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Posts Tagged ‘Taschentuch’

„Komm, lass uns gehen!“ Jenny zupfte mich am Ärmel. „Bitte, so etwas geht nie gut aus.“

Ich lachte.

„Sei kein Angsthase! Was soll passieren? Sie schmeißen uns vom Grundstück oder rufen Mum und Dad an.“

Seit Monaten schlich ich an der geheimnisvollen Tür vorbei und malte mir aus, welche Wunderdinge sich dahinter verbargen. Es wurde Zeit das Geheimnis zu lüften. Wenn nicht jetzt, wann dann?

„Nein, tu das nicht“, jammerte Jenny und hängte sich mit ihrem ganzen Gewicht an meinen Arm.

Ich schüttelte sie ungnädig ab.

„Du musst ja nicht mitgehen. Lauf heim und geh petzen.“

Jenny schniefte leise und wischte sich ein paar Tränchen aus den Augenwinkeln. Ich reichte ihr ein Taschentuch.

„Entschuldige, aber ich muss das tun. Entweder du kommst mit oder du gehst nach Hause.“

Ich konnte ihr den Zwiespalt ansehen. Sie zögerte noch einen Moment und sah mich flehend an. Dann drehte sie sich um und rannte davon. – Es ist besser so. Wenn sie jemand schnappen, dann reicht es ja, wenn ich es bin. – Ich atmete einmal tief durch, dann lehnte ich mich gegen die Tür. Lautlos schwang sie auf.

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„Deine Ausreden sind mir scheißegal!“, schrie sie.

„Jetzt wirst du emotional, Schatz“, sagte er lässig und schlug die Zeitung auf, „das Thema war gestern Abend schon durch.“

„Wie bitte?! Ich hab dich mit deiner Tippse im Bett erwischt. Da bist du mir zumindest eine vernünftige Antwort schuldig.“

„Du bist zu früh zurückgekommen.“

Fassungslos sah sie ihn an. Ihre Finger krampften sich um die Kaffeetasse.

„Soll das deine Entschuldigung sein?“, ihre Stimme überschlug sich.

Er zuckte gleichgültig mit den Schultern und blätterte zum Sportteil.

„Warum antwortest du nicht? Sieh mich gefälligst an, wenn ich mit dir rede!“

Genervt blickt er von seiner Zeitung auf.

„Du redest nicht du schreist.“

„Dazu habe ich allen Grund.“

Hart setzte sie die Kaffeetasse auf. Die heiße Flüssigkeit schwappte über. Sie konnte die Tränen nicht mehr herunterschlucken und schluchzte hörbar.

„Oh, bitte – jetzt heul nicht. War doch nur Sex.“

Sie kramte wortlos ein Taschentuch aus ihrer Jackentasche.

„Wir haben seit Wochen keinen Sex und das lag nicht an mir“, setzte er nach.

Sie warf ihm einen vernichtenden Blick zu.

„Versuchst du mir das jetzt in die Schuhe zu schieben? Nur weil du deinen Schwanz nicht in der Hose lassen kannst?“

„Ich brauche das und du weißt das auch. Also wunder dich nicht.“

Er faltete die Zeitung zusammen, stand auf und steckte sie in seine Aktentasche.

„Willst du sagen, ich hätte nur die Hosen runterlassen müssen und das wäre nicht passiert?!“

„Denk drüber nach. – Sorry Schatz, ich bin spät dran, ich muss los.“

Er nickte ihr zu und ging. Die Kaffeetasse verfehlte ihn um Haaresbreite.

Die Musik stammt von ASAP, Fuckin Problem. Er tönte aus dem Zimmer meiner Tochter 😉 …

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