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Posts Tagged ‘sterben’

Sterben & Werden

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Du bist meine Achillesferse

Mein kostbarstes Stück

Kein Schmerz soll dich treffen

Mein Verständnis ohne Ende

Nur du bist wichtig

Wenn du unglücklich bist

Kommen mir dir Tränen

Fühlst du eine Sorge

Trifft sie mich doppelt

Bist du Glücklich

Bin ich zufrieden

 

Und doch

Mit jedem Wort von mir

Entfernst du dich

Baust eine Mauer

Aus Widerwillen

Gute Argumente sterben

Verwehen – Asche im Wind

Platzen wie Seifenblasen

Auf rauem Grund

 

Meine Liebe ist armselig

In deinen Augen

Du denkst ich bin bedürftig

Kannst nicht sehen

Dass es echt ist

Ohne Täuschung und Hintergedanken

Ich habe mein Herz geöffnet

Auf dem Silbertablett serviert

Nichts zurückgehalten

 

Liebe muss nicht kämpfen

Liebe ist

Liebe muss nicht betteln

Liebe gibt

Liebe muss nicht reden

Liebe versteht

Liebe schwankt nicht

Liebe besteht

Liebe muss nichts beweisen

Liebe existiert

Liebe läuft nicht davon

Liebe bleibt

 

Ich bin meine Achillesferse

Mein kostbarstes Stück

Du kannst mich nicht sehen

Dich nicht ganz erfassen

Mein Gefühl für dich

Hat mich verwundbar gemacht

Ich klebe Pflaster auf die Wunde

Lerne aus dem

Was man Leben nennt

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… Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen
Sagt man
Blieben darunter verborgen
Und dann
Würde was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein

… singt Reinhard Mey. Alle Wolken dieser Welt können nicht verschleiern, welche Schrecken sich auf unserer schönen Erde abspielen. Die Dinge, die mir „wichtig“ sind, sind dermaßen unwichtig, vor dem was in der Welt draußen passiert, dass ich mich frage, was tust du da eigentlich? Was bedeutet es Bücher zu schreiben, auf einen Verlag zu hoffen, der sie veröffentlicht? Was soll die Sorge um all die Alltäglichkeiten? Menschen sterben, Menschen hungern, Menschen leben auf verseuchtem Land.

Das Publikum interessiert sich dafür, welcher Promi (A bis Z Promi) sich trennt und mit wem zusammen ist. Schaut arroganten reichen Typen dabei zu, wie sie ihr Geld ausgeben und dummes Zeug reden. Nehmen Anteil daran, wie sich Leute in Pseudodokusoaps an hausgemachten (Drehbuch) Problemen abarbeiten. Wie kann das sein?

Wie ist es möglich das Menschen, die Brüder, Väter, Mütter, Schwestern, sind und Töchter, Söhne, Geschwister, Eltern, haben, andere Menschen umbringen? Was geht in Menschen vor die glauben, für eine Religion, Ideologie oder was auch immer, das „Recht“ zu haben, anderen Menschen das Leben zu nehmen?

Doch es ist nicht nur das Große, es fängt im Kleinen an. Wer hat wirklich Zeit zu zuhören, wenn es jemandem schlecht geht? Es wird lieber Geld verschenkt, als Zeit. Mitgefühl und Rücksicht verschwinden zusehends und sind schon fast veraltete Tugenden. Verständnis kostet Zeit, die wir nicht haben und die uns vielleicht einen Teil unserer Bequemlichkeit kostet.

Unser Planet ist so winzig geworden, wird sitzen alle im selben Boot und es ist erstaunlich mit welcher Vehemenz manche Menschen Löcher in dieses Boot schlagen, als würden sie nicht mit ihm untergehen.

Ich würde gerne über Hoffung schreiben – aber selbst die großen Schriftsteller sind sich nicht einig – ist Hoffnung unverzichtbar oder hoffen nur die Narren? Ich weiß es nicht. Ich wünsche, das trifft wohl eher zu.

Ich wünsche uns Hoffnung auf ein besseres Morgen.

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Regen

 

Regen fällt

Seit Tagen schon

Lange Tropfenschnüre

Perlen über Fensterscheiben

Suche nach dem Blau

Erfolglos

 

Tränen rinnen

Seit Tagen schon

Endlos klebrige Fäden

Spinnen mich ein

In ein Korsett

Aus Schmerz und Einsamkeit

 

Traurigkeit fließt

Seit Tagen schon

Über alle Ränder

Meiner betäubten Seele

Kann nicht leben

Kann nicht sterben

 

Herz blutet

Seit Tagen schon

Du bist gegangen

Die Tür ist verschlossen

Wo bleibt die Liebe

Stumm

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Singt mein Herz, die du gesungen.
Still auf deinem Knie
Lag mein Haupt, von deinem Arm umschlungen.

Schwerer Duft der Nacht
Zog mit müdem Hauch vorüber.
Bang hab` ich gedacht:
Sterben müsst ich, hätt ich dich noch lieber.

Liebst du auch so sehr?
Warum singst du solche Lieder?
Aus verhülltem Meer
Läuten Glocken auf und tauchen nieder.

Tief im dunklen Dom
Schwanken Weihrauch und Choräle…

Wie ein Tränenstrom
Zieht es einsam jetzt durch meine Seele.

 

Ach, wie schön 🙂

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Oh, Himmel – es ist wahr! Mit jedem Stück des Vergessens stirbt etwas in mir. Das kann, darf nicht sein! Ich will nicht vergessen, wie sich Liebe anfühlt. Verliebtsein – das alles mit sich reißt und dem nichts standhält.

Der Gedanke, der Traum von Liebe könnte dem Vergessen anheimfallen beunruhigte mich. Bis gestern. Aber ich habe nichts vergessen. Mein Körper, mein Kopf, mein Herz haben nichts von alledem vergessen.

Liebe ist das Schönste und das Schlimmste. Romeo und Julia, Paris und Helena, Kleopatra und Marc Anton – Liebe ohne Grenze überdauerte Jahrtausende, bis zu den einsamsten Sternen und zurück und doch fielen Reiche ihretwegen.

Ich habe nichts vergessen. Liebe ist selbstsüchtig, verrückt, überwältigend, leidenschaftlich, hinterlässt verbrannte Erde. Liebe ist sanft, rücksichtsvoll, selbstlos, inspirierend, erfüllend. Liebe ist alles und ohne sie, ist alles nichts.

Liebe erschafft. Liebe bewegt. Liebe hält allem stand. Nur die Liebe ist stärker, als das Schwert und das Wort. Ich glaube daran. Ich muss daran glauben. Denn ich will sie nie vergessen. Sonst wäre ich schon tot.

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Ich träumte von dir
Ohne zu fragen stößt du mich
Tiefer in den Wahnsinn Liebe
Schöpfer meiner Lust

Wo kamst du her
Nach so viel hohlen Stunden
Wo gingst du hin
Nachdem der Traum entschwunden

Du hast mein Herz gefasst
Bist leis gegangen
Und nahmst es mit
Ohne mir deins zu lassen

Bin leer
Wenn du nicht bei mir bist
So müde vom Sehnen
Der Berührung deiner Hand

Ausgegossen in die Einsamkeit
In die Wüste Einerlei
Kein Blick mich hält
In der Nacht endloser Stille

Ich unter dir eingeschlagen
Mit glühendem Eisen
Du in mich getrieben
Mit roher Kraft

Treibst das Räderwerk neu an
Das mich längst tausendfach zermahlen
Bis nichts mehr übrig war
Das deine Gier mästen konnte

Unerfülltes Begehren brennt Male
In meine stöhnende Seele
Haut an Haut geleimt
Mund an Mund gekettet

Hast mich von dir losgerissen
Blutend aus offenen Wunden
Die Zeit nicht heilen will
Flehe ich dich an

Hab ein Herz
Gib mir meins zurück
Bevor ich an Liebe sterbe
Die du längst vergessen hast

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Schweißgebadet schreckt sie hoch. Sie hat ein Geräusch gehört. – Vielleicht eine SMS? – Es ist Dunkel. Nur der Bildschirm ihres Computers spendet etwas Licht. Sie hat jedes Zeitgefühl verloren. Ihr Kopf tut weh. Es pocht, als schlüge jemand mit dem Hammer gegen die Schädeldecke. Sie hat einen schalen Geschmack im Mund und unterschwellige Übelkeit kriecht ihre Kehle hinauf. Neben dem PC stehen zwei leere Flaschen Rotwein. Sie hört sein leises Summen. Da wieder dieses unverkennbare Geräusch. – Oh mein Gott, er ist endlich im ICQ und ich hab es verschlafen. –

Wie von Furien gehetzt springt sie aus dem Bett, stolpert und stößt ihr Weinglas vom Tisch, das in tausend Stücke zerspringt. – So ein Scheiß. – Seit zwei Wochen hat er sich nicht gemeldet. Ihr Körper ist ausgezehrt von dieser zerstörenden Sehnsucht. Ihrer ganz persönlichen Obsession. Ein Mann, der sie nur mit Worten stimuliert, sie rasend vor Verlangen auf die Knie sinken lässt, bis sie darum bettele, dass er endlich kommt und sie fickt.  – Fast Tag und Nacht hab ich vor dieser blöden Kiste ausgehalten und ausgerechnet heute Nacht verschlafe ich ihn. –

Im ICQ-Fenster stehen nur ein paar Worte: „Hi, bist du da? Lust auf einen Quickie …“ und „Schade, schläfst wohl schon. Ok, dann mach ich es mir selber … stell mir vor, wie wir es zusammentreiben …“

In ihrem Kopf hört sie seine spöttische Stimme. Er weiß, dass sie nun Amok läuft. Sie will schreien! Aber ihre Kehle ist wie zugeschnürt. Sie schluchzt, immer stärker schüttelt es sie. Ihr Körper krampft sich zusammen. Sie geht zu Boden, zusammengekauert wie ein geprügelter Hund. Der Schmerz krallt sich an ihr Herz, den quetscht ihren Magen zusammen und rast durch ihren Kopf. Sie heult und lacht, versucht ihren hysterischen Körper zu kontrollieren. – Wenn er nicht bald herkommt und mich fickt, werde ich sterben. – Sterben an ihrer kranken Liebe, an der Achterbahn ihrer Gefühle, sterben am Alkohol, der sie noch aufrecht hält. Aber es ist ihr egal. Sie braucht ihn, wie die Luft zum Atmen, auch wenn es Momente gibt, in denen sie ihn umbringen möchte. Dann könnte ihn keine andere haben. Sie rappelt sich auf. Mit zitternden Fingern zündet sie sich eine Zigarette an und geht auf die Suche nach dem Stoff, aus dem die Träume sind. Sie finde noch eine Flasche Sekt. Trinkt aus der Flasche. Ihr ausgemergelter Körper ist nur noch eine Hülle ihrer fiebrigen Hirngespinste.

– Er ist meine Droge, der Stoff meiner ertränkten Träume. Aber er ist nicht hier, um mich zu ficken. Dabei ist das alles, was ich will. Endlich das tun, was wir die ganze Zeit am PC treiben. Sex haben, jeden Tag Sex. Ich will diesen verdammten Sex. Ich will, dass er mich solange fickt, bis ich tot umfalle. Sterben werde ich sowieso, also warum nicht bei einem guten Fick? Was für ein Tod! Danach nie mehr aufwachen. Nie mehr Spielchen, die mich in den Wahnsinn treiben und ohne die ich nicht mehr leben kann. Nie mehr vergeblich hoffen, dass er kommt, um es mit mir zu treiben. Nie mehr die leeren Versprechungen, dass er kommt, und dann im letzen Augenblick absagt. Nie mehr die Ungewissheit, ob er mich will oder nur sein Ding durchzieht. Los komm und fick mich bis mein Herz versagt, damit ich nie mehr aufwachen muss. – Der ICQ-Ton versetzt ihrem quälenden Gedankenkarussell einen durchdringend Impuls. Sie stürzt an den Schreibtisch. Stößt sich das Schienbein am Couchtisch. Sie fühlt es nicht. – Er ist da! –

„Hey, Prinzessin, wollte mich nur kurz melden. Bin die nächsten Wochen geschäftlich viel unterwegs … denk an dich“, liest sie. „Vielleicht sehen wir uns danach.“

Mit zitternden Fingern gibt sie eine Antwort ein. Drückt auf Senden. Sie sieht, dass er den Messenger schon verlassen hat. Sie stiert auf den Bildschirm. Immer wieder liest sie seine Nachricht, als könnte sie ihnen dadurch eine andere Bedeutung verleihen, oder ihn zur Rückkehr an den PC bewegen. – Er denkt an mich. Er meldet sich, wenn er kann. Wahrscheinlich sehen wir uns, wenn er zurück ist. – Irgendwann füllen sich ihre Augen mit Tränen. Sie setzt die Flasche an, trinkt. – Ich muss nur durchhalten, dann wird alles gut. Ganz bestimmt! –

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Ich bin wütend. Auf die Schriftstellerin, die mich an der Nase herumgeführt hat. Davon abgesehen, dass ich auf die Verbindung zu Proust bis Seite 273 (die vorletzte Seite des Romans) warten musste, bin ich total enttäuscht über das Ende. Es mag ja ganz toll sein, dem Leser am Ende den letzten Kniff zu präsentieren. Aber so? Ich könnte platzen!

Kurz der Inhalt:

Eine alte Dame soll ins Seniorenheim und wird von ihrer Enkelin gerettet. Sie leben zusammen in der Pariser Wohnung der Enkelin und beide profitieren davon. Die alte Dame blüht auf und verliebt sich noch einmal, während die Enkelin von der Lebenserfahrung ihrer Großmutter schöpft und erkennt, was wirklich wichtig ist. Die Großmutter, eine einfache Frau, hat ihr Leben lang heimlich die alten Meister gelesen und hilft ihrer Enkelin, ihren Roman zu überarbeiten.

Soweit so gut. Es dauerte eine Weile, bevor ich mit dem Lesen in Schwung kam. Es ist ein ruhiges Buch. Mit schönen Worten geschrieben, mit Weisheiten, in denen ich mich als Schriftstellerin und Frau wiedererkannte. Darum las ich weiter. Der Gedanke gefiel mir, dass es tatsächlich diese Gemeinschaft zwischen den beiden Frauen geben könnte. Dazu die romantischen Liebesgeschichten, die trotzdem nicht kitschig waren.

Bis zum Epilog! Da erzählte mir die Autorin dann allen Ernstes, dass die Enkelin vor Schuldgefühlen zerfließt, weil die Großmutter innerhalb von vier Monaten in diesem verfluchten Heim gestorben ist, denn die Enkelin hatte nicht den Mut die Großmutter mitzunehmen. Sie hat sich im Grunde die „gute“ Geschichte nur geschrieben, weil sie zu feige für das echte Leben war.

Alles war nur Fake! Bis auf die Tatsache, dass die Großmutter heimlich gelesen hat. Warum? Verdammt und zugenäht! Darf es denn noch nicht einmal mehr in „Wohlfühl“-Büchern ein Happy End geben? Hat sich die Autorin gedacht: „Hey, ich hatte nicht genug Drama in der Geschichte – ich muss schnell noch ein schlimmes Ende erfinden.“

Ich habe schon viele Bücher gelesen. Nicht immer ging alles gut aus und jemand starb. Kein Problem. Am Ende sterben wir alle und wo es hinpasst – Super! Ich bin die Letzte, die sich deswegen beschwert (Anna Karenina, Madame Bovary …), selbst ich lasse am Ende meiner Bücher/Geschichten wichtige Personen sterben. Aber ich lese doch nicht 274 Seiten, um am Ende zu hören: „Ätsch, ich hab dich reingelegt“. Ich neige langsam zu der Ansicht, dass ich das Ende eines Buches im Voraus lesen sollte, um dann zu entscheiden, ob ich wissen will, wie es dazu kam.

             Es dauert immer eine Weile, bis ich mich beruhigt habe. Diesmal wird es nicht so lange dauern. Als Nächstes werde ich die „Grasharfe“ von Truman Capote lesen. Ich habe es in der Stadtbücherei angefangen. Es hat mich von der ersten Seite an gefesselt. So ein Buch muss ich besitzen, das leihe ich mir nicht nur aus. Es wird mir über meine Enttäuschung hinweg helfen, da bin ich ganz sicher. Bücher sind Seelentröster, und wenn uns die guten Bücher nur über die schlechten hinweg trösten – Auftrag erfüllt.

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Ich liebe diesen Film von Woody Allen „Midnight in Paris“. Gil Pender, ein Drehbuchschreiber, der gerne „richtiger“ Schriftsteller werden möchte, trifft im Paris der wilden 20er Jahre die Elite der Schriftsteller und Maler. Hemingway (mit dem er das unten zitierte Gespräch führt), Scott Fitzgerald, T.S. Eliot, Dalì, Picasso, Cole Porter (Musiker) usw. Gil steigt um Mitternacht in ein antikes Taxi, das ihn durch die Zeit in seine bevorzugte Vergangenheit bringt. (Warum ist mir die Geschichte nicht eingefallen *g*?)

Gil: „Und? Hatten sie Angst?“

Hem: „Wovor?“

Gil: „Davor getötet zu werden?“

Hem: „Du wirst nie gut schreiben, wenn du den Tod

Fürchtest. – Fürchtest du dich?“

Gil: „Ja, tu ich. Ich würde sagen, dass ich mich davor

am meisten fürchte.“

Hem: „Das haben andere Männer vor dir auch schon getan

und andere Männern nach dir werden das tun.“

Gil: „Ich weiß.“

Hem: „Hast du dich jemals mit einer grandiosen Frau

geliebt?“

Gil: „Ehrlich gesagt, ist meine Verlobte ziemlich

sexy.“

Hem: „Und wenn ihr euch liebt, verspürst du eine wahre

und wunderschöne Leidenschaft und zumindest für

diesen Augenblick verlierst du die Furcht vor dem

Tod?“

Gil: „Nein, das kommt nicht vor.“

Hem: „Ich glaube, dass eine Liebe, die wahr und rein

ist, einem eine Atempause vom Tod verschafft. Alle

Feigheit rührt vom nicht lieben oder vom nicht gut

lieben, was auf dasselbe hinaus läuft. Und wenn

der Mann furchtlos und treu ist und dem Tod tapfer

ins Auge blickt, wie einige Nashornjäger, die ich

kenne, oder Belmonte (Torero), der wahrhaft Mut

besitzt, liegt es daran, weil er mit genug

Leidenschaft liebt, um den Tod aus seinen Gedanken

zu verdrängen. Solange bis er zurückkehrt, wie zu

allen Männern. Und dann muss man wieder richtig

gut lieben. Denk drüber nach.“

Ich habe darüber nachgedacht. Ernsthaft! Auch auf die Gefahr hin, dass Schriftsteller im Allgemeinen und vielleicht Hemingway im Besonderen ziemlich skurrile Typen mit nicht ganz massenkompatiblen Meinungen und Ideen sind. (Aber es gefällt mir, denn wer will schon wie die Masse sein?) Auf jeden Fall bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Hemingway (in dem Film) recht hat. Wer weiß, wer dem Filmschriftsteller Hemingway, die Worte in den Mund legte, oder ob er es wirklich sagte?

Ein original Zitat: „Ich wünschte, ich wäre gestorben, bevor ich jemand anders als sie liebte.“  (Er sprach von seiner ersten Frau)

Ein Gedanke, den ich gut nachvollziehen kann. Doch in diesem Fall ist es unerheblich, ob es der echte oder der Film-Hemingway gesagt hat, weil ich denke, dass es stimmt. Wenn man mit Leidenschaft liebt, dann kann man sich eine Atempause vom Tod verschaffen. Fallen lassen. An nichts mehr denken. Nichts davor und nichts später. – Für diverse Gedanken über Alltagskram und Todesangst ist danach genug Zeit. Lieben wir zu wenig? – Ja, gut – rein rhetorisch.

Ich habe meine Entscheidung getroffen. (Ich glaube: wir lieben zu wenig.) Heute morgen im Auto. Musik dröhnte aus den Boxen. Die Sonne ging über Raureif bestäubten Feldern auf. Der Himmel im zartesten Rosa. Die A 45 frei und ich allein im Auto, auf dem Weg zu Freunden. Automeditation. Es ist wie beim Laufen. Ich kann beim Fahren (vorzugsweise beim Schnellfahren) viel besser denken. Mit der Geschwindigkeit fließen die Gedanken dahin. Wenn es doch nicht so teuer und umweltschädlich wäre … so ist das mit den Leidenschaften.

Leidenschaftlich lieben kann man immer. Jeden Tag, jede Stunde. Ohne Umweltschäden oder Geld. Dazu gehört nur ein offenes Herz. Sollte das so schwierig sein, wenn man sich überlegt was man dafür bekommt? Einen Blick auf die Ewigkeit. Und wenn es nur dieser eine kurze, wahnsinnig ekstatische Moment ist. Am Ende bleibt nur die Liebe, wenn schon alles andere vergangen sein wird. Und in gewisser Weise beruhigt mich das.

 

 

 

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