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Posts Tagged ‘Ort’

Der Ort sah zumindest auf den ersten Blick nicht so aus, als würden dort viele Leute verschwinden.

Und doch waren in den letzten drei Monaten zehn Menschen spurlos verschwunden. Suchtrupps, Hundestaffeln, Fernsehaufrufe zeitigten keine positiven Ergebnisse. Es gab keine forensischen Spuren. Die Personen verschwanden nur mit den Kleidern auf ihrem Leib. Die Polizei und die Behörden waren hilflos. Sie hatten alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Das war der Augenblick in dem ich auf den Plan gerufen wurde. Als der Anruf kam, hatte ich meine Sachen schon gepackt und das Flugticket gebucht. Immerhin hatte ich die Ereignisse seit dem ersten Tag beobachtet. Bei solchen Vorfällen ist es nur ein Frage der Zeit, bis ich eingeschaltet werde, auch wenn es diesmal ungewöhnlich lange dauerte.

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Sicher haben einige von euch bemerkt, dass ich lange nichts auf meinem Blog veröffentlicht habe. Dafür gibt es eine Menge „gute“ Gründe. Ich habe in den letzten Wochen gefühlte 1000 Seiten Tagebuch geschrieben, um meine Gefühle wegzuschreiben. Immer mit dem Gedanken im Kopf, wann geh es weiter? Wann kommt endlich wieder die Lust eine Geschichte zu schreiben? Ich bin mir nicht sicher, dass sie schon wieder da ist, auch wenn die verschiedenen Ideen arbeiten.

Ein Gedanke, der mich aus meiner Erschöpfung aufgescheucht hat, kam gestern von meiner mittleren Tochter. Sie ist 21 und schreibt. Es ging um das Thema Freizeitbeschäftigung. Auf meinen Kommentar, dass sie ja auch in ihrer Freizeit schreibe, sagte sie: „Das Schreiben ist für mich keine Freizeitbeschäftigung. Ich muss das tun. Ohne geht es nicht.“ Eine Aussage, die ich genauso sehe.

Und so hier meine Überlegungen zu meinem 365-Tage-Projekt (nein, ich habe es nicht aufgegeben, nur etwas verschoben) über Tier und Farbe.

Wenn ich in diesem Moment ein Tier wäre, dann ein Chamäleon. Zugegeben schön finde ich es nicht gerade (ich wäre gerne ein süßes Felltier mit großen Knopfaugen), aber es ist faszinierend, wie es die Farbe wechseln kann. Und da mein innerer Zustand zurzeit zu dunkelgrau neigt, wäre ich ein dunkelgraues Chamäleon auf einem kahlen Felsen. Ich habe den Eindruck die Anziehungskraft des Felsens ist so stark, dass ich mich nicht vorwärts bewegen kann. Mir ist klar, ich kann nicht einfach liegen bleiben. Irgendwann werde ich auf diesem Felsen vertrocknen. Die Elastizität meiner Haut lässt nach und eines schönen Tages, in einer weit entfernten Zukunft, wird man mich als Fossil auf diesem Stein finden. Eine Vorstellung, die mir überhaupt nicht gefällt. Es ist also notwendig diesen Ort zu verlassen, damit ich endlich wieder eine andere Farbe annehmen kann. Frühlingsgrün würde mir gefallen, mit einigen Tupfern weiß, lila, rot, gelb, rosa.

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Großreinemachen und gute Vorsätze müssen sich nicht ausschließen – können sie aber. Wenn das Reinmachen zu den Vorsätzen gehört, super – wenn nicht – kann auch super sein, muss es aber nicht. Das Großreinemachen gehörte Ende 2015 nicht zu meinen guten Vorsätzen, es schlich sich eher so peu a peu ein.

Drei Tage an der See – Wolken, eisiger Wind, ungestüme Wellen und Einsamkeit.

Eck. Dünen 2

Angenehme Einsamkeit in einer wunderschönen roten Backsteinkirche,

Nicolai Kirche 6

in der es nach Tanne duftete, einem liebvoll eingerichteten Heimatmuseum,

Eckernförde, Museum am Markt 1

das einen Dichter und Philosophen sein eigen nennt, und in gemütlichen Cafes mit aromatischem Kaffee und leckerem Gebäck.

Cafe Heldt innen

Abends saß ich in einem heimeligen Gästezimmer, mit meinem neuen Buch, das ich mir als Reiseandenken gekauft hatte, meinem Laptop, meiner Musik und einem Zeitungsartikel in dem es um: „Neue Visionen deines Lebens“ ging und meinen Gedanken.

Kiel, Unterkunft 7

Seit über zehn Jahre schreibe ich. Es ist ein besonderer Teil meines Lebens. Schreiben macht mich glücklich. Ich schreibe jeden Tag und gerne. Aber es gibt auch andere Sachen, die ich gerne tue und die ich vernachlässigt habe. Eine davon ist Zeit zu haben, ohne Druck im Nacken. Zu lesen und mich in den Stoff zu vertiefen, nähen, häkeln, spazieren gehen, fotografieren, Ideen nachgehen, Notizen machen – einfach mal so – ohne zu wissen wohin es führt.

Natürlich gibt es die Idee zu einem neuen Roman. Notizen, einige Skizzen, Personen, den Ort. Und doch – es ist das erste Mal, seit langem, dass ich es nicht eilig habe. Angenehm. Aufatmen. Es wird geschrieben, wenn es so sein soll. Keine Eile, nichts überstürzen. Leben. Leben um zu schreiben. Es wird Zeit die Dinge anders anzugehen.

Konstantin Paustowski schrieb: „Die Fähigkeit, das Leben als etwas ständig Neues zu empfinden, ist jener fruchtbare Boden, auf dem die Kunst erblüht und reift.“

Ich will nicht schreiben müssen. Ich möchte schreiben wollen. Das kommt wieder. Ich kenne die Phasen. Doch diese Phase ist frei gewählt. Ich will mich ausklinken, will sehen, hören, fühlen, schmecken, riechen. Ich will mich nicht quälen, um meine Fähigkeiten als Schriftstellerin unter Beweis zu stellen oder mich abwatschen zu lassen. Ich die meiste Zeit meines Lebens in der Pflicht und gerade jetzt ist es an der Zeit nicht in der Pflicht zu sein oder nur, wenn ich es für richtig halte.

Wenn es Zeit ist, möchte ich schreiben wollen. Bis dahin will ich leben, mich mit dem Strom dahin gleiten lassen und einfach ich sein.

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Der Herr der Königsadler drehte seine Kreise am wolkenlosen Himmel. Ich saß am Rand der Klippen und beobachtete ihn.

Schon oft hatte ich seinem Flug zugesehen, doch diesmal war es lebenswichtig. Gerne wäre ich so frei gewesen, wie er. Weg von meinem Vater, der eine Entscheidung von mir erwartete, von der ich genau wusste, dass sie ihm nicht gefallen würde. Mein Vater gab mir deutlich zu verstehen, sollte ich mich seinen Wünsche nicht anschließen, würde das einen Hausarrest nach sich ziehen, der solange andauerte, bis ich mich beugte. Ich wünschte die Flügel auszubreiten und hoch in die lauen Frühlingslüfte zu steigen.

Unerwartet, stieß der Adler herunter. In tollkühnem Tempo raste er der Erde entgegen, auf seine Beute zu. Ich sprang auf und rannte los. Vielleicht war es mir diesmal vergönnt eine der magischen Adlerfedern zu finden und ich könnte diesen trostlosen Ort endlich verlassen.

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Mein historischer Krimi ist heute um satte 1210 Worte gewachsen – als ich erst mal dran war, rutschte es – zum Glück. Immerhin gab es noch nicht mal einen Toten und fünf Worte wollen noch untergebracht werden. Vorzugsweise die Worte, die etwas mit dem Mord zu tun haben. Z.B.: Blutlache 😉 . Ob das Stückchen bis Sonntag fertig wird?

Außerdem arbeite ich gleichzeitig noch an einer sexy Weihnachtsgeschichte für eine Anthologie – küssen Weihnachtsmänner besser, schärfer, wilder, aufregender? Na mal sehen, ob ich die Verlegerin mit meiner Idee aufs „Kreuz legen“ kann *g*. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ich bin schon froh, dass ich überhaupt im Schreiben bin – vielleicht liegt es an der Musik im Ohr – ich schreibe gerade unter erschwerten Bedingungen, muss mit Kopfhörern schreiben. Erst habe ich mich dagegen gewehrt, aber mit der Akzeptanz und dem richtigen Groove im Ohr läuft es langsam wieder. Es besteht also noch Hoffnung und immerhin sitze ich nicht, wie Stephen King, in einer Abstellkammer. Ich kann den Himmel sehen, wenn er nicht  gerade grau ist 😉 .

Allen Schreibern wünsche ich viele Musenküsse und einen geeigneten Ort zum Schreiben!

Caro

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„David! David!“

Ich rufe, schreie, schlage mit den Fäusten gegen die Tür, bis meine Hände wund und blutig sind. Niemand öffnet.

Ich kauere mich auf der Türschwelle zusammen. Ich weine so lautlos, wie ich zuvor Krach geschlagen habe. Tränenströme rinnen über mein Gesicht. David ist fort. Einfach fort. Ohne ein Wort gegangen und hat mich an diesem schrecklichen Ort zurückgelassen.

Der Regen setzt ein. Vermischt sich mit meinen Tränen. Ich sauge ihn auf. Erst meine Kleider, dann meine Haut. Er überflutet mich inwendig, füllt mich an bis zum Rand, um wieder aus meinen Augen hervorzutreten und erneut über meine Wangen fließt.

Vielleicht bin ich schuld? Schuld am Regen? Hat meine Traurigkeit den Himmel veranlasst seine Tränen über mich auszuschütten? Meine Glieder schlottern, meine Zähne schlagen aufeinander.

„Steh auf!“, schreit die Stimme in meinem Kopf.

Ich halte ihr den Mund zu. Rühre mich nicht. Irgendwann weicht mich der Regen auf, löst meine Zellen und spült mich den Rinnstein hinunter.

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Poem 18.4

Da steht er
Mich fest im Blick
Weiß was er will
Seh es in seinem Gesicht

Da kommt er
Mich fest im Blick
Er will mich jetzt
Sagt es mir ins Ohr

Da gehen wir
Arm in Arm zusammen
An einen geheimen Ort
Für heißen wilden Sex

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