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Messer, Papier, Eis, See, Mantel, Markt, fangen

Der Parksee lag unter einer dicken Eisschicht. Ein paar Hartnäckige trotzten den dicken Flocken, die seit einer Stunde fielen und liefen Schlittschuh. Ich zog den Mantelkragen enger, und wickelte den Maxi-Schal noch einmal um meinen Hals.

Auf dem wöchentlichen Markt hatte ich ein paar Einkäufe tätigen wollen, aber es gab nur zwei Stände, die Gulaschkanone und den Messerschleifer. Da ich weder ein Mittagessen, noch scharfe Messer benötigte, ging ich ins Kaufhaus und besorgte mir eine Packung Druckerpapier.

Ich hatte es nicht besonders eilig. Zu hause wartete mein fertiges Manuskript darauf ausgedruckt und korrigiert zu werden. Ein anstrengendes Stück Arbeit lag vor mir und ich wollte meinen Kopf frei bekommen, bevor ich damit begann. Langsam ging ich über die eingeschneiten Wege nach Hause. Ich genoss die Stille des Wintertages, die weißen Flocken, die sich schützend auf die Bäume und Pflanzen legten.

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Er griff nach dem Messer. Fest hielt er das Heft in der Hand und stieß die lange glänzende Klinge tief in den fleischigen Körper hinein. Die Schneide glitt durch die äußere Hülle wie durch Papier. Er riss sie mit einem diabolischen Grinsen von oben nach unten und hinterließ einen elementaren Schnitt. Das Geräusch wahr unangenehm und verursachte eine Gänsehaut. Säfte traten aus dem versehrten Balg. Angestachelt von seinem Erfolg stieß er wieder zu, setzte den nächsten Schnitt.  Wieder und wieder bohrte er die Klinge in den Leib. Löste ganze Stücke Fleisch aus und warf sie achtlos in den Mülleimer. Endlich war er zufrieden, blickte auf und fragte:

„Und wie findest du den Kürbis? Sieht gruselig aus, oder?“

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Mein Herz schlug bis zum Hals und meine Knie zitterten. Der Aufprall war bei geringer Geschwindigkeit erfolgt, hatte aber einen heftigen Ruck erzeugt, sämtliche Habe in meinem winzigen Auto durcheinandergewirbelt und mir einen ordentlichen Schreck durch die Glieder gejagt.

Nun stand ich neben dem Besitzer des angestoßenen SUV, starrte auf die Stoßstange seines Wagens und suchte nach einem Kratzer. Da war nichts, während sich bei Morris die Motorhaube nach oben gewölbt hatte.

„Also, wenn es mein Wagen wäre, würden wir beide jetzt einsteigen und weiterfahren“, sagte mein Unfallgegner, „aber leider ist es ein Firmenwagen, den muss ich ihn die Werkstatt bringen.“

Ich nickte gottergeben und nahm seine Visitenkarte entgegen. Daraus konnte ich seinen Beruf und die Firma ersehen, für die er arbeitete. – Das wird ein teurer Spaß. Nur weil ich mit meinen Gedanken nicht ganz bei der Sache war. Verdammt. – Ich zog meine Visitenkarte aus der Geldbörse und gab sie ihm. Er lächelte und bedankte sich. – Dafür, dass er ein hohes Tier bei einer Bank ist, ist er nett. –

„Wir hören voneinander“, er nickte mir zu und ein spitzbübisches Grinsen huschte über seinen Mund, „nicht, dass sie mich in einem ihrer nächsten Romane ans Messer liefern.“

Erstaunt zog ich die Augenbrauen hoch, dann musste ich grinsen.

„Einen Schriftsteller sollte man sich auf keinen Fall zum Feind machen. Wir konstruieren den perfekten Mord. – Zumindest auf dem Papier.“

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Er ist scheußlich, dachte ich, das schmuddelige Hemd, der furchtbare Geruch und dann diese Haare. Die hatten seit Urzeiten kein Shampoo mehr gesehen. Ein Schauer des Ekels lief mir über den Rücken. Nach der Beschreibung meines Chefs, blieb kein Zweifel, das war unser Mann.

Ich sollte den Lockvogel spielen und mich an ihn heran machen. Am liebsten hätte ich auf dem Absatz kehrt gemacht, aber Auftrag war Auftrag. Ich atmete durch und stöckelte auf meinen High Heels auf ihn zu. Verflixt diese blöden Schuhe. Eigentlich sollte Jenny hier sein, um diesen Mafiosi anzubaggern, aber die lag mit Grippe im Bett, gerade rechtzeitig. Ich versuchte so locker wie möglich zu sein, und lächelte den Don aufreizend an, als ich umknickte, den Halt verlor und stürzte. Kurz bevor ich zu Boden ging hielten mich zwei kräftige Händen fest und zogen mich zurück.

„Na kleine Lady, nicht so hastig“, sagte eine angenehme Stimme.

„Danke“, stammelte ich und verfluchte meinen Fauxpas. Ich hoffte, dass niemand das Messer an meinem Oberschenkel bemerkt hatte. Es war riskant bei sowenig Kleidung ein Waffenarsenal mit sich herum zu schleppen, aber dieser hässliche Mafiosi war für seine Brutalität bekannt. Ich wollte abgesichert sein.

„Ich sollte mir ihr Bein mal ansehen, dass sah eben gar nicht gut aus?“

Mein Retter sah mich lächelnd an.

„Nein danke, es geht schon“, lehnte ich ab.

„Sind sie ganz sicher?“

Er hielt meine Hand fest und zog einen Stuhl heran.

„Setzen sie sich. Es dauert nicht lange, ich kenn mich aus.“

Er drückte mich auf die Sitzfläche, kniete sich hin und zog mir den Pumps aus. Vorsichtig tastete er den Knöchel ab.

„Mein Name ist übrigens David, wie heißen sie?“

„Maja. – Ich glaube, dass ist nicht mein Fuß.“

Seine Hand war bis zu meinem Knie hoch gerutscht.

„Erwischt“, er lachte, „aber man kann es versuchen.“

„Aber nicht bei mir“, ich zog meinen kurzen Rock etwas höher und zeigte ihm das Messer, „ich kann damit umgehen.“

Statt verwundert oder erschrocken zu sein, sah er mich nur spöttisch an.

„Ich würde ihnen gerne meine Waffe zeigen“, sagte er eindeutig zweideutig, „aber ich will nicht, dass meine Tarnung auffliegt. – FBI“, raunte er.

„CIA“, ich beugte mich etwas vor, „was machen sie hier?“

„Das gleiche könnte ich sie fragen?“

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