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Posts Tagged ‘Szene’

So ist es!

8:41 Uhr – Feiertag

Ich bin seit sechs Uhr auf, habe zwei Tassen Kaffee getrunken, geduscht, Blumengegossen, die Küche aufgeräumt und 746 Worte geschrieben! Yeah!

Ich bewundere meine Autorenkollegen, die sich nachts hinsetzen können und tausende Worte schreiben. Ich kann es leider nicht. Durch die Kinder und meine Arbeitszeiten ist meine innere Uhr auf früher Morgen programmiert. Natürlich kann ich auch Abends schreiben, aber das fällt mir viel schwerer.

Heute habe ich keine Termine, die Familie liegt in tiefem Schlaf und ich habe es mir mit meinem Laptop auf dem Balkon bequem gemacht. Die Aussicht ins Grüne und das vielstimmige Gezwitscher der Vögel sind eine zusätzliche Inspiration, besonders da meine Szene im Wald spielt.

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btr

Und nach dem Frühstück geht es dann mit der nächsten Szene weiter.

Ich freue mich schon auf morgen. Da ist Brückentag! Zeit für Lerchen zu schreiben!

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Mein Protagonist rennt verzweifel „herum“ – wo genau muss ich noch klären – und plagt sich mit immer stärker werdendem Durst auf Blut. Es kratzt ihm die Schädeldecke wund, weil er weiß, ich darf nicht – eigentlich, aber ich brauche es – eigentlich.

Der Autor, in dem Falle ich, schleicht um den Charakter „herum“ – beinahe ebenso verzweifelt, wie er selbst. Ich will, dass die Szene eindringlich wird. Er ist angefixt und kann nicht anders, als es zu wollen. Jede Faser seines Körpers giert danach. Tatsächlich habe ich noch nie geraucht, irgendwelche Drogen genommen oä. Wenn man den Japp auf Schokolade, als Drogensucht ausschließt, kenne ich Sucht nicht. Ok, das Gedankenkreisen kenne ich – und eine Unzufriedenheit, wenn ich etwas will und weiß, das geht gerade nicht. Aber das Craving einer Sucht kenne ich nicht (zum Glück). Es wird also meine ganze Vorstellungskraft und meine Leseerfahrung mit „Der Haschisch-Esser“ und „Bekenntnisse eines englischen Opiumessers“ gefragt.

Bei meiner Schleicherei ist mir aufgefallen, dass einer meiner Schlüsselcharaktere gerade etwas zu kurz kommt – also muss ich nachsehen, wo er abgeblieben ist. Wie ich ihn kenne, sitzt er irgendwo im Halbdunkel und wartet darauf, dass Anna ihn besucht und ihm eine neue Geschichte vorliest. Vielleicht liest er auch ein paar Zeilen eines Gedichts. Sehr langsam und bedächtig, zergeht ihm jedes Wort auf der Zunge, wie Honig.

Um mein Gehirn während der Pause im Stoff zu halten, habe ich in einem Lexikon zur Vampirliteratur gelesen. Dabei stieß ich auf ein lustiges Gimmick:

„Spooky Activity Box“ von Michael O`Mara Books London. Das Design stammt von Lone Morton und nannte sich in Deutschland: „Mein schaurig schöner Gruselkoffer“.

grusel

Darin befinden sich:

1 schwarze Plastikspinne

1 furchteinflössendes Vampirgebiss

1 Fledermausmaske

1 Werwolfmaske

1 siebenteiliges Skelett zum Zusammensetzen

Dazu gibt es ein Buch mit Gruselgeschichten und Grusel-Feten-Tipps. Mein Favorit ist der Vampir-Trunk, auch wenn meinem Protagonisten damit leider nicht geholfen ist:

600ml verdünnter schwarzer Johannesbeersirup

600ml Orangensaft

600ml Limonade

1-2 Becher roter Wackelpudding

geschälte Weintrauben

(außerdem sollen dem Trunk Spinnen, Schlangen, und anderes Getier aus Plastik (???) (nicht zu klein, sonst Gefahr des Verschluckens!) zugefügt werden.

Falls jemand diesen „Wahnsinns-Cocktail“ tatsächlich ausprobieren möchte, tendiere ich zu Weingummi-Tieren.

Prost! Oder kennt jemand den original Vampirspruch für solche Anlässe? Gut Biss!?

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(Oder das Monster in meinem Kopf)

Eine Frage, die ich mir so oft gestellt habe, dass ich sie gut sein und hinter mir lassen könnte. Und doch, ist da diese kleine fiese Stimme in meinem Kopf, die mich nervt.

Ich bin ein Schreiber. Ja. Aber bin ich ein Schriftsteller? Gut, ich habe einen Roman veröffentlicht, der sich ca. 5000 Mal verkauft hat.

Jetzt kommt das unvermeidliche ABER: unter Pseudonym und einen erotischen Roman. Das an besagt nichts und doch scheint es mir nicht zu reichen, um mich Schriftstellerin zu nennen. Ich stehe dazu, sehe mich aber in einer gewissen Rechtfertigungshaltung. Warum? Ist es, weil nicht mein eigener Name vorne draufsteht oder weil es in der Geschichte um Sex geht?

Barbara Cartland ist eine Bestsellerautorin. Auch wenn sie „Liebes-Schmonzetten“ geschrieben hat, hat sie sich damit eine goldene Nase verdient. Selbst Dan Brown bleibt bei seinem Erzählschema. Und jetzt mal ehrlich, in Shades of Grey geht’s doch auch nicht wirklich um die Story.

Ist es, dass ich einfach Spaß beim Schreiben haben will? Dass ich keine „Kunstbücher“ schreibe? Mein Motto ist: ich schreibe mir das Leben schön. Ist das zu leicht gedacht? Ist meine Idee: ich will mit meinen Geschichten unterhalten, zu anspruchslos? Ist man ein Schriftsteller, wenn man auf einer Liste steht oder, wenn man eine Botschaft hat?

Nicht, dass es in meinen Geschichten um nichts ginge. Es geht um etwas. Immer! Sonst wäre es langweilig. Allerdings gebe ich zu, dass meine Figuren nicht die Welt retten. Sie versuchen herauszufinden, wer sie sind und wozu sie in der Lage sind. Oder wie sie ihre Liebe finden.

Ich schreibe oft und viel über Liebe. Vielleicht weil sie mir alles bedeutet. Liebe bedeutet alles. Ohne Liebe sind wir verloren. Und doch verlieren meine Personen. Manchmal ist das Leben ungerecht. Da hilft es auch nicht, so sehr zu lieben, dass einem das Herz bricht. Am Ende bleibt oft die Sehnsucht, was wäre wenn…

Das ist etwas, dass ich früh in meinem Leben lernen musste. Einfach nur zu lieben, hält den Verlust nicht fern. Es macht ihn unerklärlich, aber er tritt trotz aller Gegenwehr ein.

Ich beneide die, die so selbstbewusst sind, sich ohne zu zögern Schriftsteller nennen. Komischerweise habe ich keine Probleme damit zu sagen, dass ich Kurse für kreatives Schreiben gebe. Bin ich zu zurückhaltend? Was kann ich tun, um das zu ändern? Selbstbewusster zu sein?

Gerade habe ich einen Durchhänger. Ich schreibe an einem neuen Roman. Die Geschichte bedeutet mir etwas. Es geht um Treue und Freundschaft, Rache, Tod und Leben, Schönheit und Vergänglichkeit. Ich will den Roman auf jeden Fall zu Ende schreiben. Um mich handwerklich zu verbessern (und meine Betriebsblindheit zu überlisten) habe ich einen Kurs bei der VHS besucht. Manuskriptvorbereitung. Eine kompetente, sehr nette Kursleiterin, und ein gutes Konzept. Ich konnte wichtige Aspekte mitnehmen. Und?

Bin total blockiert. Die Leichtigkeit und der Enthusiasmus sind weg. Ich betrachte meinen Text mit Argusaugen. Jedes Wort liegt auf der Goldwaage. Ich hinterfrage jeden Satz, jeden Absatz auf seinen Wert, statt einfach drauflos zu schreiben und mir die Kritik für später aufzuheben.

Oh, mein Gott, ich habe ein Monster geschaffen. Und damit meine ich nicht das Monster, das in meiner Geschichte vorkommt, sondern das, das hinter mir am Schreibtisch steht und mir dauernd einflüstert: „Du kriegst die Geschichte nie so hin, wie du es dir vorstellst. Wer will das schon lesen? Du findest sowieso keinen Verlag dafür. Hat beim letzen Mal auch nicht geklappt.“ Und was der noch alles raushaut, um mich umzuhauen.

Und so schleiche ich um meinen Roman herum, die Szene, die ich schreiben will genau im Kopf, und drücke mich(soll ich die Szene wirklich so schreiben?). Ich schreibe alles Mögliche: Blogbeiträge, überarbeite ältere Texte, schreibe Notizen aus meinem Arbeitsjournal ab, beschäftige mich mit Drehbuchschreiben und meinem Kurs, der erst in vier Wochen anfängt und für den ich das Konzept seit Monaten fertig habe. Ich putze, häkele, lese, gehe spazieren usw.

Ist ja nur`ne Phase! – Hahaha. Sage ich mir auch. Geholfen hat es noch nicht. Ich suche nach dem besten Mittel das Monster zu töten. Das hinter meinem Rücken. Das Miststück ist schlau. Es kämpft mit allen Tricks. Aber ich will nicht aufgeben und wenn ich auf dem Zahnfleisch kriechen muss. Was das betrifft, bin ich Schriftsteller, denn ich weiß, dass es den „richtigen“ Schriftstellern auch nicht besser geht. (Siehe Titus Müller, Federwelt Nr.109, Dez. 2014 – Wie ich es schaffe, trotz Selbstzweifeln produktiv zu sein)

Es ist nichts Ehrenrühriges ein Schreiber zu sein. Damit fängt es an. Bei jedem Schriftsteller. Also, gehe ich Monster jagen. Ich kriege es, früher oder später. Da wette ich drauf!

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