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Posts Tagged ‘Nebel’

Das kann außerordentlich entspannend und motivierend sein: ein anregender Nachmittag mit der Schreibgruppe! Gestern war es endlich wieder soweit. Es sind sechs schöne, melancholische, spannende, kriminelle, mysteriöse, lustige Texte entstanden. Hier mein Text.

Ich hatte die Worte: Lupe, düster, Herrenhaus, junge Dame, Nebel zur Verfügung. Es sind Assoziationen zu dem Gegenstand, den ich aus einer ‚Schatztruhe‘ gezogen habe: einem Monokel.

Jasmin starrte aus dem Fenster. Nebel lag über den Feldern und hüllte das stattliche Herrenhaus in einen feuchten, weißgrauen Mantel. In dem offenen Kamin knisterte ein Feuer, doch seine Wärme erreichte die junge Dame nicht. Jasmin fröstelte und zog die Strickjacke enger um die schmalen Schultern. In diesem alten Haus schien die Zeit stehengeblieben zu sein. Tante Polly brütete über einer Stickarbeit. Das zierliche Monokel hielt sie ihm linken Auge, was ihrer Miene einen merkwürdig schiefen Zug verlieh. Onkel Anthony saß versteckt hinter einer Zeitung, nur ab und zu kroch ein Wölkchen hinter ihr hervor, das von seiner Pfeife rührte.

Jasmin langweilte sich unendlich. Ihre Mutter hatte sie zur Strafe in diese Einöde verbannt, weil sie von einer der Erzieherinnen im Internat dabei erwischt worden war, wie sie nachts durch ein Fenster hinauskletterte, um zu einem verbotenen Tanzvergnügen zu gehen. Nun hat sich William bestimmt mit dieser dummen Sally getröstet, dachte sie halb wütend, halb traurig.

„Liebes, kannst du mir bitte einmal die Lupe aus dem Arbeitszimmer holen?“, sagte Onkel Anthony mit seiner tiefen Stimme.

Jasmin zuckte zusammen. Sie fühlte sich ertappt und errötete. In ihrer Vorstellung, beugte sich William zu ihr herunter, sah ihr tief in die Augen und war kurz davor sie zu küssen.  „Natürlich, Onkel.“ Erwiderte Jasmin und eilte hinaus.

„Wozu brauchst du deine Lupe?“ Polly sah auf. Das Monokel fiel ihr aus dem Auge und baumelte an der kleinen Kette mit den lila Blüten über ihrem üppigen Busen. „So düster finde ich es heute nicht.“

Anthony senkte die Times und sah seine Frau irritiert an. Er schien sie während des Lesens völlig vergessen zu haben.

„Wir können John bitten die Lampen anzuzünden.“ Fuhr Polly fort, als er nicht antwortete.

„Nein, ist schon gut. Daran liegt es nicht, aber die Schrift dieser Anzeige ist auch wirklich sehr klein.“ Wehrte Anthony ab. Er stellte die Pfeife in den dafür vorgesehenen Holzständer.

Polly runzelte die Stirn. Ehe sie fragen konnte, um was für eine Annonce es sich handelte, erschien Jasmin und brachte ihrem Onkel das Vergrößerungsglas.

„Danke Kind.“ Sagte er und hielt die Lupe über den Anzeigenteil.

Neugierig beugte Jasmin sich über seine Schulter um einen Blick auf die geheimnisvolle Annonce zu werfen.

„Suche Bernstein, Tennisballgroß mit Einschlüssen, und Meteoritengestein, silberfarbig, ebenso groß, zahle Höchstpreise. Bitte schreiben sie unter Chiffre.“

Die Zahlen der Chiffre konnte Jasmin nicht erkennen. Doch sie wusste, wo sich die gesuchten Dinge befanden. Zu oft war sie in den letzten Wochen daran vorbei gelaufen. Es war eine der großen Vitrinen mit den kuriosesten Exponaten, die man sich denken konnte. In diesem privaten Museum befanden sich die gewünschten Kostbarkeiten.

Onkel Anthony atmete schwer. Sein Gesicht hatte die fahle Farbe des Nebels angenommen.

„Das ist unmöglich.“ Keuchte er. „Unmöglich.“

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Gegen Abend verdichtete sich der Nebel des nasskalten Tages.

Die feuchte Luft lag wie ein Leichentuch über der lieblichen Landschaft und gab ihr ein bedrücktes Antlitz. Ich zog den breiten Schal enger um meine Schultern und war froh, dass ich den dicken Wollmantel angezogen hatte, den mein Bruder mir vererbt hatte. Mit der schwarzen Mütze, die ich mir tief in die Stirn gezogen hatte, sah ich aus wie ein Junge. Ein Umstand der mir bald zu gute kommen sollte. Doch davon später mehr.

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Das bunte Herbstlaub knisterte unter meinen Füßen. Der Park lag still und einsam vor mir. Die ersten zarten Sonnenstrahlen einer sanften Septembersonne durchdrangen den feinen Morgennebel, der über den weitläufigen Grünflächen schwebte. In den Büschen hingen Spinnennetze, übersät mit glitzernden Wassertropfen. Ich bewegte mich in einer Märchenwelt, gesponnen aus Licht und Schatten. In meinen Träumen hatte ich dieses Bild schon oft vor mir gesehen. Eine Art Déjà-vu. Unerwartet sah ich einen Schemen, an mir vorbei, über den Weg huschen. Ich erschrak und blieb abrupt stehen.

„Komm, folge mir“, hörte ich eine verführerische Stimme ganz in der Nähe flüstern.

Ich suchte die Umgebung mit den Augen ab, um die Quelle der Stimme zu ermitteln, konnte aber niemanden sehen.

„Wo bist du?“, fragte ich, „zeig dich.“

„Komm näher, dann kannst du mich sehen.“

Die wohlklingende Stimme berührte eine Saite in meinem Kopf und meinem Körper, die mein Inneres in Schwingungen versetzte.

„Komm, folge mir“, sagte sie erneut.

Für einen Moment zögerte ich, dann setzte ich mich in Bewegung. Meine Füße gingen den Weg, den mein Verstand nicht kannte. Ich betrat den feuchten Rasen, spürte die weiche Erde unter den Sohlen und drang in das Innere des Nebels vor, der meine Welt verändern sollte.

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A Altweibersommer
U unterhaltsam
G goldene Gerste
U Unstern
S Sonnenuntergang
T Traubenlese

Im Altweibersommer weben die Spinnen Netze, die der Morgentau mit winzigen Wasserperlen schmückt.

Er war ein unterhaltsamer Redner, aber ich konnte mich nicht auf seinen Vortrag konzentrieren.

Der Bauer rollte mit den Mähdreschern über den Acker und schnitt die goldene Gerste.

Der Sonnenuntergang über dem nördlichen Meer bot ein opulentes Farbspektakel in allen Schattierungen von Rot.

Die Traubenlese begann am frühen Morgen, während der Nebel aus der Flussniederung den Berghang hinauf schwebte, wie ein Schleier aus Chiffon, den die Brise davon trägt.

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Beginnt mit einem Gedicht 🙂 . Die Aufgabe für heute war: schreibe ein Gedicht über das neue Jahr. Hier ist meins:

Das neue Jahr
Glatt und weiß
Ein unbeschriebenes Blatt
Mit angesengten Rändern

Das neue Jahr
Beginnt im Nebel
Schält sich schläfrig
Aus der Dunkelheit

Das neue Jahr
365 Tage Hoffnungen
Träume, Erwartungen
Nichts ist vorüber

Das neue Jahr
Es fängt wieder an
Der gleiche Trott
Oder eine neue Spur

Es liegt allein
In unserer Hand
Das neue Jahr

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Poem 11.4

Schattengedicht

Du klebst an mir
Wie eine Klette
Doch nur bei Licht

Im Dunkeln unsichtbar
Bist mein Bild im Negativ
Tanzt mit mir im Regen

Gehst mit mir durch Dick und Dünn
Bin nie allein
Doch du bist still

Ein Windhauch nur
Aus Licht und Dunkelheit
Mein ständiger Begleiter

Ein Teil von mir
Flüchtig wie Nebel
Mein schelmischer Schatten

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