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Posts Tagged ‘Menschen’

„Die Unfähigkeit sich der Zerbrechlichkeit

eines jeden Menschen bewusst zu werden,

ist letztlich das Ergebnis einer fatalen Gefühllosigkeit

gegenüber der Gegenwart.“

Th.W.Adorno

 

Dieser Ausspruch fiel mir eben in die Hände, als ich meine Notizen sortierte. Er hat schon einige Jahre auf dem Buckel und doch ist er heute wahrer, als je zu vor.

Warum können wir nicht schätzen, was wir haben? Unsere Erde, die Natur, das Leben, den einzelnen Menschen, seine Würde, seine Ansichten, seine Zerbrechlichkeit? Warum bilden sich manche Menschen ein, sie wären besser, als andere oder hätten das Recht jemandem wehzutun, ihn zu vertreiben – was auch immer?

Müssen wir immer erst in den Ausnahmezustand kommen, ehe wir aufwachen?

Und auch hier zeigt sich, wie wenig oder wie viel wir Rücksicht nehmen. Auf ältere Menschen, Kranke, Kinder, Familien, Arbeitnehmer und Selbstständige. Sagen kann man eine Menge, wenn der Tag lang ist. Von vielen Milliarden Euro ist die Rede. Doch wo werden sie ankommen und wie unbürokratisch können die Bürokraten sein?

Wir Menschen sind zerbrechlich.

Jeder Einzelne.

Ich und Du.

Das sollten wir niemals vergessen!

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„Was war das Schrecklichste, das du je getan hast?“

Sander sah mich aufmerksam und mit einem lüsternen Funkeln im Blick an.

„Das ist eine merkwürdige Frage, besonders da wir uns kaum kennen“, wehrte ich ab.

Ich stand auf und ging zum Fenster. Ich wollte nicht, dass er mein Gesicht sehen konnte. Denn trotzdem wir uns erst vor ein paar Tagen in diesem Hotel kennengelernt hatten, war ich von ihm fasziniert. In verschiedener Hinsicht. Erstens war ein ausgesprochen gutaussehender Mann. Tatsächlich war er geradezu schön. Und zweitens schien er in den Menschen lesen zu können. Ihre Wünsche, ihre Neigungen – gute wie schlechte – und mehr als einmal erlebte ich, dass er ihnen ihre Geheimnisse entlockte. Wie er es machte war mir unbegreiflich. Eins war mir allerdings aufgefallen. Sander sah der betreffenden Person tief in die Augen oder er berührte sie.

Ich musste mich vor ihm in Acht nehmen. Mein Geheimnis durfte nie bekannt werden, auch wenn es bedeutete, dass ich mich von Sander fernhalten musste.

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Der Ort sah zumindest auf den ersten Blick nicht so aus, als würden dort viele Leute verschwinden.

Und doch waren in den letzten drei Monaten zehn Menschen spurlos verschwunden. Suchtrupps, Hundestaffeln, Fernsehaufrufe zeitigten keine positiven Ergebnisse. Es gab keine forensischen Spuren. Die Personen verschwanden nur mit den Kleidern auf ihrem Leib. Die Polizei und die Behörden waren hilflos. Sie hatten alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Das war der Augenblick in dem ich auf den Plan gerufen wurde. Als der Anruf kam, hatte ich meine Sachen schon gepackt und das Flugticket gebucht. Immerhin hatte ich die Ereignisse seit dem ersten Tag beobachtet. Bei solchen Vorfällen ist es nur ein Frage der Zeit, bis ich eingeschaltet werde, auch wenn es diesmal ungewöhnlich lange dauerte.

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„Da rackern sich die Menschen unermüdlich in der Mühle der Gemeinplätze ab, und doch erwächst daraus nichts, was nicht zuvor schon dagewesen wäre.

In dem Augenblick jedoch, in dem sie sich um eines spontanen Gedankens willen von der Tradition abwenden, strömen ihnen Poesie, Geist, Hoffnung, Tugend, Gelehrsamkeit und Anekdoten alle hilfreich zu.“

Ralph Waldo Emerson, „Literary Ethics“ 1838

Tatsächlich hat sich daran nichts geändert. Wer immer der Herde hinterher läuft, entdeckt keine neuen Wege. Außerdem ist es unendlich langweilig.

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„Leben Sie so intensiv Sie können. Alles andere ist ein Fehler.

Was Sie im Einzelnen tun ist nicht so wichtig, solange sie nur wirklich leben. (!!!)

Was haben Sie gehabt, wenn Sie vom Leben nichts gehabt haben?

Was man verpasst hat, ist dahin.

Täuschen Sie sich nicht. Jede Zeit, von der man das Glück hat, sie noch zu erleben, ist die richtige Zeit.

Leben Sie. (!!!)“

Henry James 1903

Was für Herny James vor über 110 Jahren galt, gilt heute in diesen unruhigen Zeiten umso mehr. Wenn wir die Möglichkeit des Lebens in diesem Moment nicht nutzen, könnten wir es Morgen schon bereuen.

Es gibt diesen schönen Spruch, der uns so leicht über die Lippen geht: Man bereut am Ende seines Lebens das, was man nicht getan hat und nicht das, was man getan hat.

Der Spruch ist nicht nur schön daher gesagt, er ist wahr. Das Jagen nach Geld und Gut, der Ärger über andere Menschen, unötige Hektik nützen uns nichts. Wenn wir am Ende unseres Lebens angekommen sind, egal wann es sei, ist es sicher nicht, das Büro, an das wir uns gerne erinnern. Sondern es sind die schönen Dinge, die wir erlebt und getan haben.

Erfülle Deine kostbare Lebenszeit mit schönen Dingen. Es gibt nur einen einzigen Moment, in dem Du etwas erleben kannst: Und der ist jetzt!

Lebe, liebe, lache und genieße jede Sekunde!

„Ich will reisen so weit ich kann,

bis zur Freude in meiner Seele,

will meine Grenze weiter ziehen

und fühlen, wie ich wachse;

will leben, dasein, „sein“

und die Wahrheit in mir hören.“

Doris Warshay

 

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„Wenn die Macht der Liebe über die Liebe zur Macht siegt, wird die Welt Frieden finden.“

Jimi Hendrix

Mit diesen weisen Worten wünsche ich euch allen ein besinnliches Fest. Genießt die Zeit mit den Menschen, die ihr liebt. Vergesst Streit und Meinungsverschiedenheiten. Niemand weiß, wie lange wir noch so zusammensein werden.

Nichts ist wichtiger als die Liebe allein.

Eure Caroline

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Am 3.11. habe ich an dieser Stelle von der geplanten Reise zu einem Konzert der Band PROJEKTiON in Doetinchem, Provinz Gelderland, Niederlande, berichtet. Heute nun der  Bericht vom Konzert. Eigentlich reicht ein Wort: Cool! Aber dabei möchte ich es nicht bewenden lassen, sondern ausführlicher berichten.

Das Konzert fand im Muziek Cafe Merleyn, Grootstraat, Doetinchem statt. Wie Uschi, meine liebe Reisebegleitung, und ich an Ort und Stelle erfuhren, fanden vom Samstag 19.11. bis zum Freitag 26.11. – jeden Abend Konzerte statt, an denen über 40 Bands aus verschiedenen Teilen der Niederlande teilnahmen.

Die Band PROJEKTiON, bestehend aus den Musikern: Richard Immink (drums and vocals), Frank van Eerden (guitar and vocals), Herman Wiggers (lead vocals), Peter Pampiermole (keyboards and vocals), Jürgen ten Have (bassguitar and vocals) stellten Lieder aus ihrer aktuellen CD Realitivity vor.

Den Auftritt könnt ihr bei Youtube anschauen:

PROJEKTiON, 25.11. 2016, Muziek Cafe Merleyn

Es war toll die Musik live zu hören, zu fühlen und in die Stimmung einzutauchen.

frank

Frank van Eerden, E-Guitarre

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Frank van Earden, Richard Immink, Hermann Wiggers, Jürgen ten Have, Peter Pampiermole (von links nach rechts)

konzert-iii

Jürgen und Peter

konzert-ii

Uschi und ich haben sehr nette Menschen kennengelernt und interessante Gespräche geführt, die wir dankenswerterweise in Deutsch führen konnten, da unser Niederländisch gleich null ist. Es ist ein Privileg in einem anderen Land seine eigene Sprache sprechen zu können, auch wenn die Grenze zu Deutschland nur ein paar Kilometer entfernt ist. Das ist ein liebenswertes Zeichen von Gastfreundschaft und ein Entgegenkommen, dass man nicht für selbstverständlich nehmen sollte.

Musik überwindet Grenzen – das ist eine allseits akzeptierte Ansicht. Doch im Grunde sind es die Grenzen in unseren Köpfen, die überwunden werden müssen. Wir alle wollen in Frieden arbeiten, unseren Hobbys nachgehen, unsere Kinder aufziehen, Kunst machen – in Frieden leben. Dazu gehört gar nicht so viel. Ein offenes Herz und ein interessierter Geist, ein wenig Zutrauen an das Gute in den Menschen, echte Freundlichkeit, Akzeptieren anderer Anischten und Toleranz für andere Arten zu leben – das, was wir auch für uns selbst erhoffen und im Besondern: keine Pauschalisierungen. Wir kennen alle, die „geflügelten“ Vorurteile gegenüber anderen Nation, die sich leider in vielen Köpfen festgesetzt haben und die uns um wunderbare Begegnungen und Erlebnisse bringen können, wenn wir sie zulassen. Ich kann so eine kleine Exkursion nur jedem empfehlen und sich ins Leben zu stürzen.

Uschi und ich hatten eine sehr schöne Unterkunft im Cafe Bulten in Winterswijk, wie ihr auf den folgenden Bildern sehen könnt.

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In Winterswijk gibt es übrigens ein Museum in dem Gemälde und Zeichungen von Piet Mondrian zu sehen sind, der dort einen Teil seiner Jugend verbracht hat, dazu ein Heimatmuseum und eine hübsches Zentrum in dem es gemütliche Cafes und Restaurants gibt und viele schöne Geschäfte in denen man holländische Spezialitäten und andere besondere Kleinigkeiten erwerben kann. Usw… 😉

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Eine weitere Besonderheit der Gegend ist ein nationaler Landschaftspark von 22.000 Hektar und in einem nahegelegnen Steinbruch findet jedes Jahr eine Konzertwoche statt, die unter einem besonderen Motto steht und ausgesprochen sehenswert ist. Steengroeve-Theater

Es kostet nur wenig Mühe sich über weitere Sehenswürdigkeiten zu informieren. Leider konnten wir in knapp 24 Stunden nur einen winzigen Bruchteil von den Schönheiten der Umgebung sehen, aber das ist ja auch ein guter Grund wiederzukommen, das Land zu erkunden und viele liebenswerte Menschen kennenzulernen.

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… Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen
Sagt man
Blieben darunter verborgen
Und dann
Würde was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein

… singt Reinhard Mey. Alle Wolken dieser Welt können nicht verschleiern, welche Schrecken sich auf unserer schönen Erde abspielen. Die Dinge, die mir „wichtig“ sind, sind dermaßen unwichtig, vor dem was in der Welt draußen passiert, dass ich mich frage, was tust du da eigentlich? Was bedeutet es Bücher zu schreiben, auf einen Verlag zu hoffen, der sie veröffentlicht? Was soll die Sorge um all die Alltäglichkeiten? Menschen sterben, Menschen hungern, Menschen leben auf verseuchtem Land.

Das Publikum interessiert sich dafür, welcher Promi (A bis Z Promi) sich trennt und mit wem zusammen ist. Schaut arroganten reichen Typen dabei zu, wie sie ihr Geld ausgeben und dummes Zeug reden. Nehmen Anteil daran, wie sich Leute in Pseudodokusoaps an hausgemachten (Drehbuch) Problemen abarbeiten. Wie kann das sein?

Wie ist es möglich das Menschen, die Brüder, Väter, Mütter, Schwestern, sind und Töchter, Söhne, Geschwister, Eltern, haben, andere Menschen umbringen? Was geht in Menschen vor die glauben, für eine Religion, Ideologie oder was auch immer, das „Recht“ zu haben, anderen Menschen das Leben zu nehmen?

Doch es ist nicht nur das Große, es fängt im Kleinen an. Wer hat wirklich Zeit zu zuhören, wenn es jemandem schlecht geht? Es wird lieber Geld verschenkt, als Zeit. Mitgefühl und Rücksicht verschwinden zusehends und sind schon fast veraltete Tugenden. Verständnis kostet Zeit, die wir nicht haben und die uns vielleicht einen Teil unserer Bequemlichkeit kostet.

Unser Planet ist so winzig geworden, wird sitzen alle im selben Boot und es ist erstaunlich mit welcher Vehemenz manche Menschen Löcher in dieses Boot schlagen, als würden sie nicht mit ihm untergehen.

Ich würde gerne über Hoffung schreiben – aber selbst die großen Schriftsteller sind sich nicht einig – ist Hoffnung unverzichtbar oder hoffen nur die Narren? Ich weiß es nicht. Ich wünsche, das trifft wohl eher zu.

Ich wünsche uns Hoffnung auf ein besseres Morgen.

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„Hast du das gesehen?“

„Nein? Was?“

Ich blickte irritiert aus dem Fenster des Cafes und sah Autos und Menschen hinterher, die in einem nicht enden wollenden Strom an uns vorbei rauschten.

„Da war Matthias Schweighöfer!“, Sannes Stimme schnappte fast über. Sie sprang auf und griff nach ihrer Tasche. „Kannst du meinen Kaffee mitbezahlen? Ich muss hinterher, vielleicht krieg ich ein Autogramm. Wir treffen uns nachher im Hotel.“

Und weg war sie. Ich schüttelte den Kopf. Berlinale! Toll! Genau die richtige Zeit Berlin einen Besuch abzustatten. Wenn die Stadt überfüllt und die Promidichte mindestens 200 Prozent höher war, als sowieso schon. Aber was tut man nicht alles für eine Freundin?

Immerhin hatte ich nun Zeit in Ruhe zu lesen und etwas zu schreiben. Trotz Sannes Prominenten-Hatz hatte ich schon einiges von Berlin gesehen. Das Wetter war herrlich und am Nachmittag wollte ich zum Wannsee hinausfahren. Sanne war für die nächsten Stunden beschäftigt und würde mich bestimmt nicht vermissen.

„Entschuldigen sie“, sagte eine angenehme Stimme und ich sah auf, „darf ich mich zu ihnen setzen? Leider ist alles besetzt und ich habe gesehen, dass der Platz gerade frei geworden ist.“

Zwei blaue Augen strahlten und ein sinnlicher Mund lächelte mich aus einem markanten Gesicht an. Ich nickte und machte eine generöse Geste.

„Gerne. Im Moment ist geht es in Berlin ziemlich verrückt zu. Ich bin eigentlich zur falschen Zeit hier.“

Er setzte sich und winkte dem Kellner.

„Darf ich sie zu einem Kaffee und einem Stück Kuchen einladen? Damit sie nicht einen gar so schlechten Eindruck meiner Heimatstadt haben.“

Ich errötete.

„Danke schön, sehr gerne. Es tut mir leid, wenn sie denken ich hätte eine schlechte Meinung von Berlin, aber ich gebe zu, ich stürze mich nicht so gerne in hysterische Menschenmassen.“

Er lachte.

„Zwei Latte Macchiato“, bestellte er, „und zwei Stück Käsekuchen.“ Dann wandte er sich wieder an mich, „ihre Freundin schon. Ich bin übrigens Tom.“

„Freut mich sehr, Tom. Mein Name ist Lea. Ja, Sanne liebt die Promis. Einmal über den roten Teppich“, ich grinste, „am liebsten mit Brad Pitt. Aber ich fürchte, da kratzt Angelina ihr die Augen aus.“

„Das befürchte ich auch“, Tom schmunzelte, „und was haben sie noch vor, nachdem sie schnöde für Matthias Schweighöfer im Stich gelassen wurden?“

Der Kellner servierte den Kaffee und den Kuchen.

„Ich hatte an den Wannsee gedacht, bei dem fantastischen Wetter.“

„Eine gute Wahl. Wäre es vermessen sie zu fragen, ob ich sie begleiten darf?“

Tom nippte an seinem Kaffee, ohne den Blick von mir abzuwenden. Ich errötete wieder. Sannes dramatischer Abgang hatte mir einen Gentleman beschert.

„Das würde mich sehr freuen.“

„Ich verspreche ihnen, sie werden es nicht bereuen.“

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Ein Taxi, ein alter Feind und der Valentinstag

„Valentinstag ohne Date“, ich hörte das Bedauern in Sannes Stimme.

„Ich bitte dich, das ist doch ein Tag wie jeder andere Kommerz ohne Ende.“

„Trotzdem, ich finde du solltest dich mal wieder ins Leben und die Liebe stürzen.“

Ich zuckte mit den Schultern. Liebe wurde weit überschätzt. Am liebsten hätte ich Sanne meine Meinung gesagt, aber diese elende Diskussion hatten wir so oft, und heute hatte ich keine Lust dazu.

„Sei nicht sauer, ich muss los“, ich umarmte sie, „ich wünsche dir viel Spaß!“

„Wir sehen uns morgen.“

Ich nickte ihr zu und verließ die Wohnung. Das Taxi wartete schon.

„Hallo Colja, schön, dass du mich fährst“, freute ich mich.

Er lächelte.

„Du weißt doch, wenn ich es einplanen kann, immer.“

„Danke“, sagte ich und gab ihm die Adresse. „Wartest du auf bitte auf mich? Ich könnte einen Freund brauchen, wenn das Gespräch vorüber ist.“

Unsere Blicke begegneten sich im Rückspiegel. Er brauchte nichts zu sagen, sein Blick sagte alles. Ich war umso erleichterter, dass Colja mich begleitete, als ich in wenigen Minuten einem Menschen gegenüber stehen würde, den ich abgrundtief hasste.

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