dunklen undurchdringlichen Augen.

„Bis zum letzten Blutstropfen.“

„Wenn ich dir doch glauben könnte.“

„Du wirst es tun müssen. Eine andere Möglichkeit bleibt dir nicht. Ich bin die einzige Chance, die du hast.“

William der Hexer. Er war es, der mich entführte und hierher brachte. Nun sollte ich mit ihm hinüber gehen. In eine Welt, die ich nicht kannte. Voller Dunkelheit und Gefahr, um das Königreich meines Vaters vor dem Untergang zu bewahren.

„Welchen Vorteil hast du davon? In deinem Universum ist nichts umsonst.“

William packt mich am Handgelenk, zieht mich ganz nah zu sich. Die Kälte in seinem Blick lässt mich frösteln.

„Das geht dich nichts an! Willst du deinen Vater und dein Reich retten, dann komm.“

Natürlich will ich meinen Vater retten, aber die Angst schnürt mir die Kehle zu. Mein Körper ist schwer wie Blei und meine Knie geben jeden Moment nach. Zaudernd setzte ich einen Schritt vor den anderen.

„Was habe ich der Dunkelheit entgegenzusetzen?“

„Deine Liebe“, antwortet William.

Dann stehen wir vor dem Tor. Ich fühle die eisige Kälte von der anderen Seite. William hüllt uns beide in seinen wollenen Umhang. Dann zieht er mich mit einem Ruck in die schwarze Masse.

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Der Wind heulte um die Kapelle St.Jacobi und die kleine Glocke auf dem roten Ziegeldach gab ein leises Klingen von sich. Der Herbst hatte Santa Maria de Monte fest im Griff. Die engen Gassen, in denen im Sommer Reisende lustwandelten, waren nun menschenleer und still. Sie machten einen beinahe abweisenden Eindruck. Ein Schwarm Krähen flog auf. Ihr lautes Krächzen vermischte sich mit dem Sturm. Die grünen Fensterläden des herrschaftlichen Gutshofes, der an St.Jacobi grenzte, klapperten rhythmisch gegen die rohen Steinmauern. Die mächtige Zeder auf dem vorgelagerten Rondell ließ ein sonores Knarren hören, als würde sie bei jeder Windböe, der ihre ausladenden Äste erfasste aufstöhnen. Es roch nach Erde und nassem Gras. Auf dem einsamen Kirchplatz verweisten die Steinbänke und das Wasser des kleinen Zierbrunnens spritze weit über seine Umrandung hinaus. Ein leichtes Aufflammen von Rot stahl sich zwischen der schweren Wolkenbrandung hindurch, die über den Himmel toste, und zeigte das Ende des Tages an.

In der Ferne mischte sich das Knattern eines heranbrausenden Autos unter das Heulen des Windes. Es dauerte nicht lange und ein knallroter Adler mit schwarzem Verdeck bog in das schmiedeeiserne Tor des Gutshofs ein und hielt abrupt vor der ausladenden Haupttreppe. Misstrauisch beäugt von der Katze des Hauses, die sich eilig über den Hof trollte, weil sie hoffte, mit dem Neuankömmling hineinzugelangen.

Ein großer schlanker Mann, Mitte zwanzig, sprang elegant aus dem Wagen. Noch eher er den großen Lederkoffer aus dem Fond gezerrt hatte, scholl ihm ein vielfaches Willkommen entgegen. Das Haus hatte seine Bewohner ausgespienen, den ältesten Sohn der Familie, Leonardo, zu begrüßen. Ein Schwall gelben warmen Lichts schwappte über die breiten Marmorstufen in die Dunkelheit. Ein Bediensteter nahm dem jungen Herrn den Koffer ab, während die Familienangehörigen ihrer freudigen Pflicht nachkamen und ihn mit Umarmungen, Küssen und Freudentränen begrüßten.

Leo lächelte. Er hatte es erwartet, seine laute italienische Familie, und doch fühlte er sich, wie immer etwas fremd, wenn er aus Florence heimkehrte. Es brauchte seine Zeit, aus einer pulsierenden Stadt, in der man oft anonym blieb, wieder in die vertrauten heimatlichen Gefilde zurückzufinden. Trotz aller Liebe zu diesen Menschen überkam ihn das Bedürfnis sich in einen stillen Winkel zu verkriechen, um anzukommen.

In dem großen Esszimmer war eine beachtliche Tafel gedeckt, und während man ein opulentes Mahl einnahm und dem selbst gekelterten Rotwein des hauseigenen Weinberges zusprach, redeten und lachten alle durcheinander. Jeder wollte wissen, wie es Leonardo in den letzten Monaten ergangen war, wen er getroffen hatte und welche besonderen Neuigkeiten es in der Stadt gab. Seine drei Brüder und die Männer der Familie interessierten sich vorzugsweise für die neusten technischen Errungenschaften, während sich der weibliche Teil der Anwesenden für Bälle und Klatsch erwärmten. Breitwillig gab er Auskunft. Nach dem Essen zogen sich die Männer in das Rauchzimmer zurück. Leonardos Vater Matteo schenkte den guten Grappa ein und bot Zigarren an. Leonardo und seine Brüder hatten inzwischen das Alter erreicht, sich den älteren Männern anzuschließen. Bevor sie den Salon erreichten, zog ihn Gabriele, sein Lieblingsbruder, ihn am Ärmel seines Jacketts.

„Komm Leo.“

Er hatte ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen und zwinkerte Leo zu. Der nickte. Die beiden jungen Männer blieben zurück und bogen in einen der spärlich erleuchteten Flure ab. In dem alten Gutshof gab es unzählige Flure, Türen, Räume verschiedenster Größe, Dachböden, Treppen und Kellergewölbe. Nachdem Leo und Gabriele eine Tür geöffnet, eine Treppe hinab gestiegen, zwei Keller durchquert, einen modrigen Flur entlang, eine Treppe hinauf gegangen, Gabriele eine Tür aufgeschlossen, sie einen kleinen Vorraum betreten und eine dritte Tür geöffnet hatten, befanden sie sich in der Sakristei der Kapelle.

„Nicht gerade warm hier?“, stellte Leo fest.

„Jammer nicht“, lachte Gabriele, „sonst müsste ich denken, die Stadt verweichlicht dich.“

Leo knuffte seinen Bruder freundschaftlich in die Seite.

„Ja, nicht frech werden.“

„Ich dich nicht“, wehrte Gabriele lachend ab.

Er zündete einen Kienspan an und warf ihn in den kleinen eisernen Gussofen. Sofort fingen die dünnen Äste unter den Holzscheiten Feuer und innerhalb kürzester Zeit bollerte der Ofen sachte vor sich hin und gab eine angenehme Wärme ab.

„Wird Pater Daniele nicht böse, wenn du seinen Holzvorrat abfackelst?“, fragte Leo schmunzelnd.

Gabriele schüttelte unwillig den Kopf.

„Vater lässt uns jeden Herbst soviel Holz herüber schleppen, damit könntest du den Mailänder Dom heizen, da werde ich ja wohl etwas für uns verbrauchen können.“

Er nahm eine der dicken Altarkerzen, die Pater Daniele in der Sakristei aufbewahrte, und zündete sie an. Sie flackerte einen Augenblick, brannte dann aber gleichmäßig vor sich hin.

„Außerdem genießt Pater Daniele jeden Sonntag unsere Gastfreundschaft. Wie war das noch: geben ist seliger denn nehmen?“

Leo konnte sich das Lachen nicht verkneifen.

„Schön wieder zu Hause zu sein.“

Die Brüder setzten sich neben den Ofen. Leo zog ein silbernes Etui aus der Brusttasche des Jacketts und reichte es Gabriele.

„Danke! Die guten Kubanischen.“

Gabrieles Augen leuchteten. Er zog eine Zigarrenschere aus seiner Hosentasche entfernte das obere Ende der schlanken Cohiba und reichte sie an seinen Bruder weiter. Bevor die Zwei ihre Zigarren anzünden konnten, öffnete sich die Tür zur Sakristei. Die Zwillinge erschienen.

„Schau sie dir an!“, Riccardo schüttelte den Kopf, „ein konspiratives Treffen ohne uns.“

„Das sieht euch ähnlich“, fügte Antonio an.

Die Zwillinge ließen sich ebenfalls am Ofen nieder und Leo reichte ihnen sein Etui und die Zigarrenschere. Gabriele seufzte.

„Kann man in diesem Haus keine Geheimnisse habe?“

Die Zwillinge grinsten.

„Ein Friedensangebot.“

Antonio und Riccardo reichten ihren älteren Brüdern jeweils eine flache silberne Flasche. Gabriele öffnete den Verschluss und schnupperte an der Öffnung.

„Wie habt ihr das geschafft? Vaters guter Whiskey!“, sagte er anerkennend und nahm einen Schluck.

„Tja, wer kann, der kann.“

Die Zwillinge grinsten und zündeten sich die Cohibas an. Schweigend saßen die Brüder beieinander und pafften. Ab und an nahm einer einen Schluck Whiskey. Zwischen ihnen brauchte es nicht viele Worte, auch wenn es in Diskussionen oft heiß herging.

Leo war 25, Gabriele 24 und die Zwillinge 22 Jahre alt. Niemals hatte es ein Außenstehender geschafft einen Keil zwischen die Brüder zu treiben. Ihre Charaktere waren manchmal Feuer und Wasser, aber die Stimme des Blutes war so stark, dass sie bis dahin allen Anfeindungen standgehalten hatte. Selbst ihren Eltern gegenüber bildeten sie eine gemeinsame Front. Sie konnten nicht ahnen, dass ihre Loyalität in dieser Nacht auf eine harte Probe gestellt werden sollte….

Der Text entstand in einer Schreibstunde, in der es um den Ort im Text ging. Erst sollte der Ort beschrieben werden, dann sollten die Personen auftreten. Als Anregung hatten wir ein Bild von einem italienischen Dorfplatz mit Kapelle und Haus.

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