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Posts Tagged ‘Peter Pan’

In blauer Stunde
Zwischen Abend und Nacht
Rieche ich den Duft
Von Immergrün

Wie er über Gräbern blüht
Die Zeit ist nur Hauch
Fließt wie der Strom
Von der Quelle zum Meer

Kinderzeit liegt bald im Dunkeln
Sterne schweben über dem Himmel
In vertanen und künftigen Ewigkeiten
Lichtjahre entfernt im Nichts

Wollte sein wie Peter Pan
Fliegen im Morgenwind
In Unruh und Traum
Oktober und Julnächten

Sand zerrinnt in gläserner Uhr
Ich nutzte den Tag
Der Gong erklingt von fern
Endlich fallen mir die Augen zu

Denn morgen kommt gewiss …

 

Ich habe versucht so viele Worte wie möglich, aus meinem ABCDarium aus Tag 100, in dem Gedicht zu verwenden. 🙂

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Diese Texte entstanden aus einer launigen Idee heraus, einen kleinen Schreibmarathon mit mir selbst zu veranstalten. Die Anfangssätze der Texte habe ich auf meiner „Schreiberlebentipps“ Seite unter „Kleiner Schreibmarathon“ gepostet. Also für alle die Spaß haben: lasst euch Inspirieren. 🙂

1. Eines Tages beschloss ich ..

Eines Tages beschloss ich von zu Hause fortzugehen. Ich hatte es nicht geplant oder von langer Hand vorbereitet. Es geschah einfach so. Wie bei einem Schuh, bei dem man die Schnürsenkel zu bindet. Eine ganz alltägliche Handlung. Der Grund, der mich zu diesem Entschluss führte, war alles andere als gewöhnlich.

Ich stand morgens früh auf, wie jeden Tag. Wusch mich, zog mich an, schnürte mir die Schuhe und nahm meinen Rucksack für die Uni. Englische Literatur, Kunstgeschichte, Soziologie. Auf dem Weg in die Küche, um mir meine Brote und die Thermoskanne mit Kaffee zu holen, hörte ich auffallende Laute aus dem Wohnzimmer. Wachsam näherte ich mich der Tür. Durch die Milchglastür sah ich bunte Lichter aufleuchten. Sacht drückte ich die Tür auf und warf einen Blick hinein. Ich traute meinen Augen nicht. In der Mitte unseres Wohnzimmers tanzte eine Art Windhose aus Lichtern.

Bis zu diesem Zeitpunkt glaubte ich nicht an paranormale Phänomene. Dieser Wirbelsturm aus Leuchten und glitzerndem Staub ändere meine Meinung schlagartig. Mein erster Gedanke war Nimmerland. Peter Pan und Tinkerbells Feenstaub. Dann fiel mir Dr. Who ein. Aber das war natürlich Unsinn. Ein Kindermärchen und eine TV-Serie. Wo gibt`s denn so was? Zumindest DR. Who konnte es auf keinen Fall sein, der war mit einer blauen Telefonzelle unterwegs.

Bedächtig näherte ich mich der Erscheinung. Ich streckte meine Hand aus. Sofort bewegte sich der Wirbel von mir weg. Ich machte einen Schritt darauf zu. Er wich weiter zurück. Ich blieb stehen und wartete. Nach einer Weile rückte er wieder näher. Ich wartet, atmete ruhig ein und aus. Der Wirbel begann mich zu umkreisen, als nähme er Maß.

Plötzlich wurde er an einer Stelle durchsichtig, als ginge ein Fenster auf. Gebannt starrte ich auf die Öffnung.
Ohne nachzudenken, machte ich einen Schritt nach vorn und verließ mein Zuhause.

2. Ihre Handtasche schien mit … gefüllt zu sein.

Sandras Handtasche schien mit einem Trödelladen gefüllt zu sein. Es gab nichts, dass sie nicht dabei hatte. Zumindest schien es ihren Freundinnen so. Tatsächlich war die Fülle ein Schrei nach Hilfe. Eine Art Schutzpanzer aus Dingen, statt aus Fett. Tatsächlich brachte sie mit ihrer Handtasche im letzten Jahr einen Räuber zur Strecke. Ironie des Schicksals – einen Handtaschendieb.

Sandra verfügte über Dinge für jede Not, in jeder Lebenslage. Taschenmesser, Pflaster, Löffel, Thermobecher, Notizzettel, Stifte, Strumpfhosen, Tampons, Binde, Kondome, Sonnenbrille, Brillenputztuch, Cremes, Busfahrkarten, Fahrpläne, Handy, Zeitung, Schlüssel, Geldbörse, Bürste, Einmal-Handschuhe, Bonbons, Zahnbürste, Fotoapparat, Briefmarken, Postkarten, usw. usw.

Allerdings war nichts von den Dingen in ihrer Tasche geordnet. Bevor Sandra eins ihrer Notfallgadgets finden konnte, war der Grund für die Nutzung oft schon wieder behoben. Das Chaos ihrer Handtasche setzte sich in ihrer Wohnung, in ihrem Leben, in ihrem Herzen fort.

Sandra füllte Terminkalender und kam trotzdem meistens zu spät. Listen mit Wünschen und Zielen zierten ihre Kühlschranktür, ohne dass sie diese jemals erreichte. Sandra träumte und fantasierte, aber das hinderte sie daran, sich tatkräftig für das echtes Leben einzusetzen und ihre Sehnsüchte wahr zu machen.

Doch wie in allen guten Märchen kommt irgendwann der Punkt, an dem das Schicksal ein Einsehen hat und der Prinzessin einen Retter schickt. Sandra wurde von einem unaufmerksamen Raucher gerettet, der seinen glimmenden Stängel mit einem Schnipsen in Sandras Tasche versenkte. Sie fing Feuer, und ehe Sandra sich versah, verwandelte sich ihr Notfallkoffer in Asche und Rauch. Der Brodem verzog sich.

„Entschuldigen sie, darf ich sie zu einem Kaffee einladen?“, fragte der Verursacher des Brandes.

„Das ist das Mindeste“, sagte Sandra und lächelte.

3.Die Party war ein Desaster …

Die Party war ein einziges Desaster. Es fing damit an, dass Molly mich auf die Laufmasche aufmerksam machte, die sich an meiner linken Wade hinaufschlängelte. Da standen wir allerdings längst auf dem roten Teppich und ich hatte keine Gelegenheit sie gegen eine intakte einzutauschen. Was kein großes Manko war, denn die Reporter beachteten mich nicht. Wie auch? Ich habe schließlich nur das Drehbuch geschrieben. Bevor jemand Notiz von mir nimmt, müsste ich erst den Oskar gewinnen. Die Aussicht darauf ist wie ein Sechser im Lotto plus Zusatzzahl.

Ich durfte froh sein, überhaupt an dieser Party teilzunehmen. Der Regisseur meines Drehbuches hatte aus einem, mir rätselhaften, Grund einen Narren an mir gefressen und mir zwei Einladungen zu kommen lassen.

Also huschten Molly und ich an den posenden Stars und Sternchen vorbei in den Veranstaltungssaal. Dabei stieß ich äußerst unglücklich mit dem Schauspieler T.W. zusammen. Bei unserem Crash verschüttete er den Inhalt seines Sektglases über ein spindeldürres It-Girl. Sie trug eine handbreit Stoff, der ihre Knochen mit dem Silikon getunten Busen zusammenhielt. Die Promibrause darauf ließ sie wie eines von diesen Wet-T-Shirt-Girlies aussehen. T.W. nahm das Spektakel recht humorvoll. Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen.

Girlie bekam meinen Ausbruch von Heiterkeit in den falschen Hals und stürzte sich wie eine Furie auf mich. Ich habe es T.W. zu verdanken, dass sie mir keinen physischen Schaden zu fügte. Er schaffte es, mich aus ihren magersüchtigen Krallen zu befreien und in Sicherheit zu bringen. Bei dieser Hop-oder-Top-Aktion verlor ich Molly.

Es dauerte drei Tage, bis ich sie wieder fand. Es erwies sich als Vorteil für mich, das T.W. mich auf meiner Suche tatkräftig unterstützte. Ohne diese Katastrophe hätte ich ihn nie so gut kennengelernt.(Von mir erfahren sie nichts. Ich bin diskret in Liebesdingen.)

Der Stoff, aus dem Hollywoodträume sind. Und ehrlich, es gibt Geschichten, die sind so unglaublich, dass man sie nicht erfinden kann. Wenn ich für das Drehbuch keinen Oskar kriege, dann weiß ich es auch nicht.

4.Das Auto raste …

Das Auto raste mit überhöhter Geschwindigkeit über die regennasse Landstraße. Die Musik im Innenraum übertönte die dröhnenden Motorengeräusche. Adrenalin rauschte durch Sams Adern. Sein Herzschlag dröhnte in seinen Ohren. Er hatte das Gefühl nicht atmen zu können. Gierig sog er die Luft ein, seine Finger krampften sich um das Lenkrad.

Elena betrog ihn. Mit seinem besten Freund. Es war beinahe direkt unter seinen Augen geschehen. Ben war nicht nur sein Freund, sondern auch sein Partner. Sam kannte Ben seit Kindertagen. Nie hatte es einen Streit zwischen ihnen geben, sogar bei Meinungsverschiedenheiten war es ihnen möglich einen Konsens zu finden.

Und jetzt das! Ben hatte Sam das Kostbarste genommen, dass er besaß: Elena und das Vertrauen in den Menschen, den er so gut kannte wie sich selbst. Jedenfalls hatte er das gedacht, bis zu diesem Tag.

Sam besuchte ein Seminar. Vom Ausfall der Veranstaltung erfuhr er erst, als er vor Ort eintraf. Der Seminarleiter hatte einen Herzinfarkt erlitten. Nach einem Kaffe trat Sam den Heimweg an. Er freute sich über das freie Wochenende. So konnte er Zeit mit Elena verbringen. Das war in den letzetn Wochen zu kurz gekommen. Sam kaufte Konfekt und Blumen. Elena liebte rosa Rosen.

Als er vor dem Haus parkte, wunderte er sich, dass Bens Auto vor der Tür stand. Erst vermutete Sam, dass Elena etwas zugestoßen sei, aber als er die Haustür öffnete, sah er Kleidungstücke eines Mannes und seiner Frau im Flur liegen. Musik drang aus dem Schlafzimmer zu ihm herunter. Das war ihre Musik. Elena empfing ihn manchmal damit und in Spitzendessous. Wie von einem Magneten gezogen, stieg er die Treppe hinauf und stieß die Schlafzimmertür auf. Da waren sie. Ben und Elena. Ineinander verschlungen. Elena mit geschlossenen Augen bog sich Ben entgegen, so wie sie es tat, wenn Sam sie liebte. Sie stöhnte leise, während Ben ihren Hals küsste.

Reglos stand Sam da. In seinem Kopf schrie eine Stimme, wie ein Orkan, ohne das ein Laut über seine Lippen kam. Der Schmerz war so elementar, dass sein Inneres erstarrte. Sam drehte sich um und ging. Stieg in seinen Wagen und fuhr los.

5.Ich kann es kaum erwarten nach Hause zu gehen und …

Ich kann es kaum erwarten nach Hause zu gehen und die Welt draußen auszuschließen. In meiner Tasche trage ich ein neues Buch mit mir. Heute war ich im Buchantiquariat von Herrn Meister, stöbern. Er hatte gerade einige neue Kisten randvoll mit alten Büchern bekommen und ließ mir die erste Wahl. Stundenlang kann ich mich durch die alten Wälzer wühlen, ohne Müde zu werden.

Ich wurde fündig. Eigentlich werde ich das jedes Mal. Ich gehe nie ohne Buch nach Hause. Herr Meister weiß, welche Bücher ich bevorzuge und legt mir oft Exemplare zurück, von denen er ahnt, dass sie mir gefallen.

Heute habe ich ein Buch gefunden, von dem ich nicht dachte, dass es überhaupt existierte. Ich las einige Mal in anderen alten Schriften davon, hielt es aber für einen Mythos. Auch Herr Meister hielt die Existenz dieses Buches für unwahrscheinlich, als ich ihm von meinen Forschungen berichtete. Er selbst hat sein ganzes Leben danach gesucht und es nicht ausfindig machen können.

Nun war es mir in die Hände gefallen. Zwischen alten Klassikern aller Couleur lag ein Band aus schwarzem Leder. Vorsichtig nahm ich es aus der Kiste. Als ich die goldenen Lettern auf dem Umschlag las, wusste ich sofort: Das ist es!

Mein Herz schlug bis zum Hals, als ich es heimlich in meine Tasche gleiten ließ. Den Anflug von schlechtem Gewissen, Herrn Meister gegenüber, unterdrückte ich mit dem Gedanken, dass ich das Buch nur leihen wollte. Wenn ich es gelesen habe, werde ich es Herrn Meister zurückgeben.

Das Verlangen es zu lesen ist so übermächtig, dass nichts anderes eine Rolle spielt. Da ist nur der ein obsessive Gedanke: Wissen zu erlangen. Eine Euphorie, die ich noch nie verspürt habe. Ich bin auserwählt! Das Schicksal hat mir das Buch in die Hände gelegt. Ich bin diejenige, die in die Mysterien der nichtsstofflichen Welt eintaucht und unschätzbare Erkenntnisse erlangen wird, die seit Tausenden Jahren verborgen sind.

Teil 2 folgt Freitag 🙂 . Donnerstag ist wieder „Nachtarbeit“ angesagt.

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Erwachsen werden wollt ich nie

Stecke im falschen Körper

Sehnsucht nach Nimmerland

Blieb bestehen in all den Jahren

Unvergessen bist du

Peter Pan

 

Will nicht groß

Will nicht vernünftig sein

Will pure Lust und unbändigen Spaß

Nur nicht ernsthaft sein

 

Nicht die Nacht erleben

Die Schatten bringt

Den schweren Pfad mir zeigt

Den ich nicht gehen will

 

Ich erinnre mich der frühsten Nächte

Voller Geister, Nachtmahre überall

Ich ruf die Fantasiemagie

Die Kindern Macht verleiht

Die Angst besiegt

 

Nein, erwachsen werden wollt ich nie

Das Leben hat mir Lasten auferlegt

In die ich mich verstrickte

Konnte nicht mehr ungebunden sein

Freiheit war nur noch Geschichte

 

Ach, Peter Pan

Komm an mein Fenster

Verstreu ein bisschen Feenstaub

Damit ich mit dir fliegen kann

Im Licht des kühlen Mondes

Die Wunder Nimmerlands sehen

 

Nie wollt ich erwachsen werden

Das es Feen, Riesen, Zwerge, Zauberer gibt

Vergaß ich nie

Saß so oft am Fenster

Wartete auf dich

 

Ach, Peter Pan

Bist du erwachsen geworden

Hast das Fliegen verlernt

Deine Freiheit aufgegeben

Ich will`s nicht glauben

 

Wenn es so wäre

Müsste ich Tränenströme weinen

Bis ans Ende der Zeit

Ohne dich Peter Pan

Bin ich ein verlorenes Kind

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…der Junge, der nie erwachsen werden wollte. Ich wollte auch nicht erwachsen werden, aber ich wurde ohne mein Zutun aus Nimmerland verbannt und musste fortan wachsen und vernünftig werden. Meine spontane Handlungsweise und mein loses Mundwerk will ich nicht damit entschuldigen, dass ich eigentlich immer noch ein Kind bin, das ausversehen in dem Körper eines Erwachsenen feststeckt, aber ich war so lange erwachsen und vernünftig, dass ich manchmal einfach überhaupt keine Lust habe, ernsthaft zu sein. Ich will Spaß. Einfach  nur Lust und unbändigen Spaß. Tun was ich will. Fantasieren so viel und verrückt ich will – nur nicht vernünftig sein.

Die Schatten der Nacht bringen mich viel zu oft auf den schweren Pfad zurück. Einen, den ich nicht gehen will und doch gehe seit ich denken kann. Die frühsten Nächte, an die ich mich erinnere, waren voller Nachmahre vor denen ich mich durch Zauberei schützen musste. Die weiße Fantasiemagie, die den Kindern Macht verleiht, die Ängste zu besiegen und der Albträume Herr zu werden.

Nein, erwachsen werden wollte ich nie. Aber das Leben hat mir immer mehr Lasten auferlegt, die mich am Ende  erdrückt haben. Meine Fantasie unter Geröll verschüttete und die mich immer mehr verstrickte. Dabei wollte ich frei und ungebunden sein.

Ach, Peter Pan, komm an mein Fenster und gib mir etwas Feenstaub, damit ich mit dir im Licht des Mondes fliegen kann. Frei sein, wieder die Wunder von Nimmerland sehen. Man sagt, wenn Kinder erwachsen werden, dann vergessen sie, dass es Feen, Elfen, Zwerg, Kobolde, Riesen und Zauberer gibt. Aber ich, ich hab sie nicht vergessen. Habe so oft am Fenster gesessen und auf dich gewartet. Wo bist du hin Peter Pan? Du bist doch nicht der Versuchung erlegen, erwachsen zu werden? Dann müsste ich Tränenströme weinen, bis ans Ende der Zeit.

 

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