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Posts Tagged ‘Stress’

oder Studenten auf Reisen

 Nachdem ich endlich Studentin sein darf, ist es an der Zeit die neu gewonnene Freiheit zu genießen und sich dem Leben hinzugeben. „Das Leben wurde geschaffen für große Abenteuer & große Freundschaften.“ So haben meine Mitstudentin Uschi und ich eine spontane Reise zu einem Konzert der Band PROJEKTiON in die Niederlande geplant.

PROJEKTiON

PROJEKTiON

Nein, die Reise zum Konzert der Band ist nicht meinem neuen Seminar: Verstehen an der Grenze – Fremde Lebenswelten beobachten – verstehen – beschreiben, geschuldet, sondern wurde durch einen netten Zufall auf Twitter ausgelöst. Dort stieß ich vor einigen Wochen auf diese interessante Band aus den Niederlanden. Da ich Musik liebe  (und die Niederlande), sie auch zum Schreiben brauche, und ich es spannend finde neue Musik/er zu entdecken (dank meiner Kinder, die immer mal wieder ungewöhnliche Musik nach Hause brachten und mich inspirierten) klickte ich den Song an.

PROJEKTiON – Stranded

Dieser Song ist eine wunderschöne Ballade und gefiel mir auf Anhieb. Der Leadsänger beherrscht die leisen Töne, aber wie man bei dem Song „Delirious“ hören kann, auch die rockigen Vocals.

PROJECTiON – Delirious

Die Band kommt aus den Niederlande, Provinz Gelderland aus den hübschen Städtchen Winterswijk, Varsseveld, Borculo. Die Musiker blicken auf langjährige Erfahrungen zurück, traffen bei Auftritten öfter aufeinander, bis sie sich in der jetzigen Konstellation zusammenfanden. Die Bandmitglieder: Richard Immink (drums and vocals), Frank van Eerden (guitar and vocals), Herman Wiggers (lead vocals), Peter Pampiermole (keyboards and vocals), Jürgen ten Have (bassguitar and vocals) schreiben und komponieren alle Songs selbst.

Das Debüt-Album heißt Realitivity und entstand 2015 – Genre: Melodic/ Progressive Rock. Die Songs des Konzeptalbums stehen zwar alle für sich, bilden aber eine harmonische Einheit. Die Bandmitglieder haben beim Schreiben der Songs ihr Leben, ihre Erfahrungen einfließen lassen.

Das Album ist eine musikalische Beschreibung des Lebens mit allem was uns im Alltag begegnet: Eile, Stress, Erwartungen, Druck, Überzeugung, Zweifel, Reue, aber natürlich auch Freude, Liebe und Glück, die ein unersätzliches Gegengewicht bilden. Die Relativität der Realität. Realitivity. So entstand ein Album, das sich zu einer stimmig-melodischen Einheit zusammenfügt.

Background Magazin über PROJECTiON

Informationen in englischer Sprache

Webseite der Band PROJECTiON

In Niederländisch.

Das Konzert findet am 24.11.2016 im Muziek Cafe Merleyn, in 7001 Doetinchem, Grutstraat 4 statt. Muziek Cafe Merleyn

Und was das Studentische in der Reise betrifft – nach dem Konzertbesuch wird es einen kleinen Reisebericht geben. Denn tatsächlich wird dies das zweite Konzert meines Lebens. Das erste Konzert war im Olympia Stadion Berlin – U2 – Zoo Tour. Eine zweite Premiere sozusagen. Es ist doch toll, dass man mit 51 Jahren Dinge  zum (fast) ersten Mal erleben kann.

„Die Inspiration ist vorbei, nun kann ich mich wieder an die Arbeit machen.“                                             Stanislaw Afanasjew

Ein schönes Zitat. Zeigt es doch, dass wir nie aufhören dürfen neugierig und interessiert zu sein. Sich mit Neuem zu befassen um sich inspirieren zu lassen. Der Sehnsucht nachzugeben, dem Leben ein Abenteuer abzutrotzen und sich nicht kampflos dem Alltag zu überlassen. Ohne Inspiration kann unsere Kreativität nicht befruchtet werden. Das kann sicher jeder Künstler bestätigen. Und wer den Funken der Inspiration gespürt hat, kann und will ihn nicht mehr missen.

„Wir bereuen am Ende unseres Lebens das, was wir nicht getan haben. – Noch niemand hat am Ende gedacht, schade, ich habe viel zu wenig Zeit im Büro verbracht.“

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Der Kellner trat an den Tisch und Anna hielt ihren Kommentar für einen Moment zurück. Sie wartete, bis er den Cappuccino und den Milchkaffee serviert hatte, und sagte, nachdem er außer Hörweite war:

„Du bewegst dich auf dünnem Eis.“

Sandrine verdrehte die Augen theatralisch und machte eine ungeduldige Geste.

„Ach, meinst du?“

Anna setzte zu einer Erwiderung an, doch Sandrine war schneller. Sie hatte ihre Sonnenbrille abgesetzt und sah Anna direkt in die Augen.

„Und was soll ich deiner Meinung nach tun – alles weiterlaufen lassen wie immer?“ In ihrer Stimme schwangen Resignation und Traurigkeit mit.

„Na, jedenfalls nicht allein in den Urlaub fahren.“

Sandrine schüttelte unwillig den Kopf. Sie zog die Augenbrauen zusammen. Über ihre Nasenwurzel erschien eine Falte.

„Ich bitte dich! Als ich gefragt habe, wollen wir mal für ein paar Tage weg, hat er mir einen Blick zugeworfen, als wäre ich reif für die Klappse.“

„Hm.“

Anna kannte Marc gut und wusste, dass es genau, das war, was er getan hatte. Sie hätte das auch nicht ohne Weiteres hingenommen, hielt es aber für ihre Pflicht, die Stimme der Vernunft zu übernehmen.

„Ja, genau! Hm. Und dann hat er gesagt, er wäre so gestresst, dass wäre jetzt gerade nichts, vielleicht später.“

„Hm“, Anna wollte Sandrine beruhigen, aber bevor sie ein positives Argument für Marcs Dummheit finden konnte, sprach Sandrine weiter.

„Verschlägt es dir jetzt auch schon die Sprache? Später, später, Stress, müde, erschöpft, das Alter – soll ich weiter machen?!“ Sandrine sah Anna scharf an. Die schüttelte mit dem Kopf. „Gott, ich kann es nicht mehr hören!“

Anna spürte, dass es keinen Zweck hatte, etwas zu erwidern und schwieg.

„Ich bin nicht scheintot – nur fünfzig.“

„Du hast schon recht, dass würde mir auch nicht gefallen, aber … “, Sandrine unterbrach Anna genervt.

„Bitte „aber“ du jetzt nicht auch noch. Auf Moralpredigten habe ich keine Lust. Ich lasse mich nicht mehr festnageln. Ich schaue mir das Drama jetzt seit ein paar Jahren an, rede mir regelmäßig den Mund fusselig. Jetzt reicht`s. Entweder unternehme ich noch was, oder ich spring in die Grube, aber dazu reicht meine Frustration nicht aus.“

Anna zuckte mit den Schultern und seufzte.

„Ich hätte es dir nicht sagen soll. Lass uns das Thema wechseln.“

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