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Posts Tagged ‘Traum’

Mit der Nacht und dem Schlaf kam der Traum.

Er fing harmlos an. Ich sah, wie ich im Bett lag und schlief. Ein sanfter Mond hing am Himmel vor meinem Fenster. Eine leichte Brise bewegte die dünnen Vorhänge aus Voile vor dem halbgeöffneten Fenster. Ich betrachtete die Szene aus einer Ecke meines Zimmers. Es war eine Weile still, dann hörte ich die Töne einer Melodie mit dem Wind ins Zimmer wehen. Ich lauschte. Eine gefällige kleine Weise, die mich an etwas erinnerte. Ich versuchte die Erinnerung auszugraben, aber es wollte mich nicht gelingen, das Bild zu erkennen, dass ich damit verband. Dann, ohne dass ich wusste welches der Anlass war, kippte mein Gefühl um. Eine dunkle Ahnung kroch mir den Rücken hinauf und klammerte sich wie eine Krallenhand in meinen Nacken. Ich wollte schreien. Mein schlafendes Ich warnen. Kein Ton kam über meine Lippen.

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Du bist meine blaue Stunde

Traum zwischen Tag und Nacht

Dein Duft flutet meine Gedanken

Deine Augen halten meinen Blick

Deine Hände legen Feuer auf meine Haut

 

Du bist meine blaue Stunde

Lässt meine Fantasien blühen

Niemand wird es wissen

Es ist nur ein bittersüßer Traum

Der meine Nächte ausweitet

 

Du bist meine blaue Stunde

Geboren in ungezählten Stunden

Aus Einsamkeit und Sehnsucht

Deine Worte wurden mein Verlangen

Löschten alles andere aus

 

Du bist meine blaue Stunde

Bist mein und doch nie mein

Ich darf dir nicht gehören

Doch mein Herz besitzt du schon

So wird es immer sein

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Kette, Melodie, Sturz, Traum, lachen, Bonbon

 

Melodien erfüllen die Luft

Ketten aus Tönen perlengeschnürt

Verfangen sich in den blühenden Bäumen

Kinderlachen vermischt mit bunten Bonbonträumen

Sonnenstrahlen stürzen über Wolkenränder

In einen wundervollen Frühlingstag

 

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Abend
Blaue Stunde
Carpe diem
Dunkelheit
Ewigkeit
Fließen
Gong
Hauch
Immergrün
Julnacht
Kindheit
Lichtjahr
Morgen
Nichts
Oktober
Peter Pan
Quellen
Regenzeit
Sanduhr
Traum
Unruh
Vertan
Wind
Xenophons Philosophien
Yellow Stone – red Heart
Zeitvertreib

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Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,
in welchen meine Sinne sich vertiefen;
in ihnen hab ich, wie in alten Briefen,
mein täglich Leben schon gelebt gefunden
und wie Legende weit und überwunden.

Aus ihnen kommt mir Wissen, dass ich Raum
zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe.
Und manchmal bin ich wie der Baum,
der, reif und rauschend, über einem Grabe
den Traum erfüllt, den der vergangne Knabe
(um den sich seine warmen Wurzeln drängen)
verlor in Traurigkeiten und Gesängen.

R.M.Rilke , 1899

Wunderschön und passend zur Jahreszeit 😉 .

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Ist es möglich
Sich fremd
Und doch so nah zu sein

Ist es möglich
Sich nicht zu kennen
Und doch so gut zu verstehen

Ist es möglich
Sich nie gesehen zu haben
Und doch im Traum begegnet zu sein

Ist es möglich
So viele Fragen zu haben
Und die Antworten schon zu kennen

Ist es möglich
Sich nie berührt zu haben
Und doch in den Tiefen des anderen zu sein

Ist es möglich
Deine Stimme zu hören
Und in dir aufzugehen

Ist es möglich
Dir in die Augen zu sehen
und nicht unterzugehen

Ist es möglich
Von deiner Hand berührt zu werden
Und noch dieselbe zu sein wie vorher

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Augen Blicke

Lea parkt den Wagen. Es dauerte eine Weile, bis sie einen Parkplatz ergatterte. Darauf war sie vorbereitet. Es war nicht ihr erster Besuch in Berlin. Aber hier scheint das bessere Viertel zu sein, denkt sie und sieht sich um, nur noch um die Ecke gehen, ein Stück die Straße hinunter, dann stehe ich vor Jeans Haus.

Sie zögert. Es kommt ihr vor wie ein Traum. Soll sie die Grenze überschreiten? Was würde geschehen? Leas Herz schlägt bis zum Hals. Jeder Schritt macht sie atemloser. Sie denkt an die Mail, als Jean sie fragte, ob sie Lust hätte ihn zu besuchen. Er würde ihr die Sehenswürdigkeiten zeigen.
Natürlich wollte sie. Gleichzeitig schwankte Lea zwischen Euphorie und Panik. Endlich begegnete sie ihm in der realen Welt. Seine Stimme, seine Worte vereinten sich mit der Person. Wie würde es sein, ihm gegenüberzustehen?

Lea erreicht das Haus. Sein Name fiel ihr gleich ins Auge. Sofort ist es wieder da. Das Stolpern ihres Herzens. Was denkt er, wenn er mich sieht? Wird er mich mögen? Oder verpuffte die Faszination, die sie sich durch die Entfernung aufgebaut hatte?
Lea denkt an das letzte Mal, als sie dieses Bangen fühlte. Es ist über 1o Jahre her. Damals verschmolzen Stimme und Wort zu einer Einheit. Wie Jing und Jang schmiegten sie sich ineinander. Alles, was übrig blieb, sind ein sanfter Duft, ein Lächeln, ein zärtlicher Satz. Nur noch ein undeutliches Bild in ihrer Erinnerung.

In diesem Moment beneidet sie die Menschen, denen alles egal ist. Die in der Hektik, in ihren kleinlichen Gedanken, ihrem spießigen Zuhause gefangen sind und wie Hamster im Rad rotierten. Sie vermissen nichts, weil sie nichts haben. Ihre Herzen sind leer und öde. Täglich der gleiche Trott. Rennen, hetzten, alles mitnehmen, abends noch Schrott-TV. Gespräche dauern nur wenige kurze Sätze. Das, was zwischen den Anfang des Werbespotts, den Klobesuch und das Ende des Spotts passt. Einmal in der Woche Statistiksex. Man ist ja ein Paar. Das 1 ½ Quotenkind. Golf und Reiten. Formel 1 und Germany`s next Topmodel. Pauschalurlaub und überkommene Traditionen.

Lea wollte nie so werden. Ihr Hunger nach Leben ist ungebrochen. Egal, wie sehr ihr die alten Traditionen und Konventionen eingetrichtert worden waren. Die Sehnsucht ist nur größer geworden. Sie schreibt sich alles von der Seele. In den einsamen Stunden am PC wünschte sie sich tausend Mal auszubrechen. Lea will weinen und Lachen, bis ihr die Stimme versagt. Sie will Liebe und Sex, bis ihr Herz stehen bleibt. Will das Leben umarmen. Sich daran klammern und ganz vom Gefühl durchdrungen werden. Sich völlig hingeben.

Sie bekommt Angst vor ihren eignen Gedanken. Wie viel von diesen Gedanken kann sie Jean zumuten? Er ist erfolgreich, gebildet, viel beschäftigt. Dozent an der Uni. Stand mit beiden Beinen im Leben. Lea empfand sich oft als chaotisch und getrieben. Sie wollte hemmungslos und wild sein, und kämpfte mit der Angst für verrückt und liederlich gehalten zu werden.

Andererseits hat Jean ihr aus seinem Leben geschrieben. Alles andere als althergebracht. Ein Leben wie aus Hemingways Romanen. Mit Havanna und Whiskey. Lea hat sich während der Zeit ihrer Gespräche vorgestellt, wie es gewesen wäre, die Welt mit seinen Augen zu sehen. So frei und ungebunden zu sein. Stark und unabhängig.

Eine Fantasie, in der sie sich mit Jean gemeinsam sah, gefällt ihr besonders:
Irgendwo an einem Meer, an einem warmen Tag in der Abenddämmerung. Neben ihm auf der Terrasse auf einem breiten Bett zu liegen, seiner angenehmen Stimme zu lauschen, träge vom Tag und anschmiegsam zu sein. Seine Hand auf ihrem Nacken zu spüren. Wie seine Fingerspitzen langsam ihre Wirbelsäule herab glitten …

Die Tür wird aufgerissen. Lea zuckt zusammen. Das ist er. Jean. Lässig in Jeans und Hemd.

„Hallo“, flüstert sie und schaut ihn staunend an.

Er lächelt. In Leas Bauch schlägt ein Funken auf und steigt langsam, brennend ihre Lungen hinauf, in ihre Kehle.

„Auch Hallo. Ich hab dich gesehen und befürchtet, du würdest wieder gehen.“

Lea schüttelt den Kopf. Ihr fehlen die Worte. Er zieht eine Augenbraue hoch. Das kennt er nicht von ihr.

„Komm ich nehm dir die Tasche ab.“

Lea überlässt sich seiner Fürsorge, folgt ihm und überlegt fieberhaft, was sie sagen und tun soll. – Lass es auf dich zu kommen. – Versucht sie sich zu beruhigen. – Wie lasse ich etwas auf mich zu kommen, dass ich mir mehr als alles andere herbeisehne? –

Jean öffnet die Wohnungstür und macht eine einladende Geste.

„Bitte, komm rein.“

Lea tritt ein. Er schließt die schwere Tür hinter ihr, stellt die Tasche auf den glänzenden Parkettboden. Sie dreht sich zu ihm um. Atemlos aufgeregt steht sie da. Für eine endlose Sekunde schauen sie sich in die Augen. Lea errötet. – Kann er es in meinem Augen lesen? – Jean macht einen Schritt vorwärst, legt die Hände auf ihre Hüfte und zieht Lea näher zu sich. Sie hält den Atem an. – Bitte lass mich nicht mehr los. –

Jean hält Leas Blick fest, als er sich zu ihr beugt. Er sieht, wie sich ihre Lider schließen. Zart küsst er ihre Stirn, ihre Wangen, spürt wie sie ihm entgegen kommt, die Lippen leicht öffnet. Jean nimmt ihren Mund. Lea schmiegt sich an ihn. Sein dezenter Duft steigt ihr in die Nase. Eine holzige Note und seine Wärme vermischen sich zu einem verführerischen Cocktail, der Lea einhüllt, sie zu ihm zieht und ihre Bedenken weg spült. Sie ist angekommen.

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