Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘platt’

In den letzten Wochen las ich immer öfter den Satz, den mir Ted Williams mit auf den Weg gegeben hat und der als Motivation an meiner Pinnwand hängt: Viel Glück und schreib weiter! Lächerliche fünf Worte und doch bedeuten sie viel mehr, als nur eine Ermunterung, dass Schreiben nicht aufzugeben.

In letzter Zeit habe ich verstärkt den Eindruck ich schwimme gegen den Strom. Ich kann mich nicht besonders gut selbstdarstellen, mit ständigen Selfies oder den neusten Erfolgsmeldungen, wie viele Wörter ich denn heute wieder geschafft habe. Mein Genie, in Bezug auf Eigenwerbung, hört nach dem Post eines neuen Buches auf und ein Markenzeichen besitze ich auch nicht.

Sorry, ihr schönen Glitzerschuhe, aber ich hasse es, meine Füße für zu martern und bin wieder bei meinen bequemen Turnschuhen gelandet.

Zum Schreiben eines Romans gehört `ne Menge Disziplin und auch Verzicht, keine Frage! Die letzten Monate habe ich jede freie Minute damit zugebracht den ersten Roman einer Reihe fertig zu schreiben. Schreiben aus Spaß, wie ich es früher oft getan habe, ist dabei völlig hinten runtergefallen. Obwohl ich mit meinem Roman schon sehr zufrieden bin und mich freue, dass er auf eine beträchtliche Größe angewachsen ist. Auch wenn er anders als geplant, noch nicht fertig auf dem Tisch liegt.

Ich will es nicht auf die Hitze schieben, auch wenn sie ihren Teil dazu beigetragen hat, mein Hirn weichzukochen, doch irgendwann zwischen meinen Jobs, Familie, einem üblen Ischiasleiden und meinem Roman – war Ende! Ich will das nicht Burnout nennen, der Begriff wird viel zu häufig benutzt, um Erschöpfung zu beschreiben. Ich nenne das Ganze: platt. Ich war platt! Innen und außen. Der Kopf fand keine Ruhe, war voller Gedanken, konnte aber keinen bis zum Ende denken. Mein Körper wollte ständig Schlaf und konnte keinen finden. Es ist erschreckend total erschöpft zu sein, unbedingt schlafen zu wollen und nicht zu können.

Während also allenthalben Erfolgsmeldungen von außen zu hören waren, habe ich die Notbremse gezogen. (Ich habe wahrscheinlich nur die Erfolge gesehen, weil ich dachte, mein Roman sollte ebenfalls fertig sein. Wobei ich argwöhne, dass auch niemand schreibt, ich habe es nicht geschafft.)

Also habe ich die bequemen Turnschuhe angezogen und bin gegangen. Netterweise hat mich mein Mann auf einige Wegen begleitet, und liebe Freundinnen haben mir ihre Ohren geliehen, bis sich wieder eine gewisse Ordnung eingependelt hat. Manchmal muss man sich eben neu sortieren, andere Prioritäten setzen, um den Spaß an der Sache nicht zu verlieren. Inzwischen macht das Schreiben wieder Spaß und ich bin zuversichtlich, dass ich bald – Ende – unter den Roman schreiben kann.

Dabei begleiten mich Teds Worte nicht einfach als Motivation zum Schreiben, ich sehe sie als Ermunterung „mein Ding durchzuziehen“ – in meinem Rhythmus. Nicht für einen „Markt“ zu schreiben, sondern die beste Geschichte zu entwickeln, die ich schreiben kann. Dann wird am Ende alles gut.

 

Read Full Post »

Ich bin platt! Echt! Richtig platt! Ich habe einen Band aus erotischen Gedichten und Kurzgeschichten (und schönen Zeichnungen) zusammengestellt – „In den Tiefen meiner Lust“ – und wollte ihn bei einem bekannten Selfpublishing-Verlag veröffentlichen lassen. Gestern kam die E-Mail: Aufgrund des Inhalts werden sie das Buch nicht verlegen. Also habe ich, brav, wie ich bin, angerufen, um zu erfragen, weswegen. Sind es die Bilder oder der Text? Antwort der genervten, unfreundlichen Frau am anderen Ende: alles. Aha!

Wenn es nicht so dämlich wäre, würde ich darüber lachen. Erstens: vermutlich hat niemand überhaupt hinein geschaut (Stichwort: Schlagwortsuche). Zweitens: ich habe einen erotischen Roman geschrieben, der ganz öffentlich über einen „normalen“ Verlag zu haben ist. Drittens: ich habe noch nicht einmal richtig hingelangt *ggg* und das ist jetzt tatsächlich zweideutig zu verstehen! Also nicht, dass die Texte und Gedichte nicht erotisch wären, aber gegen den Roman … ! Ich lass das mal so stehen.

Ich weiß nicht ob ich mich ärgern oder geschmeichtelt fühlen soll?! Schließlich bin ich nicht Henry Miller(ich habe seine Bücher gelesen, da kann „Shades of Grey“ einpacken). Andererseits – und das hat doch was – ich bin ein verbotener Schriftsteller. Und das in Zeiten, in denen dir nackte Brüste, Hintern und Penise, direkt ins Gesicht springen. Eine skurrile Geschichte. Ach, übrigens: ich lache darüber!

Dann muss es eben anders gehen. Ich will die Texte und die Gedichte. Ich will sie in einem Buch! Fallen ja, liegen bleiben nein.

PS.: Ich mag Henry Miller. Soweit dazu!

P.P.S.: Wen die Wörter: Penise, Brüste und Hintern entsetzen, möge sie bitte diskret überlesen. *ggg*

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: