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Posts Tagged ‘Trauer’

„Wenn die Wellen über mir zusammenschlagen,

dann tauche ich hinab,

um nach Perlen zu fischen.“

      Mascha Kaleko

Es gab Zeiten in denen ich, wenn die Wellen über mir zusammenschlugen, anfing zu strampeln, um mich zu schlagen und Wasser zu schlucken, bis ich keine Luft mehr bekam. Ich bin mit fliegenden Segeln untergegangen. Nicht nur einmal – unzählige Male. Inzwischen hat sich etwas geändert. Ich musste lernen, dass es Dinge gibt – das große Unbekannte – das ich weder beeinflussen noch vorausberechnen kann.

Natürlich kannst du das nicht, höre ich den Tadel, wie kommst du auf so einen dummen Gedanken? Wenn ich das wüsste, hätte ich von Anfang an einen Riegel vor diesen Gedanken geschoben – so hab ich das Leben auf die harte Tour gelernt. Strampeln, paddeln, untergehen, Wasser schlucken.

Die Wellen schlagen immer noch über mir zusammen. Wie sollte es auch anders sein. Ich habe ein Herz, ich fühle, liebe, ich mache Fehler, bin ungeduldig, ich bin keine Insel. Aber heute bin ich halbwegs darauf vorbereit. Mir ist klar, ich kann untergehen und es wird passieren. Immer noch. Aber ich weiß inzwischen sicher, dass man einen Sturm übersteht, selbst einen mit zehn Meter hohen Wellen. Ich lebe schließlich noch! Die Kunst ist: die Luft anzuhalten, sich auf den Meeresgrund sinken zu lassen und nach Perlen ausschau zu halten, aus denen Schönes entstehen kann.

Ein Schriftsteller, Maler, Musiker schöpft aus dem Erlebten. Aus der Trauer, dem Glück, der Liebe, dem Tod, der hellen und der dunklen Seite. Das Leben gibt die Impulse für die Kunst. Es nützt nichts sich zu wehren. Niemand wird vom Leben verschont. Ich muss weitergehen, das Rad dreht sich, bis mir irgendwann das Herz stehen bleibt. Solange fische ich weiter nach Perlen.

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Mein Liebster,

lange Zeit war ich in einen Schutzmantel gehüllt. Ließ niemand meine Tränen, meine Trauer sehen. Zu oft wurde ich verletzt, mein Herz und meine Seele trugen unzählige Narben. Auch wenn ich dir zurückhaltend und schüchtern vorkomme, es ist nur ein Rest Vorsicht und Unglaube, dass ich diese Gefühle erlebe. Ich weiß nicht was geschehen ist, wann genau dieser Moment eintrat, als du begonnen hast meine Mauer einzureißen. Doch was ich weiß ist, dass sich die Dinge verändert haben.

Der Tag ist heller, die Nacht geheimnisvoller. Die Freude ist größer, der Schmerz stärker. Ich fühle mich stark, während ich in deiner Nähe schwach werde – Wachs in deiner Hand. Wenn du mich auf deine besondere Weise anschaust, spüre ich den leidenschaftlichen Herzschlag, den ich so lange vermisste. Deine Hand in meiner fühlt sich so vertraut und richtig an, als wäre es nie anders gewesen.

Deine Begeisterung und deine Leidenschaft für die Dinge des Lebens zu sehen, erfüllt mich mit Freude und steckt mich an gemeinsam mit dir auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich verstehe deinen Humor und liebe es mit dir zu lachen. Wenn deine Finger und deine Lippen meine Haut berühren, erwacht eine Sehnsucht in meinem Inneren, die nach Erfüllung – Vereinigung sucht.

Ich habe Angst davor dich zu lieben, weil ich meinen Schutz aufgeben muss. Ich will dich lieben und kann es nur ganz tun, mich dir völlig öffnen und hingeben, mit allem was ich habe und bin. Du hast die Tür aufgebrochen und wenn ich über diese Schwelle gehe, gibt es kein Zurück. Nur noch dich und mich.

Deine Geliebte

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Grau

Alles verblasst

In meiner Trauer

Mein Schmerz

Löscht alle Farben aus

 

Kein Sonnenstrahl

Durchdringt die Schatten

Suche dich

Du bleibst verloren

 

Blind vor Tränen

Dem Wahnsinn nah

Stolpere ich

Durch kalte Räume

 

Alle Schattierungen

Von Grau

Zerren mich

In ihren Schlund

 

Ich lass

Mich gehen

Versink im Grau

Der Erinnerung

Die Musik, an diesem grauen Sonntag, stammt von Visage: Fade to grey.

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