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Posts Tagged ‘Tage’

Regen

 

Regen fällt

Seit Tagen schon

Lange Tropfenschnüre

Perlen über Fensterscheiben

Suche nach dem Blau

Erfolglos

 

Tränen rinnen

Seit Tagen schon

Endlos klebrige Fäden

Spinnen mich ein

In ein Korsett

Aus Schmerz und Einsamkeit

 

Traurigkeit fließt

Seit Tagen schon

Über alle Ränder

Meiner betäubten Seele

Kann nicht leben

Kann nicht sterben

 

Herz blutet

Seit Tagen schon

Du bist gegangen

Die Tür ist verschlossen

Wo bleibt die Liebe

Stumm

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Ohne Hoffnung auf Rückkehr gefangen
In den Untiefen eines flüchtigen Lebens
Türen schließen schneller
Als sich andere öffnen

Freunde gehen ohne Wiederkehr
Die dunklen Stunden mehren sich
Obwohl die Tage heller werden

Nichts hat Bestand
Nichts ändert sich
Am Ende des Tages Ratlosigkeit

Die Zeit rennt unerbittlich
Lässt mich hinter sich zurück
Treibt mich vor sich her

Suche meinen Platz
In der hektisch eilenden Menge
Bin ich ausgegrenzt

Kann nicht leben ohne Träume
Verloren in einem monotonen Leben
Abgegriffener Tage und Nächte

Ich suche nach Nähe
In einer sprachlosen Welt
Verletzter Seelen und blutender Herzen

Erschöpft ausgeschüttet
Drehen sich meine Gedanken
Im Kreis des tosenden Strudels

Zerbrochen in eiserner Faust der Vergangenheit
Hält mich der Augenblick zusammen
Zögert eine ungewisse Zukunft hinaus

Lohnt sich der Kampf
Hallt das Echo wieder
Vergeblich warte ich auf Antwort

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von Christine Busta

 

Ich lasse mich von den Gezeiten

deiner Liebe bewegen

wie du dich von meinen.

Welch wundersamer Atem der Ruhe

in der unendlichen Bewegtheit.

 

Oh, dieser gleiche geheimnisvolle

Mond über unseren Tagen und Nächten

dem wir gehorsam sind,

der auch als Unsichtbarer

uns spürbar bleibt wie den Tiefen des Meeres.

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Für Alfred Walther Heymel, Dezember 1907, Rilke

Tage, wenn sie scheinbar uns entgleiten,
gleiten leise doch in uns hinein,
aber wir verwandeln alle Zeiten;
denn wir sehnen uns zu sein…

Blick von meinem Schreibtisch aus

Blick von meinem Schreibtisch aus

Tage wie dieser – mit unglaublich blauem Himmel, weißen Wattewolken, frisch gereinigter Luft, nach einem nächtlichen Donnerwetter, am PC sitzen und schreiben, die unangenehmen Dinge alle erledigt, Wohlfühlmusik im Hintergrund und eine Tasse Milchkaffee – gibt es Besseres? Einfach sein. Nur gerade im Hier und Jetzt. Dahingleiten, in den Tag hineingleiten. Ohne Hektik tun, was sich ergibt. Gedanken und Träumen nachhängen. Einfach sein, ohne sein zu müssen. Ich möchte diesen Moment festhalten. Er ist flüchtig, wie das Glück. Doch in mir hat er einen leuchtenden Abdruck hinterlassen.

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„Du bewegst dich auf ganz dünnem Eis.“

„Ach, meinst du?“

“ – “

„Und was soll ich deiner Meinung nach tun – alles weiterlaufen lassen wie immer?“

„Na, jedenfalls nicht allein in den Urlaub fahren.“

„Ich bitte dich! Als ich gefragt habe, wollen wir mal für ein paar Tage weg, hat er mir einen Blick zugeworfen, als wäre ich reif für die Klappse.“

„Hm.“

„Ja, genau! Hm. Und dann hat er gesagt, er wäre so gestresst, dass wäre jetzt gerade nichts, vielleicht später.“

„Hm.“

„Verschlägt es dir jetzt auch schon die Sprache? Später, später, Stress, müde, erschöpft, Alter – oh Gott, ich kann es nicht mehr hören!“

“ – “

„Ich bin nicht scheintot – nur fünfzig.“

„Du hast schon recht, dass würde mir auch nicht gefallen, aber… .“

„Bitte „aber“ du jetzt nicht auch noch. Ich lasse mich nicht mehr festnageln. Ich schaue mir das Drama jetzt seit ein paar Jahren an, rede mir regelmäßig den Mund fusselig. Jetzt reicht`s. Entweder mach ich noch was, oder ich spring in die Grube, aber dazu reicht meine Frustration nicht aus.“

“ – “

„Ich hätte es dir nicht sagen soll. Lass uns das Thema wechseln.“

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„Sommer“ von Ilse Kleberger

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich für das folgende Gedicht entschieden habe. Es gibt so viele wunderbare Zitate, Gedanken, Sätze, Absätze, Gedichte oder einzelne Worte, die mich bewegen und nachdenklich machen. Auf das Gedicht „Sommer“ von Ilse Kleberger bin ich in einem Deutschbuch meiner Kinder gestoßen. Das muss so etwa 20 Jahre her sein:

Sommer

Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergissmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühlem See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnenkrem’,
nach Straßenstaub und Rosen.

Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen
und Walderdbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen.
Nach Himbeereis, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.

Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagsstille dringt,
ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
ein Wind rauscht in den Bäumen.
Ein Kind lacht hell,
dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.

Ilse Kleberger

Das Gedicht ist für mich die Verkörperung eines perfekten Sommertages. Es lässt den Duft meiner Kindertage auferstehen. Ferien auf dem Dorf, Erdbeeren naschen, ins Freibad gehen mit Freunden, Wassereis in allen Regenbogenfarben, zu den Waldteichen spazieren gehen und durch die Tannenschonung kriechen.

Es ist unbeschwert und leicht, so wie mir mein Leben als Kind erschien. Vielleicht ist es auch nur Nostalgie. Ein Foto meiner Vergangenheit in Sepia getaucht. Alles Schlimme verschwindet hinter der Sehnsucht nach zu Hause.

Wenn ich das Gedicht lese, erscheint es mir, wie manche Lieder oder Bilder, die mein Leben begleiten, von denen ich nicht weiß, wann sie sich in mein Leben schlichen und plötzlich dazugehörten. Im Grunde gehörten sie schon immer dazu, auch wenn ich sie nicht von Anfang an kannte und sie erst Stück für Stück sammelte. Wie Teile eines Puzzles, die sich in den Jahren vermehren und am Ende mein ganzes Leben abbilden.

Es rührt mich tief. Es erzählt von einer Kindheit, die wir alle gerne gehabt hätten oder die wir unseren Kindern wünschen. Heil und ganz, fern aller Sorgen und Schrecken. An nichts denken, in den Tag hinein leben und mit dem Leben dahin schwimmen. Keine Termine, die uns drängen. Einfach dem Rhythmus der Tage folgen und in einer Hängematte unter schattigen Bäumen träumen.

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Wenn du dich meiner

Entledigen willst,

eine andere Schönheit

Vorziehst, mich in den Sandsturm

Schickst dass mir Hören und Sehn

vergeht

Meine Hände nichts fassen die Haut

Im Staub fast erstickt

Will ich dich längst nicht verlassen

 

Ich warte auf andere Tage warte

Töricht? auf deine Reue,

schon morgen

Setzt die vorgezogne Geschminkte

Du vor die Tür ziehst eilig den Riegel

Nelken bringt mir der Mittag

am Abend

Läufts mir hungrig entgegen bietest

Mir deinen Mantel ich

 

Gehe nicht ohne dich Tausend-

Äugiger Antreiber millionen-

Fingrige Faust Hoffnung auf Hoffnung

 

Sara Kirsch

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I. Wer an die Niederschrift eines größeren Werks zu gehen beabsichtigt, lasse sich’s wohl sein und gewähre sich nach erledigtem Pensum alles, was die Fortführung nicht beeinträchtigt.

II. Sprich vom Geleisteten, wenn du willst, jedoch lies während des Verlaufes der Arbeit nicht daraus vor. Jede Genugtuung, die du dir hierdurch verschaffst, hemmt dein Tempo. Bei Befolgung dieses Regimes wird der zunehmende Wunsch nach Mitteilung zuletzt ein Motor der Vollendung.

III. In den Arbeitsumständen suche dem Mittelmaß des Alltags zu entgehen. Halbe Ruhe, von schalen Geräuschen begleitet, entwürdigt. Dagegen vermag die Begleitung einer Etüde oder von Stimmengewirr der Arbeit ebenso bedeutsam zu werden, wie die vernehmliche Stille der Nacht. Schärft diese das innere Ohr, so wird jene zum Prüfstein einer Diktion, deren Fülle selbst die exzentrischen Geräusche in sich begräbt.

IV. Meide beliebiges Handwerkszeug. Pedantisches Beharren bei gewissen Papieren, Federn, Tinten ist von Nutzen. Nicht Luxus, aber Fülle dieser Utensilien ist unerlässlich.

V. Lass dir keinen Gedanken inkognito passieren und führe dein Notizheft so streng wie die Behörde das Fremdenregister.

VI. Mache deine Feder spröde gegen die Eingebung, und sie wird mit der Kraft des Magneten sie an sich ziehen. Je besonnener du mit der Niederschrift eines Einfalls verziehst, desto reifer entfaltet wird es sich dir ausliefern. Die Rede erobert den Gedanken, aber die Schrift beherrscht ihn.

VII. Höre niemals mit Schreiben auf, weil dir nichts mehr einfällt. Es ist ein Gebot der literarischen Ehre, nur dann abzubrechen, wenn ein Termin (eine Mahlzeit, eine Verabredung) einzuhalten oder das Werk beendet ist.

VIII. Das Aussetzen der Eingebung fülle aus mit der sauberen Abschrift des Geleisteten. Die Intuition wird darüber erwachen.

IX. Nulla dies sine linea (kein Tag ohne Linie/Zeile) – wohl aber Wochen.

X. Betrachte niemals ein Werk als vollkommen, über dem du nicht einmal vom Abend bis zum hellen Tage gesessen hast.

XI. Den Abschluss des Werkes schreibe nicht im gewohnten Arbeitsraume nieder. Du würdest den Mut dazu in ihm nicht finden.

XII. Stufen der Abfassung: Gedanke – Stil – Schrift. Es ist der Sinn der Reinschrift, dass in ihrer Fixierung die Aufmerksamkeit nur mehr der Kalligrafie gilt. Der Gedanke tötet die Eingebung, der Stil fesselt den Gedanken, die Schrift entlohnt den Stil.

XIII. Das Werk ist die Totenmaske der Konzeption.“

Einbahnstrasse (1928), S. 46-49

Nicht alles was Walter Benjamin vor 87 Jahren schrieb erscheint uns in unserer schnelllebigen Welt sinnvoll, trotzdem gibt es einige Punkte, über die wir nachdenken sollten. Gute Ratschläge verlieren ihren Wert nicht, nur weil sie eine beträchtliche Reihe an Jahren alt sind.

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Hier meine Versuche der „show don`t tell“ – Aufgabe von der Schreiberlebentipps-Seite. Viel Spaß beim Lesen und selber probieren.

Es war Sommer.

Sara konnte fühlen wie die kleinen Tropfen Schweiß direkt aus der Haut traten. Die Hitze war unerträglich. Nachts bekam sie kein Auge zu, obwohl sie in der Wohnung alle Fenster aufriss. Doch die Abkühlung kam nicht. Am Tag zog sie morgens die Rollos herunter, aber auch das änderte nichts. Sara hatte das Gefühl in einer Blase aus heißem Wasserdampf gefangen zu sein, aus der es keinen Ausweg gab. Seit Tagen hatte es nicht geregnet. Der Rasen war zu einer braunen Masse aus Halmen verbrannt, und das Gießen ihrer geliebten Blumenbeete hatte sie aufgegeben. Die drei Regentonnen waren bis auf den letzten Tropfen geleert. Selbst die Vögel blieben still. Sara dachte an ihre Dusche. Kaltes erfrischendes Wasser, das über ihr Gesicht lief, ihre Schultern, den Körper hinab und gurgelnd im Abfluss verrann.

Er saß am Lagerfeuer und dachte nach.

George legte zwei weitere Holzscheite nach. Sofort stürzten sich die Flammen auf die Stücke. Funken stoben hoch und verglühten. Das Knistern des trockenen Holzes weckte Erinnerungen in ihm. Wie lange war es her, dass er mit ihr hier gewesen war. Es war sein geheimer Platz, den er nur mit ihr geteilt hatte. So wie damals, trug kühle Nachtluft den aromatischen Duft der Tannen und das Sprudeln der Quelle zu seinem Lagerplatz und hüllte ihn ein. Es schien Jahrhunderte her zu sein und doch waren es nur fünf Jahre.

Sie hatte Angst.

Ein kühler Luftzug wehte die leichten Stores hin und her. Sara genoss die Erfrischung und trat ans Fenster. Die letzten Tage waren nervenaufreibend gewesen. Sie hatte an der neuen Kollektion gearbeitet, die, wenn man dem Auftraggeber glaubte, schon vor einer Woche fertig sein sollte. Endlich hatte sie den letzten Entwurf gemacht und abgeschickt. Sie atmete auf.
Sara hörte, wie die schwere Haustür ins Schloss fiel. Merkwürdig, dabei ist doch niemand die Auffahrt herauf gekommen, dachte sie.
„John“, rief sie, „bist du es?“
Keine Antwort.
„Ich habe mich wohl verhört“, murmelte sie.
Sara ging zu dem kleinen Bartischchen. Aus den Augenwinkeln nahm sie eine Bewegung wahr. Ein leichtes Flattern fuhr in ihren Bauch. Suchend sah sie sich um. Alles war wie immer. Als sie sich einen Scotch eingoss zitterten ihre Finger. Der scharfe Alkohol rann ihre Kehle hinunter. War da nicht eben ein leises Rascheln? Sara fröstelte, zog sich die Strickjacke enger um den schlanken Körper.
„John“, rief sie erneut, „mach keine Witze mit mir!“
Nichts rührte sich. Sara lauschte in die Stille. Etwas hatte sich verändert.

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Poem 6.4

Die Nachtzeit

Tage voller Hektik
Stunden angefüllt mit Lärm
Komm Nacht
Lass mich ruhen
In deinen sanften Armen

Tage voller Beschäftigung
Gedanken kommen und gehen
Die Nacht kommt
Der Schmerz schwillt an
Erfüllt jeden Raum

Tage voller Hoffnung
Stunden gefüllt mit Licht
Schleppend vergeht die Nacht
Steh am Abgrund meiner Kraft
Ich will springen

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