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Posts Tagged ‘Rechnungen’

„Die Arbeit ist, verstehe sie mich recht, ein wenig ungewöhnlich“, sagte Mister Gordon.

Sein merkwürdiges Lächeln hätte mich misstrauisch machen müssen. Aber ich seit drei Wochen wartete ich auf einen halbwegs gutbezahlten Job um meine Rechnungen bezahlen zu können, aber mein Büro schien in ein schwarzes Loch gefallen zu sein. Ich brauchte dringend einen Auftrag, egal von wem. So wischte ich das flaue Gefühl in meinem Magen beiseite, dass ich fataler Weise für Hunger hielt und sagte:

„Das ist kein Problem für mich. Ich hoffe nur, dass sie sich meine Dienste leisten können.“

Mister Gordon lachte und ein leiser Schauer rieselte über meinen Rücken hinab. Er zog einen Umschlag aus der Innentasche seines feinen Wollmantels und schob ihn mir über den Schreibtisch zu.

„Mister Morgan, wenn sie wüssten wer ich bin, würden sie solche Fragen nicht stellen. Die einzige Frage, die wirklich wichtig ist, kann ich ihnen vertrauen?“

Abrupt verschwand das Lächeln aus seinem Gesicht. Dabei verengten sich seine schwarzbraunen Augen zu kleinen Schlitzen und musterten mich scharf. Unwillkürlich musste ich an einen Hai denken. Sobald er mein Büro verließ, würde ich Erkundigungen über ihn einziehen, dachte ich, griff nach dem Umschlag und hob die Klappe leicht an. Ein dickes Bündel 500 Euroscheine strahlte mir entgegen und wischte meine Skrupel hinweg.

„Natürlich können sie mir vertrauen“, erwiderte ich im Brustton der Überzeugung und dachte, es wird schon gutgehen.

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Ich würde ja sagen mir fehlen die Worte, aber das wäre nur die halbe Wahrheit. Im Grunde bin ich nur mega wütend und das schränkt mein Sprachzentrum zeitweise etwas ein. Sind denn alle verrückt geworden? Mit alle meine ich „die da oben“ – Chefs, Politiker, die, die Druck auf andere ausüben können. Halten die uns „da unten“ für dämlich? Muss man wohl mit „Ja“ beantworten.

In Zeiten, in denen für normale Bürger alles teurer wird: Lebensmittel, Strom, Heizkosten, Miete, Schulbedarf, Briefmarken, Versandkosten usw., bekommt ein Ex-Bundespräsident 200.000 Euro im Jahr plus Auto und Chauffeur. In Zeiten in denen eine junge Frau in einem Bus vergewaltigt und getötet wird, ist das Hauptgesprächsthema die Trennung der van der Vaarts.

Wir haben Rechte, aber kein Mensch interessiert sich dafür. Arbeite mal in einer großen Firma in einem Minijob! Du kannst die Missstände sehen, aber du darfst nichts sagen. Mach bloß den Mund nicht auf, sonst bist du weg vom Fenster, schneller als du A sagen kannst. Kein Wunder, dass sich Ungerechtigkeiten nicht ändern. Wir haben Angst um unseren Job. Immerhin haben wir feste Ausgaben, die bezahlt werden wollen. Ok, der Chef denkt, wir haben nichts anderes zu tun, als morgens um halb sechs aufzustehen und aus Spaß zur Arbeit zu gehen.

Und dann stehen wir plötzlich auf der Straße und wer zahlt unsere Rechnungen oder hilft uns weiter? Jobcenter? Na, da lach ich doch! Hahaha! Solange du von denen kein Geld bekommst, ist es wurscht egal ob du lebst oder stirbst. Hilf dir selbst! Das Ganze geht erst wieder los, wenn du Hartz IV kriegst. Dann ziehen sie dir erst recht die Hosen aus. Sie wollen alles wissen, jeden Cent, jedes Sparkonto, hast du ein Haus, ein Auto … Pech! Verkauf alles was du hast, leb davon und dann, wenn du ganz unten angekommen bist, dann darfst du wieder an gekrochen kommen. Und vielleicht geben sie dir ja dann was.

Niemand fragt die Person, die gerne arbeiten möchte, wie sie sich fühlt, wenn sie von einem Almosen leben muss. Wie erkläre ich meinen Kindern, dass ich mir die Klassenfahrt vom Mund absparen muss? Wie erkläre ich, dass kein Urlaub drin ist? Nicht mal eine läppische Woche! Wie erklärt man, dass sich die Chefs neue Autos kaufen, Häuser ectr., wir aber kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld bekommen? Wie erklärt man, dass die großen Konzerne von Energieumlageerhöhung verschont bleiben, aber wir Normalos und die kleinen Firmen mit Heizkosten und Strom knausern müssen?

Die Welt ist ungerecht. Klar, nichts was wir nicht schon wussten. Aber dieses Getue von „denen da oben“ macht mich so was von wütend. Wir dürfen jetzt 450 Euro verdienen. Toll! Was heißt das im Einzelnen? Keine Lohnerhöhung auf den Mindestlohn. Nein! Mehr Stunden arbeiten! Wie kommen wir Geistesarmen nur darauf, dass uns etwas Gutes zuteilwerden könnte? Sind wir doch nicht zu mehr gut, als in einem Minijob zu arbeiten. Ich könnte platzen! Was muss passieren, damit sich für uns „da unten“ etwas ändert? Ich hätte da eine super Idee. Lasst doch die ganzen Bonzen mal mit dem Auskommen, was uns zur Verfügung steht! Da könnten sie mal sehen, wie wir uns fühlen. Aber ob sich da auf Dauer was ändern würde? Die sind so vernagelt, das sie es nicht mal merken, wenn es direkt vor ihren Augen passiert.

Es bleibt also nichts anderes übrig, als sich zu wehren, mit allem, was uns zur Verfügung steht. Dabei könnte alles so einfach sein … ist es aber nicht …

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