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Posts Tagged ‘Sturm’

Er stand nur da und wartete.

Worauf wusste Robin selbst nicht genau. Doch die Atmosphäre war auf eine Art aufgeladen, dass er annahm, dass Gleich etwas passieren musste. Die Stille um ihn herum war die Ruhe vor dem Sturm. Vor ein paar Minuten hatte er die Stimme seiner Mutter gehört, als sie das Telefongespräch entgegennahm:

„Ja, hier Müller.“

Dann war sie im Arbeitszimmer verschwunden. Das bedeutet nichts Gutes. Er stand dort und wartete gebannt auf ein Zeichen. Die Sekunden zog sich wie ein Gummiband in die Länge. Doch nichts geschah. Kein Geräusch drang durch die Tür an sein Ohr.

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„Wenn die Wellen über mir zusammenschlagen,

dann tauche ich hinab,

um nach Perlen zu fischen.“

      Mascha Kaleko

Es gab Zeiten in denen ich, wenn die Wellen über mir zusammenschlugen, anfing zu strampeln, um mich zu schlagen und Wasser zu schlucken, bis ich keine Luft mehr bekam. Ich bin mit fliegenden Segeln untergegangen. Nicht nur einmal – unzählige Male. Inzwischen hat sich etwas geändert. Ich musste lernen, dass es Dinge gibt – das große Unbekannte – das ich weder beeinflussen noch vorausberechnen kann.

Natürlich kannst du das nicht, höre ich den Tadel, wie kommst du auf so einen dummen Gedanken? Wenn ich das wüsste, hätte ich von Anfang an einen Riegel vor diesen Gedanken geschoben – so hab ich das Leben auf die harte Tour gelernt. Strampeln, paddeln, untergehen, Wasser schlucken.

Die Wellen schlagen immer noch über mir zusammen. Wie sollte es auch anders sein. Ich habe ein Herz, ich fühle, liebe, ich mache Fehler, bin ungeduldig, ich bin keine Insel. Aber heute bin ich halbwegs darauf vorbereit. Mir ist klar, ich kann untergehen und es wird passieren. Immer noch. Aber ich weiß inzwischen sicher, dass man einen Sturm übersteht, selbst einen mit zehn Meter hohen Wellen. Ich lebe schließlich noch! Die Kunst ist: die Luft anzuhalten, sich auf den Meeresgrund sinken zu lassen und nach Perlen ausschau zu halten, aus denen Schönes entstehen kann.

Ein Schriftsteller, Maler, Musiker schöpft aus dem Erlebten. Aus der Trauer, dem Glück, der Liebe, dem Tod, der hellen und der dunklen Seite. Das Leben gibt die Impulse für die Kunst. Es nützt nichts sich zu wehren. Niemand wird vom Leben verschont. Ich muss weitergehen, das Rad dreht sich, bis mir irgendwann das Herz stehen bleibt. Solange fische ich weiter nach Perlen.

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Thema: Farbe

Blau. Meine Farbe der Sehnsucht. Sehnsucht nach dem Himmel, dem Meer, der Weite. Blau mischt sich mit Gelb zu den herrlichsten Grüntönen, den Wäldern, Wiesen, Blumen und Pflanzen. Mit Rot zusammen ergeben sich die verschiedensten  Violetttöne. Die Farbe der Leidenschaft.

Ich könnte im Blau schwelgen, mich darin auflösen. Hier zu ein kleines Gedicht, das vielleicht mehr sagt, als die paar Zeilen oben.

 

Du

 

Du bist wundervollstes Meeresblau

Mal sanft mal rau

Du schmeckst herb und süß

Schwer Wein und klares Wasser

Du riechst nach Sternennacht und satter Erde

Nach frühem Morgen und Sommergewitter

Du bist die Brise auf meiner Haut

Der Funke der das Feuer entfacht

Du klingst nach „La Mer“ und Tango

Nach Wellenrauschen und Flüstern der Bäume

Du ziehst mich an mit deinem besonderen Blick

Erschütterst meine Welt mit deinem Kuss

Du kamst auf leisen Sohlen nahmst mich im Sturm

Herz über Kopf lass ich mich fallen

In deine offenen Arme

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Kraftlos erschöpft ausgeliefert

Der Langeweile des Alltags

Trauere ich um vergangene Leidenschaft

Ungehört vertrocknen meine Tränen

 

Ich stehe im trockenen Flussbett

Nackt und bloss

Sehne das Wasser herbei

Kein Regen bringt Erlösung

 

Eisiger Wind umtost mich

Friere in der Dunkelheit

Worte klingen im Sturm

Sinken in meinen Körper

 

Gedanken regen sich

Gefühle fangen Feuer

Wasser umspült meine Füße

Mein Herz atmet auf

 

Der Fluss füllt sich

Fließt in seinem Rhythmus

Er hält mich

Trägt mich wieder

 

Füllt meinen Körper mit Schwingungen

Füllt meine Seele mit Gefühlen

Weckt Träume auf

Gibt Fantasien Farbe

 

Ich tauche hinab

Immer tiefer auf den Grund

Die Angst vergeht

Bin nicht allein

 

Höre deine Worte

Sprichst meine Sprache

Unausgesprochenes Verstehen

Deine Hand hält meine

 

Körper tanzen umeinander

Gedanken winden sich in einander

Fantasien verweben sich

Zu einer neuen Geschichte

 

Erst nur ein Flüstern

Von Mund zu Mund

Küssen uns die Musen

Und du mich?

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„Der Sturm kommt.

Mias Vater sah beunruhigt gen Himmel. Sie folgte seinem Blick konnte aber nichts erkennen. Es war ihr ein Rätsel, wie ihr Vater das Wetter so genau voraussagen konnte. Immer wenn sie ihn danach fragte, sagte er:

„Erfahrung Schätzchen, langjährige Erfahrung.“

Mia bettelte ihn an, ihr seine Tricks anzuvertrauen, aber er schüttelte nur den Kopf.

„Das ist nicht nötig, Schätzchen. Du bist ein Mädchen und ein hübsches noch dazu. Eines Tage wirst du einen reichen Mann heiraten, der gut für dich sorgt. Du sollst es besser haben, als dein Mutter und ich.“

Das trieb Mia jedesmal die Tränen in die Augen. Sie liebte den Hof, die Tiere und auch die Arbeit machte ihr nichts aus. Was sollte sie mit einem reichen Schnösel?

„Wir müssen die Pferde von der Koppel holen“, mahnte ihr Vater.

Mia folgte ihrem Vater zur Pferdekoppel hinter dem Haus. Er schien den Sturm schon am Morgen vorausgeahnt zu haben, denn im Allgemeinen brachte er die Pferde auf die große Wiese, die an den Wald grenzte.

Mia war schon wieder in der Scheune, als ihr Vater das letzte Pferd von der Koppel holte. Ehe sie sich versah, brach ein Sturm los, dem niemand standhalten konnte.

 

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Richard sah zur Fahne hinauf, um den Wind zu prüfen. Es sah nach Sturm aus. Dichte Wolken brauten sich über dem Burgberg zusammen. Es war ein schlechter Zeitpunkt. Richard und sein Heer belagerten die Grimburg seit Wochen, ohne der Eroberung einen Schritt näher gekommen zu sein. Seine Soldaten verloren allmählich die Geduld und Richard hatte kaum noch Hoffnung seinen Vater und seinen Bruder aus den Kerkern des Feindes zu befreien.

Immer häufiger kam es zu Schlägereien unter seinen Männern und zu Plünderungen in den Dörfern der Umgebung, die Richard unter Strafe verboten hatte. Er wollte anders sein, als Gunnar, Herr der Grimburg, der alles in Grund und Boden stampfte, wenn er einen Feldzug führte. Niemand blieb verschont, nicht Mann, nicht Frau, nicht Kind oder Greis.

Richard war der Ansicht, dass die einfachen Bauern es schwer genug hatten in den Wirren der Düsternis. Es fehlte an allem. Speisen, sauberes Wasser, warme Häuser, Medizin. Warum sie noch unterjochen?

Einer seiner besten Spione hatte das Gerücht aufgeschnappt, dass es im schwarzen Wald einen geheimen Eingang zur Burg gab. Richard wartete jede Minute auf seine Nachricht. Vielleicht konnte er den Sturm für einen Überraschungsangriff aus dem Hinterhalt nutzen.

„Herr, Milan ist zurück!“, verkündete Safi aufgeregt.

Richard nickte ihm zu.

„Danke.“

Möge das Glück auf unserer Seite sein, dachte er und eilte in sein Zelt.

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Ins Meer hinein, ins Meer,
in seine schwerelose Tiefe,
wo die Träume sich erfüllen,
und Zwei in einem Willen sich vereinen,
um zu stillen eine große Sehnsucht.

Ramón Sampedro

Das Meer ein Ort der Sehnsucht. Licht, Himmel, Wolken, die Ströme der Gezeiten. Es zieht uns unaufhaltsam an. Das Meer, das letzte Mysterium unseres Planeten, in dem Tiefen existieren, die unerforscht und für uns nicht zu erfassen sind.

Dort spüren wir die Unendlichkeit auf eine beinahe stoffliche Weise. Anders als bei einem Blick auf den nächtlichen Himmel, der uns Ehrfurcht abverlangt, liegt das Meer mit seinen Schätzen, Schönheiten und Gefahren direkt vor unseren Füßen.

Wir durchleben seine Auswirkungen ungefiltert an Körper und Geist. Den Wind, die Macht der Wellen, die sprühende Gischt auf der Haut, den Sand unter unseren Füßen. Weite, die wir sehen und dennoch nicht erfassen können. Eine tiefe Ruhe steigt in uns auf, selbst unter dem Brausen des Sturms, wissend danach wird alles wieder rein und klar vor uns liegen.

Doch das Meer ist mehr als ein Ort, den wir ersehnen. Es ist die Fülle, die Unendlichkeit in uns. Das Rollen der Wellen an die raue Küste gleicht dem Schlagen der Herzen unserer Mütter, als sie uns in sich trugen. Das Urmeer, das uns geborgen hielt und nährte, bis zum Tag der Geburt. Das Meer, Anfang und Erhalter allen Lebens.

Das Meer in uns besitzt eine Tiefe, die wir nicht ermessen, nicht durchmessen können. Wie das Menschenherz, dessen Wünsche und Obsessionen wir nicht einmal selbst verstehen. Wir blicken in dunkelste Abgründe, werden von hellstem Licht an die Oberfläche zurückgezogen, um erneut dem Rausch der Tiefe zu verfallen.

Das Meer in uns ist eine Sehnsucht so groß und weit, so zeit- und grenzenlos. Sie lässt uns niemals ruhen, treibt uns immer weiter an, auf der Suche nach der Fülle des Lebens. Sehnsucht nach dem Ganzen. Sehnsucht nach einer Liebe, die alle Fragen beantwortet. Sehnsucht nach Freiheit von Hektik und Zwängen. Sein um des Seins willen.

Immer wieder werden wir in den Sturm des Lebens gejagt, kämpfen, bezwingen ihn. Im beständigen Kreislauf der Gezeiten werden wir an den Strand unseres Selbst gespült und in uns zurückgeworfen. Gehen unter. Bis an den Rand des Todes und tauchen wieder auf. Sanft gewogen in den Armen unseres Sehnsuchtsmeeres.

Sehnsucht nach dem Meer. Sehnsucht nach mehr. Mehr Erfahrung, mehr Wissen, mehr Fülle, mehr Gefühl. Sehnsucht nach Unendlichkeit. Nach Unsterblichkeit. Das ist der Antrieb aller Bestrebungen, aller Kunst. Unser Name auf Stein gemeißelt, auf Leinwand gemalt, auf Papier gedruckt.

Wir stehen am Ufer unseres Lebens. Blicken auf den Horizont. Sehen die Sonne rot brennend versinken und fragen uns bange, was wird sein? Gibt es eine Antwort? Vielleicht die der Philosophen, der Religionslehrer – doch am Ende müssen sie die Antwort schuldig bleiben. Wir gehen in unbekannte Gefilde. Wie Ramón Sampedro es ausdrückte: in eine schwerelose Tiefe.

Eine namenlose Sehnsucht, die in uns schwingt, uns hält und uns zu unserem Ausgangspunkt zurückführt, dem Meer in uns.

Seit Beginn der Zeit brandet das Meer an die Gestade der Küsten und so wird es sein, wenn wir längst vergessen sind. Strebt das Meer in uns danach, sich an den Gestaden unseres Geistes zu brechen, werden wir ein Stück Unsterblichkeit erlangen.

Sehnsuchtsmeer
Tief in mir verborgen
Niemand kann es sehen
Niemand wissen
Niemand fühlen
So wie ich

Caroline Susemihl

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Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Die Söhne der Herrlichkeit
Gestürzt aus leuchtenden Himmeln
In die Finsternis

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Mit gebrochenen Flügeln
Und zerschmetterten Herzen
Ohne Hoffnung auf Gnade

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
So hell dass der Himmel gefror
Erloschen über dem Horizont
Es blieb nur Trauer und Tränen

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Lobgesang verstummte für Zeitalter
Kein Wort kann gefunden werden
Im tiefsten Schmerz

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Hochmut und Stolz
Zerstörten Liebe
Rot wie Blut

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Die große Schlange verdammte
Gottes Schöpfung
Zu qualvollem Tode

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Der Himmel zerbrach
Der Abgrund tat sich auf
Geiferte Feuer und Rauch

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Ihr Brüder beklagt die Gefallenen
Dann rüstet euch
Der Fehdehandschuh ist geworfen

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Der Erzengel erhebt sich
In eurer Mitte
Mit flammendem Schwert

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Michael zerbricht das Siegel
Entfesselt den Sturm
Der Untergangs

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Der Drache wird getilgt
Vom Angesicht der Erde
Tag der Stille

Ja, ich gebe es zu! Ich habe in den letzten vier Wochen die fünf Bände von Chroniken der Unterwelt komplett gelesen … da kann man schon mal auf mystische – dunkle Gedanken kommen *g*.

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Die letzten Gäste waren gegangen. Ich seufzte. Am liebsten wäre ich ihnen sofort gefolgt, aber es gab noch einiges zu tun, bevor ich nach Hause gehen konnte. Die benutzten Gläser mussten gespült, die Tische abgewischt, der Pub ausgefegt und abgeschlossen werden. Ich hatte eine anstrengende Nacht hinter mir. Sam, mein Barkeeper und einziger Angestellter, hatte sich eine Grippe zugezogen und hütete das Bett, während ich den Laden alleine schmiss. Ausgerechnet an einem Freitag!

Ich hatte die Gläser gespült, mir ein kleines Eimerchen mit Wasser und Spülmittel gefüllt, um die Tische abzuwischen, als ich ein Geräusch hörte.

„Hallo! Ist da wer?“

Suchend blickte ich mich um. Niemand zu sehen. Wieder dieses Geräusch. Mein Herz schlug schneller. Ein mulmiges Gefühl machte sich in meinem Bauch breit.

„Zeigen sie sich“, rief ich, „ich kann Karate!“

Das entsprach nicht ganz den Tatsachen. Ich hatte einen Selbstverteidigungskurs für Frauen besucht, gefühlte hundert Jahre her, aber manchmal heiligt der Zweck die Mittel.

„Was soll denn das sein?“, hörte ich plötzlich eine tiefe Stimme neben mir, die mir einen heißen Schauer den Rücken hinunter jagte.

Erschrocken fuhr ich herum und stieß den Eimer vom Tisch. Das Wasser ergoss sich über den Fußboden und versickerte langsam zwischen den dicken Dielenbrettern.

„Was wollen sie?“

Mir stockte der Atem, beim Anblick des hünenhaften Mannes, der vor mir stand. Sein dunkles, dichtes Haar fiel in langen Locken bis auf die breiten Schultern. Seine irisierend blauen Augen maßen mich mit einem intensiven kritischen Blick. Er war ganz in Schwarz gekleidet, was ihn unheimlich und Furcht einflößend erscheinen ließ. Aber das, was mich wirklich aus der Fassung brachte, waren seine riesigen Flügel aus glänzend blauschwarzen Federn. Ein Rabe, der sich in einen Menschen verwandelt hat, dachte ich.

„Bist du Lea Winter?“, antworte er mit einer Gegenfrage.

Ich nickte stumm. Manchmal luden mich die Gäste zu einem Drink ein, aber heute Abend hatte ich keinen einzigen Tropfen Alkohol angerührt. Diese Erscheinung war nicht auf ein Alkoholdelirium zurückzuführen. Ich war durchaus geneigt an mehr zu glauben, als ich sehen konnte, aber dieser Hüne mit den schwarzen Flügeln konnte nicht echt sein. Skeptisch streckte ich die Hand aus und berührte seinen Flügel. Samtweich glitten die Federn durch meine Finger. Bei meiner Berührung spürte ich ein leichtes Zittern im Gefieder. Es war echt, nichts Künstliches oder Ausgestopftes. Er ließ mich keine Sekunde aus den Augen. Ein spöttisches Lächeln huschte über sein makelloses Gesicht mit der schmalen Nase.

„Meinst du, du bringst heute noch ein Wort über die Lippen?“

„Bist du ein Engel?“, presste ich die Worte heraus.

„Hey gut erkannt.“

Durften Engel so unverschämt sein und waren Engel mit schwarzen Flügeln nicht die von der Gegenseite? Ich reckte mich zu meiner vollen Größe auf und raffte meinen ganzen Mut zusammen.

„Dürfen Engel so frech sein? Oder musst du den Mistkerl raushängen lassen, weil du einer von den üblen Burschen bist?“

Er zog eine seiner fein geschwungenen Augenbrauen hoch.

„Ich glaube, hier geht’s nicht um mich“, dabei sah er mich scharf an, „ich bin nur hier, weil ich dir etwas Wichtiges sagen wollte.“

„Deinen Namen?“, unterbrach ich ihn zornig über seinen anmaßenden Ton, „ganz schön dreist mich erst so zu erschrecken und sich nicht mal anständig vorzustellen.“

„Du solltest aufpassen, was du sagst. Ich kann auch wieder gehen.“

Mein erster Impuls war mich zu entschuldigen. Aber seine Arroganz war so aufreizend, dass ich nicht anders konnte und antwortete:

„Bitte. Es steht dir frei zu gehen. Dort ist die Tür.“

Ich deutete Richtung Ausgang. Doch statt zu gehen, wie ich es erwartet hatte, begann er zu lachen. Seine Flügel wippten auf und ab. Das verursachte einen heftigen Luftzug. Die Gläser in den Regalen klangen und die Lampen schwangen hin und her. Konnte er einen Sturm entfachten, wenn er richtig mit den Flügeln schlug?

„Was ist so witzig?“, fragte ich ungehalten.

Er war wieder ernst geworden.

„Eigentlich nichts. Aber ich beobachte dich schon lange und hätte kaum für möglich gehalten, dass du dich so auflehnen würdest. Ich hatte erwartet, dass du weinst, nach Hilfe rufst oder etwas in der Art, wenn wir uns begegnen.“

Ich zuckte mit den Schultern. Er war wirklich ausgesprochen eingenommen von sich. Meiner Vorstellung von einem Engels entsprach das nicht.

„Tut mir leid, dass ich deinen Fantasien nicht entspreche. Wenn du mich so lange beobachtest, wie du sagst, solltest du mich besser kennen“, erwiderte ich und dann, „und was heißt hier, du beobachtest mich?! Bist du etwa ein Stalker?“

„Nein. Wenn ich bei dem menschlichen Terminus bleibe, würde ich mich eher als Voyeur bezeichnen.“

Er ging zum Tresen hinüber, nahm sich ein Glas und goss zwei Fingerbreit von meinem besten Whiskey ein.

„Das ist auch nicht viel besser!“, ich war empört, „was bildest du dir ein? Kommst hier rein, erschreckst mich, bist unhöflich und sagst mir solche“, ich suchte nach den passenden Worten und fand keine, „solche Dinge. Was willst du von mir!“

Er nahm einen Schluck. Dabei schloss er die Augen und ließ sich den honiggelben Alkohol genüsslich die Kehle hinab laufen.

„Ich stelle ihn mir samtig und süß wie Honig vor“, murmelte er.

„Eher rauchig, malzig, mit einem scharfen Zug im Abgang“, erwiderte ich gereizt.

Er verschluckte sich und stellte das Glas mit einem lauten Klacken auf dem Tresen ab. Ich verkniff mir ein Grinsen, als er sich mit einer ruckartigen Bewegung umdrehte und mich ärgerlich ansah.

„Du hast es verdorben. Die schöne Vorstellung verdorben.“

„Whiskey ist nun mal hochprozentiger Alkohol. Dein Realitätssinn scheint nicht sehr ausgeprägt zu sein“, spottete ich.

Als er auf mich zu kam, hob ich abwehrend die Hände. Selbst wenn ich Karate beherrschte, hätte ich mich nicht gegen diesen Riesen wehren können. Dicht vor mir blieb er stehen. Ein merkwürdig betörender Duft ging von ihm aus. Ich roch Meer, Sonne, Wiesenblumen, Wald, Quellen, Herbstlaub, Schnee. Bilder regten sich in meiner Erinnerung, steigen auf und zogen vorbei. Ein Rausch aus Farben, Tönen, Gerüchen. Schwerfällig legte ich den Kopf in den Nacken, um ihn anzusehen.

„Ich glaube, es reicht“, sagte er leise, aber bestimmt.

Unerwartet nahm er mein Gesicht in seine Hände. Obwohl sie kühl waren, strömte Wärme durch meinen Körper. Ein angenehmes Kribbeln rann durch meine Adern. Sein Blick tauchte in meinen und seine Stimme war dunkel und weich.

„Mein Name ist Aryon. Dein ganzes Leben lang beobachte ich dich. Aber die Zeit läuft ab. Ich musste endlich in deine Augen sehen, dich fühlen, bevor alles zugrunde geht. Ich bin deinetwegen hier.“

Es dauerte etwas bis seine hypnotische Wirkung nachließ und der Grund seiner Anwesenheit durchsickerte.

„Was sagst du da?! Die Zeit geht zu Ende? Willst du mir damit sagen, du bist gekommen, weil ich sterben muss?“

Das alles war ein böser Traum! Doch so sehr ich mich ermahnte die Augen aufzumachen, ich wachte nicht auf.

„Es tut mir leid, das ist kein Traum.“

Las er jetzt etwa meine Gedanken!

„Wir sind am Ende der Zeit angelangt. Deine Welt geht unter. Alles wird vergehen. Zerfallen zu Staub.“

„Aus Staub bist du und zum Staub wirst du zurückkehren“, flüsterte ich. Tränen traten mir in die Augen. „Alles? Wirklich alles?“

Aryon nickte. Ein schmerzlicher Ausdruck trat in seine Augen. Diese Traurigkeit machte ihn noch schöner. Das Dunkle an ihm wurde unversehens ätherisch und anziehend.

„Wann?“

Ich war mir nicht sicher, ob ich es gedacht oder gesagt hatte.

„Morgen Nacht.“

Ich riss mich los. Unglaublich! Morgen sollte die Welt in Schutt und Asche liegen und er kam jetzt. Am liebsten hätte ich ihn geschlagen.

„24 Stunden! Du tauchst hier auf und willst mir allen Ernstes sagen, ich habe nur noch 24 Stunden?!“

„Wärst du lieber unwissend gestorben?“

Aryon schien meinen Ärger nicht zu verstehen.

„Ja! Dann hätte ich wenigstens keine Zeit meinen verpassten Chancen nachzutrauern. Und hätte ich es früher gewusst, könnte ich noch einmal die Orte besuchen, an denen ich glücklich war.“

Vor Wut zitterte ich wie Espenlaub. Meine Hände waren zu Fäusten geballt und meine Stimme schnappte beinahe über. Aryon machte einen Schritt auf mich zu und legte seine Arme ganz fest um mich.

„Lass mich los“, schimpfte ich.

„Nein. Erst beruhigst du dich wieder“, sein Ton duldete keinen Widerspruch.

„Ich kann mich nicht beruhigen!“, da kam mir ein Gedanke, „du bist überhaupt nicht meinetwegen hier. Du bist hier, weil du schnell noch einmal erleben wolltest, wie das Leben in Wirklichkeit ist.“

Ich versuchte seiner Umarmung mit aller Kraft zu entkommen. Ohne Erfolg. Aryon hielt mich in eisernem Griff. Erschöpft gab ich auf.

„Warum?“, flehte ich um eine Antwort.

Ich sah ihn an. Aryon beugte sich zu mir herunter. Mein Herz stand für einen Moment still. Seine Lippen nahmen meine Lippen. Gefühle stürmten durch meinen Körper, die mir heftige Schmerzen und gleichzeitig köstliche Lust bereiteten. Wieder tauchten Bilder auf. Ich kannte sie nicht. Es waren nicht meine Erinnerungen. Unendliche dunkle Räume, Hallen angefüllt mit gleißendem Licht. Stille, die in den Ohren wehtat, dann Stimmen tausendfach hallend, die mein Gehirn fast in Stücke rissen. Kälte, tiefer als die Finsternis und Hitze, größer als das Sonnenlicht zerrten an mir. Ich schrie bis meine Lungen brannten und hörte doch keinen Ton. Meine Finger krallten sich in Aryons Fleisch. Tränen lösten sich, wie eine Springflut und durchnässten Aryon und mich.

Als Aryon seinen Mund von meinem löste, schlug ich meine Augen auf. Die Qual verebbte. Wir schwebten in einer Blase aus sanftem Licht. Wärme hüllte unsere nackten Körper ein. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden. Nie hatte ich etwas Vollkommeneres gesehen.

„Ich muss dich um Verzeihung bitten. Obwohl ich dich liebe, seit die Welt existiert, habe ich dich falsch eingeschätzt. Es war mein Fehler. Das hätte nicht passieren dürfen.“

„Liebe“, flüsterte ich.

Aryon nahm meine Hand und legte sie auf seine Brust.

Ich fühlte seinen Herzschlag, heftig und rasend, wie den eines verletzten ängstlichen Vogels, den man in der Hand hält.

„Ich hätte es dir früher sagen müssen. Hätte uns mehr Zeit verschaffen müssen. Mein Zaudern hat sinnlose Zeit gekostet und am Ende läuft es auf dasselbe hinaus.“

Der Kummer in seiner Stimme war nicht zu überhören. Ich wollte Aryon fragen, was das bedeutete, aber in dem Moment, als sich die Frage stellte, wusste ich die Antwort. Aryon gab für die Begegnung mit mir seine Ewigkeit auf. Die Dunkelheit, das Licht, die Stille und den Lärm. Er hatte gewählt, während der Ausgang für mich feststand.

Sein Mund suchte meine Lippen. Wir tauchten tiefer in das Meer aus Licht und Glanz, bis es uns ganz durchdrang, sich tief in unseren Seelen ausbreitete. Der Schmerz der Vergänglichkeit löste sich in diesem unendlichen Leuchten. Ich fühlte Aryons starken Körper, seine Hände, seinen Mund, die mich in einen Strom aus Erregung und Ekstase zogen, dem ich nichts entgegensetzen konnte. Es war so leicht sich mit ihm dahin geleiten zu lassen, immer weiter empor gehoben in einem rasenden Sturm aus Lust und Verschmelzung. Ich ging unter, ohne zu ertrinken und flog zwischen den Sternen, ohne einen Flügelschlag.

Es bedeutete mein Ende. Ich erkannte es ohne Bedauern. Kein Mensch vermochte der Kraft eines Engels standzuhalten. Wenn Aryon sich mit mir vereinigte, würde meine Lebenskraft dahinschwinden, wie ein Tropfen Wasser in der Wüste.

Es hatte keine Bedeutung. Mir war in meinem Erdendasein oft alles so dunkel und schwer vorgekommen. Die Zeit zu kurz, das Glück so flüchtig, Liebe oft nur ein Wort und Freundschaft beschränkte sich meistens auf ihren Nutzen. Alles endete. Irgendwann. Nichts blieb. Nur das Licht. Aryon machte mich zu einem Teil dieses Lichts.

Als er in mich eindrang, ließ ich jeden Gedanken, jeden Wunsch los. Gab mich völlig Aryons Begehren hin, dass eine Euphorie in meinem Körper und meiner Seele auslöste, die alles verschlang. Es gab nur Aryon und mich. Und dann nichts mehr.

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Der Wind heulte um die Kapelle St.Jacobi und die kleine Glocke auf dem roten Ziegeldach gab ein leises Klingen von sich. Der Herbst hatte Santa Maria de Monte fest im Griff. Die engen Gassen, in denen im Sommer Reisende lustwandelten, waren nun menschenleer und still. Sie machten einen beinahe abweisenden Eindruck. Ein Schwarm Krähen flog auf. Ihr lautes Krächzen vermischte sich mit dem Sturm. Die grünen Fensterläden des herrschaftlichen Gutshofes, der an St.Jacobi grenzte, klapperten rhythmisch gegen die rohen Steinmauern. Die mächtige Zeder auf dem vorgelagerten Rondell ließ ein sonores Knarren hören, als würde sie bei jeder Windböe, der ihre ausladenden Äste erfasste aufstöhnen. Es roch nach Erde und nassem Gras. Auf dem einsamen Kirchplatz verweisten die Steinbänke und das Wasser des kleinen Zierbrunnens spritze weit über seine Umrandung hinaus. Ein leichtes Aufflammen von Rot stahl sich zwischen der schweren Wolkenbrandung hindurch, die über den Himmel toste, und zeigte das Ende des Tages an.

In der Ferne mischte sich das Knattern eines heranbrausenden Autos unter das Heulen des Windes. Es dauerte nicht lange und ein knallroter Adler mit schwarzem Verdeck bog in das schmiedeeiserne Tor des Gutshofs ein und hielt abrupt vor der ausladenden Haupttreppe. Misstrauisch beäugt von der Katze des Hauses, die sich eilig über den Hof trollte, weil sie hoffte, mit dem Neuankömmling hineinzugelangen.

Ein großer schlanker Mann, Mitte zwanzig, sprang elegant aus dem Wagen. Noch eher er den großen Lederkoffer aus dem Fond gezerrt hatte, scholl ihm ein vielfaches Willkommen entgegen. Das Haus hatte seine Bewohner ausgespienen, den ältesten Sohn der Familie, Leonardo, zu begrüßen. Ein Schwall gelben warmen Lichts schwappte über die breiten Marmorstufen in die Dunkelheit. Ein Bediensteter nahm dem jungen Herrn den Koffer ab, während die Familienangehörigen ihrer freudigen Pflicht nachkamen und ihn mit Umarmungen, Küssen und Freudentränen begrüßten.

Leo lächelte. Er hatte es erwartet, seine laute italienische Familie, und doch fühlte er sich, wie immer etwas fremd, wenn er aus Florence heimkehrte. Es brauchte seine Zeit, aus einer pulsierenden Stadt, in der man oft anonym blieb, wieder in die vertrauten heimatlichen Gefilde zurückzufinden. Trotz aller Liebe zu diesen Menschen überkam ihn das Bedürfnis sich in einen stillen Winkel zu verkriechen, um anzukommen.

In dem großen Esszimmer war eine beachtliche Tafel gedeckt, und während man ein opulentes Mahl einnahm und dem selbst gekelterten Rotwein des hauseigenen Weinberges zusprach, redeten und lachten alle durcheinander. Jeder wollte wissen, wie es Leonardo in den letzten Monaten ergangen war, wen er getroffen hatte und welche besonderen Neuigkeiten es in der Stadt gab. Seine drei Brüder und die Männer der Familie interessierten sich vorzugsweise für die neusten technischen Errungenschaften, während sich der weibliche Teil der Anwesenden für Bälle und Klatsch erwärmten. Breitwillig gab er Auskunft. Nach dem Essen zogen sich die Männer in das Rauchzimmer zurück. Leonardos Vater Matteo schenkte den guten Grappa ein und bot Zigarren an. Leonardo und seine Brüder hatten inzwischen das Alter erreicht, sich den älteren Männern anzuschließen. Bevor sie den Salon erreichten, zog ihn Gabriele, sein Lieblingsbruder, ihn am Ärmel seines Jacketts.

„Komm Leo.“

Er hatte ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen und zwinkerte Leo zu. Der nickte. Die beiden jungen Männer blieben zurück und bogen in einen der spärlich erleuchteten Flure ab. In dem alten Gutshof gab es unzählige Flure, Türen, Räume verschiedenster Größe, Dachböden, Treppen und Kellergewölbe. Nachdem Leo und Gabriele eine Tür geöffnet, eine Treppe hinab gestiegen, zwei Keller durchquert, einen modrigen Flur entlang, eine Treppe hinauf gegangen, Gabriele eine Tür aufgeschlossen, sie einen kleinen Vorraum betreten und eine dritte Tür geöffnet hatten, befanden sie sich in der Sakristei der Kapelle.

„Nicht gerade warm hier?“, stellte Leo fest.

„Jammer nicht“, lachte Gabriele, „sonst müsste ich denken, die Stadt verweichlicht dich.“

Leo knuffte seinen Bruder freundschaftlich in die Seite.

„Ja, nicht frech werden.“

„Ich dich nicht“, wehrte Gabriele lachend ab.

Er zündete einen Kienspan an und warf ihn in den kleinen eisernen Gussofen. Sofort fingen die dünnen Äste unter den Holzscheiten Feuer und innerhalb kürzester Zeit bollerte der Ofen sachte vor sich hin und gab eine angenehme Wärme ab.

„Wird Pater Daniele nicht böse, wenn du seinen Holzvorrat abfackelst?“, fragte Leo schmunzelnd.

Gabriele schüttelte unwillig den Kopf.

„Vater lässt uns jeden Herbst soviel Holz herüber schleppen, damit könntest du den Mailänder Dom heizen, da werde ich ja wohl etwas für uns verbrauchen können.“

Er nahm eine der dicken Altarkerzen, die Pater Daniele in der Sakristei aufbewahrte, und zündete sie an. Sie flackerte einen Augenblick, brannte dann aber gleichmäßig vor sich hin.

„Außerdem genießt Pater Daniele jeden Sonntag unsere Gastfreundschaft. Wie war das noch: geben ist seliger denn nehmen?“

Leo konnte sich das Lachen nicht verkneifen.

„Schön wieder zu Hause zu sein.“

Die Brüder setzten sich neben den Ofen. Leo zog ein silbernes Etui aus der Brusttasche des Jacketts und reichte es Gabriele.

„Danke! Die guten Kubanischen.“

Gabrieles Augen leuchteten. Er zog eine Zigarrenschere aus seiner Hosentasche entfernte das obere Ende der schlanken Cohiba und reichte sie an seinen Bruder weiter. Bevor die Zwei ihre Zigarren anzünden konnten, öffnete sich die Tür zur Sakristei. Die Zwillinge erschienen.

„Schau sie dir an!“, Riccardo schüttelte den Kopf, „ein konspiratives Treffen ohne uns.“

„Das sieht euch ähnlich“, fügte Antonio an.

Die Zwillinge ließen sich ebenfalls am Ofen nieder und Leo reichte ihnen sein Etui und die Zigarrenschere. Gabriele seufzte.

„Kann man in diesem Haus keine Geheimnisse habe?“

Die Zwillinge grinsten.

„Ein Friedensangebot.“

Antonio und Riccardo reichten ihren älteren Brüdern jeweils eine flache silberne Flasche. Gabriele öffnete den Verschluss und schnupperte an der Öffnung.

„Wie habt ihr das geschafft? Vaters guter Whiskey!“, sagte er anerkennend und nahm einen Schluck.

„Tja, wer kann, der kann.“

Die Zwillinge grinsten und zündeten sich die Cohibas an. Schweigend saßen die Brüder beieinander und pafften. Ab und an nahm einer einen Schluck Whiskey. Zwischen ihnen brauchte es nicht viele Worte, auch wenn es in Diskussionen oft heiß herging.

Leo war 25, Gabriele 24 und die Zwillinge 22 Jahre alt. Niemals hatte es ein Außenstehender geschafft einen Keil zwischen die Brüder zu treiben. Ihre Charaktere waren manchmal Feuer und Wasser, aber die Stimme des Blutes war so stark, dass sie bis dahin allen Anfeindungen standgehalten hatte. Selbst ihren Eltern gegenüber bildeten sie eine gemeinsame Front. Sie konnten nicht ahnen, dass ihre Loyalität in dieser Nacht auf eine harte Probe gestellt werden sollte….

Der Text entstand in einer Schreibstunde, in der es um den Ort im Text ging. Erst sollte der Ort beschrieben werden, dann sollten die Personen auftreten. Als Anregung hatten wir ein Bild von einem italienischen Dorfplatz mit Kapelle und Haus.

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