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Posts Tagged ‘Ohr’

Poem 18.4

Da steht er
Mich fest im Blick
Weiß was er will
Seh es in seinem Gesicht

Da kommt er
Mich fest im Blick
Er will mich jetzt
Sagt es mir ins Ohr

Da gehen wir
Arm in Arm zusammen
An einen geheimen Ort
Für heißen wilden Sex

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Poem 17.4

Kühle im morgendlichen Wald
Sanfte Regengüsse fallen fein
Der Laut des Läutens schallt
Von Ferne an mein Ohr

Der Ruf des Herzens
Wogt vom Meer herauf
Im Ratschlag der Zeit
Mit Ebbe und Flut

Meerjungfrauen drehn ihre Kreise
In den Tiefen der See
Vorzeiten geboren aus Schaum
Gischt aus Salz und Perlen

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Schlaf mit mir

Jede Zelle meines Körpers gierte nach Berührung. Ich hatte aufgegeben die Tage zu zählen, die ich vor Sehnsucht verging. An Schlaf war nicht zu denken. Ich stand auf und wollte in die Küche gehen. Als ich an Edwards Zimmer vorbei kam, hörte ich den Fernseher laufen. Ich blieb stehen und lauschte. War er allein? Seit 7 Monaten wohnten wir in einer WG zusammen und verstanden uns gut. Unsere gebrochenen Herzen hatten uns zusammengeführt. Halbes Leid, war geteiltes Leid. Edward versuchte seine Wunden mit schnellem Sex zu heilen, ich mit völligem Rückzug. Geholfen hatte es uns beiden nicht. Zaghaft klopfte ich.
„Komm rein.“

Immer noch zaghaft drückte ich die Klinke herunter, atmete einmal tief durch und stieß die Tür auf. Edward lag auf seinem Bett, nur mit Pyjamahose bekleidet. Er hatte einen Traumkörper. Breite Schultern, schmale Hüften, Sixpack, kräftige Beine, einen strammen Hintern, schöne Hände und ein gut geschnittenes Gesicht, seine dunklen Haare etwas zerzaust, auch das stand ihm.

„Was kann ich für dich tun?“
Edward lächelte und sah mich aufmerksam an.
„Schlaf mit mir.“
Es kam selbstbewusster über meine Lippen, als ich mich fühlte.
„Wie bitte?“
Er setzte sich auf.
„Schlaf mit mir. Du schläfst mit jeder Frau, die nicht bei drei auf dem Baum ist. Nun, ich bin eine Frau und ich werde nicht weglaufen.“
Edward sah mich an, als hätte ich die Apokalypse angekündigt.
„Nein, tut mir leid. Das kann ich nicht.“
Ohne ein weiteres Wort ging ich und schloss die Tür.

In meinem Zimmer warf ich mich aufs Bett, krümmte mich zusammen, wie ein angeschossenes Tier. Der Schmerz saß tief in der Mitte meines Körpers. Tränen quollen aus meinen geschlossenen Augen. Kein Laut kam über meine Lippen. Mir war bewusst, dass Sex das Loch in meinem Herzen nicht dauerhaft füllen würde, aber das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Lust schmerzte mindestens genauso, wie die Trauer einer verlorenen Liebe. Die Tür wurde geöffnet, ein Lichtstrahl fiel auf mein Bett, die Tür ging zu, es war wieder dunkel. Ich war nicht mehr allein.

„Ich kann nicht mit dir schlafen“, Edwards Stimme war sanft.
„Warum nicht? Bin ich dir zu dick? Nicht schön genug?“, presste ich wütend hervor.
„Nein, dass hat damit überhaupt nichts zu tun. Dein Körper ist wunderbar und du bist sehr hübsch.“
„Was ist es dann?“
„Wir sind Freunde. Alles würde sich ändern.“
„Das verstehe ich nicht. Was sollte sich ändern? Hast du Angst ich würde dich dran hindern mit anderen Frauen zu schlafen?“
„Glaubst du nicht, es würde dir schwer fallen, mich mit anderen Frauen zu sehen? Du bist keine von denen, die sich auf One-Night-Stands einlassen.“
„Woher willst du das wissen?“

Ein Schluchzen schüttelte meinen Körper. Ich spürte, wie sich die Matratze absenkte, dann fühlte ich Edwards warmen, festen Körper. Er zog mich gegen seine Brust, legte seine Arme ganz fest um mich. Oh Himmel, fühlte sich das gut an. Meine Anspannung legte sich und mein Körper wurde weich und geschmeidig.
„Ich weiß es. Ich kenne dich besser als du denkst“, flüsterte er mir ins Ohr.
Meine sämtliche Nackenhaare stellten sich auf. Ich drückte meinen Rücken und meinen Po fester gegen ihn. Edward ließ es geschehen. Sein heißer Atem auf meinem Hals und meinen Schultern ließ eine prickelnde Kaskade über meinen Körper rinnen.
„Ich kann diesen Zustand der Kälte nicht mehr aushalten“, wisperte ich.
„Aber ein One-Night-Stand ändert nichts daran. Glaub mir, ich hab Erfahrung.“

Schweigend lagen wir eng umschlungen in der Dunkelheit. Ich lauschte Edwards tiefen Atemzügen, sog seine Wärme auf. Fühlte jeden Zentimeter seines Körpers auf meinem.
„Warum tust du es dann?“, brach ich das Schweigen.
„Ich habe Angst, dass ich noch einmal so verletzt werden könnte. Darum nur hemmungsloser Sex, keine Liebe.“
„Du hast Angst es könnte dich in Stücke reißen und auch noch den Rest von dir auflösen, den du aus der Katastrophe gerettet hast.“
„Ja.“
Ich drehte mich in seinen Armen um. Schemenhaft konnte ich die Umrisse seines Gesichts erkennen.
„Könnte dich Liebe heilen?“, als er nicht antwortete, fragte ich, „eine Freundin, die dich liebt?“
„Ist das wahr? Du liebst mich?“
„Das tue ich“, sagte ich schlicht, „schon seit einer Weile.“

Ich streckte mich etwas und hauchte Edward einen Kuss auf den Mund. Er fasste fester zu und ich schmiegte mich noch enger an ihn.
„Du weißt, dass wir alles verlieren können?“
Ich hörte die Besorgnis in Edwards Stimme.
„Aber wir können auch alles gewinnen. Für dich gehe ich dieses Risiko ein.“
„Dann stehen die Chancen gut.“
„Ja“, flüsterte ich, „sehr gut.“
Edward küsste mich so erregend, dass in meinem Kopf und meinem Körper ein Feuerwerk abbrannte. In diesem Moment gab es nur uns beide. Im Schutz der Nacht öffneten wir unsere Herzen und Sinne, die unsere Körper in Sprache verwandelten. Erst in der Dämmerung eines neuen Tages schliefen wir eng umschlungen und zufrieden ein.

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