Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Schatten’

Hinter den Schatten

„Hinter den Schatten geht es weiter“, hörte ich die sanfte Stimme und spürte einen leichten Druck.

Ich wollte mich Bewegen, aber meine Füße rührten sich nicht vom Fleck.

„Woher“, begann ich.

„Vertraue mir“, sagte er und seine Stimme schmeichelte sich noch intensiver in meine Gedanken.

Wie gerne wollte ich es. Wollte glauben, dass hinter dem bedrohlichen Dunkel etwas besseres auf mich wartete. Doch ich konnte die Kälte der schwarzen Wand vor mir förmlich mit Händen greifen. Und wie sehr ich ihn auch liebte, der Schrecken, der von der Finsternis ausging, ließ alle Alarmglocken in meinem Kopf schrillen und lähmte mich.

Read Full Post »

„Ich seh nur der Geister Schatten.“

Adam verdrehte theatralisch die Augen und machte die ganz große Geste. Ich boxte ihn an den Oberarm.

„Lass das! Jetzt machst du dich noch lustig. Aber wenn du erst einen Zusammenstoß mit einem Geist hattest, dann lachst du nicht mehr!“ Ich steckte den Schlüssel ins Schloss des Eisentores. „Und bitte, sei endlich leise.“

Adam zuckte mit den Schultern und schüttelte missbilligend den Kopf. Er wollte noch etwas sagen, aber ich legte den Finger an den Mund und sah ihn böse an. Beleidigt verkniff er sich den Kommentar. Ich drehte den Schlüssel und das Schloss sprang wiedererwarten mit einem sanften Klicken auf.

„Müsste das nicht quietschen?“, fragte Adam spöttisch.

Er drückte die Klinke herunter und drückte den Torflügel auf. Ich wollte ich gerade ermahnen, als zwei Dinge geschahen, die meine ganze Aufmerksamkeit forderten.

Read Full Post »

Der Schatten glitt zwischen den Bäumen hindurch.

Endlich! Seit Stunden hockte ich in meinem Versteck und wartete, meine Beine und mein Rücken taten weh und so waren meine Bemühungen nicht umsonst. Ich versuchte so lautlos wie möglich aufzustehen und den Schatten nicht aus den Augen zu verlieren. Die dünnen Äste knackten unter meinen Füßen, aber dies Wesen war auf der Jagd und seine Sinne auf andere Beute ausgerichtet. Sie waren äußerst selten und ich war noch nie einem begegnet, kannte seine Gestalt und Gewohnheiten nur aus alten Büchern. Ich hatte mich gut ausgerüstet, musste mich aber auf wage Informationen verlassen, denn die Bücher waren über dreihundert Jahre alt. Was damals als neuste Erkenntnis galt, konnte sich heute völlig anders darstellen.

Read Full Post »

Mauern brechen auf

 

Tag für Tag

Grau in Grau

Lauf über Straßen aus Beton

Sehe nur Stahl und Steine

Die meine Seele lähmen

Mein Herz einfrieren

 

Schließ die Augen

Träume mich fort

Breche die Mauern auf

Spüre das Wasser an den Füßen

Noch hüllt mich Schatten ein

Ist nicht alles Licht

 

Wolken verwehen zu Blau

Geben Farben frei

Freude meiner Augen

Fliege mit dem Wind

Zu neuen Ufern

Wo Hoffnung blüht

Read Full Post »

Leo streifte ziellos durch die Stadt, ließ sich treiben. Betrachtete die Menschen, die Häuser, Parks. Es war seine Art sich einem fremden Ort zu nähern. Zufällig entdeckte er das kleine Café im Hinterhof eines imposanten Altbaus. Er bestellte einen Cappuccino und genoss den warmen Spätsommertag im Schatten einer Magnolie. Erst las er eine Weile in dem neuen Bestseller von Dan Brown, doch er konnte sich nicht konzentrieren. Leo wurde das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden. Unauffällig ließ er den Blick schweifen, konnte aber niemand entdecken.

Er klappte das Buch zu. Hob den Blick. Auf der Dachterrasse des Hinterhauses stand jemand. Eine Frau. Sie betrachtete ihn interessiert. Als sie bemerkte, dass Leo sie entdeckt hatte, lächelte sie ihm zu. Ihre langen blonden Haare glänzten in der Sonne und die schlanke Gestalt wurde nur von einem dünnen Pareo verhüllt, den sie über der Brust geknotet hatte.

Sie hob die Hand und gab Leo einen Wink. Sein Herz schlug schneller, als sie langsam den Knoten löste, sich umdrehte und langsam zurück in die Wohnung ging. Leo konnte einen Blick auf einen nahtlos gebräunten Po werfen. Bevor sie ganz verschwand, wandte sie noch einmal den Kopf und lockte ihn mit einem Finger. Leo warf alle Bedenken über Bord und stand auf. So eine Gelegenheit durfte er sich nicht entgehen lassen. Er zog den Ehering vom Finger und steckte ihn ihn die Hosentasche.

Read Full Post »

Die Nacht gehört uns

Die Sonne versink langsam hinter den Hügeln. Es wird nicht mehr lange dauern und die Verwandlung beginnt. Ich kann es fühlen, jede Zelle meines Körpers ist in Aufruhr. Es ist das erste Mal und es wird nicht angenehm sein. Marian hat mich gewarnt, aber ich musste es tun. Es ist die einzige Chance dem Kommenden zu entgehen, auch wenn ich nie mehr dieselbe sein werde.

Die Schatten werden immer länger, ich hocke mich auf den Boden und atme tief durch. Marian sagte, versuch dich in einen tranceartigen Zustand zu versetzen, lass es durch dich hindurch fließen wehr dich nicht gegen die Umwandlung, dann tut es nicht so weh.

Nun bin ich von der Finsternis umgeben. Ich warte auf den Schmerz, doch er kommt nicht. Ich höre tief in mich hinein. Wo bist du? Plötzlich höre ich einen markerschütternden Schrei. Er kommt aus meiner Kehle. Feuer schießt durch meine Adern. Es beginnt.

Read Full Post »

„Rosalie“, Anthonys Stimme reißt sie aus ihren Gedanken, „sie sind noch auf?“

Er nimmt sich einen Stuhl und setzt sich neben sie an den Herd. Rosalie lächelt. Er trägt dicke Wollsocken, hat aber noch Dinnerhose und Hemd an, nur ohne die enge Krawatte. Sein blondes Haar ist zerzauster als sonst.

„Ich konnte nicht schlafen. Mir geht so viel im Kopf herum. Möchten sie auch einen Tee?“

Sie steht auf, füllt das kochende Wasser aus dem Kessel in die Teekanne und holt eine zweite Tasse für Anthony aus dem Küchenschrank.

„Sehr gerne. Darf ich fragen, welche schweren Gedanken ihren Schlaf vertreiben?“

„Oh, diese Familie lässt mir einfach keine Ruhe“, seufzt Rosalie und fragt, „Zucker?“

Anthony nickt und lässt seinen Blick über Rosalies schlanke Figur gleiten, die von dem seidenen Morgenrock sanft umspielt wird. Ihr Haar fällt in weichen Wellen über den Rücken. Vor Anthonys geistigem Auge erscheint das Bild von Rosalie, nackt in seinem Bett, nur geschmückt mit ihrem langen wundervollen Haaren.

Rosalie gießt den Tee ein und reicht Anthony eine Tasse.

„Danke“, er lächelt sie an, „es ist selten, dass ich schlaflose Nächte nicht bedauere.“
Rosalie nippt an ihrem Tee.

„Anthony“, beginnt sie unsicher und sucht nach den richtigen Worten, während er seinen Stuhl näher rückt, „sie sind wirklich ein Lichtblick in dieser unterkühlten Gesellschaft“, sie wird von einem schrillen Aufschrei unterbrochen.

Poltern und Scheppern ist zu hören, dazwischen weitere Schreie. Eine unheimliche Stille tritt ein. Rosalie und Anthony blicken sich für eine Schrecksekunde an, dann springen sie auf und laufen in die große Halle hinaus. Am Fuß der Treppe liegt Lady Edna verdreht wie eine Gliederpuppe in einer Blutlache. Ihr Stock liegt einige Meter weit weg. Die beiden bleiben wie erstarrt vor ihr stehen. Rosalie blick auf. Am oberen Ende der Treppe steht Gil und blickt zu ihnen hinunter. Misses Morse, Mister Smith und die anderen Dienstboten erscheinen wie Geister aus den Schatten. Leise tuschelnd halten sie Abstand. Misses Morse schluchzt gedämpft in den weiten Ärmel ihres Morgenrocks. Rosalie fasst sich als erste.

„Wir müssen einen Arzt rufen. Und den Bestatter.“

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: