Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Sex’

Hier drei neue Bilder aus meiner Schneidewerkstatt:

10. Memento Mori – Gedenke zu sterben

Bild10 Memento Mori

 

11. Hinter den Masken – gewogen und zu leicht befunden

Bild11 Masken

 

12. Eine Hand wäscht die andere – Sex/Macht – Manipulation

Bild12 Eine Hand wäscht die andere

Read Full Post »

Schweißgebadet schreckt sie hoch. Sie hat ein Geräusch gehört. – Vielleicht eine SMS? – Es ist Dunkel. Nur der Bildschirm ihres Computers spendet etwas Licht. Sie hat jedes Zeitgefühl verloren. Ihr Kopf tut weh. Es pocht, als schlüge jemand mit dem Hammer gegen die Schädeldecke. Sie hat einen schalen Geschmack im Mund und unterschwellige Übelkeit kriecht ihre Kehle hinauf. Neben dem PC stehen zwei leere Flaschen Rotwein. Sie hört sein leises Summen. Da wieder dieses unverkennbare Geräusch. – Oh mein Gott, er ist endlich im ICQ und ich hab es verschlafen. –

Wie von Furien gehetzt springt sie aus dem Bett, stolpert und stößt ihr Weinglas vom Tisch, das in tausend Stücke zerspringt. – So ein Scheiß. – Seit zwei Wochen hat er sich nicht gemeldet. Ihr Körper ist ausgezehrt von dieser zerstörenden Sehnsucht. Ihrer ganz persönlichen Obsession. Ein Mann, der sie nur mit Worten stimuliert, sie rasend vor Verlangen auf die Knie sinken lässt, bis sie darum bettele, dass er endlich kommt und sie fickt.  – Fast Tag und Nacht hab ich vor dieser blöden Kiste ausgehalten und ausgerechnet heute Nacht verschlafe ich ihn. –

Im ICQ-Fenster stehen nur ein paar Worte: „Hi, bist du da? Lust auf einen Quickie …“ und „Schade, schläfst wohl schon. Ok, dann mach ich es mir selber … stell mir vor, wie wir es zusammentreiben …“

In ihrem Kopf hört sie seine spöttische Stimme. Er weiß, dass sie nun Amok läuft. Sie will schreien! Aber ihre Kehle ist wie zugeschnürt. Sie schluchzt, immer stärker schüttelt es sie. Ihr Körper krampft sich zusammen. Sie geht zu Boden, zusammengekauert wie ein geprügelter Hund. Der Schmerz krallt sich an ihr Herz, den quetscht ihren Magen zusammen und rast durch ihren Kopf. Sie heult und lacht, versucht ihren hysterischen Körper zu kontrollieren. – Wenn er nicht bald herkommt und mich fickt, werde ich sterben. – Sterben an ihrer kranken Liebe, an der Achterbahn ihrer Gefühle, sterben am Alkohol, der sie noch aufrecht hält. Aber es ist ihr egal. Sie braucht ihn, wie die Luft zum Atmen, auch wenn es Momente gibt, in denen sie ihn umbringen möchte. Dann könnte ihn keine andere haben. Sie rappelt sich auf. Mit zitternden Fingern zündet sie sich eine Zigarette an und geht auf die Suche nach dem Stoff, aus dem die Träume sind. Sie finde noch eine Flasche Sekt. Trinkt aus der Flasche. Ihr ausgemergelter Körper ist nur noch eine Hülle ihrer fiebrigen Hirngespinste.

– Er ist meine Droge, der Stoff meiner ertränkten Träume. Aber er ist nicht hier, um mich zu ficken. Dabei ist das alles, was ich will. Endlich das tun, was wir die ganze Zeit am PC treiben. Sex haben, jeden Tag Sex. Ich will diesen verdammten Sex. Ich will, dass er mich solange fickt, bis ich tot umfalle. Sterben werde ich sowieso, also warum nicht bei einem guten Fick? Was für ein Tod! Danach nie mehr aufwachen. Nie mehr Spielchen, die mich in den Wahnsinn treiben und ohne die ich nicht mehr leben kann. Nie mehr vergeblich hoffen, dass er kommt, um es mit mir zu treiben. Nie mehr die leeren Versprechungen, dass er kommt, und dann im letzen Augenblick absagt. Nie mehr die Ungewissheit, ob er mich will oder nur sein Ding durchzieht. Los komm und fick mich bis mein Herz versagt, damit ich nie mehr aufwachen muss. – Der ICQ-Ton versetzt ihrem quälenden Gedankenkarussell einen durchdringend Impuls. Sie stürzt an den Schreibtisch. Stößt sich das Schienbein am Couchtisch. Sie fühlt es nicht. – Er ist da! –

„Hey, Prinzessin, wollte mich nur kurz melden. Bin die nächsten Wochen geschäftlich viel unterwegs … denk an dich“, liest sie. „Vielleicht sehen wir uns danach.“

Mit zitternden Fingern gibt sie eine Antwort ein. Drückt auf Senden. Sie sieht, dass er den Messenger schon verlassen hat. Sie stiert auf den Bildschirm. Immer wieder liest sie seine Nachricht, als könnte sie ihnen dadurch eine andere Bedeutung verleihen, oder ihn zur Rückkehr an den PC bewegen. – Er denkt an mich. Er meldet sich, wenn er kann. Wahrscheinlich sehen wir uns, wenn er zurück ist. – Irgendwann füllen sich ihre Augen mit Tränen. Sie setzt die Flasche an, trinkt. – Ich muss nur durchhalten, dann wird alles gut. Ganz bestimmt! –

Read Full Post »

„Ich weiß nicht, was du hast, Sandor hat ein echt tolles Hinterteil. Wenn du wüsstest, wie ausdauernd er ist.“

Sylvia schnalzte mit der Zunge und grinste von einem Ohr zum anderen.

„Ich hab doch gar nichts gegen jüngere Männer. Ich schaue auch gerne hin und ein Sixpack entzückt mich genau wie dich, aber ehrlich Sylvi, worüber redest du mit ihm – danach?“

Sylvi sah mich an, wie eine Kuh wenn es blitzt.

„Wieso reden? Wer will denn das?“ Sie schüttelte den Kopf. „Geredet habe ich lange genug. Ich will Taten. Wenn ich reden will, ruf ich dich an.“

„Super, dann bin ich sozusagen der Hirnersatz für deinen Toyboy.“

„Du bist eine echte Spaßbremse. Du solltest dir auch endlich was Junges gönnen, dann siehst du das Leben von einer ganz anderen Seite.“

Klar, aus der Kloperspektive, dachte ich sarkastisch. Ich verkniff es mir, Sylvi an das Grillfest vom letzten Wochenende zu erinnern, an dem sie Sandor aus seinem Erbrochenen retten musste, damit er nicht erstickte.

„Ich glaube, ich will das Leben gar nicht aus dieser Sicht sehen.“

Sylvi nippte an ihrem Sekt und blickte gedankenverloren einer Gruppe Studis hinterher. Flott sind die schon, dachte ich, als ich ihren Blick bemerkte, wenn ich zwanzig Jahre jünger wäre gut, aber so. Die Jungs hätten meine Söhne sein können.

„Ich kann kaum glauben, dass du so spießig geworden bist. Dabei warst du immer die Ausgeflippte von uns beiden. – Oder bist du eifersüchtig?“

„Ich bitte dich?! Eifersüchtig auf was?“

„Auf einen Typen, für den Sex kein Fremdwort ist. Immerhin ist er mit Anfang zwanzig im besten Alter und ich mit Mitte vierzig in meinen besten Jahren.“

Ich dachte daran, wie Sylvi mir vor zwei Tagen vorgejammert hatte, dass ihr jeder Knochen wehtat von dem ganzen Matratzensport.

„Dafür sind Rücksicht und Kommunikation Fremdworte für ihn“, wendete ich ein.

„Frau kann eben nicht alles haben“, Sylvi zuckte mit den Schultern, „entweder abgefuckt oder gevögelt. Such`s dir aus.“

Read Full Post »

Eine gute Frage. Die Frage überhaupt. Nicht zum ersten Mal, dass ich mir darüber Gedanken mache (und ich bin damit sicher nicht allein). Um ehrlich zu sein, geht mir der Gedanke in letzter Zeit häufiger durch den Sinn. Ich könnte einfach aufhören zu schreiben. Doch in den Phasen, in denen ich nicht schreibe, denke ich viel über das Schreiben nach. Was ich schreiben will, wie ich einen Text am besten verpacke. Ich notiere Ideen, von denen ich nicht wenige habe. Und schreibe darüber, warum ich gerade nicht schreiben kann. Seitenweise.

Braucht ein Künstler einen emotionalen Notstand, sei er positiv oder negativ, um kreativ zu sein? Den Eindruck habe ich. Und das ist nicht nur mein Erfahrungswert. Viele Schriftsteller (und andere Kunstschaffende) quälen sich mit ihren dunklen, unerfüllten Sehnsüchten, Ängsten, Unsicherheiten usw.

Graham Green, zum Beispiel, sah seine Schriftstellerei als Möglichkeit, dem Wahnsinn und er Melancholie der menschlichen Existenz zu entgehen. Es war ihm unerklärlich, wie andere Menschen ihr Leben meisterten, ohne durch Schreiben, Komponieren oder Malen (oder andere kreative Tätigkeiten) ihre Ängste lindern zu können.

Es liegt im menschlichen Geist, das Gefühl: da muss noch etwas sein! Wie weit kann ich gehen? Oft habe ich das Gefühl, wir schreiben aus einem Mangel heraus. In unseren Texten kompensieren wir, was wir in unserer „normalen“ Alltäglichkeit vermissen.

Für mich persönlich kann ich das bejahen. Tatsächlich geschehen in meinem Leben kaum aufsehenerregende Dinge – ständiger Ausnahmezustand kann echt anstrengend sein – aber in meinen Tagträumen und meinen Texten geben sie sich die Klinke in die Hand. Bin ich süchtig nach Abenteuer? Zu Hause ist es sicher und in meinen Geschichten kann mir nichts passieren – für den Fall der Fälle gibt es immer einen Twist, der mich aus dem Feuer rettet, das ich selber gelegt habe.

Wie viel (selbst erzeugtes) Chaos und Emotionen brauche ich, um schreiben zu können? Was ist das Loch in meinem Herzen, dass ich durch das Schreiben zu stopfen versuche und was passiert, wenn es sich schließt? Ist Schreiben dann noch möglich?

Warum schreibe ich? Weil ich auf der Suche bin. Weil ich mir das Leben schön/aufregend schreibe. Andererseits habe ich in der letzten Zeit das Empfinden, angekommen zu sein. In mir. In meinem Leben, meinen Wünschen. Klar, es ist nicht alles perfekt, aber ich bin angenehm zufrieden.

Zufriedenheit ist kein Motor. Das Motto: ich schreibe mir das Leben schön, tritt zunehmend in den Hintergrund. Wie viel Loch ist noch in meinem Herzen? Ich habe es immer als wünschenswert angesehen diesen ausgeglichenen, entspannten Zustand zu erreichen. Allerdings empfinde ich ihn für meine Kreativität als hemmend.

Ist das nur eine der vielen Phasen? Ich kenne zwei Schreiberinnen, die nicht mehr schreiben, obwohl sie vor Jahren sehr häufig geschrieben haben. Ehrlich gesagt habe ich leichte Panik. Was wäre, wenn ich nicht mehr schreiben würde? Was passiert dann mit mir? Darüber nachzudenken empfinde ich schon als Sakrileg. Das darf – das kann unmöglich – sein. Es ist das, was ich kann, will, was mich begeistert, mich erfüllt. Ich will nicht glauben, dass es anders sein könnte!

Muss ich meine Schreibmotivation neu definieren? Wenn ja, wie? Was motiviert mehr, als ein Loch im Herzen, das man stopfen will? Dafür gibt es Mittel aller Art und Stärke, Rauschmittel, Sex, Geld, Arbeit … Kunst. Jeder Mensch hat da seine eigene Präferenz. Mein Mittel war/ist Schreiben.

George R.R. Martin sagte in einem Interview: „Im Kopf gibt es eine perfekte Geschichte, die der Schriftsteller aufzuschreiben versucht. Wie ein Übersetzer.“ Ich denke, da spricht er uns aus dem Herzen. In unserer Vorstellungskraft ist alles da. Der Ort, die Personen, das Geschehen. Und dann sind wir dran. Vorstellungskraft in Worte verwandeln. Das ist nicht so einfach, wie sich das manche Leute vorstellen. Bücher schreiben. Eine Geschichte über Hunderte Seiten am Laufen zu halten. Um was geht es in der Geschichte? Die Figuren zu schaffen, die leben, sie zu bewegen, ihnen eine Seele einzuhauchen, die den Leser zu sich zieht und mit der er sich bestenfalls identifizieren kann. Einen guten Einstieg in die Geschichte zu finden, Spannung aufzubauen, zu halten, und ein sinnvolles Ende zu finden.

Das kann man sich nicht einfach aus dem Ärmel schütteln. Dazu gehört Konzentration, Durchhaltevermögen, Ideen, ein „Auge“ für die Figuren, Zeit, Ruhe, Inspiration, Mut über den eigenen Schatten zu springen und: Handwerk. Schreiben ist eine ebenso anspruchsvolle Kunst, wie andere Künste auch. Harte Arbeit. Trotzdem scheint Schreiben in den Augen anderer, eine der geringeren Künste zu sein. Dazu kann ich nur sagen: schreibt erst mal ein Buch – dann sprechen wir weiter.

Welche Motivation mich am Ende auch antreibt zu schreiben – ich kehre immer wieder an meinen Schreibtisch zurück. Schreiben ist mein Mittel Löcher in meinem Herzen zu stopfen. Mir die Welt zu erklären, meine Ängste im Griff zu haben, Abenteuer zu erleben, den Flow zu spüren, dem Wahnsinn etwas entgegenzusetzen, meinen Geist beweglich zu halten.

Was hinausdrängt, kann niemand für längere Zeit aufhalten. Der Ausdruck sucht sich einen Weg. Immer wieder. Wie Tropfen den Stein aushöhlen, bis der Damm bricht. Deswegen schreibe ich: um den reißenden Strom zu sehen. Wie Seite um Seite sich füllt, die Geschichte wächst, vom ersten Satz bis zum Schlusspunkt. Bilder meiner Fantasie Schwarz auf Weiß. Pure Lust.

Read Full Post »

(Oder das Monster in meinem Kopf)

Eine Frage, die ich mir so oft gestellt habe, dass ich sie gut sein und hinter mir lassen könnte. Und doch, ist da diese kleine fiese Stimme in meinem Kopf, die mich nervt.

Ich bin ein Schreiber. Ja. Aber bin ich ein Schriftsteller? Gut, ich habe einen Roman veröffentlicht, der sich ca. 5000 Mal verkauft hat.

Jetzt kommt das unvermeidliche ABER: unter Pseudonym und einen erotischen Roman. Das an besagt nichts und doch scheint es mir nicht zu reichen, um mich Schriftstellerin zu nennen. Ich stehe dazu, sehe mich aber in einer gewissen Rechtfertigungshaltung. Warum? Ist es, weil nicht mein eigener Name vorne draufsteht oder weil es in der Geschichte um Sex geht?

Barbara Cartland ist eine Bestsellerautorin. Auch wenn sie „Liebes-Schmonzetten“ geschrieben hat, hat sie sich damit eine goldene Nase verdient. Selbst Dan Brown bleibt bei seinem Erzählschema. Und jetzt mal ehrlich, in Shades of Grey geht’s doch auch nicht wirklich um die Story.

Ist es, dass ich einfach Spaß beim Schreiben haben will? Dass ich keine „Kunstbücher“ schreibe? Mein Motto ist: ich schreibe mir das Leben schön. Ist das zu leicht gedacht? Ist meine Idee: ich will mit meinen Geschichten unterhalten, zu anspruchslos? Ist man ein Schriftsteller, wenn man auf einer Liste steht oder, wenn man eine Botschaft hat?

Nicht, dass es in meinen Geschichten um nichts ginge. Es geht um etwas. Immer! Sonst wäre es langweilig. Allerdings gebe ich zu, dass meine Figuren nicht die Welt retten. Sie versuchen herauszufinden, wer sie sind und wozu sie in der Lage sind. Oder wie sie ihre Liebe finden.

Ich schreibe oft und viel über Liebe. Vielleicht weil sie mir alles bedeutet. Liebe bedeutet alles. Ohne Liebe sind wir verloren. Und doch verlieren meine Personen. Manchmal ist das Leben ungerecht. Da hilft es auch nicht, so sehr zu lieben, dass einem das Herz bricht. Am Ende bleibt oft die Sehnsucht, was wäre wenn…

Das ist etwas, dass ich früh in meinem Leben lernen musste. Einfach nur zu lieben, hält den Verlust nicht fern. Es macht ihn unerklärlich, aber er tritt trotz aller Gegenwehr ein.

Ich beneide die, die so selbstbewusst sind, sich ohne zu zögern Schriftsteller nennen. Komischerweise habe ich keine Probleme damit zu sagen, dass ich Kurse für kreatives Schreiben gebe. Bin ich zu zurückhaltend? Was kann ich tun, um das zu ändern? Selbstbewusster zu sein?

Gerade habe ich einen Durchhänger. Ich schreibe an einem neuen Roman. Die Geschichte bedeutet mir etwas. Es geht um Treue und Freundschaft, Rache, Tod und Leben, Schönheit und Vergänglichkeit. Ich will den Roman auf jeden Fall zu Ende schreiben. Um mich handwerklich zu verbessern (und meine Betriebsblindheit zu überlisten) habe ich einen Kurs bei der VHS besucht. Manuskriptvorbereitung. Eine kompetente, sehr nette Kursleiterin, und ein gutes Konzept. Ich konnte wichtige Aspekte mitnehmen. Und?

Bin total blockiert. Die Leichtigkeit und der Enthusiasmus sind weg. Ich betrachte meinen Text mit Argusaugen. Jedes Wort liegt auf der Goldwaage. Ich hinterfrage jeden Satz, jeden Absatz auf seinen Wert, statt einfach drauflos zu schreiben und mir die Kritik für später aufzuheben.

Oh, mein Gott, ich habe ein Monster geschaffen. Und damit meine ich nicht das Monster, das in meiner Geschichte vorkommt, sondern das, das hinter mir am Schreibtisch steht und mir dauernd einflüstert: „Du kriegst die Geschichte nie so hin, wie du es dir vorstellst. Wer will das schon lesen? Du findest sowieso keinen Verlag dafür. Hat beim letzen Mal auch nicht geklappt.“ Und was der noch alles raushaut, um mich umzuhauen.

Und so schleiche ich um meinen Roman herum, die Szene, die ich schreiben will genau im Kopf, und drücke mich(soll ich die Szene wirklich so schreiben?). Ich schreibe alles Mögliche: Blogbeiträge, überarbeite ältere Texte, schreibe Notizen aus meinem Arbeitsjournal ab, beschäftige mich mit Drehbuchschreiben und meinem Kurs, der erst in vier Wochen anfängt und für den ich das Konzept seit Monaten fertig habe. Ich putze, häkele, lese, gehe spazieren usw.

Ist ja nur`ne Phase! – Hahaha. Sage ich mir auch. Geholfen hat es noch nicht. Ich suche nach dem besten Mittel das Monster zu töten. Das hinter meinem Rücken. Das Miststück ist schlau. Es kämpft mit allen Tricks. Aber ich will nicht aufgeben und wenn ich auf dem Zahnfleisch kriechen muss. Was das betrifft, bin ich Schriftsteller, denn ich weiß, dass es den „richtigen“ Schriftstellern auch nicht besser geht. (Siehe Titus Müller, Federwelt Nr.109, Dez. 2014 – Wie ich es schaffe, trotz Selbstzweifeln produktiv zu sein)

Es ist nichts Ehrenrühriges ein Schreiber zu sein. Damit fängt es an. Bei jedem Schriftsteller. Also, gehe ich Monster jagen. Ich kriege es, früher oder später. Da wette ich drauf!

Read Full Post »

4. Manchmal hat die Liebe einen Preis.

„Manchmal hat die Liebe einen Preis.“
Schrieb ich oben auf das Blatt. Darüber sollte ich einen Aufsatz schreiben?! Super. Manchmal hat die Liebe ihren Preis. Wann hat sie keinen Preis? Irgendwas ist immer. Man verbiegt sich, um zu gefallen, macht sich kleiner als man ist, hält Dinge aus, die man sich unter anderen Umständen nie gefallen lassen würde und trotzdem liebt man, zahlt und zahlt.

Oder meinen die so eine Märchensache. Wenn du den Prinzen retten willst oder die Prinzessin, dann gibt`s du deinen Reichtum hin, deine Schönheit, deine Jugend und dann kriegst du sie oder ihn zurück. Im Märchen hat das ganze Bezahlen allerdings immer ein Happy End, die Opfernden kriegen den Preis zurück.

Als meine Mutter meinem Vater hinterher brüllte: „Ich habe dir die besten Jahre meines Lebens geopfert“, hat sie das sicher nicht gemeint. Sie sagt heute noch: Ich habe alles gegeben und was hatte ich davon? Und: Lass dir das eine Warnung sein! Mach nicht denselben Fehler wie ich.

Was meint sie damit? Dass ich nicht lieben oder dass ich keinen Mann, wie meinen Vater lieben soll? Ach, was weiß ich. Manchmal hat Liebe einen Preis – Liebe. Einfach nur wieder lieben. Das Herz öffnen und lieben. Es ist eine Gabe, kein Preis. Ich habe einen interessanten Satz gehört: Du kannst kein Preisschild an die Liebe hängen. Das stimmt! Doch hängen sie überall. Ich gebe dir Geld, Geschenke, Auto, Wohnung usw. und dafür bekomme ich Aufmerksamkeit, Sex, Gesellschaft von dir.

Ich erinnere mich an einen Kommentar meiner Mutter über meinen neuen Freund: „Wieder ein Mann ohne Geld.“ Er nagt nicht am Hungertuch, aber Millionär ist er nicht. Allerdings hat er ein großes Herz, eine unerschütterliche Ruhe, ist Hilfsbreit und liebt mich, so wie ich bin. Wenn er ein dickes Bankkonto hätte, könnte er mich nicht mehr lieben. Also was soll das Gerede vom Preis? Die anderen können ihre Preisschilder tragen, meins liegt schon lange im Papierkorb.

(Nach der ersten, irgendwie ernsten Betrachtung, brauchte ich eine) Zweite Version:

„Manchmal hat die Liebe einen Preis“, sagte ich leichthin und stellte ihm den bestellten Rotwein auf den Tresen.

Er sah auf mich herunter und lächelte.

„Und welchen Preis hat ihre Liebe?“, seine dunkle Stimme traf mich bis in den Bauch.

Ich errötete und schlug die Augen nieder. Warum fragte er mich das?

„Auf so privaten Fragen antworte ich nicht“, erwiderte ich.

„Und was muss ich tun, um eine Antwort zu bekommen?“

Er griff in die Innentasche seines teuren Jacketts, zog einen Geldschein heraus und schob ihn mir zu. Fünfzig Euro. Die Antwort schien ihm wichtig zu sein, aber mich konnte er nicht kaufen. Ich schob den Schein zurück. Bevor ich meine Hand wegziehen konnte, hielt er mein Handgelenk sanft fest. Erstaunt sah ich auf.

„Was muss ich tun?“, wiederholte er seine Frage eindringlich.

Mein Widerstand schien ihn zu reizen. Das passierte ihm scheinbar nicht oft. Er sah sehr gut aus. Vermutlich würden ihn viele Frauen als schön bezeichnen, obwohl da diese kleine Narbe über der Augenbraue war. Und Frauen, die einen zusätzlichen Anreiz brauchten, wurden wohl von seiner Großzügigkeit beeindruckt.

„Mir ihren Namen sagen, wäre ein Anfang.“

Er ließ mein Handgelenk los. Den fünfzig Euroschein ließ er neben seinem Glas liegen.

„Ray Givens.“

Er streckte mir die Hand entgegen.

„Lassen sie nie locker?“, ich konnte mir das Schmunzeln nicht verkneifen und legte meine Hand in seine, „Lea Winter.“

„Stimmt, Lea“, auf seinen vollen Lippen lag ein herausforderndes Lächeln, das ihn noch anziehender machte „ich akzeptiere kein Nein.“

Er schob mir den Geldschein erneut zur.

„Dann haben sie ein Problem“, der Schein wanderte wieder zurück, „sie können mich nicht kaufen.“

Diesmal steckte er den Schein zurück in die Jackettasche.

„Um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen. Was ist ihr Preis?“

„Den werden sie nicht bezahlen wollen.“

Diesmal war ich es, die ihn herausforderte.

„Wieso sind sie sich da so sicher?“

„Weil sie das mit Geld nicht kaufen können.“

5. Ich bin nicht 100 % sicher, dass er es ist, aber verdammt noch mal, ich hoffe es!

„Ich bin nicht 100% sicher, dass er es ist, aber verdammt noch mal, ich hoffe es!“

Sander starrte seit einer geschlagenen halben Stunde durch das Fernglas.

„Das hast du schon drei Mal gesagt! Und du nervst total!“, zischte ich.

„Was ist denn los mit dir?“

„Wir sitzen seit beinahe drei Tagen in diesem Auto, dass sich immer mehr in einen Mülltransporter verwandelt und dieser Typ da!“, ich deutete auf den verhuschten älteren Herrn in sandfarbenem Mantel und Hütchen, „ist der dritte Mann, den du für „IHN“ hältst.“

Sander machte ein Gesicht, als hätte ich ihm einen Eimer Dreckwasser in den Kragen geschüttet.

„Also“, ich versuchte meine Gefühlsaufwallung zu mildern, „du bist mein bester Freund und ich tue alles für dich, aber diese Observierung ist eine Katastrophe. Ich muss hier raus, sonst gehe ich gleich in Flammen auf.“

Je mehr ich sagte, desto düsterer wurde Sanders Gesichtsausdruck. Ich schnappte meinen Rucksack und stieg aus.

„Hey, du kannst doch jetzt nicht einfach abhauen?“, rief er hinter mir her.

„Und wer hindert mich daran?“, ich beugte mich zum Beifahrerfenster hinunter, „ich bin frei zu gehen, wohin es mir beliebt.“

Sander machte Anstalten auszusteigen. Ich drehte mich um und rannte die Straße hinunter, bog um die nächste Ecke und rannte auf die U-Bahn zu. Sollte Sander mich einholen, würde das nicht gut ausgehen.

Read Full Post »

Poem 18.4

Da steht er
Mich fest im Blick
Weiß was er will
Seh es in seinem Gesicht

Da kommt er
Mich fest im Blick
Er will mich jetzt
Sagt es mir ins Ohr

Da gehen wir
Arm in Arm zusammen
An einen geheimen Ort
Für heißen wilden Sex

Read Full Post »

Lea betrachtet Jared. Wie immer, wenn er beschäftigt ist und sie nicht beachtet. Das ist oft der Fall. Nur manchmal schaut Jared sie mit diesem merkwürdig durchdringenden Blick und einem rätselhaften Lächeln an, das Lea irritiert.

***

So war es auch, als sie ihm das erste Mal begegnete. Jared parkte die schwarze Corvette vor der Parkbank, auf der sich Lea für die Nacht häuslich niedergelassen hatte, und stieg aus. Für alle anderen Menschen unsichtbar, baute Jared sich direkt vor Lea auf und sprach sie an.

„Hey bist du Lea Harris?“

Erst sah sich Lea suchend um, aber da niemand anders in der Nähe war, antwortete sie arglos:

„Meinen richtigen Nachnamen kenne ich nicht, aber Lea ist mein Name.“

Jared musterte sie von Kopf bis Fuß. Dabei kam sein Blick Lea so nah, dass sie ihn förmlich wie Finger auf ihrer Haut spürte und ein Schauer rann über ihre Schultern den Rücken hinunter. So intensive Aufmerksamkeit war Lea nicht gewöhnt und sie fühlte sich ungeschützt. Noch nie war ihr ein Mann so nah gekommen. Jared machte nicht den Eindruck ein barmherziger Samariter zu sein, aber sein aufmerksamer Blick hatte nicht nur der Feststellung von Tatsachen gegolten, sondern sich auch wie ein Schutzmantel um ihre Seele gelegt. Sie fühlte einen knisternden Faden Energie zwischen ihnen fließen. Eine Energie, die schon immer dagewesen war und die sich in dem Moment ihrer Begegnung zu einer Verbindung aufbaute.

„Du siehst so aus, wie ich dich mir vorgestellt habe“, befand Jared.

„Wie meinst du das?“

Er ignorierte ihre Frage geflissentlich und sagte:

„Würdest du bitte mit mir kommen!“

Obwohl eine Bitte, war es nicht als solche gemeint. Trotzdem Lea sich sofort dafür entschieden hatte ihn zu begleiten, sagte sie:

„Wieso? Ich kenne sie nicht. Wer weiß, was sie mit mir vorhaben!?“

Da huschte dieses rätselhafte Lächeln über seine Lippen und er antwortete:

Mein Name ist Jared Connor. Und man hat mich zu deinem Bodyguard gemacht – sozusagen.“

Lea wollte fragen, wer diese ominösen „man“ sein sollten und warum sie einen Bodyguard benötigte, als zwei dunkle Gestalten aus den Schatten auf Jared zu sprangen. Er schien sie erwartet zu haben. Noch ehe sie ihn erreichten, verfiel er in den Gegenangriff. Trotz seiner Größe wirbelte Jared, geschmeidig wie eine Raubkatze auf Beutefang, herum. Gebannt versuchte Lea seinen rasend schnellen Bewegungen zu folgen. Doch woher das Schwert kam, das er plötzlich in den Händen hielt, sah sie nicht. Bevor die Vermummten Jared berühren konnten, lagen ihre Körper ohne Kopf auf dem rauen Pflaster. Lea zwang sich nicht zu schreien, wendete den Blick von den Gestalten ab und sah den triumphierenden Ausdruck in Jareds Augen. Sie konnte spüren, wie das Adrenalin durch seine Adern pumpte und ihn high machte.

„Würdest du jetzt bitte mitkommen?“, erkundigte Jared sich und hielt ihr galant die Autotür auf.

Ohne Widerworte stieg sie ein. Er startete den Boliden. Gleichzeitig mit der Zündung ging das Radio an. Überraschenderweise ertönte kein Rock oder Heavy Metal. Überraschenderweise füllte die Wassermusik von Georg Friedrich Händel das Schweigen. Lea drückte sich in die weichen Ledersitze und betrachtete Jareds Profil. Seine halblangen brauen Haare wellten sich im Nacken. Seine Augen hatten die Form von Mandeln mit einem grünbronzefarben schimmernden Kern, unter einer leicht aufstrebenden geraden Nase befand sich ein voller Mund und ein kantiges Kinn mit einem weichen Grübchen.

„Warum können sie mich sehen?“, fragte Lea neugierig, „ich wollte nicht, dass mich jemand sieht.“

Jared warf ihr einen kurzen Seitenblick zu.

„Weil ich bin, was du bist.“

„Was ich bin?“, echote sie.

Leas Herz schlug schneller. Sie wusste seit sie denken konnte, dass mit ihr etwas nicht stimmte – nur Antworten hatte sie bis dahin nicht gefunden. Würde Jared ihr sagen, was mit ihr los war? Eine Seite in ihr wollte es unbedingt wissen. Die andere Seite riet ihr keine Fragen zu stellen, mit deren Antwort sie nicht fertig werden konnte.

„Willst du nicht wissen, was du bist?“

Jareds ruhige Stimme unterbrach ihre Überlegungen.

„Ich bin mir nicht sicher. Ich lebe mit dieser Gabe, diesem Fluch – was immer es ist – schon so lange. Ich habe mich damit abgefunden. Andererseits hängt das Ganze wohl damit zusammen, dass „man“ dich geschickt hat.“

Jared antwortete nicht sofort. Er bog auf den Highway ab und gab Gas.

„Stimmt. Du bist ein Engelskind.“

„Bitte was?“, Leas Stimme versagte ihr den Dienst.

„Du hast mich schon richtig verstanden. Du bist ein himmlischer Bastard.“

Lea schüttelte energisch den Kopf.

„Das gibt`s doch gar nicht. Wie soll das funktionieren?“

„Engel und Engel machen Liebe, und kriegen ein Kind. Du weißt schon – Sex und so weiter oder lieber Bienchen und Blümchen, damit dein Feingefühl nicht verletzt wird?“, spottete Jared.

„Danke für die Aufklärung. Das begründet nicht, warum du mich sehen kannst“, Lea zögerte, „oder bist du auch ein Bastardkind, um bei deinem netten Vergleich zu bleiben?!“

„So ähnlich“, antwortete er einsilbig, „jedenfalls wollen dich beide Seiten in die Finger kriegen.“

„Beide Seiten?“

„Die Hölle will dich als Druckmittel oder Versuchskaninchen. Der Himmel will dich unschädlich machen. Es darf nicht sein, was nicht sein kann.“

„Na super! Und was willst du?“

„Dich beschützen.“

„Warum? Du machst nicht den Eindruck aus reiner Menschenfreundlichkeit zu handeln. Du bist das, was man als kalten Hund bezeichnen würde.“

Da war wieder dieser sphinxhafte Ausdruck auf seinem Gesicht. Und als er nicht antwortete, fuhr Lea fort:

„Sorry, aber deine Kampftechnik ist nicht auf Abwehr sondern auf Töten ausgelegt. – Ich finde ein bisschen mehr Aufklärung bist du mir schuldig?“

„Ich habe meine Gründe. Du wirst mehr erfahren, wenn es soweit ist.“

***

Dabei blieb es. Seit vier Wochen befindet sich Lea nun in seiner Obhut, wie Jared es harmlos nennt. Sie würde die Situation eher als Kerkerhaft bezeichnen, wenn da nicht Jared wäre. Dieser rätselhaft anziehende und gleichzeitig unnahbare Mann. Sie stellt ihm keine Fragen. Wozu? Sie hat es versucht, aber es kommt kein Wort zu viel über seine Lippen und im Grunde ist es egal. Alles, was sie will ist in seiner Nähe zu sein. Es ist wie verhext. Immer ist dieses Flirren zwischen ihnen. Blicke, die hin und her fliegen. Ab und an eine zufällige Berührung und gleichzeitig ist Jared kühl und reserviert.

Das erste Mal in ihrem zwanzigjährigen Leben muss Lea sich nicht verstellen. Jared und sie sind zwar wie Feuer und Wasser, aber er hat keine Angst vor ihr. Lea kann sichtbar bleiben ohne den Argwohn oder die boshaften Anspielungen anderer Menschen befürchten zu müssen. Und nicht nur das. Lea kann nicht zählen, wie oft sie gezwungen war, die Flucht zu ergreifen, weil sie wieder einmal auf Menschen stieß, die das, was sie nicht kannten oder erklären konnten, lieber austilgten, als kennen zu lernen.

Leas Äußeres unterscheidet sich nicht auffallend von dem anderer Menschen, wenn man von dem ungewöhnlich leuchtenden Blau ihrer Augen, den langen goldenen Locken und einer feinen zeitlosen Schönheit absieht, ein Erbe ihrer Herkunft. Doch genau das ist es, was die Menschen scheinbar nicht ertragen können. Ihr ätherisches Wesen macht den Eindruck, Lea könnte jeder Zeit Flügel ausbreiten und sich in die Lüfte erheben. Nichts Dunkles geht von ihr aus, sie ist licht und leicht, wie aus einem Märchen. Menschen schauen sie an und ahnen, dass etwas anders ist. Sie fürchten, was sie nicht verstehen. Lea war und ist eine Ausgestoßene. Neben Jared fühlt sie sich nicht anders, ohne dass er absichtlich versucht, diesen Eindruck bei ihr zu erwecken. Es ist einfach so, auch wenn er nicht bereit ist, ihr zu sagen warum.

***

Jared stellte von Anfang an eine klare unverrückbare Regel auf.

„Du bleibst hier in diesem Zimmer, so lange ich es sage. Wenn du hinaus willst, dann nur in meiner Begleitung. Aber am besten ist es, kein Risiko einzugehen.“

„Bin ich jetzt deine Gefangene?“, fragte Lea erstaunt.

„Nein“, erwiderte er kühl, „ich verspreche dir, ich werde dich nicht zurückhalten, aber du kannst auch nicht auf meine Hilfe zählen, wenn du dich meinen Regeln widersetzt.“

Er hielt sich allerdings nicht an seine Drohung, so wie sie sich nicht an seine Regel. In der Nacht, Jared schlief tief und fest, verließ Lea das Zimmer und begab sich auf eine Erkundungstour. Sie wollte nur für ein paar Minuten der Enge des Zimmers entgehen und kalte klare Luft in ihren Lungen spüren. Mit dem Lift fuhr Lea in die letzte Etage, stieg aus und legte die letzte Etappe über das Treppenhaus zu Fuß zurück. Die Tür zum Dachgarten war verschlossen, aber das hinderte Lea nicht. Sie legte ihren Finger auf das Schloss und mit leisen Schnarren sprang es auf. Lea betrat den Garten.

Die Anlage war nach den Regeln des Feng Shui aufgebaut. Bei näherer Begutachtung etwas zu modern, aber der Gartenplaner hatte sich Mühe gegeben. Es gab niedrige Bäume und Büsche, weiße Kieselsteinwege, die im Schein eingelassener Lampen, beinahe gespenstisch leuchteten. Dazu schmückten zwei Bassins mit Kois und einem runden Springbrunnen die Anlage. Die beiden Teiche wurden durch eine typisch chinesische Brücke getrennt, die zu einem Pavillon führte in dem ein dicker Buddha saß und freundlich zu ihr herab lächelte.
Lea gefiel die kirschrote Pagode mit den Schieferdachplatten und den goldfarbigen Verzierungen. Sie trat an das Geländer heran und sah über die Stadt. Glas, Metall und Beton soweit das Auge reichte, erleuchtet von Millionen künstlicher Lichter. Auf der Straße, tief unter ihr, ein nicht endenwollendes Chaos aus Kraftfahrzeugen und Menschen, deren dissonante Geräusche bis zu ihr hinauf drangen.

Die Stadt blinkte so hell, dass sie keine Sterne sehen konnte. Selbst das dunkle Blau des Nachhimmels versteckte sich über einem verwaschenen Nebel, angereichert mit den bitteren Ausdünstungen der Zivilisation. Enttäuscht machte sich Lea auf den Rückweg. Die Bedeutung des Feng Shui –Himmel und Erde beobachten – ging in den Häuserschluchten der Großstadt unter. Die Erde bestand aus Beton und der Himmel wurde von Abgasen entstellt. Wehmütig ließ Lea ihren Blick noch einmal über den Garten schweifen. Der Schöpfer des Gartens hatte es gut gemeint, aber Harmonie und Einklang konnte er unter diesen Umständen nicht schaffen.

Lea überquerte gerade die Brücke, als Jared vor ihr auftauchte. Er war nur mit Jeans und T-Shirt bekleidet, trug aber die Waffe bei sich, mit der er die Vermummten besiegt hatte. Sie spürte seinen unterdrückten Ärger sofort.

„Habe ich mich nicht klar und deutlich ausgedrückt!“, seine Stimme klang rasiermesserscharf.

„Tut mir leid“, erwiderte Lea, „ich wollte dich nicht wecken und eigentlich war ich ja nicht draußen.“ Jareds Blick bohrte sich in ihren, „ich hab das Hotel nicht verlassen.“

„Was an der Regel, du bleibst im Zimmer, hast du nicht verstanden?!“

Jared packte sie am Handgelenk und zog sie hinter sich her.

„Und wieso bist du mir gefolgt? Ich dachte, auf deine Hilfe kann ich nicht zählen. Ach übrigens, ich bin groß und kann selbst auf die Knöpfe im Aufzug drücken.“

Ihre schnippische Antwort hatte zur Folge, dass Jared sie mit einem Ruck zu sich heranzog. Lea war so überrascht, dass sie ihm entgegen fiel. Mit festem Griff presste Jared sie an sich. Durch das Shirt spürte sie die Anspannung seiner Muskeln. Der Geruch von Duschgel oder After Shave, vermischt mit dem Duft seines Körpers, der sich in seiner Wärme auflöste, durchflutete Leas Gehirn. Jared wollte zu einer Erwiderung ansetzen, als sie ein leises Geräusch hörten.

„Ich liebe solche Überraschungen“, seufzte Jared.

Er ließ Lea los und stellte sich vor sie. Mit Bestürzung registrierte sie, dass sie von sechs kräftigen Männern umgeben waren. Alle in Schwarz gekleidet, mit Masken vor den Gesichtern. Im Schein der Gartenbeleuchtung sah Lea Metall aufleuchten.

„Na gut Jungs“, spottete Jared, „mal sehen ob ihr es diesmal schafft mich zu besiegen.“

Er nahm das Schwert in beide Hände, machte einen Schritt nach vorne und drei der Männer stürzten sich auf ihn. Jared wirbelte herum und traf einen so schwer in der Seite, dass er zu Boden ging. Ein Anderer nahm sofort seinen Platz ein. Jared bewegte sich wie ein Sturmwind unter einer Brise. Doch auch ein Sturm kann auf ein Hindernis treffen. Ein Angreifer nutze die Chance und landete einen Treffer. Jared gab keinen Laut von sich, er verzog nur das Gesicht, biss die Zähne zusammen. Während er die nächsten Schläge austeilte, versuchte einer der Männer von hinten an Jared herankommen und stieg in das schwarze Marmorbecken des Wasserspiels. Lea verließ ihre Deckung, sprang in das wohlgeordnete Steinbeet, das den Brunnen begrenzte und stieß die Hände in das Wasser. Einen Moment lang geschah nichts, dann hörte man plötzlich ein Geräusch, wie das einer tosenden Welle. Der Mann sah Lea erschrocken an, wollte sich umdrehen und fliehen, rannte und wurde jäh in das Becken hinab gezogen, als hätte sich eine Spalte aufgetan und ihn verschlungen. Sein Angstschrei verklang ungehört in den Fluten. Bis auf einen Angreifer, hatte Jared sie alle getötet. Der Mann wusste, dass er auf verlorenem Posten stand und kämpfte wie ein Berserker. Die beiden Gegner schenkten sich nichts. Jared traf und wurde getroffen, sein Schwertarm wies eine tiefe Wunde auf.

„Jared hier her!“, rief sie ihm zu.

Er drehte sich um und war mit wenigen Schritten bei ihr. Lea zog ihn in den Brunnen. Der Angreifer stand auf dem Weg und lachte.

„Feigling – muss du dich von einem Mädchen retten lassen?“

Lea spürte Jareds Zorn. Niemand beschimpfte ihn als Feigling. Er versuchte sich von Leas Hand zu befreien. Sie klammerte sich fester an seinen Arm.

„Lass mich los“, zischte er ihr zu.

„Wer ist hier feige?“, fragte Lea sanft, „komm doch, wenn du dich traust.“

Der Vermummte zögerte. Bevor er eine Entscheidung treffen konnte, schoss eine Wasserfontäne aus dem Brunnen, stieß wie eine riesige Schlange auf ihn herunter und schwemmte ihn gleich einem Haufen Unrat davon. Das Wasser nahm nicht nur ihn, sondern auch die Leichname der anderen Männer. Nachdem sich das Wasser wieder zurückgezogen hatte, war nichts mehr von ihnen übrig.

„Ich ahnte, dass du sehr interessante Fähigkeiten hast“, murmelte Jared.

Er sah Lea mit einem undefinierbaren Blick an. Sie hatte den Eindruck, dass er damit nicht nur auf das gerade Geschehene anspielte.

„Du blutest“, sagte sie leichthin, „wir sollten deine Wunden versorgen.“

Sie stieg aus dem Wasser und wollte zum Ausgang gehen. Jared holte sie ein und hielt sie fest.

„Wie hast du das gemacht?“, wollte er wissen.

„Vom Wind zerstreut, vom Wassers verschlungen.“

Sie versuchte zu lächeln, aber das reizte Jared noch mehr auf.

„Siehst du, was dein Alleingang angerichtet hat?!“

„Wenn du mich begleitet hättest, hätten sie uns auch angegriffen.“

„Wenn du im Bett geblieben wärst, wäre dies hier gar nicht passiert.“

Lea wollte etwas erwidern, aber ein heftiges Zittern schüttelte ihren Körper. Die Anstrengung der Wasserbeschwörung übermannte sie. Ihre Knie gaben nach und Jared fing sie auf, hob sie hoch, als wäre sie federleicht. Die Härte seiner Muskeln, seine Finger, die sich in ihr Fleisch gruben, sein donnernder Herzschlag an ihrer Brust, wurde ihr so deutlich bewusst, als hätte jemand einen Eimer Eiswasser über sie ausgegossen. Seine Stärke berauschte sie. Ein Gefühl von Trunkenheit breitete sich in ihrem Kopf aus.

„Deine Wunden sind schon fast wieder verheilt“, murmelte sie und strich mit den Fingerspitzen über seine Wunde.

Er ignorierte Leas Bemerkung und trug sie zum Fahrstuhl. Ihre Nähe erregte ihn unvorstellbar. Es war ihr süßer Duft, der sich in sein Hirn bohrte und an ihm kratzte bis er sich wund und roh fühlte. Jared hätte sie unter tausenden aufspüren können. Seine scharfen Sinne kannten nur ein Ziel, Lea. Jede Zelle seine Körpers saugte sich an ihr fest und es kostete Jared unglaubliche Selbstbeherrschung ihr nicht den dünnen Pyjama vom Körper zu reißen, jeden Zentimeter ihrer Haut mit wilden Küssen zu bedecken und ihr zu zeigen, wie sehr er sie wollte. Jareds Körper reagierte bei jeder ihrer Berührungen wie unter Strom, selbst wenn er sich nur vorstellte, wie Lea sich anfühlte, wenn er sie nahm. Es war grausam, aber er hatte klare Anweisungen bekommen. Jared sollte das Engelskind beschützen, mehr nicht. Jemand anders sollte ihre Bewachung übernehmen, aber als Jared erfuhr, wer Lea war, bettelte er solange um den Auftrag, bis der Boss – Ja – sagte. Und Jared bettelte nie. Er hatte sich auf ein Spiel mit dem Feuer eingelassen. Niemand wusste was passieren würde, wenn Jared Lea näher kam. Die Vermutungen reichten von Heilung über Wahnsinn, bis zum Tod von beiden. Jared wollte es so, nun musste er sehen, wie er damit fertig wurde.

Sein feuchtes Haar kitzelte Leas Wange und sein warmer Atem streifte ihren Hals und ihr Dekolleté. Ein lustvolles Kribbeln rieselte über ihren Körper und zog sich zu einem lustvollen Ziehen in ihrem Unterleib zusammen.

Jared bemerkte die Reaktion, die seine Nähe bei Lea auslöste mit einer gewissen Irritation, aber auch Genugtuung. Sie mochte ein Engelskind sein, aber gegen Lust war sie nicht immun. Lea empfand Erregung. Jared hatte es gehofft, aber nicht erwartet. Die Erkenntnis erhöhte die Heftigkeit seines Herzschlags und verstärkte den Rausch des Adrenalins, das durch den Kick des Kampfes durch seine Adern schoss, auch wenn er dies unbedingt verdrängen musste. Abrupt setzte Jared Lea ab und trat ein paar Schritte zurück. Plötzlich von ihm getrennt, fühlte sie sich allein und verletzlich. Lea schaute ihn an und fragte sich, ob Jared es auch spürte? Er wich ihrem Blick aus. Hätte er sie angesehen, hätte er für nichts garantieren können.

„Ab jetzt wirst du im Zimmer bleiben“, machte Jared Lea energisch klar. Als sie nicht antwortete, fuhr er fort: „Und keine nächtlichen Ausflüge mehr.“

„Darf ich wenigstens allein auf die Toilette?“, fragte Lea ergeben.

„Wenn du die Tür nicht abschließt.“

***

Bei jedem anderen Menschen hätte sich Lea mit Händen und Füßen gegen diese Anordnung gewehrt. Bei Jared ist das unnötig. Er hält sie die meiste Zeit auf Distanz. Manchmal, in winzigen Momenten flackert ein begehrliches Glitzern in seinen Augen auf, um kurz darauf wieder zu verlöschen und erneuter Gleichgültigkeit Platz zu machen.

Ihr Aufenthaltsort, eine elegante Einzimmersuite, macht diese „Rund-um-die-Uhr-Bewachung“ problemlos möglich. Die Wände sind im englischen Stil tapeziert. Die beiden breiten Einzelbetten mit den weichen Kissen lassen sich bei Bedarf durch einen Paravent von einander trennen, um wenigstens den Anschein von etwas Privatsphäre aufkommen zu lassen. Vor den hohen Fenstern mit den geschmackvollen Gardinen und den dunkelroten schweren Samtstores steht ein breiter Schreibtisch aus Kirschbaumholz. Dort hat Jared sein Notebook aufgebaut und einen Stapel Bücher, Dokumente, Karten und Zeitungen gehäuft. Den überwiegenden Teil der Zeit sitzt er dort und arbeitet.

Nie zuvor hat Lea in so einer sauberen, schönen Umgebung gewohnt. Meistens kampierte sie im Freien, auf Parkbänken unter dem Sternenhimmel, unter Brücken, in Hauseingängen. Manchmal, in ihren Träumen, erinnert sie sich an ein Zuhause, mit einem Kinderzimmer, Spielzeug und zwei Menschen, die sie gern haben.

***

Jared fragte sie eines Tages nach dem Ort in ihren Träumen und den Namen ihrer Betreuer, aber Lea antwortete nur:

„Das war in einem anderen Leben. Weit weg von hier.“

„Kannst du nicht oder willst du dich nicht erinnern?“

Lea erinnerte sich genau an diesen Moment. Jared stand am Fenster und sah dem geschäftigen Treiben auf der Straße zu.

„Warum sollte ich mich erinnern wollen? Es ändert nichts an meiner Situation. Ich bin allein. Der einsamste Mensch auf dieser Welt“, sie machte eine Pause und als Jared sich zu ihr umdrehte, sagte sie herausfordernd, „bis auf dich vielleicht.“

Sofort bereute sie, dass sie die Anspielung nicht zurückhielt. Zum ersten Mal sah sie wie Wut in seinen Augen auflohte. Zu groß war die Versuchung gewesen, Jared wenigstens einmal aus der Reserve zu locken. Das war die erste Nacht, in der er sich eine Prostituierte ins Bett holte.

***

Das ist sieben Tage her. Lea bleibt nach außen beherrscht. Allerdings hat sie das Gefühl, sobald Jared wieder einer Nutte die Tür öffnet, als bohre er ihr ein Messer ins Herz. Lea ist sich sicher, dass er weiß, welche Schmerzen sie leidet. Denn wenn Jared sich seine Befriedigung geholt hat, wirft er ihr jedes Mal einen triumphierenden Blick zu, der dem ähnelt, den er hatte, als er seine Angreifer niederstreckte.

Tagsüber sorgt Jared für alles, was Lea benötigt. Es gibt ihre Lieblingsspeisen. Er kauft ihr neue Kleider. Sie darf sich das Fernsehprogramm aussuchen, wenn sie etwas anschauen will und Jared besorgt ihr Bücher. Die Stapel neben ihrem Bett, mit gelesenen und neuen Büchern, wachsen immer schneller.

Nachts, in der Stille, wenn er mit nichts beschäftigt ist außer seinen Gedanken, verändert sich etwas in Jared. Er wird unruhig, läuft auf und ab. Sein Herz schlägt schneller, seine Haut wird empfindlicher und seine Muskeln spannen sich an. Leas betörender Duft flutet sein Hirn, er kann ihren Atem und ihren Herzschlag spüren. Wenn Jared sie ansieht krampft sich alles in seinem Körper zusammen. Nie hat er gedacht, dass es so schwer sein wird sich dagegen zu wehren, ihr zu nahe zu kommen. Bis er Lea begegnete konnte er jede Frau haben. Er nahm sich was sich anbot und beklagte sich nicht. Jared liebt Sex. Es ist der Kick, das Adrenalin – das ist es immer. Keine Gefühle – alles eine Frage der körperlichen Reaktionen.

***

Lea liegt auf ihrem Bett, eingekuschelt in einen weichen Bademantel und versucht zu lesen, während Jared Liegestütze macht. Er trägt nur seine Jeans. Eine dünne Schweißschicht bedeckt seine leicht gebräunte Haut, die im Licht der Nachttischlampen einen sanften Goldton angenommen hat. Jeder einzelne Muskel tritt deutlich hervor und unter der Anspannung der Liegestütze pumpen sie noch stärker auf. Fasziniert betrachtet Lea Jareds perfekten Körper über den Rand ihres Buches hinweg. Er ist knapp zwei Meter groß. Gegen ihn kommt sie sich mit ihren 1,65 Meter wie ein Zwerg vor. Seine Hände sind groß, mit schlanken gepflegten Fingern.

„Ich geh duschen.“

Lea schreckt aus ihrer Trance auf und sieht in Jareds spöttisch glitzernde Augen. Ein aufreizend provokatives Lächeln liegt auf seinen Lippen. Sofort spürt sie eine verräterische Hitze in sich aufsteigen und senkt verlegen die Lider. Noch auf dem Weg ins Bad entledigt er sich der Jeans und seiner Shorts. Lea kann nicht anders, sie muss Jared hinterher starren. Ihr Herz rast im Sprint. Sie hat das Empfinden, es würde ihr aus der Brust springen. Eine heiße wilde Sehnsucht kriecht durch jede Zelle ihres Körpers. Lea kann sich nicht erinnern jemals so einen vollkommenen Mann gesehen zu haben, wenn es da nicht diese andere rätselhafte Seite gäbe.

***

„Na hast du dich von dem Schock erholt?“

Der Spott in Jareds Stimme ist nicht zu überhören. Lea blickt auf und hält den Atem an. Jared steht in der Badezimmertür, nur mit einem Handtuch um die schmalen Hüften. Seine Haut ist noch feucht. Über seiner linken und rechten Brust, unter den Schlüsselbeinen prangen zwei Tattoos. Verschlungene Muster, die seine breiten Schultern hinauf laufen und sich auf die Oberarme und die Schulterblätter erstrecken. Seine fixierten Bauchmuskeln laufen in ein virtuoses Dreieck aus, das unter dem Rand des Handtuchs verschwindet. Winzige dunkle Härchen wandern vom Nabel abwärts und verlieren sich ebenfalls unter dem Handtuch. Jared genießt Leas Blicke offensichtlich. Ohne Scheu steht er da und rubbelt sein nasses Haar trocken. Das Zerzauste macht ihn noch attraktiver. Es lässt ihn menschlicher erscheinen.

„Genug gesehen?“, Jared grinst.

Lea atmet tief durch und heftet ihre Augen wieder auf ihr Buch. Sie liest ohne ein Wort zu verstehen, immer wieder dieselben Sätze. Erst als Jared sich auf sein Bett wirft, traut sie sich hinter ihrem Buch aufzutauchen. Vorsichtig lugt sie zu ihm hinüber. Jared trägt nichts außer einer legeren Pyjamahose. Er hat die Arme hinter dem Kopf verschränkt und die Augen geschlossen. Leas Herzschlag hatte sich gerade etwas beruhigt.

„Heute keinen Damenbesuch?“, fragt sie, „oder ist es noch zu früh?“

Jared dreht den Kopf in Leas Richtung und schaut sie unter halbgeschlossenen Lider an.

„Du hast es gesehen“, stellt er schlicht fest.

Sie nickt wortlos. Der Paravent stellt kein Hindernis für Lea da. Wenn sie sehen will, kann sie sehen.

***

Für einen Moment tauchen die Bilder vor Lea auf. Jared, der sich über eine Hure beugt, eine Frau nackt auf den Knien vor ihm, seine Hand verkrallt in ihren Haaren, einen üppigen Leib mit wippenden Brüsten über seinem reglosen Körper und immer wieder der aufgeputschte Blick, kurz bevor er kommt.

Jared gab ihnen nichts, obwohl die Frauen geradezu darum bettelten. Die Hure, die er in der letzten Nacht mehrmals nahm, ohne dass er ihr einen Höhepunkt gönnte, flehte ihn an:

„Bitte nur einmal!“

„Ich bezahle dich“, erwiderte er ungerührt.

„Ich will dein Geld nicht. Ich will dich.“

Jared warf den Kopf in den Nacken und lachte amüsiert.

„Das wollen sie alle. Vergiss es.“

Mit fiebrigem Blick klammert sie sich um seinen Hals und versuchte ihn zu küssen.

„Miststück“, murmelte Jared.

Mit geschicktem Griff löste er sich von ihr und schubste sie aus seinem Bett. Weinend, wie ein kleines Kind, kauerte das Mädchen auf dem Teppich und rührte sich nicht. Jared packte sie und schob sie, so wie sie war, auf den Flur. Ihre Sachen warf er ihr einfach hinterher.

„Jared …“, begann Lea.

Als sie seinem stechenden Blick begegnete, behielt sie ihre Worte für sich.

***

„Und? Hat es dich erregt?“

Jareds Stimme lässt Genugtuung erkennen, er hat seinen Blick wieder gegen die Decke gerichtet. Lea antwortet nicht, steht stattdessen auf, öffnet den Gürtel ihres Morgenrocks und lässt ihn von den Schultern gleiten. Nackt steht sie da und blickt auf Jared herunter. Ruckartig setzt er sich auf. Sein Puls jagt in die Höhe. Leas zarte helle Haut leuchtet im Schein der Nachttischlampen wie Alabaster. Das ist es was er will. Lea.

„Zieh dich an!“, herrscht er Lea trotzdem an.

Sie lächelt nur.

„Warum? Gefällt dir nicht was du siehst?“

Lea hat Jareds beschleunigten Atem sofort bemerkt.

„Zieh dich an!“, wiederholt er scharf, „Sex mit dir gehört nicht zu meinem Auftrag.“

Jared zuckt nicht mit den Wimpern, um das Bild von Lea ganz festzuhalten.

„Hast du Angst, dass du etwas fühlen oder mir Vergnügen bereiten könntest?“, fragt Lea, ohne auf seinen Einwand einzugehen.

Die Anspannung ist so groß, dass die Luft zu flirren beginnt. Jared schüttelt den Kopf. Das erste Mal, seit sie sich begegneten, fehlen ihm die Worte. Lea wartet geduldig.

„Ich sagte doch, ich habe etwas mit dir gemeinsam. Allerdings nicht so wie du denkst“, Jared zögert einen Moment, „du bist ein Engelskind. Ich bin ein Dämon oder besser, ich wurde von einem Dämon verseucht, als ich noch ein Neugeborenes war. Ich weiß, wie es ist anders zu sein, von allen schief angesehen zu werden, weil sie ahnen das etwas mit dir nicht stimmt.“

„Du beschützt mich.“

„Das ist mein Auftrag“, wiegelt er ab.

Lea lässt sich nicht beirren.

„Kannst du nicht lieben?“, fragt sie mitfühlend.

Jared zuckt mit den Schultern.

„Ich weiß es nicht. Ich habe nie Liebe erlebt. Du hattest recht. Ich bin noch einsamer, als du. In dir ist Licht. In mir ist Dunkelheit und Kälte. Wut, Gier, Spott und was es sonst noch an schlimmen Dingen gibt. Wunden, die niemals heilen.“

„Liebe mich“, flüstert Lea.

„Ich weiß nicht, wie das geht – lieben. Ich kann nur ficken.“ Das Grün in seinen Augen ist aufgewühlt wie das Meer unter einem tosenden Sturm, „ich will dich nicht zerstören.“

„Aber du hast mich gerettet. Nichts geschieht einfach so. Vielleicht sind wir beide der Grund, für die Existenz des anderen?“

Sanft streicht Lea ihm durch das feuchte Haar, fährt mit den Fingerspitzen über die angespannten Muskelstränge seiner Schultern, legt die Hände auf die Stellen an denen die Tätowierungen entspringen. Leise stöhnt Jared unter ihren Berührungen. Seine Finger krallen sich in die Bettdecke, als fürchte er sich zu verletzten, wenn er Lea berührt. Er sieht sie unter halbgeschlossenen Lidern an. Seine Lippen sind leicht geöffnet. Lea beugt sich vor. Ehe Jared sich zurückziehen kann, hat sie ihren Mund auf seine Lippen gelegt. Erstaunlicherweise sind sie kühl, doch ihr Mund brennt wie Feuer.

Lea haucht ihm ihren Atem ein. Jared spürt den süßen Geschmack von Honig und Sonne auf seiner Zunge. Es kitzelt und prickelt, wie kostbarer Champagner. Ein warmes helles Gefühl breitet sich immer weiter in seiner Mundhöhle aus, rollt seine Kehle hinab und fließt in seine begierigen Lungen. Eine Frühlingsbrise nach einem Mairegen. Jared saugt den Odem so tief in sich hinein, dass er dass Gefühl hat völlig davon ausgefüllt zu werden.

Ein heftiger Ruck geht durch Jareds Körper. Er reißt die Augen auf und begegnet Leas strahlendem Blau. Fragend schaut er sie an. Verliert sich in den Tiefen ihrer Seele.

„Mein Licht gehört dir. Nimm dir was du brauchst“, hört Jared Lea flüstern.

Sein Herz beginnt in rasendem Takt zu schlagen. Nichts wünscht er sich mehr, als Leas Hingabe zu erleben, der Mann zu sein, der ihren Körper und ihre Seele in Ekstase versetzt. Doch der Gedanke Lea zu verletzen lässt ihn zögern.

„Ich kann es nicht tun!“, beschwört er sie. „Ich könnte dein Licht mit meiner Finsternis auslöschen. Niemand weiß, was passiert, wenn wir uns verbinden.“

Hastig versucht Jared Lea weg zu schieben.

„Das ist Liebe“, sagt sie leise und lächelt, „seinen eigen Willen aufgeben, für den des anderen.“ Zärtlich küsst Lea Jareds Stirn, seine zitternden Lider, die Wangen und seine weichen, hungrigen Lippen. „Lass es geschehen. Liebe mich“, haucht sie ihm ins Ohr, „liebe mich nur.“

Für den Bruchteil einer Sekunde hält er inne, denkt an den strengen Blick seines Chefs und hört seine energische Stimme:

„Und lass die Finger von ihr! Sonst kannst du was erleben.“

Aber Jared kann nicht mehr zurück. Er will sie fühlen, ihr Lust schenken und völlige Hingabe erfahren. Er fasst nach Leas Taille, zieht sie rittlings auf seinen Schoß und presst sie fest gegen seine nackte Brust. Leas warme Haut bildet einen erregenden Kontrast zu Jareds kühler. Seine starken Finger bohren sich in ihren festen Po und drücken ihren offenen Schoss gegen seine stahlharte Erektion, nur getrennt durch eine dünne Lage Stoff.

Der Bann ist gebrochen, es gibt kein Halten mehr. Jared nimmt Leas Lippen begierig, als ginge es um Leben und Tod. In gewisser Weise ist es so. Leas biegsamer Körper passt sich perfekt an seinen starken festen an. Er fühlt ihre steifen Brustknospen gegen seine Brust gedrückt, riecht ihren sinnbetörenden Duft, der sich in der Hitze ihrer Haut auflöst und sich an seine heftet. Jared muss sie immer wieder küssen, kann nicht aufhören ihren Körper mit seinen Lippen zu liebkosen.

Er hält inne, weiß, dass er seinen Orgasmus nicht mehr lange zurückhalten kann. Vorsichtig hebt er Lea von seinem Schoss und bettet sie auf seine Kissen. Jared entledigt sich seiner Hose. Sie mustert ihn mit neugierigen Blicken. Für einen Moment steht er so hüllenlos vor ihr. Sein muskulöser Körper ähnelt der Statue von Michelangelos David. Bis auf einen wichtigen Körperteil, der bei Jared um einiges besser entwickelt ist. Lea lächelt. Ihre Blicke kreuzen sich. Jared legt sich zu ihr. Er schaut Lea an, als wäre es das erste Mal. Die vollen roten Lippen, die zierliche Nase. Kluge aufmerksame Augen und fein geschwungene Brauen. Sanft streicht er ihr ein paar vorwitzige blonde Strähnen aus dem Gesicht.

„Du bist schön“, seine Stimme berührt ihre Gedanken wie Seide. „Ich könnte dich stundenlang anschauen.“

„Bist du sicher, dass du nicht noch etwas anderes willst?“, fragt sie neckisch.

Sie streckt ihre Hand aus, berührt zärtlich seinen steifen Schwanz. Jared hält den Atem an. Dann greift sie mit der ganzen Hand zu. Nicht zu fest und doch fest genug, um ihm einen Seufzer zu entlocken. Vorsichtig lässt sie ihre Handfläche an seinem Schwanz auf und abgleiten. Jareds Brustkorb hebt und senkt sich ungestüm. Lea beginnt ein raffiniertes Fingerspiel und massiert seine Eichel so gekonnt, dass sich die ersten Lusttropfen zeigen.

„Warte“, flüstert Jared.

Lea kann nicht aufhören. Er legt seine Hand fest auf ihre. Erschrocken sieht sie Jared an, aber er lächelt und küsst sie verlangend auf den Mund.

„Es wird Zeit, dass du mir die Initiative überlässt.“

Mit einem geschickten Griff dreht er Lea auf den Rücken und schiebt sich über sie. Jareds Gewicht drückt sie tiefer in die Kissen.

„Ich hoffe, ich bin dir nicht zu schwer?“, fragt er besorgt.

„Nein. Es ist erregend dich so zu fühlen.“

Lea spannt ihren Körper an und presst ihren Unterleib gegen seine Lenden. Sie genießt es, seinen steifen Schwanz gegen ihren Bauch zu fühlen. Heiß und feucht auf ihrer Haut.

„Bist du wirklich ein Engelskind?“, wundert er sich über ihr zielbewusstes Verhalten. „Ich frage mich, ob du mir nicht einiges voraus hast?“

Lea lacht leise.

„Nein. Bin ich nicht. Du bist der Erste und der einzige.“ Jareds Herz macht einen Luftsprung. Lea fährt fort: „Ich bin dein Engelskind. Ich spüre, was dir gefällt und gebe mich dir ohne Einschränkung.“

Jared sieht das Leuchten in ihrem Blick. Noch nie hat er sich so leicht und so verwundbar gefühlt.

„Hab keine Angst. Liebe mich. Das ist alles“, flüstert Lea, „keine Verpflichtung, keine Forderungen, keine Konsequenzen. Nur die, die du selbst wählst.“

Jared verschließt ihren Mund mit einem langen intensiven Kuss. Immer fordernder werden seine Lippen, drücken behutsam ihre auseinander, bis sie seiner Zunge Einlass gewähren. Zuerst stupst er ihre Zunge nur an, neckt sie. Verführt sie näher zu kommen, ihm entgegen zu drängen. Lea nimmt sein Spiel auf und beginnt ihrerseits, seine Zunge zu locken. Fängt seine Spitze ein und saugt daran. Immer wilder tanzen ihre Zungen umeinander. Verschlingen sich, beißen, saugen, spuken Feuer in empfindsame Körperteile, die im Unterleib liegen. Jareds Hände gleiten an Leas Rundungen entlang, über ihre Hüften und Schenkel. Willig spreizt sie ihre Beine und hebt ihr Becken seinem entgegen. Jared löst seinen Mund von Leas. Er beginnt die pulsierenden Stellen an ihrem Hals zu küssen.

Immer weiter hinab führt sein Weg. Jared haucht Küsse auf ihre straffen Brüste. Umkreist ihre harten Knospen mit seiner rauen Zunge. Jagt ihr eine Gänsehaut nach der anderen über den Körper. Er neckt und leckt sie. Saugt erst sanft. Als er spürt, dass sie die Erregung bis in ihre Perle spürt, saugt er stärker. Immer ungestümer drängt sich Lea an Jared. Bäumt sich unter ihm auf, öffnet ihre Schenkel weiter, stöhnt und windet sich. Ihre Ekstase wühlt Jared zu tiefst auf. Ihr süßer Duft berauscht ihn, als hätte er einen Drogencocktail geschluckt. Sein Inneres und sein Herz brennen lichterloh. Endlich erreicht er Leas geheimnisvolles Dreieck. Jared will sie. Immer und immer wieder. Er will fühlen, wie sich ihre Möse in wilder Lust um seinen Schwanz schließt. Jared will ihre Lustschreie hören, sich in ihr verströmen.

Lea hat die Hände um die kalten Metallstäbe am Kopfende des Bettes geschlossen. Ihr Becken schiebt sich seinem Mund entgegen. Jareds Zunge drängt sich in ihr weiches feuchtes Fleisch, kostet ihren Liebessaft. Lea stößt einen spitzen Schrei aus. Aufreizend langsam erkundet Jareds Zunge ihre Spalte, gleitet auf und ab, neckt immer wieder ihre harte Perle. Leckt und zupft, bis Lea es nicht mehr aushält.

„Bitte tue es!“, keucht sie.

Ihre Brüste heben und senken sich schnell und jeder Muskel ihres Körpers ist zum Zerreißen gespannt. Jared kniet sich zwischen ihre weißen Schenkel. Er sieht mit einem merkwürdigen Blick auf sie herunter. Nah und doch fern. Klar und verhangen. Dann, mit einem einzigen Stoß, teilt er Leas nasse enge Spalte. Sie schreit auf, lässt alles los, während Jared seinen harten Schwanz mit einem hämmernden Rhythmus in ihre Möse gleiten lässt. Lea krallt die Finger in seine angespannten Oberarme. Sie fühlt jede Kontraktion der Muskeln unter seiner Haut.

Jared legt den Kopf in den Nacken. Immer tiefer treibt er seinen Schwanz in sie hinein. Lea schließt die Augen und dann – plötzlich – zerreißt der Nebelschleier in ihrem Kopf. Lichtblitze zucken hinter ihren Lidern, dunkle Trommelwirbel donnern durch ihre Gehörgänge. Ihr Körper wird von einer Lustwelle überrollt, die sie an den Rand einer Ohnmacht bringt. Ihre Spalte zuckt und pulsiert, schließt sich eng und gierig, wie ein verschlingender Schlund, um Jareds Schwanz.

„Komm bitte“, hört er Leas flehende Stimme, „ich will dich so sehr.“

Als er wieder in sie hinab stößt, entlädt sich sein Schwanz. Ein heißer Strahl Flüssigkeit ergießt sich in Leas Schoss. Tiefes befriedigtes Stöhnen entfährt seiner Kehle und wohlige Hitze erfüllt seinen Körper, steigt seinen Hals hinauf. Jared legt den Kopf in den Nacken. Ein erlösendes Lachen perlt über seine Lippen.

Lea sieht lächelnd zu ihm auf. Jared bemerkt ihren Blick, beugt sich herunter und küsst sie. Ihre angespannten Züge haben sich gelöst und ihr Atem beruhigt sich langsam wieder. Jared legt einen Arm um Leas Taille. Mit einem geschickten Griff zieht er sie zur Seite und rollt sich neben sie. Ihr Kopf liegt auf seiner Brust. Jareds Herzschlag spricht seine eigene Sprache. Er hält sie ganz fest. Gedankenverloren spielt er mit einer ihre goldenen Haarsträhnen.

„Verlass mich nie wieder“, flüstert er mit belegter Stimme, „du gehörst zu mir und ich zu dir. Vielleicht ist es das. Unsere Gegensätze heilen den Schmerz, den wir erlitten haben.“
Lea lehnt den Kopf zurück und sieht Jared an. In seinen Augen schimmern Tränen. Sie fühlt, die Qual seiner Dunkelheit. Die Kälte der Einsamkeit und den Schrecken nie gekannter Liebe.

„Bist du sicher?“, fragt sie mit zitternder Stimme.

Jared wischt Lea zärtlich die Tränen von den Wangen.

„Ich bin sicher. Nie wieder will ich diese schreckliche Finsternis in mir spüren!“

Er drückt Lea fest an sich, vergräbt sein Gesicht in ihrem duftenden Haar.

„Dann liebe mich“, flüstert sie.

Read Full Post »

Mein Herz ist so hungrig wie ein Wolf in der winterlichen sibirischen Wildnis. Hungere nach Sonne, blauem Himmel, Schönheit, Jugend, Liebe, Süßigkeiten des Lebens, unendlicher Romantik, dem Kribbeln im Bauch. Hunger nach Mehr. Dem Mehr, das das Leben ausmacht. Der besonderen Essenz, die allem einen Sinn verleiht.

Weg mit dem Staub des Alltags! Weg mit den immer gleichen Wegen, denselben Handbewegungen, teilweise sogar mit denselben Gedanken. Die quälenden Grübeleien, mit denen ich einschlafe und morgens aufwache. Ich möchte wollen, was ich tue! Ohne schlechtes Gewissen und den dauernden Fragen nach der Richtigkeit der Dinge. Ich will jeden Tag glücklich sein und jeden Tag meinen Himmel sehen. Ich will Dramaqueen, Prinzessin oder Karrierefrau sein, wenn ich es brauche und wenn nicht? Verdammt, was ist dagegen einzuwenden, dass ich im Pyjama auf dem Sofa sitze und lese?

Wie viel Glamour und Glitzer braucht mein Leben? So viel ich vertragen kann! Nimm, was du kriegen kannst und gib nichts zurück. Ich will stolz auf das sein, was ich tue. Also tue ich etwas, worauf ich stolz sein kann. Wie andere darüber denken? Mir egal. Es ist mein Leben und meine Zeit! Ich brauche keine Einwilligung von anderen Leuten.

Ich habe ein hungriges Herz und es will gefüttert werden. Mit Sonne und Himmel, Nacht und Sternen, Romantik und Sex, Liebe und Lust. Alle Flüsse fließen ins Meer, so sagte man mir. Eines Tages fließt auch mein Leben ins Meer und ich will auf meiner Bootsfahrt dorthin nichts vermissen. Ich will sehen und fühlen, soviel mein Herz verträgt. Und glaub mir, es verträgt eine ganze Menge.

Ok, ich gebe es zu – ich habe mal wieder Bruce Springsteens „Hungry Heart“ gehört. Aber verdammt, der Song ist einfach so gut! Und es gibt diese Momente, da trifft die passende Musik auf das passende Gefühl! Ich wünsche euch allen einen guten Song an diesem Tag und jedem weiteren eures Lebens.

Read Full Post »

„Deine Ausreden sind mir scheißegal!“, schrie sie.

„Jetzt wirst du emotional, Schatz“, sagte er lässig und schlug die Zeitung auf, „das Thema war gestern Abend schon durch.“

„Wie bitte?! Ich hab dich mit deiner Tippse im Bett erwischt. Da bist du mir zumindest eine vernünftige Antwort schuldig.“

„Du bist zu früh zurückgekommen.“

Fassungslos sah sie ihn an. Ihre Finger krampften sich um die Kaffeetasse.

„Soll das deine Entschuldigung sein?“, ihre Stimme überschlug sich.

Er zuckte gleichgültig mit den Schultern und blätterte zum Sportteil.

„Warum antwortest du nicht? Sieh mich gefälligst an, wenn ich mit dir rede!“

Genervt blickt er von seiner Zeitung auf.

„Du redest nicht du schreist.“

„Dazu habe ich allen Grund.“

Hart setzte sie die Kaffeetasse auf. Die heiße Flüssigkeit schwappte über. Sie konnte die Tränen nicht mehr herunterschlucken und schluchzte hörbar.

„Oh, bitte – jetzt heul nicht. War doch nur Sex.“

Sie kramte wortlos ein Taschentuch aus ihrer Jackentasche.

„Wir haben seit Wochen keinen Sex und das lag nicht an mir“, setzte er nach.

Sie warf ihm einen vernichtenden Blick zu.

„Versuchst du mir das jetzt in die Schuhe zu schieben? Nur weil du deinen Schwanz nicht in der Hose lassen kannst?“

„Ich brauche das und du weißt das auch. Also wunder dich nicht.“

Er faltete die Zeitung zusammen, stand auf und steckte sie in seine Aktentasche.

„Willst du sagen, ich hätte nur die Hosen runterlassen müssen und das wäre nicht passiert?!“

„Denk drüber nach. – Sorry Schatz, ich bin spät dran, ich muss los.“

Er nickte ihr zu und ging. Die Kaffeetasse verfehlte ihn um Haaresbreite.

Die Musik stammt von ASAP, Fuckin Problem. Er tönte aus dem Zimmer meiner Tochter 😉 …

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: