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Posts Tagged ‘Schauer’

„Die Arbeit ist, verstehe sie mich recht, ein wenig ungewöhnlich“, sagte Mister Gordon.

Sein merkwürdiges Lächeln hätte mich misstrauisch machen müssen. Aber ich seit drei Wochen wartete ich auf einen halbwegs gutbezahlten Job um meine Rechnungen bezahlen zu können, aber mein Büro schien in ein schwarzes Loch gefallen zu sein. Ich brauchte dringend einen Auftrag, egal von wem. So wischte ich das flaue Gefühl in meinem Magen beiseite, dass ich fataler Weise für Hunger hielt und sagte:

„Das ist kein Problem für mich. Ich hoffe nur, dass sie sich meine Dienste leisten können.“

Mister Gordon lachte und ein leiser Schauer rieselte über meinen Rücken hinab. Er zog einen Umschlag aus der Innentasche seines feinen Wollmantels und schob ihn mir über den Schreibtisch zu.

„Mister Morgan, wenn sie wüssten wer ich bin, würden sie solche Fragen nicht stellen. Die einzige Frage, die wirklich wichtig ist, kann ich ihnen vertrauen?“

Abrupt verschwand das Lächeln aus seinem Gesicht. Dabei verengten sich seine schwarzbraunen Augen zu kleinen Schlitzen und musterten mich scharf. Unwillkürlich musste ich an einen Hai denken. Sobald er mein Büro verließ, würde ich Erkundigungen über ihn einziehen, dachte ich, griff nach dem Umschlag und hob die Klappe leicht an. Ein dickes Bündel 500 Euroscheine strahlte mir entgegen und wischte meine Skrupel hinweg.

„Natürlich können sie mir vertrauen“, erwiderte ich im Brustton der Überzeugung und dachte, es wird schon gutgehen.

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„Ich habe mich noch nie vor Gespenstern gefürchtet.“

Anthony ging zielstrebig auf die Kellertür zu.

„Nein, warte“, rief Dean, „nicht! Was, wenn dort wirklich ein Geist ist?“

„Quatsch!“, Anthonys Stimme klang ärgerlich, „du bist ein Angsthase. Das ist vielleicht eine Katze oder eine Maus.“ Er legte die Hand auf die Türklinke. „In solchen alten Häusern knackt und knarzt es eben, sagt mein Vater.“

Dean stand unschlüssig auf der Schwelle der Haustür und sah zu wie Anthony die Klinke der Kellertür herunterdrückte. Er fühlte eine scheußliche Enge in seinem Hals, konnte kaum schlucken und ein kalter Schauer jagte ihm eine Gänsehaut über den Rücken.

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Andrew hielt mich zwischen seinem Körper und der Wand des Wohnwagens gefangen. Vor zwei Minuten hatte er mir noch galant aus der Riesenradgondel geholfen.

„Ach komm, stell dich nicht an. Du machst mich doch schon seit Wochen an.“

Sein heißer Atem streifte meine Wangen. Ich roch den Alkohol. Ganz ruhig bleiben, schoss es mir durch den Kopf, nicht provozieren. Eine hallende Stimme pries gerade eine noch schnellere Fahrt des Stormriders an.

„Ich glaube, du hast da was falsch verstanden“, sagte ich und versuchte bestimmt zu klingen.

Andrew lachte. Er presste mich mit einem Ruck hart gegen den Wohnwagen und schob eine Hand unter mein Shirt. In mir ballte sich die Angst zusammen. Übelkeit kroch meine Kehle hinauf.

„Ich schätze du verstehst das falsch! Du kannst einen Kerl nicht anmachen und ihm dann die Belohnung vorenthalten.“

„Ach! Kann sie nicht?!“

Die Stimme klang hart. Andrew ließ mich los und fuhr herum. Niemand war zu sehen.

„Wo bist du zeig dich!“, brüllte Andrew.

Ich nutzte die Gelegenheit und schob mich Schritt für Schritt von Andrew weg. Nur noch ein Stück, dann war ich außer Reichweite und konnte laufen.

„Du willst nicht, dass ich das tue.“

Die Stimme jagte mir Schauer über den Rücken.

„Feigling“, schrie Andrew außer sich.

Dann hörte ich ein Geräusch, das ich nie wieder vergessen sollte. Es waren die Geräusche brechender Knochen. Andrew schrie wie am Spieß. Ich rannte nach Hause, ohne mich umzudrehen.

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Er ist scheußlich, dachte ich, das schmuddelige Hemd, der furchtbare Geruch und dann diese Haare. Die hatten seit Urzeiten kein Shampoo mehr gesehen. Ein Schauer des Ekels lief mir über den Rücken. Nach der Beschreibung meines Chefs, blieb kein Zweifel, das war unser Mann.

Ich sollte den Lockvogel spielen und mich an ihn heran machen. Am liebsten hätte ich auf dem Absatz kehrt gemacht, aber Auftrag war Auftrag. Ich atmete durch und stöckelte auf meinen High Heels auf ihn zu. Verflixt diese blöden Schuhe. Eigentlich sollte Jenny hier sein, um diesen Mafiosi anzubaggern, aber die lag mit Grippe im Bett, gerade rechtzeitig. Ich versuchte so locker wie möglich zu sein, und lächelte den Don aufreizend an, als ich umknickte, den Halt verlor und stürzte. Kurz bevor ich zu Boden ging hielten mich zwei kräftige Händen fest und zogen mich zurück.

„Na kleine Lady, nicht so hastig“, sagte eine angenehme Stimme.

„Danke“, stammelte ich und verfluchte meinen Fauxpas. Ich hoffte, dass niemand das Messer an meinem Oberschenkel bemerkt hatte. Es war riskant bei sowenig Kleidung ein Waffenarsenal mit sich herum zu schleppen, aber dieser hässliche Mafiosi war für seine Brutalität bekannt. Ich wollte abgesichert sein.

„Ich sollte mir ihr Bein mal ansehen, dass sah eben gar nicht gut aus?“

Mein Retter sah mich lächelnd an.

„Nein danke, es geht schon“, lehnte ich ab.

„Sind sie ganz sicher?“

Er hielt meine Hand fest und zog einen Stuhl heran.

„Setzen sie sich. Es dauert nicht lange, ich kenn mich aus.“

Er drückte mich auf die Sitzfläche, kniete sich hin und zog mir den Pumps aus. Vorsichtig tastete er den Knöchel ab.

„Mein Name ist übrigens David, wie heißen sie?“

„Maja. – Ich glaube, dass ist nicht mein Fuß.“

Seine Hand war bis zu meinem Knie hoch gerutscht.

„Erwischt“, er lachte, „aber man kann es versuchen.“

„Aber nicht bei mir“, ich zog meinen kurzen Rock etwas höher und zeigte ihm das Messer, „ich kann damit umgehen.“

Statt verwundert oder erschrocken zu sein, sah er mich nur spöttisch an.

„Ich würde ihnen gerne meine Waffe zeigen“, sagte er eindeutig zweideutig, „aber ich will nicht, dass meine Tarnung auffliegt. – FBI“, raunte er.

„CIA“, ich beugte mich etwas vor, „was machen sie hier?“

„Das gleiche könnte ich sie fragen?“

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