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Posts Tagged ‘tot’

Nun gut. Ich will euch erzählen, wie alles gewesen ist.

Auch wenn böse Zungen anderes verbreiten, das ist der pure Neid. Ich war dabei und nur ich weiß über alle Akteure dieses Dramas bescheid! Ihr mögt einwenden, in den Geschichtsbüchern steht es doch geschrieben. Haarklein und ausführlich. Lasst euch von mir eines besseren belehren! Nur der Augenzeuge ist der Wahrheit am nächsten. Natürlich muss man mir zugute halten, dass jeder seine eigene Sichtweise der Dinge hat, doch die, die in die ganze Sache involviert waren sind lange tot.

In Shakespeares Sommernachtstraum spricht Theseus die weisen Worte: „Wenn alle Akteure tot sind, muss niemand mehr getadelt werden.“ Und so mag es wohl sein. Mein Herr und Meister war ein kluger Mann, der seinen Finger oft auf die wunden Stellen der menschlichen Natur zu legen pflegte, was ihm mehr als einmal Ärger einbrachte. Doch ich will euch nicht länger langweilen.

Sitzt ihr alle bequem? Habt ihr euch mit einem Glas Wein versorgt? Dann lauscht der Geschichte, wie sie sich wirklich zugetragen hat, abseits von trockenen Fakten und Zahlen eines verstaubten Schulbuches.

Es begann im Jahre 1743 anno Domini, an einem stillen Herbstmorgen. Der Nebel hing wie ein Leichentuch über der sanften Landschaft. Im nachhein ein schlechtes Omen, doch davon später mehr…

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Diese Ferien zu buchen, war ein Fehler! Was hatte ich mir nur dabei gedacht. Rucksack-Urlaub in Rumänien. Wandern von Schloss zu Schloss, auf den Spuren von Graf Dracula.

Ich kannte mich mit den Schlössern besser aus, als unser Reiseleiter. Er war eine absolute Niete. Ich sage, war, weil er tot ist. Wer lesen kann ist klar im Vorteil, sag ich immer, und das konnte der nicht. Wie sonst ist es zu erklären, dass ich in dieser Kerkerzelle sitze und der Rest der Reisegruppe bei Graf Dracula auf dem Teller gelandet ist?

Ich sagte dem Blödmann, diese Burg sollten wir auf keinen Fall betreten. In meinem Reiseführer stand: Gefährliche Ruine! Nicht sicher! Bitte nicht betreten! Ich las es ihm vor. Laut und deutlich.

Er lachte nur und ging einfach los. Er war gerade um die nächste Ecke verschwunden, als ich seine Hilfeschreie hörte. Ich hätte ihm nicht helfen sollen wollen. Denn als ich um die Ecke stürmte, um dem Rindvieh zu helfen, fiel ich Graf Dracula in die schönen Hände. Das habe ich jetzt davon. Er hat mich bis zum Schluss aufgehoben. Na wenigstens werde ich von einem sehr gutaussehenden Mann um die Ecke gebracht. Ich sollte dankbar sein, denn so ein Exemplar habe ich in meinem echten Leben noch nie gesehen.

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Oh, Himmel – es ist wahr! Mit jedem Stück des Vergessens stirbt etwas in mir. Das kann, darf nicht sein! Ich will nicht vergessen, wie sich Liebe anfühlt. Verliebtsein – das alles mit sich reißt und dem nichts standhält.

Der Gedanke, der Traum von Liebe könnte dem Vergessen anheimfallen beunruhigte mich. Bis gestern. Aber ich habe nichts vergessen. Mein Körper, mein Kopf, mein Herz haben nichts von alledem vergessen.

Liebe ist das Schönste und das Schlimmste. Romeo und Julia, Paris und Helena, Kleopatra und Marc Anton – Liebe ohne Grenze überdauerte Jahrtausende, bis zu den einsamsten Sternen und zurück und doch fielen Reiche ihretwegen.

Ich habe nichts vergessen. Liebe ist selbstsüchtig, verrückt, überwältigend, leidenschaftlich, hinterlässt verbrannte Erde. Liebe ist sanft, rücksichtsvoll, selbstlos, inspirierend, erfüllend. Liebe ist alles und ohne sie, ist alles nichts.

Liebe erschafft. Liebe bewegt. Liebe hält allem stand. Nur die Liebe ist stärker, als das Schwert und das Wort. Ich glaube daran. Ich muss daran glauben. Denn ich will sie nie vergessen. Sonst wäre ich schon tot.

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