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Posts Tagged ‘Netz’

Ich war gefangen,

hatte mich derart in einem Netz aus Ausreden und Lügen verstrickt, dass ich keinen Schritt vorwärts gehen konnte ohne mich zu verraten. Andy schlich um mich herum, wie ein Tiger auf der Pirsch. Ich fühlte, dass er etwas bemerkt hatte, auch wenn er den Finger noch nicht in die Wunde legen konnte. Es war eine Frage der Zeit, bis er ein loses Ende meines Lügenknäuls zwischen die Finger bekam und das Ganze wie ein Kartenhaus über mir zusammenbrechen würde. Ich kannte Andy zu gut. Er würde nicht locker lassen, ehe er alles aufgedeckt hätte. Es blieb mir nichts anderes übrig, als den ersten Schritt zu tun und ihm einen tötlichen Stoß zu versetzen.

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Urlaub, Gelb, Blitz, Blechdose, Zittern, finden

Der Urlaub ist eine einzige Katastrophe. Auf der Hinfahrt hatten wir eine Reifenpanne, vergaßen eins der Kinder auf einem Rastplatz, mussten eine Nacht im Auto verbringen, weil der Vermieter des Ferienhauses unseren Ankunftstermin verpennt hatte und gleich beim Einräumen der Lebensmittelvorräte schnitt sich Andy an einer Blechdose die Hand auf und musste eine Tetanus-Spritze bekommen. Von wegen Blutvergiftung und so, sagte der einzige erreichbare Arzt in der zwanzig Kilometer entfernten Kleinstadt, der mir eher ein Igor zu sein schien, denn ein promovierter Arzt.

Zu allem Überfluss tobt seit heute Morgen ein Gewitter, dass die kleine Hütte in ihren Grundfesten erschüttert. Gelbe und weiße Blitze schießen über den Himmel, gefolgt von ohrenbetäubenden Donnerschlägen, als wäre der  jüngste Tag über uns hereingebrochen.

Von dem runden Dachfenster aus könnte man das Meer sehen, wenn die Sonne scheinen würde. Nun ist alles eine graue brodelnde Masse aus Gischt, riesigen Wellen, Regen – und Hagelschauern. Bernie liegt seit Stunden unter der Couch und winselt. Die Kinder streiten, weil der verdammte Fernseher nicht funktioniert, ich glaube die Satellitenschüssel hat einen Abgang gemacht, und Andy spielt mit dem Smartphone herum, oder besser, er versucht es, aber er findet kein Netz. Der Sturm hat alle Verbindungen zur Außenwelt unterbrochen.

Ich gehe jetzt aufs Klo, den einzig ruhigen Ort in diesem Irrenhaus, schließe mich ein und komme erst wieder heraus, wenn die drei Wochen Urlaub vorbei sind.

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Mein Herzland bebt

Erschüttert von deinen Worten

Mein Herzland bebt

In der Stille der Nacht ohne dich

 

Sehnsucht quillt aus allen Poren

Ertränkt mich in tausend Träumen

Entführst mich durch Raum und Zeit

Zeigst mir deine Fantasie

 

Mein Herzland bebt

Gefangen unter deinem Blick

Mein Herzland bebt

Bei dem Gedanken an deine Hände

 

Sehnsuch treibt mich weiter

Verbindet sich mit deinen Worten

Spinnt ein Netz aus magischen Momenten

Eingetaucht in deinen Fluss

 

Mein Herzland bebt

Lebt lustvoll Wort für Wort

Mein Herzland bebt

Im Rhythmus mit deinem

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„Wer ist Sunny Malloy? Verdammt noch mal, fragte Marti aufgebracht. „Immer wieder dieser Name!“

Er unterstrich ihn mit einem dicken roten Strich auf der Flipchart.

„Das werden wir gleich wissen“, Jerry tippte den Namen in die Tastatur seines PC, „mal sehen, was Tante Google ausspuckt.“

Marti ging zu Jerry hinüber. Neugierig sah er ihm über die Schulter. Erstaunt blickte er auf den leeren Bildschirm.

„Wie du siehst, siehst du nichts“, sagte Jerry völlig perplex.

„Wie gibt es denn so was?“, Marti schüttelte den Kopf, „es gibt im Internet etwas über jeden Hinz und Kunz.“

„Woraus wir schließen können, dass Sunny Malloy nicht Hinz und Kunz ist“, Jerry grinste.

„Und welchen Grund kann es geben, dass der Typ durchs digitale Raster fällt?“

„Er ist entweder zu alt, heißt in einer Zeit geboren, als ans Netz noch nicht zu denken war, oder die Person einfach zu unwichtig ist.“

„Hm?“, Marti kratze sich am bärtigen Kinn. „so unwichtig kann er nicht sein, wenn alle drei Mordopfer einen Zettel mit seinem Namen in der Hand hielten.“

 

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Das Musikstück für den folgenden Text ist von Ben Becker – „Ich will du sein“ – aus dem Rilke-Projekt (sehr zu empfehlen! 🙂 )

Er kommt. Groß, dunkel, kraftvoll. Das Licht der Straßenlaterne wirft seinen Schatten.
Soll ich laufen oder bleiben. Ich wende mich ab, will mein Heil in der Flucht suchen.
Er ruft nach mir. Nennt meinen Namen. Saugt ihn in seinen Rachen. Er ist es.
Ich schließe die Augen. Er steht hinter mir. Spüre seinen heißen Atem. Fließt in meinen Nacken, meine Wirbel.
Gänsehaut überstreift, fängt er mich in seinem Netz aus Melodie und Klang. Lauf, lauf, sagt die Stimme der Vernunft.
„Ich will du sein. Ich will aufgehen in dir.“
Seine tiefe samtige Stimme reibt sich gleich einer aufkommenden Brise über meine glühende Haut.
Lauf, lauf, schreit die Stimme der Vernunft.
„Ich will leise Träume träumen.“
Seine Lippen kosten meinen Hals.
Woher kennt er meine Wünsche. Wer verriet ihm meine Sehnsucht? War ich es selbst, die Herz und Seele bloßlegte?
„Ich will am Feuer deiner Augen 1000 leise Opfer anzünden.“
Seine fordernden Hände liegen auf meinen Hüften. Fingerkuppen verlangen ihren Preis.
„Ich will aufgehen in dir.“
Seine weiche, wilde Stimme dringt ohne Mühe in mich ein.
Bis zu meinem Herzen, meinem sehnsuchtskranken Herzen.
Mein gieriges wollüstiges Herz will mehr. Mehr von ihm. Mehr von seiner Stimme. Sie soll mir von Liebe sprechen.
„Ich will aufgehen in dir. Ich will du sein.“
Kann nicht gehen, kann nicht bleiben. Seine Stimme hat sich in meinen Bauch gegraben, mich genommen, jede Zelle besetzt.
Ich will alles. Kann nicht aufhören seinen Worten zu lauschen. Gebe seiner Stimme meinen Willen hin. Ich will ihn in seine Nacht begleiten, ihm gehören unter den einsamsten Sternen.
„Ich will aufgehen in dir. Ich will aufgehen in dir. Aufgehen in dir.“ Ich flehe ihn an.
„Es ist längst geschehen.“
Sein Mund nimmt mich ohne Gnade, ohne Reue. Nur er und ich. Aufgegangen ineinander.

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