Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Natur’

„Die Unfähigkeit sich der Zerbrechlichkeit

eines jeden Menschen bewusst zu werden,

ist letztlich das Ergebnis einer fatalen Gefühllosigkeit

gegenüber der Gegenwart.“

Th.W.Adorno

 

Dieser Ausspruch fiel mir eben in die Hände, als ich meine Notizen sortierte. Er hat schon einige Jahre auf dem Buckel und doch ist er heute wahrer, als je zu vor.

Warum können wir nicht schätzen, was wir haben? Unsere Erde, die Natur, das Leben, den einzelnen Menschen, seine Würde, seine Ansichten, seine Zerbrechlichkeit? Warum bilden sich manche Menschen ein, sie wären besser, als andere oder hätten das Recht jemandem wehzutun, ihn zu vertreiben – was auch immer?

Müssen wir immer erst in den Ausnahmezustand kommen, ehe wir aufwachen?

Und auch hier zeigt sich, wie wenig oder wie viel wir Rücksicht nehmen. Auf ältere Menschen, Kranke, Kinder, Familien, Arbeitnehmer und Selbstständige. Sagen kann man eine Menge, wenn der Tag lang ist. Von vielen Milliarden Euro ist die Rede. Doch wo werden sie ankommen und wie unbürokratisch können die Bürokraten sein?

Wir Menschen sind zerbrechlich.

Jeder Einzelne.

Ich und Du.

Das sollten wir niemals vergessen!

Read Full Post »

Nun gut. Ich will euch erzählen, wie alles gewesen ist.

Auch wenn böse Zungen anderes verbreiten, das ist der pure Neid. Ich war dabei und nur ich weiß über alle Akteure dieses Dramas bescheid! Ihr mögt einwenden, in den Geschichtsbüchern steht es doch geschrieben. Haarklein und ausführlich. Lasst euch von mir eines besseren belehren! Nur der Augenzeuge ist der Wahrheit am nächsten. Natürlich muss man mir zugute halten, dass jeder seine eigene Sichtweise der Dinge hat, doch die, die in die ganze Sache involviert waren sind lange tot.

In Shakespeares Sommernachtstraum spricht Theseus die weisen Worte: „Wenn alle Akteure tot sind, muss niemand mehr getadelt werden.“ Und so mag es wohl sein. Mein Herr und Meister war ein kluger Mann, der seinen Finger oft auf die wunden Stellen der menschlichen Natur zu legen pflegte, was ihm mehr als einmal Ärger einbrachte. Doch ich will euch nicht länger langweilen.

Sitzt ihr alle bequem? Habt ihr euch mit einem Glas Wein versorgt? Dann lauscht der Geschichte, wie sie sich wirklich zugetragen hat, abseits von trockenen Fakten und Zahlen eines verstaubten Schulbuches.

Es begann im Jahre 1743 anno Domini, an einem stillen Herbstmorgen. Der Nebel hing wie ein Leichentuch über der sanften Landschaft. Im nachhein ein schlechtes Omen, doch davon später mehr…

Read Full Post »

Es hat gezündet! Endlich! Heute morgen knapp 600 Worte geschrieben – Szene wird heute Abend fortgesetzt.

Es hat lange genug gedauert. Der neue erotische Roman war fast fertig –  die Szenen die noch geschrieben werden wollen und das Ende (ok, die alternativen Enden) im Kopf – und plötzlich Schluss. Nichts ging mehr. Die Zweifel kamen und versuchten sich festzukrallen.

Der Kritiker in mir schrie triumphierend: „Ich habe es dir ja gesagt, das Buch in so kurzer Zeit fertig zu schreiben, dass schafftst du nie!“

Die Schriftstellerin in mir sagt: „Halt die Klappe! Ich kriege das hin!“

Klar, die Schriftstellerin ist nicht  so cool, wie sie nach Außen wirkt. Andererseits habe ich inzwischen gelernt, mein Pokerface aufzusetzen, wenn sich der Kritiker meldet und versucht mich aus der Fassung zu bringen.

Ich tue dann so, als ob mich das alles nichts angeht: Überarbeitung, Deadline, Lektorat, Veröffentlichungsdatum – alles nur eine Sache des Standpunktes – Peace!

Es gibt zwei sehr hilfreiche Bücher, wenn es um Kreativität geht: „99 Tipps für Kreativität und Lebenskunst“ und „Der kreative Funke“. Beide von Alexander Jeanmarie. Das erste Buch ist die Essenz des zweiten. Trotzdem empfehle ich beide. Sehr gut geschrieben und mit vielen praktischen Übungen.

In meinem Fall hab ich den fiesen Kritiker ausgetrickst. Kreativität kann so vieles sein. Ich habe alles gemacht, was ich seit Längerem ausprobieren wollte (Collagen, Bücher binden, malen, usw), habe viel gelesen, mich an der Natur erfreut, mich um  Freunde und Familie gekümmert (was beim Schreiben machmal etwas zu kurz kommt), mein Haus und mein Leben entrümpelt, und mir einen langgehegten Traum erfüllt: studieren an der Uni.

Eins ist erwiesen, wenn wir unser Gehirn beweglich, neugierig und in Schwingungen halten, dann kommt der kreative Funke von allein wieder. Gesagt getan! Und immer wenn der Schuft von Kritiker nicht hingeschaut hat, habe ich Notizen gemacht und mich rangepirscht, an meinen Text.

„Hallo du kleiner, übler Kritiker,

Ausgetrickst! Du kriegst mich nicht klein. Dir werde ich es zeigen, Spielverderber! Es geht weiter. Ich krieg das hin.

Liebste schadenfrohe Grüße

Deine Caro“

 

Read Full Post »

Ich brauche dich

und meine Freiheit.

Du willst das eine,

das andere nicht.

Ich brauche beides,

sonst verkümmere ich.

 

Verstehst du das,

frage ich.

Ja,

sagst du.

 

Wir beide wissen,

das ist nicht wahr.

Nur eine Illusion,

ein Trost auf Zeit,

mich nicht zu verlieren.

 

„Bleib noch ein bisschen!“

Du bist verzweifelt.

Ich ebenso,

mir wachsen Flügel.

 

Ich bin lieblos, kalt und hart,

sagst du.

Ich sprenge meine Fesseln,

sage ich.

 

Verstehen wie es ist,

kann niemand für einen anderen.

Verstehen kannst du nur allein,

und ich für mich.

 

Ich bemühe mich,

sagst du.

Ich mich auch,

sage ich.

 

Um dich nicht zu verlieren.

Ein Trost auf Zeit,

denn die Natur siegt.

Immer.

Read Full Post »

Heute gab es einen Bericht von Marianne von Werefkin auf Arte. Sie war eine russische Malerin, verliebte sich in einen Maler. Für ihn opferte sie sich über 10 Jahre auf. Stellte alles zurück, damit er der Maler werden konnte, der in ihm steckte. Sie ertrug eine Geliebte die zwei Kinder von ihm bekam, sie ertrug ihre selbst auferlegte Untätigkeit. Sperrte ihre Kreativität ein. Aus Pflichtgefühl. Aus Liebe.

Sie lernte einen Mann kennen, der sie verehrte. Er sagte ihr: Der Künstler ist nicht tot, machen sie sich einfach an die Arbeit. Danach machte sie sich an die Arbeit und die eingesperrte Kreativität explodierte. Sie malte sich alles von der Seele. Eine wahre Farbexplosion. Eigentlich bin ich eher den alten Meistern zu geneigt, aber die Bilder von Marianne haben mich tief beeindruckt. Echtes Gänsehautpotenzial.

Die Doku hat mich total erschüttert. Wie ist es möglich, dass man so gegen seine Natur handeln kann? Sich selbst einsperren? Andererseits habe ich mich auch selbst blockiert und es wurde erst besser nachdem ich meine Denkweise geändert habe. – Nicht werten, was ich schreibe, sondern freuen, dass ich schreibe. – Aber ich weiß, welche Qual es ist, seine Gedanken nicht ausdrücken zu können. Diesen Sturm im Kopf aushalten zu müssen, ohne ihn aufs Papier bannen zu können.

Seit ich mich entspanne und meinen Fokus auf das Schreiben an sich gelegt habe, mich nicht mehr zwinge DAS zu schreiben, sondern ETWAS zu schreiben, um einfach meiner Idee Ausdruck zu verleihen und meinen Kopf frei zu machen, seitdem ist das Arbeiten leicht geworden. Ich habe selten solche Leichtigkeit mit meinem Schreiben erlebt.

Ich habe keine Angst mehr, dass ich irgendetwas vergessen könnte. Ich schreibe auf, was mir ihm Kopf rum geht, mache mir etwaige Notizen, die ich dazu habe und lege den Text beruhigt ab. Dann gehe ich wieder an meine Hauptarbeit. Früher ging dann die Panik los – schreibe ich jetzt da oder da weiter, was zu erst, warum, ist das wichtig, ist das gut und all die „schönen“ anderen Dinge, die mir mein Kritiker so zuflüstert – heute nicht mehr. Der Kritiker kann mich mal gerne haben 🙂 ! Ich schreibe, weil ich es gut kann. Ich schreibe, weil es mich glücklich macht. Ich werde „die Fäden“ meiner Geschichten wiederfinden. Basta!

Ich habe mich damit abgefunden, dass ich nicht lange genug leben werde, um alles aufzuschreiben, was mir im Kopf rumgeht, aus jedem Fragment eine ganze Geschichte zu machen. Aber das ist OK. Ich sehe die Dinge einfach anders. Statt Frust zu schieben, und mich zu blockieren, freue ich mich einfach nur, dass da soviel ist, aus dem ich schöpfen kann. Es wird immer da sein. Und wenn ich mal keine Ideen mehr habe, dann kann ich mir meine Text-Fragmente anschauen und daran schreiben.

Als ich den Bericht sah, dachte ich, wie schrecklich irre es sein muss zehn Jahre dieses ungeheure Potenzial in sich zu verschließen. Kann man einen Fluss einsperren? Eine Weile. Irgendwann sprengt der Fluss die Mauern. Die Natur erobert sich ihr Terrain zurück. Immer. Zum Glück!

Manchmal bekomme ich beinahe Angst vor mir selbst, weil ich die Dinge plötzlich so klar sehe und mich nicht davor fürchte. Aber es ist nicht lebensbedrohlich klar zu sehen. Es hilft sich selbst zu erkennen. Das Schreiben hilft dabei, und Zufriedenheit. Zufrieden sein mit dem, was man tut und dem, was man ist. Die beste Möglichkeit Dinge zu verändern ist bei sich anzufangen. Will ich, dass mich jemand mag, dann sollte ich andere mögen. Will ich einen Roman schreiben, dann sollte ich stetig daran arbeiten und das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Will ich glücklich sein, dann sollte ich mich auf das konzentrieren, was mich glücklich macht.

Es kann so einfach sein, und scheint doch so schwer. Die Hektik des Alltags, die Notwendigkeit Geld zu verdienen, der Wunsch mehr Geld zu verdienen, die Freizeit mit super wichtigen Dingen vollzustopfen usw. Dabei ist es einfach nur schön, den Tag nicht nur zu nutzen – sondern den Tag zu lieben. Das Leben zu schätzen. Zeit. Es kann uns schnell ein Unglück ereilen. Ich habe es erlebt. Mein Bruder hatte noch so viel vor. Ich wünschte mir, er könnte mich sehen. Er würde sich freuen. Da bin ich sicher.

Wir (mein anderer Bruder und ich) haben uns damals geschworen – wir machen nur noch, was wir wollen und gut für uns ist – und so soll es sein. Nie wieder meine Ideen einsperren, mich selbst blockieren. Die Zeit, die blieb nutzen für das Schöne. Meine Traumwelten erschaffen aus Liebe.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: