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Posts Tagged ‘Urteil’

„Wird Mister James Warner die Nacht hier verbringen?“ fragte Nadine spitz.

Sie legte mir die kostbare Perlenkette um. Im Spiegel konnte ich ihren missbilligenden Blick sehen. Ich hatte bemerkt, dass meine Zofe ebenfalls gewisse Gefühle für Mister Warner hegte. Nun, das war der kleine Unterschied, ich besaß die Mittel und die Verbindungen, um mir diese Liaison zu gönnen.

„Natürlich, wird er die Nacht hier verbringen“, erwiderte ich mit einem wissenden Lächeln, „obwohl ich gedenke, es ihm nicht so leicht zu machen.“

Eine Witwe Mitte Zwanzig zu sein, die einen steinalten reichen Mann überlebte, war keine Kunst. Die Kunst bestand darin, mir das Leben zu nehmen, dass ich wollte, ohne auf die schönen Augen der Männer hereinzufallen, die es auf mein ehrlich verdientes Vermögen abgesehen hatten und mich ein paar Wochen nach der Hochzeit mit einer 16-Jährigen betrogen.

Nadine schnaubte hörbar. Ich ignorierte es geflissentlich und dachte ernsthaft darüber nach eine neue Zofe einzustellen. Leider war gutes Personal rar gesät. Ich drehte mich zu ihr um.

„Liebe Nadine, wenn du deine Stelle nicht an eine andere verlieren möchtest, halte deine Unmutsäußerungen zurück!“, sagte ich ruhig, aber bestimmt, „nicht jeder schöne Mann, ist auch ein guter Liebhaber. Auch wenn Mister Warner dieser Ruf vorauseilt. Er muss sich mein Urteil erst noch verdienen.“

Nadine zog die Augenbrauen zusammen.

„Aber Mylady, sowas gehört sich nicht“, begehrte sie auf.

„Sagt wer?“, ich musste lachen, „die ehrenwerten Herren, die es heimlich mit jedem Rock treiben, und die vertrockneten Damen der Gesellschaft?! Lass sie reden, Nadine. Wenn sie könnten, würden sie dasselbe tun. Ich bin eine ehrbare Witwe. Ich besitze genug Geld, mich nie wieder unter Wert an einen Mann verkaufen zu müssen!“ Ich verbarg meinen Zorn, über den Kuhhandel meines Vaters hinter einem Lächeln. „Ich nehme mir, was mir gefällt. Und ich darf behaupten, ich habe einen exquisiten Geschmack, was die Männer in meinem Boudoir angeht.“

„Und was ist mit der Liebe?“, diesmal klang Nadine kleinlaut.

Ich seufzte.

„Liebes Kind, ich verstehe deine Gedanken. Aber Liebe ist nichts weiter als eine romantische Vorstellung, die Dichter uns eingetrichtert haben. Am Ende zählt, was du bist, hast und geben kannst.“ Ich hielt kurz inne. „Glück ist, wenn du einen Menschen triffst, der dir ebenbürtig ist. Da hält sich Geben und Nehmen etwa die Waage. Und ich gebe zu, die Illusion habe ich in unserer degenerierten Gesellschaft aufgegeben.“

Nadine zuckte mit den Schultern. Sie huschte hinaus, um Mister Warner in den Salon zu geleiten. Ich warf einen letzten Blick in den Spiegel. James Warner sollte diese Nacht nie wieder vergessen, auch wenn es die erste und letzte Nacht in meinem Bett sein würde. Ich hatte meine unumstößlichen Prinzipien. Verlieben kam in meiner Lebensplanung nicht vor! Nie wieder.

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und
17 Gegenmaßnahmen, um sie sprudeln zu lassen!

1. Der Gedanke kreativ sein zu müssen. Ein „echter“ Künstler schafft „Großes“!

Wer bestimmt, was echt und groß ist? Du bist dein eigener Maßstab niemand sonst! Du gibst in deiner Arbeit den Ton an. Vergleiche dich nicht mit anderen. Lass dich anspornen und inspirieren, aber sei du selbst.

2. Auf das „leere Blatt“ (im Falle eines Schriftstellers oder Malers) starren und grübeln.

Die Lösung liegt in der Bewegung. Geh raus. Beobachte die Natur, setzt dich in ein Café, einen Zug, geh in ein Kaufhaus und beobachte Menschen. Höre deine Lieblingsmusik und klink dich aus. Deine Gedanken brauchen Input und Schwingungen, dann klappt es auch wieder mit der Kreativität. Aus den skurrilsten Funken können die tollsten Dinge entstehen. Erst sammeln, später sortieren.

3. Abwertende und unqualifizierte Kritik

Sie verletzt und lässt dich zweifeln, weil es keinen Ansatzpunkt gibt, an deinem Werk zu arbeiten. Abhaken, hinter dir lassen, weitermachen – auch wenn es am Anfang schwerfällt. Vielleicht schreibst du dir den Frust von der Seele? Titel: 10 Möglichkeiten meinen Kritiker um die Ecke zu bringen, oder so ähnlich *g*. (Buchtipp: „Tod eines Kritikers“ Martin Walser)

4. Schlechter Umgang

Trenne dich von überkritischen, sarkastischen, verletzenden Menschen. Such dir wohlwollende, konstruktive Freunde, die dich unterstützen und weiterbringen. Kreativität ist eine zarte Pflanze, die gepflegt werden möchte. Gut argumentierte Hinweise sind hilfreich, ein harsches Urteil nicht!

5. Unehrlichkeit

Wenn du auf der Stelle trittst, antriebs- und lustlos bist, sei ehrlich mit dir selbst. Die Symptome sind ein Zeichen für Veränderungen. Schreibe auf, was dich bedrückt und hindert. Handele danach. Schritt für Schritt.

6. Faule Ausreden – kann ich nicht, darf man nicht, mir fehlt die Ausbildung, ich muss für Familie/Freunde usw. da sein, Experten sagen … und so weiter. Jeder Künstler hat seine eigene Killerphrase.

Du hast die Wahl, was du denken möchtest. Willst du Opfer oder Schöpfer sein?

– Ich kann nicht. – Ich kann es noch nicht, aber ich kann es lernen.
– Das darf man nicht. –Wer ist man?
– Mir fehlt die Ausbildung – Mit meinem Talent werde ich es lernen.
– Ich muss für Familie/Freunde da sein. – Nur wer sich selbst liebt und achtet, hat genug Kraft sie an andere weiter zu geben. (Achtung: Burn-out)
– Experten sagen dies und jenes. – Experten sagen viel, wenn der Tag lang ist!

Für jede Killerphrase gibt es eine Gegenantwort. Schreibe deine Antworten auf deine persönlichen Killerphrasen auf. Setz deine Kreativität dafür ein, welche Chancen und Möglichkeiten sich dir bieten und nicht, warum etwas nicht funktionieren könnte.

7. Zwänge jeder Art. Zeitdruck, Konventionen, eine verquere Idee davon, wie du sein musst, um kreativ zu sein, usw.

Spreng die Fesseln und du wirst staunen, was möglich ist und wie verdammt gut sich das anfühlt! Sei Herr deines Lebens, es gehört dir. Finde deinen Weg. Auch eine gute Möglichkeit kreativ zu sein.

8. Perfektionismus – absoluter Killer!

Schieß ihn ab! – Tu doch mal absichtlich, was „man“ sonst nicht tut. Genieß es! Ab und an brauchst du eine „Sauerei“ oder ein Chaos.

9. Vermeidungsstrategien: Im Internet surfen, zu viel (und „blödes“) Fernsehen gucken. – Zeitfresser!!!

Sei konsequent, diszipliniert, setze dir feste Zeiten, wenn es um diese Zeitdiebe geht.

10. Arbeitssucht/Getriebensein

Pausen sind wichtig für den Geist! In der Entspannung kann er neue Wege gehen. Setze Prioritäten. Was ist für dich wirklich wichtig? Nur wer auch ausruht, kann sich wieder konzentriert seiner Arbeit zu wenden.

11. Angst vor Misserfolg?

Kann passieren. Aber allein sich der Welt zu stellen, ist ein sehr großer Erfolg für dich. Durch das Aushalten einer Enttäuschung wächst deine Persönlichkeit. Kopf hoch! Er ist noch dran. Das nächste Mal können wir aus unseren „Irrtümern“ lernen. Mein Lieblingsspruch: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue. Wenn nicht, tritt sie ein *g*.

12. Angst vor der eigenen Courage.

Alles wird gut! Wenn du dich traust. Die meisten Menschen bewundern jemanden, der den Mut hat seiner künstlerischen Stimme Ausdruck zu verleihen.

13. Angst vor Erfolg – was kommt dann?

Lass es auf dich zu kommen. Alles zu seiner Zeit. Mach dich nicht verrückt mit etwas, dass in der Zukunft liegt. Genieße den schöpferischen Prozess im Hier und Jetzt.

14. Was sagen „die anderen“, wenn ich solche „hochtrabenden Pläne“ habe?

Um es mit den „Ärzten“ zu sagen: „Lass die Leute reden, hör ihnen nicht zu (wichtig), die meisten Leute haben ja nichts Besseres zu tun … das haben`n die immer schon gemacht.“ Für dich werden sie nicht damit aufhören. Das ist der blanke Neid, weil sie selbst keine Courage haben. Sie können dir nur leidtun.

15. Stimmen der Vergangenheit (Konditionierung) „Das schaffst du nie.“ – „Dazu bist du zu dumm, zu flatterhaft usw.“

Lass die boshaften Stimmen hinter dir. Du bist erwachsen. Gestatte ihnen nicht, dich heute noch zu verletzen. Gib diesen Stimmen und den dazugehörigen Personen keine Macht über dich. Hurra wir leben noch! Wenn alles nichts hilft, wende dich an einen Psychotherapeuten.

16. Die Frage: „Darf ich das tun?“

Es gibt gewisse Regeln, die zweifellos zu einem harmonischen Zusammenleben beitragen. Doch wenn es um die Kunst geht, gilt: Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden. Und wenn dir das Ergebnis nicht zusagt, macht nichts. Neuer Versuch. Wie sagt das Sprichwort: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ In einer Sackgasse zu stehen und immer wieder gegen die Wand zu laufen, bringt dich nicht weiter.

17. Scheuklappen-Denken – „Das wurde schon immer so gemacht.“

Na und? Dann mach es doch mal anders! Und sieh, wohin es dich bringt. Abseits der Straße liegen die schönen Dinge des Lebens. Wie willst du sie finden, wenn du dich von dir selbst und anderen einschränken lässt? Wer das tut, was er immer tut, bekommt auch nur das, was er immer bekommt. Leg dich nicht fest. Sei offen für Neues und Ungewöhnliches. Versuch zu malen, wenn du schreibst oder zu schnitzen, töpfern, häkeln, neue Kochrezepte zu erfinden usw. – und umgekehrt. Die Möglichkeiten sind unendlich. Wer weiß, welche Horizonte sich auftun?! Besuche Museen, Ausstellungen verschiedenster künstlerischer Richtungen, beschäftige dich mit verschiedensten Themen und Kulturen und lass dich inspirieren. Neugier, Sehnsucht und ein hungriger Geist halten die Kreativität am brennen.

Lass dir von niemand vorschreiben, was Kreativität für dich zu sein hat. (Auch dafür gibt es genug Definitionen. Die einfachste Gleichung wäre: kreativ sein – schöpferisch sein.) Noch ein paar Tipps, die du dir ab und an ins Gedächtnis rufen kannst:

• Visualisiere deine Träume und Pläne.
• Sei leidenschaftlich und rückhaltlos, wenn es um deine Kunst geht.
• Sei, wer du bist, nicht was du hast.
• Sei experimentierfreudig und hab Freude an deinem Schaffensprozess.
• Sei optimistisch und dankbar.
• Finde deinen Rhythmus und bleibe im Fluss. Akzeptiere, dass es ruhige und stürmische Abschnitte gibt.
• Sei konzentriert, aber nicht verbissen.
• Warte nicht auf Erlösung von außen. Folge deinem Weg und lebe dein Leben. Verbringe die gegebene Zeit auf die schönste Weise, die du dir vorstellen kannst.
• Fang an. Jetzt! 🙂

„Kreativität ist
die Quelle der Persönlichkeit
aus ihr dringt
die Ader des Glücks
ans Licht.“
Wilma Eudenbach

 

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