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Posts Tagged ‘Museum’

Lea saß auf einem umgekippten Baumstamm und sah zu, wie Sam mit einem mächtigen Vorschlaghammer auf die Mauer einschlug. Er hatte das Ding fluchend durch den Wald getragen, bis zu der zugemauerten Höhle.

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Auf dem Weg dorthin hatte Lea überlegt umzudrehen und wegzulaufen. Sam hätte sie mit dem Hammer niemals eingeholt. Nun war es zu spät. – Nein, habe ich gesagt, nein! Aber er wollte nicht hören. Erinnerst du dich an das letzte Mal? Habe ich gesagt. Wir sind nur durch einen unglaublichen Zufall dem Sensenmann von der Schippe gesprungen, habe ich gesagt. Warum lasse ich mich nur immer wieder von Sam zu solchen Himmelfahrtskommandos überreden? Weil er dein ältester Freund ist. Selbst Schuld. Dabei habe ich mir geschworen: Keinen Rückfall mehr! –

Lea fröstelte. Sie schaute auf die Uhr. Halb sechs. – Es dauert nicht mehr lange, bis es dunkel wird. – Sie sehnte sich nach der Wärme in ihrem Labor, der Kaffeemaschine in ihrem gemütlichen Büro im Museum. Es war sicher, trocken und völlig ungefährlich, es sei denn, sie schnitt sich in den Finger. Lea liebte ihre Arbeit als Archäologin und Restauratorin. Im Museum und in der Feldforschung. Nur mit Sam, war es jedesmal ein Abenteuer auf Leben und Tod. – Bitte, ich brauch dich. Du bist die einzige, die mir helfen kann. Hat er gesagt. Du kannst mir sagen, ob es wirklich alt ist oder nicht. Diesmal ist es völlig ungefährlich. Es wird nichts Schlimmes passieren. Hat er gesagt. –

Der Hammer krachte gegen die Mauer. Steine polterten.

„Ich bin durch!“ Sam riss Lea aus ihren Gedanken, bevor sie den Teil mit dem Tod näher durchdenken konnte.

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Die Grundszene war im Kopf. Ich wusste, was sie aussagen sollte und warum ich sie schreiben wollte. Eine wichtiger Brief sollte überbracht werden.

Aber wo sollte die Szene stattfinden? Wie steige ich ein? Wie lautet der erste Satz?

Zwei Tage drückte ich mich um die Szene herum. Machte Notizen, durchdachte die Personen und wie sie sich unter den gegebenen Umständen verhalten würden.

Wer überbringt die Botschaft? Wird die Hauptperson der Szene die Augenbrauen hochziehen, wenn er von der Botschaft erfährt? Wie redet er, geschwollen oder locker? Ist er wütend über die Störung, amüsiert oder genervt? Was tut er, wenn er weiß, wie die Botschaft lautet?

Danach dachte ich darüber nach, dass ich einen weiteren Roman in diesem Fantasie-Universum schreiben sollte und wie er aussehen könnte.

Doch das Problem löste sich nicht. Ich hatte inzwischen verschiedene Sets im Auge, aber keins kam mir wirklich „richtig“ vor. Es musste etwas passieren, um die Sache ins Rollen zubringen und das,  was mir am besten hilft ist: rausgehen!

Ich habe mir vor einige Wochen eine tolle Ausstellung im Liebighaus angesehen. Sie hat mir so gut gefallen, dass klar war, ich würde sie mir noch einmal anschauen. Zufällig hatte ich gestern einen Tag frei, also eine gute Gelegenheit rauszugehen und die Gedanken auf etwas anderes zu richten.

Gesagt getan. Ich war noch nicht aus der Haustür – um ehrlich zu sein, hatte ich gerade meinen ersten Kaffee – da wusste ich, wie das Setting aussehen sollte, wer der Überbringer der Botschaft sein sollte, wie die Szene anfangen sollte usw….

und es hatte mit dem Liebighaus zu tun. Die Villa ist genau der passende Ort! Die breite Marmortreppe, die aus der großen Halle in die nächste Etage führt und später in den „Salon“. Also in meinen Romansalon 🙂 . Ich sah den Überbringer der Nachricht die Treppe hinauflaufen, spürte seine Aufregung, wusste, wie er aussah und kannte seinen Namen.

Ich hätte mich sofort an den PC setzen können, um die Szene aufzuschreiben. Doch ich war mit einer Freundin verabredete und bin ins Museum gefahren. Es war ein toller Tag und durch den weiteren Besuch im Liebighaus konnte ich mir die Örtlichkeit noch einmal genauer anschauen. Die Atmosphäre spüren, um sie für meine Szene einzufangen. Ich freue mich schon darauf sie zu schreiben.

Und hier meine Halle und meine Treppe!  Fürstlich, wie es sich gehört 😉 .

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Der Besuch in Bredevoort war längst überfällig. Seitdem ich durch einen Freund davon hörte, ging es mir nicht mehr aus dem Kopf. Eine ganze Stadt voll Bücher!

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In meiner Fantasie sah ich mich, wie in der Erzählung von Walter Moers „Die Stadt der träumenden Bücher“, knietief durch ein Büchermeer wandern. Von dem englischen Gegenstück „Hay-on-Wye“ hatte ich gehört und war fasziniert. Nun war der Traum von einer Stadt der Bücher in erreichbare Nähe gerückt.

Am Ostersamstag machte ich mich endlich auf den Weg und mein erster Eindruck von Bredevoort: verschlafen. An einem Ostersamstag, wo im größeren Winterswijk Markttag ist und die Läden zum Einkaufen einladen, indes nicht verwunderlich.

Dorfstraße Bredevoort

Mir war das gerade recht. Die Stille nach der Fahrt, die frische Morgenluft und die Gelegenheit ungestört durch die gepflegten Altstadtgassen zu laufen und mir die Buchläden anzusehen, gefiel mir (gefällt mir immer sehr). Die Fahrt war so störungslos vergangen, dass bei meiner Ankunft noch kein Buchladen geöffnet hatte.

Um die Zeit zu überbrücken, gönnte ich mir eine Kaffeepause in dem gemütlichen Café/Bistro „De Heerlyckheit“ – die Herrlichkeit – und so war es. Sehr freundliches Personal, ein super Cappuccino, dazu ein Likör mit Sahnehaube und ein Gläschen Wasser für 2,60 Euro (könnten wir das in Deutschland bitte auch einführen?). Ich machte es mir gemütlich und schrieb meine ersten Eindrücke nieder.

Gegen halb elf brach ich auf und erkundete den Ort. Das erste kleine Schmankerl wurde mir direkt auf dem Marktplatz serviert. Dort steht eine Statue von Hendrikje Stoffel.

Hendrijke

Ihres Zeichens Rembrandt van Rijns Geliebte, Model und Mutter seiner unehelichen Tochter. Sie stammte aus Bredevoort und wohnte in der hübschen Gasse auf dem folgenden Foto.

Hendrijke Gasse

„Das Spiel ist verloren, Hendrikje starb. So musste ich also auch dies ertragen und sehen, wie ich mich damit abfinde. Heute Mittag haben wir sie begraben. Was damit für mich unter die Erde sank, ist gar nicht auszusprechen.“

Aus Rembrandts Tagebüchern

Auf meinem Streifzug kam ich am englischen Buchladen vorbei, der sehr distinguiert und aufgeräumt ist.

Englischer Buchladen

Ich machte einen Abstecher in die Touristeninfo. Ein sehr netter älterer Herr gab mir einen Stadtplan, erklärte mir, wo sich die Ausstellung des chinesischen Zeichenkünstlers He Jiang befand und was man sich in der Umgebung anschauen kann. Außerdem gab er mir einige Infobroschüren über die Landschaft und Sehenswürdigkeiten des Achterhoek (so etwas wie die Wetterau für die Bad Nauheimer) in Gelderland (so etwas wie Hessen für die Deutschen).

Weite

Dabei sind die Sehenswürdigkeiten direkt vor meiner Nase. Das Wort Sehenswürdigkeit setzt sich aus Sehen und Würdigkeit zusammen und in Bredevoort gibt es diese Kleinodien an jeder Ecke zu bestaunen. Ob es das Fenster eines Antiquitätenladens ist, in dem es kleine skurrile Ausstellungsstücke zu betrachten gibt, die liebevoll dekorierten Eckchen und Vorgärten oder die vielen Fenster mit Schmuckstückchen. Wer die Augen offenhält wird mit verschwenderischen Aus- und Einblicken belohnt.

de hoek II

Ausblick II

Ich wusste von der Internetseite Bredevoorts Bredevoort Bücherstadt , dass es auch einen deutschen Buchladen gibt und natürlich war ich gespannt, was für Bücher ein deutscher Buchladen in den Niederlanden verkauft und machte mich auf die Suche. Dabei kam ich an vielen kleinen und größeren Buchantiquariaten vorbei. Außerdem an zahlreichen Bücherregalen, die vor den Läden und auch vor privaten Häusern aufgestellt sind.

Bücherregal 1

Bücherregale IV

Ein Buch kostet zwischen einem und zwei Euro. An den Regalen sind Hinweise angebracht und ein Verweis, wo das Geld einzuwerfen ist. Es lohnt sich also Kleingeld einzustecken, um für etwaige Schatzfunde gerüstet zu sein. Denn auch zwischen den niederländischen Büchern lassen sich deutschsprachige Bücher finden. Wie meine beiden hübschen Ausgaben von Wieland zeigen.

Nicht weit von der Touristeninformation stieß ich in der Landstraat 13 auf den deutschen Buchladen. Der Besitzer, Herr Heeke, war lud gerade Bücher aus. Ich stöberte in den Regalen vor dem Haus und erstand ein Exemplar von „Die blaue Blume“, ein Roman von Penelope Fitzgerald, nachdem Herr Heeke den Laden geöffnet hatte. In seinem Antiquariat konnte ich viele antike Bücher bestaunen, und ich meine wirklich antik (!). Außerdem durfte ich ein Buch anfassen und hineinschauen, das über fünfhundert Jahre alt ist. Dafür braucht man im Allgemeinen weiße Handschuhe und eine extra Genehmigung.

Herr Heeke erzählte mir, dass er seit den Anfängen des Bücherdorfes im Jahr 1993 dabei ist. Er suchte schon länger nach einer Gelegenheit etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen, wie die Einwohner von Hay-on-Wye. Als er hörte, dass die Bredevoorter vorhatten eine Bücherstadt zu gründen, war für ihn klar, dass ist die Chance. Mit einigen Kollegen aus Bredevoort verfasste er ein Buch über das Dorf der träumenden Bücher, unter dem Titel: Die Praktikantin, Le Bookinist & De Boekenstadt.

Nach unserem Plausch ging ich zum Restaurant, Hotel Bertram zurück, das sich am Marktplatz befindet. Die nette Besitzerin führte mich in das Gästehaus in der Seitengasse.

Gästehaus Bertram

Ein schönes, sauberes, gemütliches Zimmer wartete auf mich. Das wurde am Sonntag noch durch ein tolles Frühstück getoppt. Der Innenraum der Gaststätte ist im Stil einer mittelalterlichen Schenke gehalten. Mit rustikalen Tischen, Bänken, einem Kamin, Butzenfenstern und dicken Deckenbalken. Die Chefin erzählte mir, dass das Haus 1704 erbaut und 1994 renoviert wurde.

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Sonntag

Der Wetterbericht hatte drei Tage schlechtes Wetter angesagt. Regen, Schnee, Hagel usw. Tatsächlich war es sonnig, mit einigen Wolken und wunderschön. Bis auf den Sonntagmorgen. Der Himmel grau und es nieselte. Genau der richtige Zeitpunkt die Villa Mondrian in Winterswijk zu besuchen und nachzuholen, was ich bei meinem ersten Besuch verpasste. Nach einem super leckeren Frühstück, mit allem drum und dran, einschließlich frisch gepresstem O-Saft und Ei, machte ich mich auf den Weg ins benachbarte Winterswijk (circa 10 Kilometer).

Mondrian lebte ab dem Jahr 1880 bis ca. 1892 in dem hübschen Städtchen, in der Zonnebrink 4, als er achtjährig mit seiner Familie dorthin übersiedelte, da sein Vater Piet Mondriaan Senior, dort als Lehrer arbeitete. Bis zum Jahr 1901 kehrte er immer wieder dorthin zurück, um zu arbeiten.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, bin ich, was die modernen Meister angeht eher skeptisch. So wie ich bei Büchern den Klassikern zu neige, so bevorzuge ich in der Malerei die gegenständlichen Werke. Allerdings, wenn sich das Mondrian Museum direkt in Reichweite befindet, dann sollte man es auch besuchen und einfach sehen, was kommt. Augen auf, neugierig sein und sich inspirieren lassen.

Das Museum besteht aus dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Mondriaan und einem Anbau, der es mit dem Eckhaus verbindet.

An der Kasse wurde ich von einer sehr freundlichen Dame begrüßt, die mir den Audio-Guide einstellte und erklärte. Sie machte mich darauf aufmerksam, dass mit der Eintrittskarte (9 Euro) ein Kaffee/Tee im gemütlichen Cafe eingenommen werden kann.

Wenn wir an Mondrian denken, dann fallen uns meistens blaue, gelbe, rote Quadrate, schwarze Linien und weißer Untergrund ein. Bei meinem Eintritt in den ersten Saal des Museums, war es das, was ich erwartete und wurde zu meiner Freude enttäuscht. Das erste Bild, das mir sofort ins Auge fiel war eine Wandtafel mit dem Spruchband „Dein Wort ist Wahrheit“. Es wurde von Mondriaan Senior entworfen und von Piet gemalt.

Vater Mondriaan war ein sehr guter Zeichner und Lithograf (einige seiner Arbeiten sind ausgestellt). Das Bild „Dein Wort…“ ist voller Symbole und Zeichen, wie es bei den alten Meistern üblich war. Kannte man sich aus, konnten die Bilder, wie Bücher gelesen werden. (Sanduhr – Zeit, Flamme – Liebe, Taube – Frieden, usw.) Teilweise gab es zu den Lithografien kleine Hefte in denen die verschiedenen Symbole erklärt wurden, damit der Betrachter das Bild lesen konnte.

Daneben wurden Bilder gezeigt, die Mondrians malerischen Werdegang zeigen. So Kopien alter Meister, zu Übungszwecken. Die Kopien durften dabei nie ganz den Originalen entsprechen. Sie mussten sich in den Formaten und in gewissen Details unterscheiden, damit man sie auseinanderhalten konnte.

Unter anderem zeigt die Villa Mondrian auch Gemälde seiner Malerkollegen, Theo van Doesburg, Vilmos Huszar usw., die sich mit weiteren Künstlern zu der Gruppe „De Stijl“ zusammenschlossen. Die Mitglieder bekannten sich zu einer geometrisch-abstrakten, „asketischen“ Darstellungsform in Kunst und Architektur. Sie wollten die naturalistischen Formen komplett in Farben und geometrische Muster auflösen. Dazu gibt es verschiedene Beispiele in Mondrians Arbeiten, die die fortlaufende Wandlung eines Sujets in Auflösung der Geometrik zeigen.

In einem Raum sind Bilder von Frits Mondriaan ausgestellt. Onkel Frits, der Bruder des Vaters, war Landschaftsmaler. Er nahm den jungen Piet mit in die Natur, um zu malen. Onkel Frits Bilder gefallen mir übrigens sehr gut.

Ein Bild von Mondrian, das mir in der Ausstellung sehr gefiel, war eine Weide, gelegen an einem Fluss, mit alten knorrigen Bäumen und grasenden Kühen.

Desweiteren gibt es Filme über Mondrians Leben, Werdegang und später die Zusammenarbeit mit Cornelis Bruynzeel, der Möbel herstellte. Außerdem ist in diesem Jahr eine wechselnde Reihe niederländischer Designer ausgestellt, die das moderne Dutch Design zeigen.

Mondrian sagte: „Ich habe kein Interesse an Gemälden, sondern an Entdeckungen.“ Daneben liebte er Musik, besonders Jazz, tanzte sehr gerne und liebte die Damen. Es gibt sogar ein Quartett mit 52 Damen, die in Mondrians Leben eine Rolle spielten.

In einem Raum wurde sein Arbeitszimmer gezeigt. Die Wände und Möbel waren weiß, bis auf verschiedene farbige Vierecke an den Wänden, die nach Belieben verändert werden konnten. Auf seinem Tisch lagen die verschiedenen Komponenten (farbige Vierecke) für seine Bilder, die er dann auf weißem Untergrund montierte.

Die Informationen waren vielfältig und für einen Mondrian Neuling ausgesprochen spannend und inspirierend. Tatsächlich hat mir die Ausstellung verdeutlicht wie Mondrian zu seiner Sicht der Dinge gekommen ist, wie sich seine Malerei entwickelte und auch in Ansätzen, was für ein Mensch er war. Ich kann das Museum unbedingt empfehlen und werde es auf jeden Fall wieder besuchen.

Nach meinem Besuch im Museum bin ich „durch die Gegend gefahren“. Und das Achterhoek hat eine Menge davon. Hübsche Dörfchen, Höfe, Wäldchen und Bäche, Wiesen, und einen endlosen Himmel.

Wiesen II

Zurück in Bredevoort, machte ich einen Spaziergang durch den Ort, den Park an der großen Gracht entlang, die sich in mittelalterlichen Zeiten um die Stadtmauer zog. Die ersten Grachten wurden um 1100 in Bredevoort ausgehoben. Leider ist davon nur noch eine große Gracht und eine kleine (ziemlich klein) vorhanden.  Im September findet dort das Lichterfest statt.

Ich gab mich den Betrachtungen des Wassers und der Wolken hin und genoss die Stille, wenn Bäume Geschichten erzählen und die Spatzen Neuigkeiten von den Dächern pfeifen.

Auf dem Rückweg zu meinem Zimmer kam ich am „De Zwaan“ vorbei.

Der Schwan II

Ein Musik-Cafe mit langen Regalen antiquarischer Bücher. So eine Besonderheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Ich machte es mir an einem der Tische gemütlich und zückte mein Schreibzeug. Der Kaffee war gut und der Besitzer sehr freundlich.

Ich bedauere außerordentlich, dass ich nur zwei Tage zur Verfügung hatte, auch wenn die Niederlande jedes Mal eine Erholung für mich sind, reicht es einfach nicht aus, um weiter einzutauchen und komplett abzuschalten.

Aus welchem Grund auch immer, aber sobald ich die deutsche Grenze nach den Niederlanden übertrete, hab ich das Empfinden die Zeit schaltet um. Es ist ein tiefes Durchatmen, das alles erfasst. Mag es an der Weite des Himmels liegen, den Gedanken an das nahe Meer, dem unnachahmlichen Licht, das den besonderen Reiz der niederländischen Maler ausmacht oder auch dem freundlichen, entspannten Wesen seiner Einwohner. Sicher von allem etwas.

Selbst Mondrian kehrte frustriert aus Spanien zurück. Es war nicht das Licht seiner Heimat und er konnte dort nicht malen. Vielleicht ähnlich wie van Gogh, der mit der gleißenden Sonne Frankreichs seine Mühe hatte.

Ich verstehe Mondrian nur zu gut. Das Grün der Wälder und Wiesen im Zusammenspiel mit dem unendlich weiten Himmel und den Wolken ist besonders.

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Das ist nicht für jeden Menschen geeignet. In den Niederlanden gibt es viele Orte an denen es so „still“ ist, dass einen die Gedanken regelrecht anschreien. Man kann sie nicht überhören und mit nichts übertönen.

Wir sind nur ein Hauch. Im Vergleich zur Ewigkeit. Weniger als ein Blatt im Wind. Zerbrechlich wie Strohhalme. Am Ende sind wir gegangen, ehe wir richtig angekommen sind. Wenn wir erkannt haben, dass wir nichts wissen, ist es vorbei. Doch das Land bleibt ewig, das wusste schon Scarlett O`Hara. Wenn wir lange vergessen sind, wachsen die Bäume weiter, fliegen die Vögel über Wiesen und Wälder, grasen die Kühe auf den Weiden, blühen die Blumen. Es zählt nur dieser Moment, denn was im nächsten kommt wissen wir nicht.

Und so packte ich früh am Montag meine Tasche, frühstückte im Restaurant und machte mich bereit nach Hause zu fahren, doch nicht ohne den Händlern beim Auspacken ihrer Bücherkisten für den Bücherflohmarkt auf dem Marktplatz zuzusehen, auf dem am Tag vorher die Stände aufgebaut worden waren und noch ein Buch zu erstehen. Schätzchen fallen einem meistens unerwartet in die Hände.

Büchermarkt II

Für die, die Lust gekommen haben Bredevoort einen Besuch abzustatten, hier weitere Termine für den großen Büchermarkt 2017:

Internationaler Büchermarkt, Pfingstmontag, 5. Juni, 10 – 17 Uhr

Büchermarkt für Privatleute, Samstag, 8. Juli, 10 – 17 Uhr

Internationaler Büchermarkt, Samstag, 29. August, 10 – 17 Uhr

Die Buchläden in Bredevoort haben vorzugsweise am Wochenende von 11 – 17 Uhr auf und am Nachmittag. Ein Besuch in der Stadt der träumenden Bücher lohnt sich auf jeden Fall und sei es, um einen Kaffee zu trinken und dazu ein Stück Apfelkuchen mit Nüssen zu essen. In Bredevoort hat man Zeit zu plauschen und zur Ruhe zu kommen. Herr Heeke schreibt in seinem Flyer so schön:

„…einfach mal reinschauen – die Eingangstür klemmt, der Holzofen brennt & de Koffie is klaar.“

PS.: Noch eine Frage in eigener Sache. Falls mir jemand sagen könnte, ob der Titel dieses Buches

Poesie

tatsächlich wörtlich zu verstehen ist? Schnelltrocknende Poesie? 

 

 

 

 

 

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Im Museum

Der R8 schoss in die Parkbox vor dem Museum. Ich stellte den Motor aus und sah Aaron an.

„Und? So schlimm war es doch gar nicht.“

Aaron sah mich mit tadelndem Blick an. Er löste den Sicherheitsgurt und atmete hörbar auf.

„Endlich da.“

Ich verkniff mir ein Grinsen.

„Ach komm, so wie du Motorrad fährst, dürfte diese Fahrt wie auf Wolken gelaufen sein.“

„Du hast keine Ahnung!“

Aarons Diskurs wurde durch ein Klopfen an das Seitenfenster unterbrochen. Wir zuckten beide zusammen.

„Hallo, Clara, ich hatte dich nicht so früh erwartet.“ Oliver bemerkte Aaron und sein Lächeln schrumpfte zusammen. Er nickte leicht und sagte nur: „Aaron.“

„Oliver“, zu mehr war auch Aaron nicht bereit.

Die Fronten waren klar abgesteckt. Das kann ja heiter werden, dachte ich und stieg aus.

„Hallo, Oliver.“

„Schönes Auto“, sagte er anerkennend und klopfte auf das Dach des schwarzen Audis.

„Danke, das ist der Vorteil ein Agent der ABMA (Abteilung zur Beschaffung mysteriöser Artefakte) zu sein. Das Equipment ist hervorragend.“

Oliver wollte etwas sagen, aber Aaron war ebenfalls ausgestiegen und schob sich in sein Blickfeld.

„Und, alles erledigt?“

Er warf Oliver einen scharfen Blick zu. Der ignorierte ihn geflissentlich. Aarons Gesicht sprach Bände. Ich öffnete den Kofferraum. Unter einer speziellen Abdeckung, die durch ein gesondertes Schloss gesichert war, befand sich die Ausrüstung. Aaron schob Oliver beiseite und nahm seine Tasche heraus. Der gab einen knurrenden Laut von sich.

„Leute“, ich drehte mich um, „ihr könnt euch prügeln wenn ihr wollt! Später! Jetzt geht es um eine wirklich wichtige und gefährliche Sache! Reißt euch zusammen.“

Beide sahen mich an. Während Oliver Schuldbewusstsein ausstrahlte, funkelten Aarons Augen kampflustig, aber er sagte nichts. Dass hatte ich allerdings auch nicht erwartet. Ich nahm meinen Rucksack aus dem Safe und verschloss ihn wieder. Ohne auf die beiden Streithähne zu achten, steuerte ich auf das Museum für Stadtgeschichte zu. Der rote Backsteinbau thronte wie ein gigantischer Wächter über der Stadt und beherbergte eine naturkundliche und eine stadtgeschichtliche Sammlung. Erstaunlich, dass das außergewöhnliche Artefakt seit Jahren in einer Vitrine stand, der Öffentlichkeit zugänglich und nie ein außergewöhnliches Ereignis stattgefunden hatte. Oder keines, das publik geworden war.

Oliver hielt mir die Tür auf. Als ich an ihm vorbei ging, nahm ich einen Duft wahr. Er erinnerte mich an etwas, allerdings konnte ich es in diesem Moment nicht an einem bestimmten Ereignis festmachen.

„Erste Etage“, sagte er und deutete die breite Sandsteintreppe hinauf, „frühes Mittelalter.“

Der Innenraum des Museums war ebenso imposant wie das Äußere. Hier sah man, entgegen der schlichten hanseatischen Bauweise der Front, mehr Dekorationen. Schöne Türblätter, verzierte Säulen und Stuckarbeiten an den Decken erfreuten das Auge. Ganz zu schweigen von den ausgestellten Exponaten.

Hinter einem dunklen Holztresen stand eine junge Frau, die für Eintrittskarten und Museumsshop zuständig war. Oliver schien sie über unser Erscheinen informiert zu haben, denn sie grüße nur freundlich und winkte uns ohne weitere Komplikationen durch.

Wir stiegen in den ersten Stock hinauf. Oliver vor mir, Aaron hinter mir. Wieder fiel mir der Geruch auf. Fieberhaft arbeiteten meine Synapsen.

„Hier entlang“, Oliver ging in einen Ausstellungsraum, „dort in der Vitrine.“

Der Raum beherbergte drei riesige Schränke, die einst in Kirchen gestanden hatten und in denen die sakralen Geräte untergebracht waren. Sie waren mindestens 2,50 bis 3 Meter hoch und 2 Meter breit und mit breiten Eisenscharnieren und Nieten verziert. Dazwischen standen eine Kirchenbank, Truhen und Vitrinen mit kleinen Exponaten.

„So und wie läuft das jetzt?“

Oliver sah mich aufmerksam an. Ehe ich antworten konnte, sagte Aaron:

„In dem du die Klappe hältst.“

Ich seufzte.

„Bitte! Wenn ich gewusst hätte, wie das hier abgeht, wäre ich ohne euch gefahren.“

Gespannte Stille trat ein. Ich ging auf die Vitrine zu und schaute mir die verschiedenen Behälter genau an. Besonderes Augenmerkt legte ich auf das älteste Artefakt.

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Das Kästchen war sehr gut erhalten. Es hatte Verzierungen und einen Griff auf dem Deckel, der mit einem zusätzlichen Riegel am Korpus gehalten wurde. Der Schlüssel fehlte. Irgendetwas stimmte nicht. Normalerweise erkannte ich sofort, wenn ein Artefakt eine Anhaftung hatte. Doch hier spürte ich nichts. Entweder war es nicht das Kästchen selbst, das die Gefahr darstellte, sondern der Inhalt. Aber das bemerkte ich normalerweise, wenn ich in die Nähe kam. Manchmal auch von weiter weg, je nachdem wie stark die Kräfte wirkten.

„Merkwürdig“, ich öffnete den Rucksack und holte ein altes Buch heraus und schlug es auf, „es sieht genauso aus, wie auf der Abbildung.“

Aaron trat neben mich und sah mir über die Schulter. Oliver blieb in sicherer Entfernung stehen, er beobachtete mich mit Argusaugen. Ich konnte seinen stechenden Blick in meinem Nacken fühlen.

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Im Labor

„Gut, dass du kommst“, Aaron hielt mir triumphierend ein kleines hellblaues Tütchen entgegen, „meine neuste Entdeckung.“

Er legte mir ein Papierstäbchen in die Hand, das aussah wie die kleinen Zuckertüten, die im Cafe immer neben dem Kaffee auf der Untertasse lagen. Ich drehte es hin und her, schüttelte es. Es raschelte.

„Und was soll das sein? Sag nicht Zuckertütchen. Die gibt es schon.“

Ich setzte mich auf den Drehstuhl vor Aarons Arbeitstisch. Fasziniert und mit besorgtem Interesse betrachtete ich seine Versuchsanordnungen. In den Destillierapparaten brodelte es und in Reagenzgläsern, Petrischalen und Glaskolben agierten merkwürdige Stoffe miteinander. Es wäre nicht das erste Mal, dass Aaron Substanzen miteinander mischte, die, nun sagen wir einmal, explosive Legierungen ergaben. In seinem Labor roch es immer merkwürdig. Diesmal lag ein Duft von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln in der Luft.

Aaron sah mich mit strafendem Blick an und nahm mir das Tütchen aus der Hand, bevor ich es aufreißen konnte.

„Ich weiß, dass du mich für einen verrückten Wissenschaftler hältst, was ich vielleicht auch bin“, er hielt kurz inne. Ehe ich ihm meine Ansicht über ihn bestätigen konnte, fuhr er fort, „aber das es Zuckertütchen schon gibt, weiß ich selbst!“

Seine blauen Augen funkelten mich ärgerlich an und in meinem Bauch flog ein wilder Schwarm Schmetterlinge auf. Aaron würde nie merken, was ich für ihn empfand. Es schien außerhalb seines Horizonts zu liegen, dass ich in ihn verliebt sein könnte. Tatsächlich waren wir wie Tag und Nacht. Was unsere Zusammenarbeit schwierig, aber auch sehr erfolgreich machte.

„Also, was ist denn nun das Besondere?“

„Schneegestöber in Tüten.“

Aaron nahm eine kleine Kiste von seinem Schreibtisch und hielt sie mir vor die Nase.

„Ähm, wie bitte?“, ich musste mich verhört haben, „Schneegestöber in Tüten?“

Ich sah Aaron misstrauisch an und argwöhnte, er wollte mich auf den Arm nehmen.

„Nicht nur“, er grinste breit und hielt mir den Karton hin, in dem verschiedene bunte Papiertütchen lagen, „es gibt auch Nebel, Wind und Regen in verschiedener Stärke, Blitze, Donner, und eben Schneegestöber.“

„Das mag ja ein netter Party-Gag sein, aber wie soll uns das bei der Arbeit helfen.“

Wieder das ärgerliche Funkeln in seinem Blick und mein Herzschlag beschleunigte sich. Himmel, diese Augen!

„Party-Gag!“, er sah mich mit strafendem Blick an, „das lass nur meine Sorge sein! Du kennst mich inzwischen drei Jahre und vertraust mir immer noch nicht.“ Aaron stellte den Karton wieder zurück. „Apropos, bist du mit deiner Recherche weitergekommen?“

Er setzte sich hinter den Schreibtisch, lehnte sich in seinem Sessel zurück und legte die Füße auf den Tisch. Das machte er selten. Aaron musste sehr zufrieden mit seiner neuen Entdeckung sein.

„Ja, bin ich. Der Gegenstand steht im Museum in Flensburg, in der stadtgeschichtlichen Ausstellung.“

Ich stand auf und ging zur Anrichte hinüber. Ich stellte eine Tasse unter den Kaffeeautomaten und wählte Milchkaffee.

„Bist du sicher?“, ein leiser Ton von Skepsis schwang in seiner Stimme mit.

Diesmal funkelte ich Aaron ärgerlich an. Hinter mir setzte sich die Kaffeemaschine in Gang und gab ein Zischen und Mahlen von sich.

„Wie sicher kann man sich sein? Reicht dir 99%?“

„99,999% wären mir lieber. Aber gut, wenn du meinst.“

Ich nahm die Kaffeetasse von der Maschine und setzte mich wieder. Durchatmen, nicht provozieren lassen, dachte ich.

„Eine Ferndiagnose zu stellen ist immer schwierig“, erwiderte ich so lässig, wie möglich, „deswegen fahre ich morgen früh nach Flensburg, um mich selbst von der Echtheit des Artefakts zu überzeugen“, und um Aaron zu ärgern fügte ich hinzu, „Oliver ist schon unterwegs und bereite alles vor.“

„Oliver?“, Aarons Gesichtsausdruck versteinerte sich, „du willst mit diesem Dilettanten zusammenarbeiten?“

„Von ihm stammt der Tipp. Ich finde, da hat er es verdient, dabei zu sein.“

Aaron stand auf, beugte sich über den Schreibtisch und sah mir tief in die Augen.

„Nur über meine kalte Leiche!“, sagte er und ich konnte die Wut in seiner Stimme hören, „das letzte Mal, als er dabei war, wärst du beinahe getötet worden. Das Risiko gehe ich nicht noch einmal ein! Ich begleite dich auf Schritt und Tritt.“

Ich öffnete den Mund, aber er hob den Finger.

„Keine Widerrede! Ich lasse dich keine Sekunde mit diesem Schwachkopf allein. Denk nicht mal daran!“

Ich schloss den Mund wieder. Tatsächlich wollte ich ihm nur sagen, dass ich mit seiner Begleitung sehr einverstanden war. Doch wenn er unbedingt an meinen Widerspruch glauben wollte, ich hinderte ihn nicht daran.

Oliver war noch neu in unserem Business und hatte wenig Erfahrung. Er war ein auffallend gutaussehender Mann und versuchte sich ausdauernd an mich heranzumachen, aber ganz wohl war mir in seiner Gegenwart, seit dem letzten gemeinsamen Auftrag, auch nicht mehr.

„Ich hole dich um acht Uhr ab.“

Ich musste lachen.

„Das tust du nicht! Ich fahre. Um acht Uhr vor deiner Haustür.“

„Du fährst wie ein Henker“, stellte Aaron fest und zog eine Braue hoch.

„Und du wie meine Großmutter!“, ich schüttelte den Kopf, „entweder auf meine Weise oder du musst mit dem Zug fahren.“

Aaron zögerte und für einen Moment dachte ich, er würde sich gegen die Autofahrt mit mir entscheiden, aber der Gedanke an Oliver und mich schien ihm wenig zu behagen.

„Gut, auf deinen Weise“, gab er nach, „ich muss noch einige Vorbereitungen treffen.“

Das war mein Zeichen.

„Dann lass ich dich mal machen“, ich grinste, „bis morgen.“

Beschwingt tänzelte ich aus Aarons Labor. Ich freute mich auf unseren Ausflug. Es war das erste Mal nach meinem Unfall.

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Am 3.11. habe ich an dieser Stelle von der geplanten Reise zu einem Konzert der Band PROJEKTiON in Doetinchem, Provinz Gelderland, Niederlande, berichtet. Heute nun der  Bericht vom Konzert. Eigentlich reicht ein Wort: Cool! Aber dabei möchte ich es nicht bewenden lassen, sondern ausführlicher berichten.

Das Konzert fand im Muziek Cafe Merleyn, Grootstraat, Doetinchem statt. Wie Uschi, meine liebe Reisebegleitung, und ich an Ort und Stelle erfuhren, fanden vom Samstag 19.11. bis zum Freitag 26.11. – jeden Abend Konzerte statt, an denen über 40 Bands aus verschiedenen Teilen der Niederlande teilnahmen.

Die Band PROJEKTiON, bestehend aus den Musikern: Richard Immink (drums and vocals), Frank van Eerden (guitar and vocals), Herman Wiggers (lead vocals), Peter Pampiermole (keyboards and vocals), Jürgen ten Have (bassguitar and vocals) stellten Lieder aus ihrer aktuellen CD Realitivity vor.

Den Auftritt könnt ihr bei Youtube anschauen:

PROJEKTiON, 25.11. 2016, Muziek Cafe Merleyn

Es war toll die Musik live zu hören, zu fühlen und in die Stimmung einzutauchen.

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Frank van Eerden, E-Guitarre

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Frank van Earden, Richard Immink, Hermann Wiggers, Jürgen ten Have, Peter Pampiermole (von links nach rechts)

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Jürgen und Peter

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Uschi und ich haben sehr nette Menschen kennengelernt und interessante Gespräche geführt, die wir dankenswerterweise in Deutsch führen konnten, da unser Niederländisch gleich null ist. Es ist ein Privileg in einem anderen Land seine eigene Sprache sprechen zu können, auch wenn die Grenze zu Deutschland nur ein paar Kilometer entfernt ist. Das ist ein liebenswertes Zeichen von Gastfreundschaft und ein Entgegenkommen, dass man nicht für selbstverständlich nehmen sollte.

Musik überwindet Grenzen – das ist eine allseits akzeptierte Ansicht. Doch im Grunde sind es die Grenzen in unseren Köpfen, die überwunden werden müssen. Wir alle wollen in Frieden arbeiten, unseren Hobbys nachgehen, unsere Kinder aufziehen, Kunst machen – in Frieden leben. Dazu gehört gar nicht so viel. Ein offenes Herz und ein interessierter Geist, ein wenig Zutrauen an das Gute in den Menschen, echte Freundlichkeit, Akzeptieren anderer Anischten und Toleranz für andere Arten zu leben – das, was wir auch für uns selbst erhoffen und im Besondern: keine Pauschalisierungen. Wir kennen alle, die „geflügelten“ Vorurteile gegenüber anderen Nation, die sich leider in vielen Köpfen festgesetzt haben und die uns um wunderbare Begegnungen und Erlebnisse bringen können, wenn wir sie zulassen. Ich kann so eine kleine Exkursion nur jedem empfehlen und sich ins Leben zu stürzen.

Uschi und ich hatten eine sehr schöne Unterkunft im Cafe Bulten in Winterswijk, wie ihr auf den folgenden Bildern sehen könnt.

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In Winterswijk gibt es übrigens ein Museum in dem Gemälde und Zeichungen von Piet Mondrian zu sehen sind, der dort einen Teil seiner Jugend verbracht hat, dazu ein Heimatmuseum und eine hübsches Zentrum in dem es gemütliche Cafes und Restaurants gibt und viele schöne Geschäfte in denen man holländische Spezialitäten und andere besondere Kleinigkeiten erwerben kann. Usw… 😉

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Eine weitere Besonderheit der Gegend ist ein nationaler Landschaftspark von 22.000 Hektar und in einem nahegelegnen Steinbruch findet jedes Jahr eine Konzertwoche statt, die unter einem besonderen Motto steht und ausgesprochen sehenswert ist. Steengroeve-Theater

Es kostet nur wenig Mühe sich über weitere Sehenswürdigkeiten zu informieren. Leider konnten wir in knapp 24 Stunden nur einen winzigen Bruchteil von den Schönheiten der Umgebung sehen, aber das ist ja auch ein guter Grund wiederzukommen, das Land zu erkunden und viele liebenswerte Menschen kennenzulernen.

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Großreinemachen und gute Vorsätze müssen sich nicht ausschließen – können sie aber. Wenn das Reinmachen zu den Vorsätzen gehört, super – wenn nicht – kann auch super sein, muss es aber nicht. Das Großreinemachen gehörte Ende 2015 nicht zu meinen guten Vorsätzen, es schlich sich eher so peu a peu ein.

Drei Tage an der See – Wolken, eisiger Wind, ungestüme Wellen und Einsamkeit.

Eck. Dünen 2

Angenehme Einsamkeit in einer wunderschönen roten Backsteinkirche,

Nicolai Kirche 6

in der es nach Tanne duftete, einem liebvoll eingerichteten Heimatmuseum,

Eckernförde, Museum am Markt 1

das einen Dichter und Philosophen sein eigen nennt, und in gemütlichen Cafes mit aromatischem Kaffee und leckerem Gebäck.

Cafe Heldt innen

Abends saß ich in einem heimeligen Gästezimmer, mit meinem neuen Buch, das ich mir als Reiseandenken gekauft hatte, meinem Laptop, meiner Musik und einem Zeitungsartikel in dem es um: „Neue Visionen deines Lebens“ ging und meinen Gedanken.

Kiel, Unterkunft 7

Seit über zehn Jahre schreibe ich. Es ist ein besonderer Teil meines Lebens. Schreiben macht mich glücklich. Ich schreibe jeden Tag und gerne. Aber es gibt auch andere Sachen, die ich gerne tue und die ich vernachlässigt habe. Eine davon ist Zeit zu haben, ohne Druck im Nacken. Zu lesen und mich in den Stoff zu vertiefen, nähen, häkeln, spazieren gehen, fotografieren, Ideen nachgehen, Notizen machen – einfach mal so – ohne zu wissen wohin es führt.

Natürlich gibt es die Idee zu einem neuen Roman. Notizen, einige Skizzen, Personen, den Ort. Und doch – es ist das erste Mal, seit langem, dass ich es nicht eilig habe. Angenehm. Aufatmen. Es wird geschrieben, wenn es so sein soll. Keine Eile, nichts überstürzen. Leben. Leben um zu schreiben. Es wird Zeit die Dinge anders anzugehen.

Konstantin Paustowski schrieb: „Die Fähigkeit, das Leben als etwas ständig Neues zu empfinden, ist jener fruchtbare Boden, auf dem die Kunst erblüht und reift.“

Ich will nicht schreiben müssen. Ich möchte schreiben wollen. Das kommt wieder. Ich kenne die Phasen. Doch diese Phase ist frei gewählt. Ich will mich ausklinken, will sehen, hören, fühlen, schmecken, riechen. Ich will mich nicht quälen, um meine Fähigkeiten als Schriftstellerin unter Beweis zu stellen oder mich abwatschen zu lassen. Ich die meiste Zeit meines Lebens in der Pflicht und gerade jetzt ist es an der Zeit nicht in der Pflicht zu sein oder nur, wenn ich es für richtig halte.

Wenn es Zeit ist, möchte ich schreiben wollen. Bis dahin will ich leben, mich mit dem Strom dahin gleiten lassen und einfach ich sein.

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