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Posts Tagged ‘Sterne’

Das folgende Gedicht, liegt nun seit Tagen auf meinem Schreibtisch. Wenn ich es lese sehe ich mich in eine laue Sommernacht versetzt. Leider fern von dem Geliebten, der Melancholie preisgegeben.

Mitternacht

 

Die Sterne sanft wie Blumen und so nah;

Die Hügel Schattennetze, trägt gewebt;

Kein Einzelblatt, kein Halm, weil alles da

Als Eines lebt.

Kein Mondstrahl schneidet Luft; ein Saphirblau

Erschimmert und erlöscht dann unbewusst.

Und Spitzes sticht in dieser Nacht so lau

Nur in der Brust.

 

Dorothy Parker

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Irgendwo

 

Durch des Lebens Wüste irr ich glühend,

Und erstöhne unter meiner Last,

Aber irgendwo, vergessen fast,

Weiß ich schattige Gärten kühl und blühend.

 

Aber irgendwo in Traumesferne,

Weiß ich wartend eine Ruhestatt,

Wo die Seele wieder Heimat hat,

Weiß ich Schlummer warten, Nacht und Sterne.

 

Hermann Hesse

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Da meine Blogkolleginnen Sabine Wirsching und Marga Auwald wunderbare Sätze in Grün erdacht haben, habe ich mich an roten Sätze versucht.

  • Der Stier sah Rot.
  • Rot wie Blut, weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz.
  • Er lag in einer dunkelroten zähflüssigen Masse.
  • Die untergehende Sonne färbte den Himmel in den verschiedensten Rotschattierungen.
  • Das Feld erglühte unter dem Rot des Klatschmohns.
  • Er zeigte ihm die rote Karte.
  • Die Ampel sprang auf Rot.
  • Ihre tiefrot geschminkten Lippen zogen ihn magnetisch an.
  • Das Rot der Alarmlampe rotierte in der Dunkelheit und tauchte die Szenerie in ein unwirkliches Licht.
  • Das Rote, das will ich.
  • Der rote Backsteinbau strahlte Wärme und Sicherheit aus.
  • Die Sonne legte einen goldenen Schimmer auf ihr rotes Haar.
  • Der Apfel hatte zwei rote Bäckchen.
  • Ich errötete bis unter die Haarspitzen.
  • In der Asche flackerte die Glut rot auf, als er mit dem Schürhaken darin herum stocherte.
  • Das rote Kleid schmiegte sich eng um ihren wohlgeformten Körper und ließ keinen Zweifel an ihre Mission für diesen Abend.
  • Das Buch hat einen roten Ledereinband und ist mit goldenen Buchstaben und einem Pentagramm versehen.
  • Blut tropfte in das Waschbecken und rann in roten Schlieren in den Ausguss.
  • Der Rubin leuchtete in einem geheimnisvollen satten Dunkelrot.
  • Du bist die nächste, hatte jemand in roten Lettern auf die Haustür geschrieben.
  • Der eine Rosenstock war weiß, der andere rot.
  • Auf dem roten Uniformrock glänzten goldene Litzen und Sterne.
  • Das Licht der roten Laterne flimmerte eine Sekunde, dann erlosch es.
  • Er setzte den Rotstift an, der sich grausam durch den Text fräste.
  • Als er die letzte rote Kerze angezündet hatte, schlug ihr Herz bis zum Hals

 

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Es gibt so Schönes in der Welt

Daran du dich nie satt erquickst

Und das dir immer Treue hält

Und das du immer neu erblickst

Der Blick von einer Alpe Gart

Am grünen Meer ein stiller Pfad

Ein Bach, der über Felsen springt

Ein Vogel, der im Dunkel singt

Ein Kind, das noch im Traume lacht

Ein Sterneglanz der Winternacht

Ein Abendrot im klaren See

Bekränzt von Alm und Firneschnee

Ein Lied am Straßenzaun erlauscht

Ein Gruß mit Wanderern getauscht

Ein Denken an die Kinderzeit

Ein immer waches, zartes Leid

Das nächtelang mit seinem Schmerz

Dir weitet das verengte Herz

Und über Sterne schön und bleich

Dir baut ein fernes Heimwehreich.

                    Hermann Hesse, 1902

 

Die Worte Hermann Hesses sind nun schon 114 Jahre alt und haben nichts von ihrem Zauber und ihrer Wahrheit verloren.

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Eine lichte Mitternacht

Dies ist deine Stunde, o Seele,

Dein freier Flug ins Wortlose

Weg von Büchern, weg von Künsten

Nach getilgtem Tag nach getaner Arbeit,

Dich ganz und weitfort hebend

Schweigend staunend sinnend

Über das, was Du am meisten liebst:

Nacht, Schlaf und die Sterne.

Walt Whitman

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Selbst die Meister der Literatur hatten manchmal Probleme mit dem Wollen und dem Können:

„Die Wahrheit jedoch ist, dass die übervolle Seele sich bisweilen in eine völlig leere Sprache ergießt, denn niemand von uns kann jemals das wirkliche Ausmaß seiner Wünsche, seiner Gedanken oder seiner Leiden ausdrücken; und die menschliche Sprache gleicht einem zersprungenen Kessel, auf dem wir krude Rhythmen wie für Tanzbären trommeln, während wir uns danach sehnen, eine Musik zu machen, bei der die Sterne schmelzen.“                                          Gustave Flaubert

 

Die Sterne hören mein Seufzen.

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„Jeder Augenblick, jedes beiläufige hingeworfenen Wort,
jeder Blick, jeder tiefe oder nur als Scherz gemeinte Gedanke,
jede unmerkliche Regung des menschlichen Herzens,
ebenso wie der fliegende Flaum der Pappeln oder
das Blinken der Sterne in einer Pfütze bei Nacht –
alles sind kleine Körnchen Goldstaub.
Wir Schriftsteller gewinnen sie im Laufe von Jahrzehnten,
diese Millionen kleiner Körnchen,
wir sammeln sie, ohne es selbst zu merken,
verwandeln sie in eine Legierung
und schmieden dann aus dieser Legierung
unsere „Goldene Rose“ –
eine Erzählung, einen Roman oder eine Dichtung.“

Konstantin Paustowski, Die goldene Rose

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