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Posts Tagged ‘Sprache’

Kraftlos erschöpft ausgeliefert

Der Langeweile des Alltags

Trauere ich um vergangene Leidenschaft

Ungehört vertrocknen meine Tränen

 

Ich stehe im trockenen Flussbett

Nackt und bloss

Sehne das Wasser herbei

Kein Regen bringt Erlösung

 

Eisiger Wind umtost mich

Friere in der Dunkelheit

Worte klingen im Sturm

Sinken in meinen Körper

 

Gedanken regen sich

Gefühle fangen Feuer

Wasser umspült meine Füße

Mein Herz atmet auf

 

Der Fluss füllt sich

Fließt in seinem Rhythmus

Er hält mich

Trägt mich wieder

 

Füllt meinen Körper mit Schwingungen

Füllt meine Seele mit Gefühlen

Weckt Träume auf

Gibt Fantasien Farbe

 

Ich tauche hinab

Immer tiefer auf den Grund

Die Angst vergeht

Bin nicht allein

 

Höre deine Worte

Sprichst meine Sprache

Unausgesprochenes Verstehen

Deine Hand hält meine

 

Körper tanzen umeinander

Gedanken winden sich in einander

Fantasien verweben sich

Zu einer neuen Geschichte

 

Erst nur ein Flüstern

Von Mund zu Mund

Küssen uns die Musen

Und du mich?

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Hier noch ein Text von einem mir bisher unbekannten Autor:

Ich fühlte mich nun viel besser und war voller Hoffnungen. Ich spürte den Kuss immer noch auf meinen Lippen, als wäre er ein körperlicher Gegenstand; ich hütete ihn sorgsam und bewahrte ihn wie einen Schatz an Entzücken, was für einen Verliebten das erste Süße Erlebnis ist. Der Kuss wird nämlich von dem schönsten aller Körperorgane gezeugt; denn der Mund ist das Organ der Sprache, und die Sprache ist der Schatten der Seele. Die Vereinigung zweier Münder lässt köstliches Wonnegefühl in die Brust hinabströmen und zieht die Seelen zu den Küssen empor. Ich kann mich nicht erinnern, jemals zuvor ein derartiges Glück empfunden zu haben; damals erfuhr ich zum ersten Mal, dass nichts einem Liebeskuss an Glückseligkeit gleichkommt.

Aus: Leukippe und Kleitophon

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Selbst die Meister der Literatur hatten manchmal Probleme mit dem Wollen und dem Können:

„Die Wahrheit jedoch ist, dass die übervolle Seele sich bisweilen in eine völlig leere Sprache ergießt, denn niemand von uns kann jemals das wirkliche Ausmaß seiner Wünsche, seiner Gedanken oder seiner Leiden ausdrücken; und die menschliche Sprache gleicht einem zersprungenen Kessel, auf dem wir krude Rhythmen wie für Tanzbären trommeln, während wir uns danach sehnen, eine Musik zu machen, bei der die Sterne schmelzen.“                                          Gustave Flaubert

 

Die Sterne hören mein Seufzen.

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Er oder Ich

Er oder Ich. Männergeschichten.
Von Fee Zschocke. Erschienen 1980.

Das Buch ist mir zufällig auf dem Bücherflohmarkt in die Hände gefallen. Erst wollte ich es nicht mitnehmen, aber der Klappentext hat mich neugierig gemacht: „Sie lässt ihre Beziehungen Revue passieren – aber nicht nur aus ihrer eigenen Sicht. Sie hat die mehr oder weniger geliebten Freunde selbst zu Wort kommen lassen. Dieses Konzept hat ein irritierendes Resultat gezeigt: Die gleichen Erlebnisse, die gleichen Momente aus der Vergangenheit, kommentiert erst von der Frau, dann vom Mann, bekommen völlig verschiedene Bedeutungen (Weltwoche, Zürich).“

Wenn man das Buch liest, braucht man keine Bücher mehr, die Frau/Deutsch – Deutsch/Frau usw. heißen. Fee Zschockes Geschichten zeigen deutlich, wie verschieden die Interpretationen der gleichen Erlebnisse ausgelegt und verstanden werden. Dabei geht es nicht darum, wer Recht hat oder wer falsch liegt. Jeder der Protagonisten kommt zu Wort und darf seine Sicht der Dinge deutlich machen, die für den Leser nachzuvollziehen sind, egal ob Fee ihre Gefühle schildert oder ihr Gegenüber.

Wenn ich davon ausgehe, dass diese unterschiedliche Auslegung der Ereignisse in 99 Prozent der Beziehungen Anwendung findet, wundert mich nichts mehr. Da hilft auch reden nicht viel weiter. Ich würde am liebsten einen ironischen Spruch loslassen, aber … c`est la vie!

„Ein Buch muss die Axt für das gefrorene Meer in uns sein.“ Kafka

Fee Zschocke hat eine schöne Sprache und Wortschatz, schreibt in interessanten Bildern und beschönigt trotzdem nichts. Es ist, wie es ist. Jeder kann sich in der ein oder anderen Situation wiedererkennen. Z. B.:

„Dennoch war es leicht, Manuel zu lieben, weil ich alles in ihn hineingeheimnissen konnte, all die wilden, romantischen Träume einer Sechzehnjährigen von der Passion mortal, der großen unsterblichen Leidenschaft. Ich liebte nicht Manuel, sondern meine Vorstellung von ihm: Manuel, mon amour. Er lebte in mir einzig durch seine Briefe.“

Ein schönes und ein gutes Buch, das leider nur noch antiquarisch zu erwerben ist.

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Der Kellner trat an den Tisch und Anna hielt ihren Kommentar für einen Moment zurück. Sie wartete, bis er den Cappuccino und den Milchkaffee serviert hatte, und sagte, nachdem er außer Hörweite war:

„Du bewegst dich auf dünnem Eis.“

Sandrine verdrehte die Augen theatralisch und machte eine ungeduldige Geste.

„Ach, meinst du?“

Anna setzte zu einer Erwiderung an, doch Sandrine war schneller. Sie hatte ihre Sonnenbrille abgesetzt und sah Anna direkt in die Augen.

„Und was soll ich deiner Meinung nach tun – alles weiterlaufen lassen wie immer?“ In ihrer Stimme schwangen Resignation und Traurigkeit mit.

„Na, jedenfalls nicht allein in den Urlaub fahren.“

Sandrine schüttelte unwillig den Kopf. Sie zog die Augenbrauen zusammen. Über ihre Nasenwurzel erschien eine Falte.

„Ich bitte dich! Als ich gefragt habe, wollen wir mal für ein paar Tage weg, hat er mir einen Blick zugeworfen, als wäre ich reif für die Klappse.“

„Hm.“

Anna kannte Marc gut und wusste, dass es genau, das war, was er getan hatte. Sie hätte das auch nicht ohne Weiteres hingenommen, hielt es aber für ihre Pflicht, die Stimme der Vernunft zu übernehmen.

„Ja, genau! Hm. Und dann hat er gesagt, er wäre so gestresst, dass wäre jetzt gerade nichts, vielleicht später.“

„Hm“, Anna wollte Sandrine beruhigen, aber bevor sie ein positives Argument für Marcs Dummheit finden konnte, sprach Sandrine weiter.

„Verschlägt es dir jetzt auch schon die Sprache? Später, später, Stress, müde, erschöpft, das Alter – soll ich weiter machen?!“ Sandrine sah Anna scharf an. Die schüttelte mit dem Kopf. „Gott, ich kann es nicht mehr hören!“

Anna spürte, dass es keinen Zweck hatte, etwas zu erwidern und schwieg.

„Ich bin nicht scheintot – nur fünfzig.“

„Du hast schon recht, dass würde mir auch nicht gefallen, aber … “, Sandrine unterbrach Anna genervt.

„Bitte „aber“ du jetzt nicht auch noch. Auf Moralpredigten habe ich keine Lust. Ich lasse mich nicht mehr festnageln. Ich schaue mir das Drama jetzt seit ein paar Jahren an, rede mir regelmäßig den Mund fusselig. Jetzt reicht`s. Entweder unternehme ich noch was, oder ich spring in die Grube, aber dazu reicht meine Frustration nicht aus.“

Anna zuckte mit den Schultern und seufzte.

„Ich hätte es dir nicht sagen soll. Lass uns das Thema wechseln.“

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„Du bewegst dich auf ganz dünnem Eis.“

„Ach, meinst du?“

“ – “

„Und was soll ich deiner Meinung nach tun – alles weiterlaufen lassen wie immer?“

„Na, jedenfalls nicht allein in den Urlaub fahren.“

„Ich bitte dich! Als ich gefragt habe, wollen wir mal für ein paar Tage weg, hat er mir einen Blick zugeworfen, als wäre ich reif für die Klappse.“

„Hm.“

„Ja, genau! Hm. Und dann hat er gesagt, er wäre so gestresst, dass wäre jetzt gerade nichts, vielleicht später.“

„Hm.“

„Verschlägt es dir jetzt auch schon die Sprache? Später, später, Stress, müde, erschöpft, Alter – oh Gott, ich kann es nicht mehr hören!“

“ – “

„Ich bin nicht scheintot – nur fünfzig.“

„Du hast schon recht, dass würde mir auch nicht gefallen, aber… .“

„Bitte „aber“ du jetzt nicht auch noch. Ich lasse mich nicht mehr festnageln. Ich schaue mir das Drama jetzt seit ein paar Jahren an, rede mir regelmäßig den Mund fusselig. Jetzt reicht`s. Entweder mach ich noch was, oder ich spring in die Grube, aber dazu reicht meine Frustration nicht aus.“

“ – “

„Ich hätte es dir nicht sagen soll. Lass uns das Thema wechseln.“

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Eine solche Schreibtechnik sieht sein höchstes Ziel in der Abbildung der „sozialen“ Naturverhältnisse. Und seine primäre Schreibtechnik, ähnlich wie die sich entwickelnde Fotografie, ist auf die Erforschung, Beobachtung und Wiedergabe der Gesellschafts- und Individualnatur ausgerichtet.

Sie besitzt folgende Schwerpunkt:

Die Benutzung der fünf Sinne: Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen.

Sie sollen alle Daten, die sich durch die äußere Realität gewinnen lassen, aufnehmen, um sie durch das schreibende Ich in eine vollsinnliche Sprache zu verwandeln. Die Einfühlungskraft soll das schreibende Ich befähigen, in die geeigneten Figuren des Milieus zu schlüpfen, um mit Sinnen und Gefühlen deren innere Welt zu sehen, zu beschreiben und zu visualisieren.

Wesentliche Schreibprozesse geschahen vor Ort:

Um die Sinnlichkeit besonders zur Sprache zu bringen, soll das schreibende Ich nicht am Schreibtisch arbeiten, sondern in der Realität, vor Ort, im Angesicht eines engen, räumlichen und zeitlich begrenzten Ausschnitts der Realität.

Die Gesellschaft soll in ihren schlimmsten Auswirkungen studiert werden:

Sinneseindrücke, Einfühlungskraft und reale Erfahrungen vor Ort vermitteln die stärksten Eindrücke dann, wenn man die Realität von ihrer schlimmsten Seite kennenlernt: Entfremdung, Verfall, Abweichung, Wahnsinn und Aggression.

Die Gesellschaft enthüllt ihr Wesen, wenn sie nach dem Standpunkt des „Überlebens der Angepassten und vom Scheitern der Unangepassten“ betrachtet wird.

Schreibübungen:  5 Sinne

Stellen sie sich an eine Straßenecke, und nehmen sie ihre Umgebung mit jeweils einem Sinn wahr. Sehen sie die Ecke, hören sie die Ecke, fühlen sie sie, schmecken sie sie, riechen sie sie. Schreiben sie einen kurzen Seh-, Hör-, Fühl-, Schmeck-, Riechtext über diese Straßenecke. Integrieren sie dann ihren Teiltext in einen ganzheitlichen Eckentext.

Identifikation

Suchen sie sich eine Person auf der Straße, in der sich das Milieu und der Druck des Kampfes um das Leben am deutlichsten zeigt. Schlüpfen sie in sie und beschreiben sie die Umgebung durch die Augen und Gefühle dieser Person.

Wörtliche Rede

Hören sie im Kiez Alltagsreden zu, z.B.: auf dem Wochenmarkt und schreiben sie sie auf.

Vor Ort

Stellen sie sich einen Ort im Kiez vor und beschreiben sie ihn. Gehen sie dann an diesen Ort und beschreiben sie ihn vor Ort. Vergleichen sie ihre beiden Texte und arbeiten sie die Unterschiede der Schreibresultate heraus.

Verfall

Suchen sie sich die schlimmste Gegend im Kiez aus und beschreiben sie sie. Beobachten sie dabei, welche Sprache sie für die Beschreibung Ihres Gegenstandes benutzen und mit welchen Klischees sie bei dieser Beschreibung zu kämpfen haben.

–   Der Mensch wird durch das Milieu, Abstammung und Vererbung geprägt

–   Der Naturalismus entdeckte folgende neue Bereiche für die Poesie: die Großstadt, die Fabrik, die Arbeiter und Kleinbürger, die Künstler. Er beobachtete die Prozesse der Entfremdung und Degeneration des Menschen, durch die industrielle Umwelt. Er thematisierte Alkoholismus, Sexualität, Zerfall von Ehen und Familien, Frauenbefreiung, soziale Konflikte zwischen Arbeitern und Fabrikanten, Männern und Frauen, Künstlern und Gesellschaft.

–   Zola hat bei Monet(Impressionist) seine Lehre absolviert. Dort hat er gelernt, an jedem Ort, in jedem Moment und in allen Dingen sinngebenden Merkmale zu erfassen: eine Geste, ein Blick, eine Falte der Kleidung, eine Haltung, ein Gegenstand, einen öffentlichen oder privaten Hintergrund, eine Regung im Gesichtsausdruck.

Die neue Schreibmethode unter besonderer Berücksichtigung der 5 Sinne bedeutet, beobachten, interviewen, fotografieren, zeichnen und schreiben, reisen und schreiben, dokumentieren von Alltagssprache, Geschichten und Dialoge. Der Naturalist verwendet authentisches Material: Tagebücher, Briefe, Entwürfe und Skizzen. Die geschlossene Form wird aufgelöst: Prosa wird zur Reihung von Skizzen, Szenen und Impressionen.

1.Übung – Portrait einer lebenden Person im Alltag

Wählen sie einen Platz im „Kiez“. Beobachten und sortieren sie die Menschen. Wählen sie eine interessante Person und porträtieren sie sie in ihrem Milieu. Beschreiben sie ihr Temperament – ihren Gesellschaftskreis – ihren Verkehr – ihre Luft – ihre Sinnlichkeit – ihre Freizeitbeschäftigung – ihre Sprache.

Die Person, die wir im Stadtteil porträtiert haben, wird im weiteren Verlauf unserer Übung zu unserem Protagonisten.

2.Übung – Soziales Netz des Protagonisten

Wir entwerfen ein Genogramm unserer Person, einen Stammbaum über vier Generationen und treffen dabei Feststellungen über Abstammung, Vererbung und Generationenverlauf. (Siehe Zola und die Familie Rougon Macquart)

Zola war sehr gründlich. Nachdem er Charakter, Sitten, Gewohnheiten seines Helden erforscht hatte, beschrieb er ein eine Reihe von Orten an denen sich der Lebensweg des Helden abspielte.

Mit Hilfe des Genogramms und des Soziogramms können wir nun zwei Kurztexte über die familiären und sozialen Beziehungen unseres Protagonisten entwerfen.

3.Übung – Experimente mit dem Protagonisten

Wir unterstellen unserem Protagonisten, dass seine Herkunfts- und Alltagsstruktur durch z.B.: Krankheit – Arbeitslosigkeit – Ehebruch – Emanzipation usw. in seiner Rolle verändert wird. Wir beschreiben das Verhalten unseres Protagonisten auf der Basis der Veränderung seines sozialen Umfeldes und schildern alternative Reaktionsweisen: Aggression, Verzweiflung, Rückzug, Isolation usw.

4.Übung – vertiefte Erforschung des Milieus

Wir untersuchen das Milieu des Protagonisten auf Personen, die als Antagonisten in Erscheinung treten können. (Wir legen Skizzen von Lokalitäten und Personen an.) Wir achten darauf dass dieser Antagonist einen spannenden Gegensatz zu dem Protagonisten bildet. In einer anschließenden (kleinen) Skizze versuchen wir das Aufeinandertreffen und die Folgen des Konflikts zwischen unserem Protagonisten und Antagonisten zu skizzieren.

5.Übung – die Hauptfiguren der naturalistischen Prosa

Nicht mehr nur Vertreter der Oberschicht sondern hauptsächlich reale Alltagsmenschen (Antihelden) vom Angepassten bis zum Außenseiter (Seelenvagabund, Abenteurer, Renaissancemensch, rohe Typen).

Sie haben im Folgenden die Aufgabe, aus den stichpunktartigen Angaben, ein genaueres naturalistisches Personenporträt von wenigstens drei Typen zu entwickeln. Es sollte folgende Aspekte umfassen: Name, Alter, Beruf, Geschlecht, Weltanschauung, Vorlieben, Lebensperspektiven, augenblickliche Lebenskrise und Entwicklungsmöglichkeiten.

  1. Die alte Hure

Verlust der körperlichen Attraktivität, Selbstwertverlust, Deklassierungsgefühl, Hunger und Not, Verkauf des Körpers, um leben zu können, innerer Hass auf die Freier.

  1. Die Revolvermietze

Junge Hure, die sich jedem verkauft, sich als Jungfrau ausgibt, um den Preis zu erhöhen, Extraleistungen anbietet, sich fein kleidet und sich von den Freiern nicht unterkriegen lässt.

  1. Der Narr

Stadtstreicher, der einen religiösen Wahn entwickelt, sich als „Erlöser“ phantasiert, um seine Ohnmacht in Allmacht zu verwandeln. Eine Mischung von Einsamkeit und Verschmelzungssehnsucht mit den Massen.

  1. Der Phantast

Armer Dachstubenpoet, der sich im Reich der Fantasie als König fühlt und im Alltag des wilhelminischen Reiches mittellos verhungert. Arno Holz, Phantastus: Gefangen in einer Mietskaserne, hungernd und frierend, von Tod und Elend umgeben, schwingt er sich doch immer wieder auf zum Traumflug um die Welt, zum Heldenleben als orientalischer Fürst, oder als Geliebter der Aphrodite.

  1. Fabrikarbeiter

Der Arbeiter erschien als der Fremde, als Angehöriger eines fremden Stammes im eigenen Volk. Sie arbeiten an schlimmen, rauchigen, dreckigen Industrieplätzen, lebt er erbärmlich, von Krankheit und Hunger bedroht und leiden unter dem Verfall der eigenen Familie.

  1. Arbeiterfamilie

Lebt beengt in einer Mietskaserne, schlecht möbliert, Aggression, Streit, Alkohol, schlechte Nahrung, kurze Lebenserwartung.

  1. Der Vampir

Eine krasse Form von Nekrophilie. Während der Wache am Totenbett seiner Geliebten, verwandelt sich ein Hysteriker zum Vampir. Hysterische Ausbrüche des Unbewussten, Regression zum Kannibalismus von Naturvölkern. Samenkeime extremer Gefühle entwickeln sich in psychologischer Entgleisung.

  1. Muttermörder

Extreme Variante eines Familienkonflikts. Beispiel: Sohn ist asozial und aggressiv nach Kindheitstrauma und ständiger Verzärtelung durch die Mutter. Die Mutter leidet an Schuldkomplexen wegen Mordimpulsen gegen den unehelichen Sohn kurz nach der Geburt.

  1. Der Anarchist

Er lehnt den diktatorischen Kommunismus und den aggressiven Terrorismus ab. Er setzt auf den Sieg der Vernunft. Er glaubt: wenn sich alle nur um das eigene kümmern und jeder seine Freiheit hat, dann ist das Ideal der Herrschaftslosigkeit erfüllt.

  1. Der Reiche

Lebt in bester Lage, bestes Essen, große Feste, besitzt die Macht, kann sich Dirnen kaufen, um seine Lust vollständig zu befriedigen, hasst(verachtet) die unteren Schichten, fürchtet sich vor ihnen, kennt ihre Stadtteile und ihr Leben überhaupt nicht.

Falls ihnen die Figuren nicht liegen, tauchen sie in ihren Stadtteil ein und entwickeln sie naturalistische Porträts geeigneter Figuren nach der Natur.

Die Aufgaben sind angelehnt und zum Teil wörtlich zitiert aus dem Buch: Kreative Literaturgeschichte, von Lutz von Werder, Klaus Mischon, Barbara Schulte-Steinicke ISBN 3-928878-01-8

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