Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Tropfen’

Ich war 41, als ich das Loch entdeckte.

Es war winzig. Ein Nadelstich durch Pappe. Zuerst fiel es mir nicht auf, aber irgendwann fühlte ich den leicht aufgeworfenen Rand unter meinen Fingerspitzen und bemerkte die winzige Menge Blutes, die austrat. Ich machte mir keine Gedanken. Jeder hatte irgendwo seine Schwachstelle, meine war das Loch in meinem Herzen. Ein paar Tropfen Blut am Tag konnte ich verkraften. Ich verließ mich auf meinen Körper. Bis dahin hattte er mich nicht im Stich gelassen.

Ich sollte mich täuschen. Es dauerte etwa zwei Monate und aus den klitzekleinen Tropfen war ein stetiges Rinnsal geworden. Wenn ich nicht bald anfing, den Blutfluss zu stoppen oder wieder etwas zu zuführen, dann erreichte der Verlust die kritische Phase.

Read Full Post »

Ich sitze beim Essen. Die Kerze strömt einen sanften Duft aus. Musik läuft im Hintergrund. Meine Kehle wird eng, schnürt sich immer weiter zu, bis die ungehörten Schreie mir als Tränen in die Augen steigen. Ich esse. Kann nicht aufhören.

Tränen rinnen mir über die Wangen. Sie verschmelzen mit dem Essen auf der Gabel. Ich schmecke die Einsamkeit auf meiner Zunge, schlucke sie mit jedem Bissen. Mühsam versuche ich die Tränen zu unterdrücken, sie abzuwischen. Es kommen immer neue. Der Strom endet nicht, wenn der Damm gebrochen ist.

Ich spende Trost, bin da, wenn man mich braucht, lache und bin gutgelaunt, halte alles aus, was man mir auch aufbürdet, ich bin stark. Bis der Augenblicke kommt in dem ich es wieder erkenne – ich bin allein. Mehr als das. Ich bin einsam. Eisige, gefrorene Einsamkeit, die alles lähmt, mir alles nimmt.

Das Monster bricht aus seinem gut gehüteten Gefängnis. Es schlägt seine Krallen in den letzten Rest Hoffnung. Mit seinem gierigen Maul verschlingt es jedes andere Gefühl. Taucht jeden Sinn in abgrundtiefe Finsternis.

Ich bin allein mit meinem Schmerz, meiner Traurigkeit, meiner Sehnsucht nach Liebe, Händen, die mich halten. Getrennt von allen Menschen löst sich die Camouflage der Fröhlichkeit in der Lauge aus Einsamkeit und Qual. Ich werde unsichtbar. Kein Wort wird noch gehört. Kein Schluchzen ist es wert sich umzudrehen.

Ich esse, schlucke salzige Tropfen. Kann nicht aufhören. Muss immer weiter trinken. Den Schmerz meiner Seele herunterwürgen, bis mir das Herz zerbricht und ich endlich frei sein kann. Nur noch ein Hauch, der vermischt mit den Morgennebeln entschwindet im Licht der aufgehenden Sonne.

Read Full Post »

Sehnsucht quillt in zähen Tropfen

Rinnt in langen Striemen

Zieht Schmerzen über meine Haut

Suche Erfüllung die mein Leiden heilt

 

Du könntest meine Qualen lindern

Deine Hand auf meine Wunden legen

Mein aufgewühltes Herz zur Ruhe bringen

Doch du bist weit fort

 

In der Stille meines Zimmers

Höre ich deine samtige Stimme

Die meine Seele berührt

Mein Inneres erzittern lässt

 

Jedes Wort von deinen Lippen

Geht mir unter die Haut

Zieht mich unaufhaltsam zu dir hin

Brauch dich wie die Luft zum Atmen

 

Deine Muse die mich zärtlich küsst

Mir ein Stück Ewigkeit gewährt

Komm zu mir

Liebe mich

Read Full Post »

Gold, Tropfen, Glanz, steuern, Papier

Lea nahm die Feder und tauchte sie in die goldfarbene Tinte für ihre Unterschrift. Der Brief auf ihrer Schreibunterlage war lang. Eigentlich hatten es nur ein paar Zeilen werden sollen und nun lagen 5 Seiten engbeschriebenes Papier vor ihr. Mit einem eleganten Schwung setzte sie den Namen unter den Text, den ihr ihr Briefpartner gegeben hatte. Luciana, die Geliebte.

Sie seufzte. Niemals hatte sie gedacht, dass es einen Mann geben könnte, der ihre Fantasie und ihren Geist so beflügelte und doch war es geschehen. Leicht pustete sie auf die trocknende Tinte.

Lea öffnete eine der kleinen Schubladen ihres Sekretärs und entnahm ihr einen Briefumschlag. Seit sechs Wochen schrieb sie ihrem unbekannten Verehrer Briefe. Er musste ganz in ihrer Nähe sein, denn sonst wäre es unmöglich gewesen jeden Tag einen Brief zu tauschen. Aus seinen Worten sprach eine Kenntnis ihrer Lebensumstände und sogar ihrer innigsten Gedanken.

Und doch, sie hatte ihn bis jetzt nicht entdecken können. Selbst nicht, als sie sich ganz in der Nähe ihres geheimen Briefkastens auf die Lauer gelegt hatte.

Lea faltete die Seiten und schob sie vorsichtig in den Umschlag. Sie erinnerte sich an den ersten Brief, den er ihr schrieb. Sie fand ihn auf ihrem Nachttisch, mit der Anweisung ihre Antwort in dem kleinen Vogelhaus an der 1000 jährigen Linde zu deponieren.

Nie hatte ein Mann so wunderbare Dinge an sie geschrieben. Er war eloquent, aus seinen Zeilen sprach Lebenserfahrung, Intelligenz und Humor. Jeder Tag erstrahlte im Glanz seiner zauberhaften Worte. Er hauchte ihrem tristen Alltagseinerlei Träume und Fantasien ein, die Lea schon lange begraben glaubte. Seit ihre Eltern sie in die Einöde zu ihrer kranken Patentante geschickt hatten, von der sie sich einen großen Anteil eines riesigen Erbes erhofften, das Lea für sie sichern sollte. Wer er auch wahr, er kannte ihr Unglück und ihre Traurigkeit.

Lea verschloss den Umschlag, gab einen Tropfen Wachs auf die Spitze und drückte den Stempel in die Oberfläche. Der Abdruck ihres Anfangsbuchstaben L erschien in dem roten Siegelwachs. Sie hob den Brief an ihre Lippen und drückte einen Kuss auf das teure Papier. Morgen früh, bevor sie zu ihrer Tante gerufen wurde, würde sie den Brief zur Linde tragen.

Ihr Herz schlug heftig, bei dem Gedanken, welche süßen Geständnisse sie ihm gemacht und welche Wünsche sie an ihn gerichtet hatte. Lea wünschte sich nichts sehnlicher, als seinen Mund auf ihrem Mund zu fühlen, seine starken Arme, die sie umfingen und seine Hände, die sie liebkosten. Aus allen Zeilen ihres Briefes sprach Sehnsucht und Verlangen und Lea hoffte, er würde zu ihr kommen und ihr seine Zuneigung zeigen.

Read Full Post »

„Ich habe dir meine besten Jahre geopfert“, schrie Marie.

Sie wischte mit einer ausladenden Handbewegung seine Zeitung, Brille und Kaffeetasse vom Tisch. Die Tasse flog gegen den Schrank und zerbrach, als sie auf den Boden krachte. Der Kaffee rann über die Schranktüren und tropfte gemächlich auf die weißen Fliesen.

Beinahe in Zeitlupe hob Günni den Kopf und sah sie an, als wäre es das erste Mal. Träge erhob er sich, sammelte die Zeitung und die Brille auf, dann setzte er sich wieder.

Marie folgte dem Schauspiel mit aufgerissen Augen und offenem Mund. Sie griff nach dem massiven Glasstövchen und warf es in Günnis Richtung. Als es auf seinen Kopf traf, hörte sie ein hässliches Geräusch. Günni kippte beinahe in Zeitlupe zur Seite. Das Blut tropfte gemächlich auf die weißen Fliesen.

Read Full Post »

Hier meine Versuche der „show don`t tell“ – Aufgabe von der Schreiberlebentipps-Seite. Viel Spaß beim Lesen und selber probieren.

Es war Sommer.

Sara konnte fühlen wie die kleinen Tropfen Schweiß direkt aus der Haut traten. Die Hitze war unerträglich. Nachts bekam sie kein Auge zu, obwohl sie in der Wohnung alle Fenster aufriss. Doch die Abkühlung kam nicht. Am Tag zog sie morgens die Rollos herunter, aber auch das änderte nichts. Sara hatte das Gefühl in einer Blase aus heißem Wasserdampf gefangen zu sein, aus der es keinen Ausweg gab. Seit Tagen hatte es nicht geregnet. Der Rasen war zu einer braunen Masse aus Halmen verbrannt, und das Gießen ihrer geliebten Blumenbeete hatte sie aufgegeben. Die drei Regentonnen waren bis auf den letzten Tropfen geleert. Selbst die Vögel blieben still. Sara dachte an ihre Dusche. Kaltes erfrischendes Wasser, das über ihr Gesicht lief, ihre Schultern, den Körper hinab und gurgelnd im Abfluss verrann.

Er saß am Lagerfeuer und dachte nach.

George legte zwei weitere Holzscheite nach. Sofort stürzten sich die Flammen auf die Stücke. Funken stoben hoch und verglühten. Das Knistern des trockenen Holzes weckte Erinnerungen in ihm. Wie lange war es her, dass er mit ihr hier gewesen war. Es war sein geheimer Platz, den er nur mit ihr geteilt hatte. So wie damals, trug kühle Nachtluft den aromatischen Duft der Tannen und das Sprudeln der Quelle zu seinem Lagerplatz und hüllte ihn ein. Es schien Jahrhunderte her zu sein und doch waren es nur fünf Jahre.

Sie hatte Angst.

Ein kühler Luftzug wehte die leichten Stores hin und her. Sara genoss die Erfrischung und trat ans Fenster. Die letzten Tage waren nervenaufreibend gewesen. Sie hatte an der neuen Kollektion gearbeitet, die, wenn man dem Auftraggeber glaubte, schon vor einer Woche fertig sein sollte. Endlich hatte sie den letzten Entwurf gemacht und abgeschickt. Sie atmete auf.
Sara hörte, wie die schwere Haustür ins Schloss fiel. Merkwürdig, dabei ist doch niemand die Auffahrt herauf gekommen, dachte sie.
„John“, rief sie, „bist du es?“
Keine Antwort.
„Ich habe mich wohl verhört“, murmelte sie.
Sara ging zu dem kleinen Bartischchen. Aus den Augenwinkeln nahm sie eine Bewegung wahr. Ein leichtes Flattern fuhr in ihren Bauch. Suchend sah sie sich um. Alles war wie immer. Als sie sich einen Scotch eingoss zitterten ihre Finger. Der scharfe Alkohol rann ihre Kehle hinunter. War da nicht eben ein leises Rascheln? Sara fröstelte, zog sich die Strickjacke enger um den schlanken Körper.
„John“, rief sie erneut, „mach keine Witze mit mir!“
Nichts rührte sich. Sara lauschte in die Stille. Etwas hatte sich verändert.

Read Full Post »

Frühlingsregen II

Kleine Tropfen fallen sanft
Tränken Primel, Rose, Busch und Baum
Ein Regenbogen zeichnet seine Bahn
Wolken ziehen um ein Stückchen Blau zu offenbaren
Blicke dem unverstellten Horizont entgegen
Die Wolken reißen auf
Geben den Weg frei in die Unendlichkeit
Spüre das Glück des Augenblicks

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: