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Posts Tagged ‘Sonnenstrahlen’

Er erinnerte sich noch genau daran, was er dachte, als er sie das erste Mal sah, aber nicht daran, was sie anhatte, wie sie ging, welches Wetter oder welche Tageszeit war. Merkwürdig, überlegte er und betrachtete ihr strohblondes Haar, in das die Sonnenstrahlen goldene Lichtpunkte woben, heute wäre es undenkbar für mich, nicht zu wissen, wie sie in welcher Situation aussieht. Alles an ihr ist so ungewöhnlich, so wichtig für mich, dass allein der Gedanke, sie für kurze Zeit aus den Augen zu verlieren, nicht zu ertragen ist. Dass es eine Zeit ohne ihre Anwesenheit gab, kann ich mir heute nicht mehr vorstellen. Sie ist die Einzige, die ich will und ich werde alles, alles tun, um sie nicht zu verlieren.

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Beton und Glas

Hochhäuser

Kratzen an Wolken

Brechen den Himmel

Auf für Sonnenstrahlen

Erhellen den dunklen

Morgen aus Einsamkeit

Du siehst wie ich

Denselben Himmel

Ein Stück Blau

Deine glänzenden Augen

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Zerstreutes Licht fällt durch die Buntglasfenster. Ich sitze in dem rotgepolsterten Ohrensessel unter dem Fenster und beobachte wie winzigen Staubteilchen in den Sonnenstrahlen tanzen. Das Gurgeln des Kaffeeautomaten reißt mich aus meinen Gedanken. Ich blicke auf. Der Mann, der sich einen Kaffee zieht, schaut zu mir herüber. Er nickt mir zu und lächelt. Jetzt kommt er auf mich zu.

„Ist der Platz noch frei?“, fragt er mit dunkler, samtiger Stimme und deutet auf den zweiten Ohrensessel.

„Ja“, ich erwidere sein Lächeln und mein Herz klopft schneller, „bitte setzen sie sich.“

Er stellt seine Tasse auf das Tischchen, neben meine, und zwei Bücher. Hemingway und Greg Iles, genau mein Stil.

„Ich sehe ihr Kaffee ist leer. Darf ich ihnen einen ausgeben?“

„Das wäre nett“, bringe ich mit zitternder Stimme heraus. „Kaffee mit Milch?“, fragt er.

„Erraten.“

Ich sehe ihm hinterher, als er mir den Kaffee holt. Ich glaube, ich träume. 🙂

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Waldweg

Sam wartete seit einer Viertelstunde. Erst saß er ganz ruhig auf der Bank, genoss die Stille und die angenehme Kühle der Waldluft. Er sah zu, wie sich die Sonnenstrahlen durch das filigrane Blattwerk bis hinab auf den Waldweg fallen ließen. Doch inzwischen ging er nervös auf und ab. Sam sah auf die Uhr. Nic war immer pünktlich. Warum tauchte er nicht auf?

Sam hielt inne, als er Stimmen hörte. Er lauschte. Das durfte nicht sein! Er sah sich gehetzt um. Sie durften ihn hier nicht finden. Sam warf sich auf den Bauch und kroch in das Buschwerk hinter der Bank. Äste schlugen ihm ins Gesicht, er schürfte sich die Haut an den Armen auf. Sam biss die Zähne zusammen.

Die Stimmen waren dicht bei ihm. Sam atmete flach und lag ganz steif da. Die trauen sich was, dachte Sam und versuchte einen Blick auf Donnie und seine Gang zu erhaschen. Er konnte nicht glauben, was er sah. Nic und Donnie. Zusammen. Nic bot Donnie eine Kippe an und der legte den Arm um Nics Schultern. Wut stieg in ihm auf und er ballte die Fäuste. Nic war ein mieser Verräter.

Am liebsten wäre Sam aus seinem Versteck gesprungen und hätte sich auf Nic gestürzt, aber gegen Donnie und sein Pack hatte er keine Chance.

„Also, wo ist denn dein kleiner Kumpel Sam?“

Donnie und Nic hatten sich auf die Bank gesetzt und pafften.

„Keine Angst, er wird schon kommen“, beruhigte Nic ihn.

„Du weißt ja, wenn er nicht auftaucht, dann …“, Donnie brach ab.

„Ja, ja, dann wirst du ihr wehtun. Schon klar“, presste Nic hervor.

Sams Magen zog sich schmerzhaft zusammen. Er konnte sich denken, wen Donnie meinte. Scheiße, was jetzt, in Sams Kopf rasten die Gedanken durcheinander und er versuchte fieberhaft eine Lösung zu finden.

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Sie biegt ab, fährt auf die Autobahn auf und gibt Gas. Das Radio dudelt die neusten Hits. Die Sonne scheint, als ob Sonntag ist. Wie an einer Schnur gezogen fährt sie den Weg, ohne sich ein einziges Mal zu verfahren.

Das Haus liegt genauso still da. Wie damals. Sie steigt aus, wechselt auf die andere Straßenseite. – Ob er überhaupt zu Hause ist? Was tue ich eigentlich hier? Es war eine blöde Idee herzufahren. Ich kann mich nicht ungefragt in sein Leben drängeln. –
Sie schlägt den Weg zum Schloss ein. Wie damals. Sie setzt sich auf die Bank im Schatten der Platanen und schaut dem Spiel der Sonnenstrahlen auf dem gepflasterten Platz zu. Ihr Herz beruhigt sich langsam wieder. – Welcher Teufel hat mich da bloß geritten? Ich gehe noch einen Kaffee trinken, dann fahre ich wieder. –

Sie schlendert Richtung Innenstadt. Vor einem Buchladen bleibt sie stehen und schaut sich die Auslagen an. Ein Passant bleibt neben ihr stehen. Sie wirft einen kurzen Seitenblick auf ihn und zuckt zusammen. Er lächelt.

„Was machst du denn hier?“ fragt er.

„Bücher anschauen“, stottert sie.

Er lacht.

„So, so. Ist das alles?“

„Nein. Ich wollte noch einen Kaffee trinken.“

„Ohne deinen alten Freund zu besuchen?“

In seiner Stimme liegt leiser Spott. Sie schweigt verlegen. Er nimmt ihren Arm und zieht sie sanft hinter sich her.

„Na, komm, ich lade dich auf einen Kaffee ein.“

„Ok. Aber dann muss ich wieder los.“

Ihre Blicke treffen sich. Als er eine Augenbraue hochzieht und sagt: „Bist du sicher?“ Wird sie rot. Vor einem hübschen kleinen Café bleibt er stehen.

„Setz dich.“

Widerspruchslos lässt sie sich in einen Korbsessel gleiten. Er setzt sich ihr gegenüber und streckt seine langen Beine aus. Provozierend schaut er sie an.

„Gibt es in München nicht die Bücher, die du suchst?“

„Ach, hör auf. Du weißt, dass ich nicht wegen der Bücher gekommen bin.“

Um sich abzulenken, rührt sie in ihrem Kaffee. Seine prüfenden Blicke bohren sich in ihre Gedanken.

„Schau mich bitte nicht so an“, sie seufzt.

Er ignoriert ihre Bitte.

„Du hättest also nicht bei mir geklingelt?“

Sie schüttelt den Kopf.

„Nein, hätte ich nicht.“

Schweigend nippt er an seinem Kaffee und sieht sie mit seltsamem Ausdruck an.

„Warum?“, fragt er nach einer Weile.

„Warum sollte ich? Du hast mir nicht geantwortet“, erwidert sie schlicht.

„Warum?“, fragt er wieder.

„Weil ich das Unmögliche hoffte. Dich zu sehen.“ Sie trinkt einen Schluck. „Aber warum fragst du mich? Eigentlich weiß du es doch schon.“

„Ich will nur, dass du dir sicher bist“, sagt er. Wie damals.

 – Ob er das ironisch meint? Ich bin mir sicher, schon lange. Im Grunde von Anfang an. –

Der Rückweg verläuft still. Jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach. Sie würde ihm gerne soviel sagen, aber sie hat Angst und schweigt. Vor dem Haus streckt sie ihm die Hand entgegen.

„Machs gut“, sagt sie leise.

Ein dicker Kloß schnürt ihr die Kehle zu. Er schüttelt den Kopf.

„Kommt gar nicht infrage! Der Weg ist viel zu weit. Du kannst hier schlafen und morgen fahren.“

„Nein, ich schaff das schon. Das macht mir nichts aus“, wehrt sie ab.

„Keine Widerrede.“

Er legt ihr eine Hand auf den Rücken und schiebt sie den Gartenweg entlang zum Haus.

„Nein.“

„Psst.“

Er legt einen Finger auf den Mund. Er führt sie ins Wohnzimmer. Legt eine CD auf.

„Bin gleich wieder da, ich hol uns schnell was zum Essen. Mach es dir bequem.“

Steif lässt sie sich auf dem Sofa vor dem kleinen Tisch nieder. – Ich dürfte nicht hier sein. Ich sollte gehen. – Sie will gerade zur Tür hinaus, da steht er mit einem Teller mit Pizza und einer Flasche Wein vor ihr.

„Nanu, du willst doch nicht flüchten.“

Er stellt die Sachen auf das Tischchen und lässt sich auf dem Boden nieder.

„Komm, hier wird nicht gekniffen.“

Er grinst spitzbübisch. Sie setzt sich neben ihn, und als er ihr ein Glas Rose hinschiebt, trinkt sie.

„Du musst was essen“, sagt er und beißt in ein Stück Pizza.

„Nein, ich bringe nichts runter.“

Als er fertig gegessen hat, erhebt sie sich.

„Ich sollte jetzt schlafen gehen, damit ich Morgen früh fahren kann.“

Der Wein verursacht einen angenehmen Schwindel.

„Danke. Wo geht’s noch mal ins Gästezimmer?“

„Ich zeig es dir.“

Er nimmt ihre Hand und führt sie über den Flur.

„Ich glaub, ich hab einen Schwips“, Sie kichert.

„Ja“, sagt er leise, „so wie damals.“

„Ja, aber damals hast du mich geküsst“, sie lacht.

Vor dem Bett bleibt er stehen und schaut auf sie herunter. Sein Blick trifft in ihr Herz.

„Und du bist noch genauso süß, wie damals“, seine Stimme ist rau.

Er nimmt ihr Gesicht in seine Hände und küsst sie. Nicht sanft, wie damals. Sondern Wild und leidenschaftlich. Er zieht sie eng an sich. Sie spürt seine suchenden Hände auf ihrem Körper.

„Ich will dich,“ flüstert er. „Ich habe solange gewartet.“

„Warum?“, sie schaut ihn erstaunt an.

„Weil ich Angst hatte.“

„Warum?“

„Weil ich mich auf der Stelle in dich verliebt habe und panische Angst vor einer weiteren Verletzung hatte.“

„Du wusstest, dass ich gehen musste. Aber ich wäre wiedergekommen.“

„Ich weiß.“

Und als er sie erneut küsst, überlässt sie sich seinen Zärtlichkeiten. Sie wird wiederkommen. Für immer.

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