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Posts Tagged ‘Silbertablett’

Da steht: Eintritt verboten!“

Ich hielt Dean am Arm fest.

„Ich betrachte solche Schilder als gutgemeinte Vorschläge.“, sagte er lässig und zog die Waffe.

Ehe ich reagieren konnte, trat er gegen die Tür. Das morsche Holz zersplitterte unter der Wucht des Tritts. Das Krachen hallte durch die unterirdischen Gänge und war mit Sicherheit im ganzen Gemäuer zu hören.

„Dean“, zischte ich, „was soll das! Du hättest uns gleich mit Megaphone ankündigen können!“

„Ich bitte dich“, sagte er sarkastisch, „als ob die noch nicht gemerkt hätten, dass wir da sind.“

„Und wenn schon. Es ist echt unnötig, dass wir uns auf ihr Silbertablett schmeißen.“

Dean lachte und die Grübchen auf seinem Kinn faszinierten mich ein weiteres Mal. Der Kerl war lebensmüde, aber hinreißend.

„Eins ist jedenfalls klar, sie nehmen uns nicht ernst, sonst hätten sie uns nicht so weit kommen lassen.“

Wie um seine Überlegung zu bestätigen, hörten wir eine spöttische Stimme hinter uns.

„Wir haben euch früher erwartet. Was hat euch aufgehalten?“

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Du bist meine Achillesferse

Mein kostbarstes Stück

Kein Schmerz soll dich treffen

Mein Verständnis ohne Ende

Nur du bist wichtig

Wenn du unglücklich bist

Kommen mir dir Tränen

Fühlst du eine Sorge

Trifft sie mich doppelt

Bist du Glücklich

Bin ich zufrieden

 

Und doch

Mit jedem Wort von mir

Entfernst du dich

Baust eine Mauer

Aus Widerwillen

Gute Argumente sterben

Verwehen – Asche im Wind

Platzen wie Seifenblasen

Auf rauem Grund

 

Meine Liebe ist armselig

In deinen Augen

Du denkst ich bin bedürftig

Kannst nicht sehen

Dass es echt ist

Ohne Täuschung und Hintergedanken

Ich habe mein Herz geöffnet

Auf dem Silbertablett serviert

Nichts zurückgehalten

 

Liebe muss nicht kämpfen

Liebe ist

Liebe muss nicht betteln

Liebe gibt

Liebe muss nicht reden

Liebe versteht

Liebe schwankt nicht

Liebe besteht

Liebe muss nichts beweisen

Liebe existiert

Liebe läuft nicht davon

Liebe bleibt

 

Ich bin meine Achillesferse

Mein kostbarstes Stück

Du kannst mich nicht sehen

Dich nicht ganz erfassen

Mein Gefühl für dich

Hat mich verwundbar gemacht

Ich klebe Pflaster auf die Wunde

Lerne aus dem

Was man Leben nennt

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„Ich habe Angst“, flüstert Lea.

„Wieso?“

Declans steht so nah bei ihr, dass seinen warmer Atem über ihren bloßen Nacken streicht.

„Sie werden merken, dass ich nicht hier her gehöre.“

„Niemand wird es heraus finden“, erwidert Declan mit Nachdruck. „Lass dich von mir führen und alles wird gut.“

Er nimmt ihren Arm und ehe Lea groß nachdenken kann, steht sie auf dem Teppich, der von den ankommenden Autos zur Villa führt, damit sich die Damen ihre teuren Schuhe und Roben nicht beschmutzen. Lea strafft den Rücken, hebt ihren Kopf und schreitet langsam neben Declan her. Sie bemerkt seinen aufmerksamen Blick und errötet, als sie feststellt, dass er an ihrem üppigen Dekolleté hängen geblieben ist.

„Wundervoll“, raunt er ihr zu und lächelt, „ich weiß, dass du es kannst.“

„Klar, mit diesem Kleid, sehe ich geradezu wie eine Einladung zum Essen aus.“

„Oh, dein Sarkasmus kehrt zurück. Jetzt wird alles gut“, neckt Declan sie.

Die beiden betreten die festlich geschmückte Eingangshalle. Lea spürt, wie sie die Aufmerksamkeit anderer Gäste auf sich zieht. Nicht verwunderlich. Sie trägt als einzige Rot! Auffälliger kann ihr Abendkleid nicht sein. Dazu eng anliegend und mit kleiner Schleppe. Lea muss zierliche Schritte machen, um nicht zu stolpern.

„Ist es nicht zu offensichtlich, dass du mich auf dem Silbertablett servierst?“

Declan grinst und seine grünen Augen glitzern erregt. Wenn er auf der Jagd ist, gibt es kein Halten.

„Mag sein, aber du bist so verführerisch, dass dir keiner widerstehen kann“, seine Stimme klingt rau und Lea blickt zu ihm auf, „ – und dann komme ich ins Spiel.“

Lea denkt an das Waffenarsenal, das Declan unter seinem perfekt sitzenden Anzug versteckt hat. Nichts zeichnet sich unter dem teuren Stoff ab. Obwohl er mindestens zwei silberne „Pfähle“ unter dem Jacket trägt, ganz zu schweigen von silbernen Wurfsternen, und zwei Pistolen mit Silberkugeln.

„Und du bist sicher, dass wir keine Verstärkung brauchen?“

„Ich bin nicht das erste Mal auf so einer Mission“, er senkt seine Stimme, als ein eindrucksvoller Mann auf sie zu kommt, „Showtime!“

„Guten Abend, es freut mich, sie in meinem Haus begrüßen zu dürfen“, der Gentleman lächelt und seine dunklen Augen bleiben an Leas Gesicht haften, „mit wem habe ich das Vergnügen.“

„Declan Galbraith“, antwortet Declan und schiebt Lea etwas nach vorne, „darf ich ihnen meine Schwester Lea vorstellen, Mylord.“

Die Lüge geht im leicht von den Lippen. Eine gute Tarnung ist lebenswichtig.

„Mylord.“

Lea macht einen vollendeten Knicks und neigt anmutig den Kopf. Aus ihrer Hochsteckfrisur lösen sich ein paar vorwitzige Löckchen, dadurch kommt ihr schlanker Hals noch auffälliger zur Geltung. Lord Vulcan streckt ihr die Hand entgegen. Lea legt ihre Hand in seine. Erstaunt registriert sie, dass sie nicht kalt ist, wie sie es erwartet hat.

„Nicht so förmlich bitte. Nennen sie mich Marcus“, Lea nickt und Marcus wendet sich an Declan“, darf ich ihre Schwester zum Tanz entführen?“

„Wenn sie es wünscht“, erwidert Declan höflich.

Lea weiß, dass er sich innerlich die Hände reibt, weil sein Plan aufgeht. Marcus wirft Lea einen fragenden Blick zu.

„Sehr gerne eure Lordschaft“, ein feine Röte überzieht ihr Gesicht, „entschuldigen sie, Marcus.“

„Eine schöne Frau muss sich niemals entschuldigen“, sagt Marcus galant und blickt auf sie herunter.

Lea ist feingliedrig, ohne dürr zu sein, ihre helle Haut lässt das Blau ihrer Augen und den glänzenden Kupferton ihrer Haare deutlich hervor stechen. Marcus reicht ihr den Arm und Lea folgt ihm in den Ballsaal. Seine Bewegungen sind geschmeidig, wie sie es nur von Declan kennt und unter dem weichen Stoff seiner Jacke fühlt Lea einen muskulösen Arm.

„Darf ich ihnen ein Kompliment machen, Lea“, fragt Marcus.

Als sie seinen dunklen forschenden Augen begegnet, senkt sie verlegen den Blick.

„Wenn es sein muss, Mylord – Marcus. Ich bin nicht daran gewöhnt Komplimente zu bekommen.“

Dafür muss sich Lea nicht einmal verstellen, weil es stimmt. Seit Kindertagen ist sie für die meisten die kleine rote Hexe und auch wenn es meistens lustig sein soll.

„Dann lasst mich sagen, wie aufsehenerregend schön ihr seid. Noch nie in meinem ganzen Leben“, und Marcus weilt schon lange unter den Lebenden, „habe ich so eine Schönheit gesehen.“

„Danke, Marcus. Das ist sehr freundlich von ihnen.“

„Ist es nicht“, Marcus Stimme hat plötzlich einen melancholischen Ton angenommen. „Im Grund ist es sehr egoistisch.“

„Wie meinen sie das?“

Marcus bleibt Lea die Antwort schuldig, da sie inzwischen den Ballsaal erreicht haben. Er gibt den Musikern ein Handzeichen. Der Dirigent nickt und die ersten Takte der Musik erklingen. Marcus legt Lea zart den Arm um die Taille und zieht sie sacht auf die Tanzfläche. Declan hatte darauf bestanden ihr das Tanzen beizubringen, aber seine Ungeduld führte mehr als einmal zu unschönen Szenen. Er wollte alles und zwar am liebsten sofort. Marcus behutsame Führung dagegen, macht es Lea leicht ihm zu folgen. Sie schaut zu ihm auf und bemerkt seinen sehnsüchtigen Blick.

„Was macht sie traurig, Mylord?“

Ein flüchtiges Lächeln huscht über seine sinnlichen Lippen. Marcus zieht Lea dichter an sich heran, beugt sich zu ihr herunter und flüstert:

„Es macht mich traurig, dass ich deine Schönheit nicht jeden Tag sehen kann.“

Irritiert dreht Lea etwas den Kopf. Seine seidigen dunklen Locken kitzeln ihre Wange. Sein Mund ist ihrem ganz nah. Sie fühlt seinen Hauch über ihre Lippen fliegen. Ein Schauer läuft ihren Rücken herunter.

„Mylord“, Lea ringt nach Worten.

Sein Mund streift ihre Wange, ihren Mundwinkel.

„Ich wünschte, du könntest mich lieben“, Marcus drückt Lea fest an sich. „Aber ein Monster kann man nicht lieben, nicht wahr?“

Seine Lippen finden ihre. Weich und warm. Die Berührung erschüttert Lea zu tiefst. Marcus ist so sanft und doch, Lea spürt, wie sehr er sie will. Aber am meisten erschüttert sie die Erkenntnis, dass auch sie ihn will. Die letzten Takte der Musik erklingen. Marcus löst sich von Lea.

„Es ist Zeit gehen. Ich möchte nur ungern, dass Mister Galbraith ein Blutbad vor meinen Gästen anrichtet. Lebt wohl, Lea.“

Er hebt ihr Gesicht zu sich empor und küsst sie erneut. Er schmeckt ihre Tränen auf seiner Zunge. Mit ungläubigem Blick sieht Marcus Lea an. Er hört Declans schnelle Schritte, kann seinen rasenden Herzschlag unter den Anwesenden ausmachen. Marcus kann nicht länger bleiben.

„Nein, bitte nicht.“

Lea streckt ihre Hand nach seiner aus. Aber Marcus ist in der Menschenmenge verschwunden.

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