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Posts Tagged ‘Milchkaffee’

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Verletzte Rose

Wir lebten von Liebe

Croissants und Milchkaffee

Am Tage unzertrennlich

In der Nacht unersättlich

Du musstest gehen

Ich komme bald zurück

Gabst dein Versprechen

Unter tausend Küssen

Gebrochen um 6:43

Auf Gleis 1

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Für Alfred Walther Heymel, Dezember 1907, Rilke

Tage, wenn sie scheinbar uns entgleiten,
gleiten leise doch in uns hinein,
aber wir verwandeln alle Zeiten;
denn wir sehnen uns zu sein…

Blick von meinem Schreibtisch aus

Blick von meinem Schreibtisch aus

Tage wie dieser – mit unglaublich blauem Himmel, weißen Wattewolken, frisch gereinigter Luft, nach einem nächtlichen Donnerwetter, am PC sitzen und schreiben, die unangenehmen Dinge alle erledigt, Wohlfühlmusik im Hintergrund und eine Tasse Milchkaffee – gibt es Besseres? Einfach sein. Nur gerade im Hier und Jetzt. Dahingleiten, in den Tag hineingleiten. Ohne Hektik tun, was sich ergibt. Gedanken und Träumen nachhängen. Einfach sein, ohne sein zu müssen. Ich möchte diesen Moment festhalten. Er ist flüchtig, wie das Glück. Doch in mir hat er einen leuchtenden Abdruck hinterlassen.

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Der Kellner trat an den Tisch und Anna hielt ihren Kommentar für einen Moment zurück. Sie wartete, bis er den Cappuccino und den Milchkaffee serviert hatte, und sagte, nachdem er außer Hörweite war:

„Du bewegst dich auf dünnem Eis.“

Sandrine verdrehte die Augen theatralisch und machte eine ungeduldige Geste.

„Ach, meinst du?“

Anna setzte zu einer Erwiderung an, doch Sandrine war schneller. Sie hatte ihre Sonnenbrille abgesetzt und sah Anna direkt in die Augen.

„Und was soll ich deiner Meinung nach tun – alles weiterlaufen lassen wie immer?“ In ihrer Stimme schwangen Resignation und Traurigkeit mit.

„Na, jedenfalls nicht allein in den Urlaub fahren.“

Sandrine schüttelte unwillig den Kopf. Sie zog die Augenbrauen zusammen. Über ihre Nasenwurzel erschien eine Falte.

„Ich bitte dich! Als ich gefragt habe, wollen wir mal für ein paar Tage weg, hat er mir einen Blick zugeworfen, als wäre ich reif für die Klappse.“

„Hm.“

Anna kannte Marc gut und wusste, dass es genau, das war, was er getan hatte. Sie hätte das auch nicht ohne Weiteres hingenommen, hielt es aber für ihre Pflicht, die Stimme der Vernunft zu übernehmen.

„Ja, genau! Hm. Und dann hat er gesagt, er wäre so gestresst, dass wäre jetzt gerade nichts, vielleicht später.“

„Hm“, Anna wollte Sandrine beruhigen, aber bevor sie ein positives Argument für Marcs Dummheit finden konnte, sprach Sandrine weiter.

„Verschlägt es dir jetzt auch schon die Sprache? Später, später, Stress, müde, erschöpft, das Alter – soll ich weiter machen?!“ Sandrine sah Anna scharf an. Die schüttelte mit dem Kopf. „Gott, ich kann es nicht mehr hören!“

Anna spürte, dass es keinen Zweck hatte, etwas zu erwidern und schwieg.

„Ich bin nicht scheintot – nur fünfzig.“

„Du hast schon recht, dass würde mir auch nicht gefallen, aber … “, Sandrine unterbrach Anna genervt.

„Bitte „aber“ du jetzt nicht auch noch. Auf Moralpredigten habe ich keine Lust. Ich lasse mich nicht mehr festnageln. Ich schaue mir das Drama jetzt seit ein paar Jahren an, rede mir regelmäßig den Mund fusselig. Jetzt reicht`s. Entweder unternehme ich noch was, oder ich spring in die Grube, aber dazu reicht meine Frustration nicht aus.“

Anna zuckte mit den Schultern und seufzte.

„Ich hätte es dir nicht sagen soll. Lass uns das Thema wechseln.“

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Es regnet. Ein leiser stiller Regen, doch so dicht wie ein Vorhang. Ich bin nass bis auf die Haut. Unter dem Vordach ist es zwar trocken, aber die Kälte dringt durch alle Poren und ein Zittern läuft durch meinen Körper. Das Glucksen des Regens in der Dachrinne ist wie eine Melodie, die eine immer wiederkehrende Schleife in meinen Gedanken durchläuft.

Ich habe mir selbst ein Zeichen abverlangt. Wenn er Licht hat, werde ich klingeln. Er hat Licht. Vorsichtig drücke ich auf den Klingelknopf. Ich warte. Nichts passiert. Erleichterung macht sich in mir breit. Bis ein etwas lang gezogenes metallisches „Ja?“ aus der Sprechanlage tönt.

„Anna“, sage ich.

„Anna, nanu? Komm rauf!“

Höre ich Freude? Langsam tappe ich die vier Treppen nach oben. Eine dicke Tropfenspur hinter mir her ziehend. Die Wohnungstür steht offen, warmes Licht fällt auf den kahlen Flur.  Ich muss es ihm sagen, höre ich die Stimme wieder. Connor steht vor mir. Ein strahlendes Lächeln empfängt mich, das mich noch kleiner werden lässt. Wenn er hört, was ich ihm zu sagen habe, wird ihm das Lachen vergehen. Ich sehe zu ihm auf, und noch ehe ich mich versehe, nimmt er mich in den Arm.

„Hallo, Kleine! Was machst du denn hier? Freitagabend und nicht unterwegs?“

Ich lächele schief. Als ob ich dauernd unterwegs wäre.

„Jetzt!“, schreit die Stimme meines Gewissens.

„Du, Connor ich muss dir was sagen!“, höre ich mich hastig hervorstoßen.

„Wow, das ist ja mal ein Statement“, Connor lacht, „meinst du, du könntest noch rein kommen und dich hinsetzen, bevor du mich mit essentiellen Dingen konfrontierst?“

Er zieht mich in die Diele, schließt die Tür und sieht an mir herunter.

„Vielleicht solltest du was Trockenes anziehen. Sonst liegst du morgen flach“, er geht in sein Schlafzimmer, und als er zurückkommt hat er ein T-Shirt und eine Jogginghose in der Hand, „Handtücher liegen im Bad, weißt ja wo?“

Hätte ich wohl auch verdient, denke ich, das mit dem Flachliegen, und sage, „danke, ich zieh mich schnell um.“

Connor nickt und grinst. Als ich im Badezimmer vor dem Spiegel stehe, weiß ich warum. Durch die nasse Bluse kann man alles, wirklich ALLES, sehen. Verdammt! Wirklich guter Einstand für ein Geständnis. Hastig zerre ich mir die nassen Klamotten vom Leib. Ich schlüpfe in die trockenen Sachen, rubbele mir die Haare trocken und fahre einmal mit den Fingern durch, das muss reichen. Seine Sachen riechen nach ihm, nach seinem Waschmittel, seinem Aftershave. Der Geruch verwirrt mich. Genau wie Connor.

Wir kennen uns schon ein paar Jahre. Haben einiges miteinander erlebt, Beziehungen kommen und gehen sehen. Weinselige Abende, verregnete Sonntage, verheulte Wochenenden und laue Nächte auf dem Balkon verbracht. Es gibt kaum etwas, dass ich nicht von ihm weiß und er von mir. Und dann wurde es mir klar. Ich liebe ihn. Ich habe ihn schon immer geliebt, ohne es zu bemerken. Aber zwischen uns gab es trotz Flirts keine körperlichen Annäherungsversuche. Ich drehe sein Rasierwasser auf, schnuppere daran und meine Gedanken überschlagen sich. Vor drei Tagen, als er aus dem Urlaub kam und wir uns zufällig auf der Straße trafen, es war so natürlich, ohne falsches Gefühl oder Scham, lagen wir uns in den Armen und freuten uns über das Wiedersehen. Ich spürte seine Wärme und diese beruhigende Nähe, dass es mich fast erschlug. In großen Lettern blinkte es in meinem Gehirn auf: Ich liebe ihn.

„Ich liebe dich“, flüstere ich, will mich an den Klang der Worte gewöhnen.

„Sag mal, Kleine, wie lange willst du noch im Bad verbringen, dein Milchkaffee wird kalt!“, fragt Connor auf der anderen Seite der Tür.

Mit zitternden Fingern drehe ich das Fläschchen wieder zu. Noch einmal durchatmen. Innerlich wappne ich mich gegen die Reaktion, die ich gleich bei Connor hervorrufen werde. „Ich liebe dich“ kann ich ihm allerdings nicht sagen. Connor ist nicht frei. Er hat eine Freundin. Meine Freundin Alicia. Er lernte sie durch mich kennen. Ich habe sie verkuppelt und jetzt betrügt sie ihn mit einem Arbeitskollegen. Das ist es, was ich ihm sagen muss. Meine Güte ist mir schlecht. Ich öffne die Badezimmertür und gehe ins Wohnzimmer. Connor sitzt auf dem Sofa und hat seine langen Beine auf den Couchtisch gelegt. Mein Kaffee steht neben seinem und ich setze mich zu ihm. Leise Musik läuft im Hintergrund. Mein Herz rast wie ein Dampfhammer.

„Weißt du“, sagt er, „ich finde, das war eine gute Idee von dir, herzukommen. Wo Alicia heute bei ihren Eltern eingeladen ist. Familienfeiern sind nicht so meine Sache.“

„Du musst es ihm sagen. Je eher, je besser.“ Die Stimme wird mich quälen, bis ich es Connor gesagt habe, aber was wird dann? Aufmerksam sieht er mich an. Sacht legt er einen Arm um meine Schulter.

„Na, was musst du mir denn sagen? Du siehst aus, als trügest du die Last der Welt mit dir herum? Was kann so schlimm sein?“

Connor schaut mich aufmunternd an.

„Alicia“, stottere ich, „Alicia nutzt dich aus. Sie ist nicht bei ihren Eltern.“

„So?“

Connor sieht mich mit hochgezogenen Brauen an.

„Ja“, flüstere ich, „sie hat eine Affäre mit einem Arbeitskollegen.“

Connor schweigt. Das ist der Supergau. Wenn er einen Wutausbruch hätte, das wäre mir lieber, als dieses unerträgliche Schweigen. Ich überlege fieberhaft, was ich sagen soll, aber ich habe Angst, wenn ich die Stille durchbreche, dass dann ein Erdbeben losgeht oder ein Vulkan ausbricht.

„Wie lange?“, fragt er ernst.

„Ich weiß nicht“, sage ich leise, „schon länger, fürchte ich. Ich wollte, dass sie es dir selber sagt, aber nachdem sie es scheinbar immer noch nicht getan hat, muss ich es dir sagen.“

Mir ist zum Heulen. Die Tränen stehen mir in den Augen und warten nur auf den Moment herauszulaufen.

„Soll ich gehen?“, biete ich an und will aufstehen.

Connor hält mich am Shirt fest.

„Nein!“

Schweigend sitzen wir nebeneinander. Ich halte meine Augen gerade auf meinen Milchkaffee gerichtet, traue mich aber nicht die Tasse aufzunehmen und zu trinken. Es könnte sein, dass die Katastrophe durch eine unbedachte Bewegung doch noch zum Ausbruch kommt. Immerhin bin ich schuld, dass sich die Beiden kennengelernt haben. Ich hatte gehofft Alicia würde erkennen, was für ein wertvoller Mensch Connor ist und dass es sich lohnen würde, sich endlich für einen Mann zu entscheiden und glücklich zu sein. Unabhängig von Besitz und Stellung. Ich erkannte Connors Wert, aber Alicia hatte ihn nicht gesehen. Für sie war er nur eine weitere Variante Mann, den es auszuprobieren galt. Ich hatte Connor mit meinen Augen gesehen und nicht durch Alicias merkwürdiges Raster. Ich merkte es nur nicht.

„Warum?“

„Weil ihr euch durch mich kennengelernt habt. Ich bin schuld. Ich hätte dich vorwarnen müssen“, meine Stimme versagt mir gleich den Dienst.

„Nein, das meine ich nicht. Warum hat sie eine Affäre? Wer ist es?“

„Ihr Juniorchef. Er hat Geld, ein Haus, Autos. Er ist der neue Traumprinz, der neue Seelenverwandte, bis der Nächste, Bessere kommt.“

Ich spüre, dass Connor mich ansieht. Sein Blick brennt auf meiner Haut und ich fühle, wie mir heiß und kalt wird.

„Es wundert mich nicht“, sagt er zu meiner Überraschung. „Zwischen Alicia und mir lief es nie so richtig rund. – Und du?“, fragt er, „was denkst du?“

„Ich liebe dich“, höre ich die Stimme in meinem Kopf.

Verlegen blicke ich ihn an.

„Was hat das mit mir zutun?“, versuche ich abzulenken.

„Warum wärst du sonst hier?“

„Weil ich nicht möchte, dass du weiter hinters Licht geführt wirst“, stammele ich.

Die Tränen steigen weiter.

„Und warum führst du mich hinters Licht?“, fragt er leise.

Die Tränen lösen sich, kullern die Wangen hinunter. Ich stehe schnell auf.

„Ich muss gehen!“

Connor springt aus und versperrt mir den Weg.

„Bevor du mir nicht geantwortet hast, lasse ich dich nicht gehen.“

„Ich führe dich nicht hinters Licht“, antworte ich fast trotzig, ohne den Blick zu heben.

Connor steht so dicht vor mir, dass ich seinen Atem auf meiner Haut spüren kann.

„Ich warte!“, sagt er energisch.

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, legt er mir die Hand unters Kinn und hebt meinen Kopf, zwingt mich ihm in die Augen zu sehen. Atemlose Momente stehen wir da. Connors Blicke durchdringen mich. Er zieht die Augenbrauen hoch und ich weiß, dass er eine Antwort erwartet.

„Ich kann nicht“, flüstere ich.

Connor lächelt.

„Es tut gar nicht weh. Glaub mir. Jetzt wäre der richtige Moment. Wir sind endlich beide frei.“

Ohne Vorwarnung zieht er mich an sich. Seine warmen Lippen berühren meinen Mund. Ein wildes erregendes Gefühl rauscht durch meinen Körper.

„Kannst du es jetzt sagen?“, fragt er sanft.

„Ich liebe dich.“

Es hört sich richtig an. So, als ob ich es schon tausend Mal zu ihm gesagt hätte. Ich liebe ihn. Alles in mir strebt danach zu ihm zu gehören, ihm zu gehören.

Connor beugt sich wieder zu mir.

„Ich liebe dich auch“, flüstert er an meinem Mund.

Dann küsst er mich wieder. So oft, so ausdauernd, dass ich alle Zeit vergesse, den Raum und alles andere um mich herum. Seine Lippen entzünden eine Erregung in mir, die ich kaum zähmen kann.

„Ich will dich“, flüstere ich heiser.

„Ich weiß“, ich kann das Schmunzeln in Connors Stimme hören, „ich will dich auch. – Und wie.“

Erstaunt sehe ich ihn an.

„Ja. Glaub mir, es gab unzählige Nächte in den letzten Jahren, in denen ich dich wollte, mehr als alles andere.“

Ungläubig starre ich ihn an. Seine Hand schiebt sich zärtlich unter das T-Shirt. Ein ungestümes Kribbeln läuft über meinen Körper und mein Herz schlägt wie verrückt.

„Ich habe solange gewartet, bis du es dir endlich eingestehst und zu mir kommst.“

Atemlos höre ich seine Worte.

„Warum?“

„Weil ich dich will, mit allem was dazugehört. Aber dazu musstest du es erst selbst erkennen. Immerhin warst du in einer Beziehung, als wir uns kennenlernten und ich mische mich nicht ein.“

„Bleibst du bei mir?“, frage ich vorsichtig.

Connor nickt.

„Es sei denn, du willst bei mir bleiben.“

Ich muss lachen.

„Ach, Connor, du bist verrückt.“

„Ja, verrückt nach dir“, antwortet er, hebt mich hoch und wirbelt mich herum, „und ich werde dich nie wieder loslassen.“

Seine Hände geleiten über meinen Rücken, auf meinen Po, streicheln über meine Hüften. Mit einem Aufseufzen vergräbt er sein Gesicht in meinem Haar.

„Oh, mein Gott, wie sehr hab ich mich danach gesehnt. Weiß du, wie viel Beherrschung es einen Mann kosten kann, eine schlafende Frau in den Armen zu halten, die er so sehr begehrt und die er nicht anrühren kann, weil sie Liebeskummer wegen eines Idioten hat, der sie abservierte? Das ist unmenschlich.“

„Lass dich nicht aufhalten“, flüstere ich, „unter deinen Sachen trage ich nichts, außer meiner Haut.“

Mit einem gezielten Griff hebt er mich hoch und trägt mich ins Schlafzimmer.

„Das hast du nun davon!“, grinst er, „so schnell kommst du hier nicht wieder weg.“

„Wer sagt denn, dass ich das will?“, frage ich zurück.

Ohne darauf zu antworten, verschließt er meinen Mund mit einem leidenschaftlichen Kuss …

….während der Regen meine Melodie spielt und immer wieder säuselt, „ich liebe dich“.

 

 

 

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