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Posts Tagged ‘Mauern’

Mein Liebster,

lange Zeit war ich in einen Schutzmantel gehüllt. Ließ niemand meine Tränen, meine Trauer sehen. Zu oft wurde ich verletzt, mein Herz und meine Seele trugen unzählige Narben. Auch wenn ich dir zurückhaltend und schüchtern vorkomme, es ist nur ein Rest Vorsicht und Unglaube, dass ich diese Gefühle erlebe. Ich weiß nicht was geschehen ist, wann genau dieser Moment eintrat, als du begonnen hast meine Mauer einzureißen. Doch was ich weiß ist, dass sich die Dinge verändert haben.

Der Tag ist heller, die Nacht geheimnisvoller. Die Freude ist größer, der Schmerz stärker. Ich fühle mich stark, während ich in deiner Nähe schwach werde – Wachs in deiner Hand. Wenn du mich auf deine besondere Weise anschaust, spüre ich den leidenschaftlichen Herzschlag, den ich so lange vermisste. Deine Hand in meiner fühlt sich so vertraut und richtig an, als wäre es nie anders gewesen.

Deine Begeisterung und deine Leidenschaft für die Dinge des Lebens zu sehen, erfüllt mich mit Freude und steckt mich an gemeinsam mit dir auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich verstehe deinen Humor und liebe es mit dir zu lachen. Wenn deine Finger und deine Lippen meine Haut berühren, erwacht eine Sehnsucht in meinem Inneren, die nach Erfüllung – Vereinigung sucht.

Ich habe Angst davor dich zu lieben, weil ich meinen Schutz aufgeben muss. Ich will dich lieben und kann es nur ganz tun, mich dir völlig öffnen und hingeben, mit allem was ich habe und bin. Du hast die Tür aufgebrochen und wenn ich über diese Schwelle gehe, gibt es kein Zurück. Nur noch dich und mich.

Deine Geliebte

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Mein Herz klopfte wie verrückt. Wie hatte ich mich nur auf so ein Himmelfahrtskommando einlassen können? Bei meinem Glück war ich mal wieder diejenige, die erwischt wurde.

„Los komm! Das Grab ist da drüben.“

Marco wedelte mit der Taschenlampe herum.

„Hey, halt mal still, wie soll man denn da das richtige Grab finden“, raunzte Andy.

„Könnt ihr mal leiser reden!“, ermahnte ich die beiden, „das hallt hier unglaublich. Nachher werden wir noch erwischt.“

„Du mit deinen Unkenrufen“, knurrte Marco, „uns erwischt keiner. Höchstens ein Untoter, der sich hierher verirrt hat.“

Andy lachte laut auf. Es schallte von den Mauern wieder. Ich schüttelte den Kopf. Ich war nicht abergläubig, doch ich kannte mein Glück. Mir fiel der Versuch ein, einen Joint zu rauchen. Natürlich erwischten meine Eltern mich. Andy und Marco konnten schneller laufen.

„Da, los fang an zu graben“, Marco richtete den Strahl der Taschenlampe auf das Grab.

„Sicher?“, fragte Andy.

„Wenn ich es dir sage. Mach schon. Wir wollen hier nicht länger rumhängen als nötig.“

Andy schlug den mitgebrachten Spaten in die harte Erde.

„Ach, wollt ihr nicht?“, erklang eine dunkle Stimme aus der Finsternis.

„Wer spricht da?“, Marcos Stimme zitterte.

Er hob die Taschenlampe und schwenkte sie in alle Richtungen. Niemand war zu sehen.

„Das warst du Tessa“, schnauzte er mich an und leuchtete mir mit der Lampe ins Gesicht, „gib es zu.“

Ich hielt mir die Hände vors Gesicht. Meine Augen waren geblendet.

„Warum soll sie etwas zugeben, was sie nicht getan hat?“, erklang die Stimme erneut.

Andy ließ den Spaten fallen.

„Da, hinter dir Tess!“, stammelte er.

Ich drehte mich um, konnte aber wegen der Blendung nichts erkennen. Als ich mich wieder Andy und Marco zu wandte, sah ich nur noch den schaukelnden Lichtstrahl in der Ferne verschwinden.

„Das war doch klar“, seufzte ich, „sie lassen mich im Stich.“

„Keine Angst junge Dame, ich werde sie sicher nach Hause geleiten“, sagte die Stimme plötzlich direkt vor mir, „darf ich mich vorstellen?“

In diesem Moment sah ich ihn und fiel in Ohnmacht.

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Poem 5.4

Gedicht-Nachricht

Du ich muss dir noch was sagen
Du ich muss dich noch was fragen
Wann geht`s los am Morgen
Ich mach mir nämlich Sorgen

Die Fahrt ist lang und weit
Und ich will sein bereit
Wenn du da stehst vor meiner Tür
Und nimmst mich mit nach Trier

Dort waren früher schon die Römer
Und machten alles schöner
Heute stehen nur Ruinen, alte Mauern
Damit wir nicht versauern

Hab ich Kaffee gebrüht und Kuchen
Den solltest du versuchen
Der ist super lecker
Als wäre er vom Bäcker

Im Grunde ist doch klar
Nur selbst gebacken ist wahr
Dazu gibt`s geschlagene Sahne
Und eine dunkelgelb Banane

Sag mir also schnell bescheid
Ich bin bereit für eine Fahrt zu zweit

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Selbsterfüllende Prophezeiung verdichtet sich.

Man muss es nehmen, wie es kommt.

Weder schlecht noch gut.

Entscheidend ist, was man daraus lernt.

Keine Interpretation der Sache oder der Situation.

Die Wertungen fallen lassen.

Sich um das kümmern was man tut und sich keiner Wertung unterordnen.

Es laufen lassen.

Kommen lassen, was kommt.

Es könnte besser kommen, als ich denke.

Ich kann mehr erreichen, als ich denke.

Ich gebe mir die Chance, durch das Aufheben der Gewichtung, besser zu sein, als ich denke.

Ich bin besser als ich denke, denn ich sehe mich mit den Augen meiner Möglichkeiten ohne das Raster der Anderen, die „besser“ sind, als ich je werden könnte.

Wer sagt das?

Wer legt den Maßstab an?

Wer ist der Maßstab?

Will ich mich auf das Maß eines anderen schrumpfen oder zerren lassen?

Nein, never ever!

Ich bin mein Maßstab.

Ich bin, die dich ich bin.

Es kommt, wie es kommen wird.

Nicht mehr, nicht weniger.

Ich bin die Summe meiner Möglichkeiten, die ich mir selbst zugestehe.

Ich gebe mir die Chance zu wachsen und mich nicht kleiner zumachen, als ich bin.

Ich bin größer, als ich denke.

Ich gebe mir alle Chancen und halte alle Ziele für möglich.

Ich gestehe mir zu, besonders zu sein.

Verrückt, entrückt, verzückt, aufgedreht, durchgedreht. Aufgeregt, abgeregt, kreativ, apathisch, im Prozess des Werdens.

Lange oder kurze Wege gehend, nicht dem folgen, was die Normalität gebietet.

Keiner Richtschur folgen.

Nicht den Gradmesser eines anderen an meinen Geist anlegen lassen, der meinen Radius beschränkt.

Die Grenze bin ich und der Geist, der in mir steckt.

Ich lote meine Möglichkeiten nach meinen Wünschen.

Sehe das Risiko als Gelegenheit mich neu zu formen, meinen Geist zu fordern und meine Grenzen zu verschieben.

Erobere mir ein jungfräuliches Gebiet und fülle es mit Leben.

Schnappe nach Luft, reiße die Mauern ein und fühle das Licht und die Dunkelheit, sehe mich im Spiegel, erkenne, wer ich bin.

Mein Licht und meinen Schatten.

Ich bin alles.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Traum und Wirklichkeit.

Ich nehme es, wie es kommt.

Trinke das Glas bis zur Neige.

Ich bin stark.

Ich bereue nicht zu sein, wer ich bin.

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