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Posts Tagged ‘Überarbeiten’

In der Nacht vom 30.8. auf den 31.8.2019, 2:33 Uhr habe ich das fertige Manuskript nach der ersten Überarbeitung  und zig Nachtschichten, an den Sternensand -Verlag gesendet. Die Deadline um 22 Stunden unterwandert.

Mein Roman in Zahlen:

Seiten: 777

Worte: 163166

Zeichen: 1.044.981 (mit Leerzeichen)

Nach der vorangegangenen Verlagskatastrophe, bei der immer noch kein Ergebnis erzielt wurde, habe ich echt gezweifelt. Schreiben ja. Einem Verlag anbieten? Aber was solls, Versuch macht klug. Und wenn sich gerade eine Chance bietet, dann muss man sie nutzen. Eine meiner Freundinnen hat ebenfalls ein Manuskript eingereicht und wir haben uns gegenseitig motiviert.

Nachdem ich das Manuskript abgeschickt hatte, habe ich in der selben Nacht alle Notizen, Bilder usw. vom Rechner geworfen und auf einer Festplatte gelagert. Alle handschriftlichen Notizen, Pläne und Fotos meiner Pinnwand habe ich hübsch in einem Ordner verstaut und ausgelagert. Meinen Schreibtisch habe ich geputzt und frei geräumt. Und meine Freundin, die mir schon seit Wochen in den Ohren liegt, hat endlich ihr Text-Manuskript zum Lesen bekommen.

Und nun ist er also erst einmal fertig der Vampirroman. Am nächsten Tag hatte ich plötzlich das Gefühl von Freiheit. Endlich Zeit für Neues. Endlich das Märchen zu Ende schreiben, Lilith zum x-ten Mal überarbeiten und endlich mal wieder was anderes Kreatives tun. Oder ohne schlechtes Gewissen einen Film schauen?

So viel zu der Idee. Stattdessen habe ich die Notizen für den nächsten Roman auspackt, die inzwischen schon einen beträchlichen Umfang erreicht haben – inclusive Steckbriefe, Pläne usw. Inwzischen habe ich die Steckbriefe schon aufgearbeitet, auch wenn sie noch nicht vollständig sind. An der Pinnwand hängen zwei neue Pläne und die erste Szenenfolge steht.

Nach dem Roman ist vor dem Roman. Ob ich will oder nicht. Dagegen ist kein Kraut gewachsen.

Liebe Grüße

Eure Caro

P.S.: Und wer weiß, vielleicht gibt es meinen Roman dann bald in Farbe und zum Anfassen.

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Ich sitze vor dem Bildschirm und habe Schwierigkeiten meine Gedanken zu ordnen. Wo fange ich an und wie viel muss ich schreiben, um die Situation zu erklären?

Ich versuche es mal so knapp und sachlich wie möglich:

1. Ich habe zwei Bücher bei einem Sparten-Verlag (Tochterverlag eines Fantasy-Verlages) veröffentlicht. Eins Sept. 2017, das andere März 2018. ( Unter Pseudonym, da erotischer Natur.)

2. Bei dem Hauptverlag (Fantasy) habe ich einen Roman eingereicht – knapp 800 Seiten – der angenommen und veröffentlich werden sollte (letztest Jahr zur Buchmesse (???)).

3. Bei den ersten beiden Büchern (siehe 1.) klappte alles gut. Bis auf die Abrechung (für 2017) – es dauerte und dauerte. Aber ich wollte nicht nervig sein und wartet.

4. Fortwährendes Nachfragen wegen des Fantasyromans erbrachte lange Zeit nichts – bis plötzlich – oh Wunder – das Manuskript zurückkam – zur Durchsicht und Nachkorrektur.

Beim Lesen der ersten Kapitel hatte ich das Gefühl etwas stimmte nicht. Es waren zwar Fehler verbessert worden, aber ein richtiges Lektorat gab es nicht. Auch wurde mir ein liebloser Titel und ein nichtssagendes Cover vorgeschlagen.

Inzwischen war der zweite Roman fertiggestellt. (Knapp 800 Seiten). Dezemeber 2018. Der ebenfalls bei dem oben erwähnten Verlag erscheinen sollte – mit Option auf zwei „Fortsetzungen“. (Bin noch am Überarbeiten.)

5. Wieder ließ die Abrechnungen für die erotischen Bücher ( für 2018) auf sich warten … auf mehrmaliges Nachfragen wurde ich wieder und wieder vertröstet.

6. Dann der Schreck bei Facebook. Eine der wichtigsten Autorinnen des Verlages (mit vielen Titel dort vertreten) kündigte fristlos alle Verträge für ihre Bücher, untersagte deren Verbreitung durch den Verlag und ging sogar anwaltlich gegen den Verlag vor.

7. Sie war nicht die einzige. Zwei weitere Autoren kündigten ebenfalls fristlos und teilweise mit anwaltlicher Unterstützung. Mit zwei Autoren führte ich persönliche Gespräche. Ihnen war es wie mir ergangen. Siehe oben. Sie warteten auf Abrechnungen, vertragliche Dinge und Zusagen wurden nicht eingehalten und sie erhielten keine Tantiemen für ihre Werke.

8. Wieso macht ein Verleger keine Abrechnung? Weil er dann zahlen muss? Warum zahlt er nicht? Hat er das Geld nicht beiseitegelegt? Und wenn das alles der Fall ist, wo ist das Geld und ist überhaupt noch etwas davon vorhanden?

Was tun? Immerhin sind es meine Texte! Ich habe dafür stundenlang jeden Tag/Nacht hart gearbeitet, neben dem Job und allen anderen Verpflichtungen. Und dabei ist es nicht einmal das Geld, dass mir Sorgen macht: Es ist das Recht an meinem Text. Wer bekommt das, wenn der Verleger möglicherweise aufgeben muss?

9. Ich wollte nicht auf blauen Dunst hin agieren und stellte den Verleger zur Rede. Originalton:

„Deine Abrechnung kriegst du vorraussichtlich am Wochenende“ – „Es geht weiter“ – „Die anderen erzählen Unwahrheiten“ – „Autorin ist nur bekannt, aber viele Bücher verkauft sie nicht“ – „Alles nicht so wild“ – „Das ist alles nicht tragisch“

10. Ich sah mich nach dem „Wischi-Waschi-Gespräch“ genötigt den Anspruch auf meine Tantiemen ( und eine Kündigung meiner Verträge bei nicht Einhaltung der Verträge) kundzutun und meine Abrechnung und das Geld anzumahnen. Schriftlich, per Einschreiben mit Rückschein.

11. Tatsächlich bekam ich meine Abrechnung (die nicht korrekt war – auf die angeforderte Korretktur warte ich noch heute) am Dienstag nach besagtem Wochenende. Darunter der schöne Satz: Aus einer Verkettung von Umständen, auch ausgelöst durch die KNV-Insolvenz, kommt es in diesem Jahr zur Verzögerung mit der Auszahlung. (Wenn das den Tatsachen entspricht, warum es dann nicht kommunizieren?)

12. Inzwischen legte ein weiterer Autor des Verlages bei Facebook offen, dass er fristlos gekündigt habe.

13. Nach ca 14 Tagen kam das Einschreiben zurück. Es wurde weder angenommen, noch abgeholt und wie oben gesagt, auch die Korrektur der Abrechnung hat nicht stattgefunden.

14. Hat mich der Verleger angelogen? Ja, hat er! Ich habe ihm die Gelegenheit gegeben sich zu äußern und die Umstände darzulegen. Statt zu sagen, wie es tatsächlich steht, hat er versucht mich einzulullen. Das macht mich sooo wütend. Aber am schlimmsten ist, dass meine Texte, die vielen Stunden und das Herzblut, involviert sind und ich nicht weiß, wann oder ob ich sie wiedersehe. Denn wer weiß, ist er schon insolvent … ?

15. So habe ich den nächsten Schritt eingeleitet.

Zum Glück hatte ich, was unüblich ist, den Vertrag für den Fantasy-Roman noch nicht unterzeichnet. Wenigstens die Texte gehören noch mir.

In diesen Tagen ist es schwierig ein Geschäft am Laufen zu halten. Der Buchmarkt ist heiß umkämpft. Ich versteh, wenn es zu Pleiten und Verzögerungen kommt, was ich nicht verstehe ist die Vertuschung und das Totstellen. Statt aufrecht zu der Situation zu stehen, wird gelogen und abgeschoben. Dadurch wird alles noch schlimmer.

Und so steht ich jetzt da – zwei Bücher auf dem Abstellgleis und zwei Romane, die nun wieder in der Luft hängen. Das macht meine Motivation nicht größer und die Frage nach dem Sinn des Veröffentlichens stellt sich zum x-ten Mal. (Der Sinn des Schreibens ist mir zum Glück noch klar und deutlich.)

Immerhin kann ich auch etwas Positives darin erkennen. Ich kann den Roman noch einmal überarbeiten, und den zweiten überarbeite ich ja sowieso gerade. Vielleicht findet sich irgendwann ein Verlag, der meine Romane schätzt und sie dem Leser vorstellen will.

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Eine Freundin fragte mich, ob sie mir einige Ausgaben der TEXTART „vererben“ darf. Natürlich hab ich mit Freude Ja gesagt. In der Ausgabe 3/2016 stieß ich auf einen tollen Artikel über:

„Schreiben a la John Irving – ein Blick in seine Autorenwerkstatt“

Aus diesem Artikel habe ich 11 Punkte herausgeschrieben, die ich als sehr motivierend betrachte. Besonders Punkt 4 und 10 haben es mir angetan. Ich hoffe, auch für euch ist der ein oder andere Punkt dabei, der euch anspornt.

  1. Schreib über das, was du kennst. (John Irving schrieb z.B. über einen Autor) Oder recherchiere gut.
  2. Die meisten Schriftsteller haben bestimmte Themen, die sie in ihren Werken umkreisen.
  3. Von hinten nach vorne. Zitat: „Ich brauche das Ende um anfangen zu können. Wenn du den Standpunkt und den Ton des Endes hast, dann geht es dir wie mit dem Rafrain eines guten Songs: Du bewegst dich darauf zu…das gibt dir Selbstvertrauen.“
  4. Gut Ding will Weile haben. Die Idee für „Twistet River“ trug John Irving viele Jahre mit sich herum. Seine Romane entwickeln sich teilweise über einige Jahre hinweg.
  5. Die Muse küsst einen oft sehr überraschend. John Irving fiel der letzte Satz zu „Twistet River“ ein, als er den Song „Tangled Up in Blue“ im Autoradio hörte (er war das Motto der Geschichte).
  6. Immer Papier und Stift dabei haben. John Irving rannte in die Arztpraxis  (zu der er siehe 5 unterwegs war), bat um einen Rezeptblock und notierte den Satz. Ebenso ist sein Fitnessraum ist mit Klemmbrettern, Papier und Stiften ausgestattet.
  7. In Medias res – „mitten in die Dinge(Geschichte)“ hinein springen macht sie lebendig.
  8. Bewegung! Gleicht die vielen am Schreibtisch verbrachten Stunden aus.
  9. Ein Hoch der Überarbeitung! Zitat aus Irvings Buch: „Ich steh auf Schreiben, nicht auf Überarbeiten“, hatte Drake zu Danny gesagt. „Mir gefällt nur das Kreative daran.“ – „Aber Überarbeiten ist Schreiben„, hatte Danny dem jungen Mann entgegnet. „Manchmal ist die Überarbeitung das Kreativste daran.“
  10. Vorbilder motivieren. John Irving las Charles Dickens Roman „Große Erwartungen“ und wünschte, er hätte ihn geschrieben. Er wollte die Leser so bewegen, wie ihn dieser Roman bewegt hatte.
  11. Ein (umfangreiches) Werk kann nur mit Beständigkeit gedeihen. Zitat aus Irvings Buch: Danny schrieb täglich bis zum frühen Nachmittag, die wenigen verbleibenden Stunden Tageslicht wollte er für seine Hausaufgaben nutzen.

Nicht alles ist für alle praktikabel, aber vielleicht ist das eine oder andere dabei, dass euch inspiriert. Mir zeigt es vor allem eins, ich muss nicht hektisch werden, wenn ich etwas länger für einen Roman brauche. Wichtiger ist, dass es mir ernst mit dem Schreiben ist und ich das beste schreibe, was ich kann.

Viel Spaß euch allen!

Eure Caroline

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