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Posts Tagged ‘Mauer’

Lea saß auf einem umgekippten Baumstamm und sah zu, wie Sam mit einem mächtigen Vorschlaghammer auf die Mauer einschlug. Er hatte das Ding fluchend durch den Wald getragen, bis zu der zugemauerten Höhle.

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Auf dem Weg dorthin hatte Lea überlegt umzudrehen und wegzulaufen. Sam hätte sie mit dem Hammer niemals eingeholt. Nun war es zu spät. – Nein, habe ich gesagt, nein! Aber er wollte nicht hören. Erinnerst du dich an das letzte Mal? Habe ich gesagt. Wir sind nur durch einen unglaublichen Zufall dem Sensenmann von der Schippe gesprungen, habe ich gesagt. Warum lasse ich mich nur immer wieder von Sam zu solchen Himmelfahrtskommandos überreden? Weil er dein ältester Freund ist. Selbst Schuld. Dabei habe ich mir geschworen: Keinen Rückfall mehr! –

Lea fröstelte. Sie schaute auf die Uhr. Halb sechs. – Es dauert nicht mehr lange, bis es dunkel wird. – Sie sehnte sich nach der Wärme in ihrem Labor, der Kaffeemaschine in ihrem gemütlichen Büro im Museum. Es war sicher, trocken und völlig ungefährlich, es sei denn, sie schnitt sich in den Finger. Lea liebte ihre Arbeit als Archäologin und Restauratorin. Im Museum und in der Feldforschung. Nur mit Sam, war es jedesmal ein Abenteuer auf Leben und Tod. – Bitte, ich brauch dich. Du bist die einzige, die mir helfen kann. Hat er gesagt. Du kannst mir sagen, ob es wirklich alt ist oder nicht. Diesmal ist es völlig ungefährlich. Es wird nichts Schlimmes passieren. Hat er gesagt. –

Der Hammer krachte gegen die Mauer. Steine polterten.

„Ich bin durch!“ Sam riss Lea aus ihren Gedanken, bevor sie den Teil mit dem Tod näher durchdenken konnte.

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Ich lehnte mich an die sonnendurchwärmte Mauer. Unter meinen Fingern spürte ich den rauen Stein. Grüngraue Flechten überzogen die unregelmäßig behauenen Steinbrocken, die vor Zeitaltern zu einem imposanten Schutzwall aufgeschichtet worden waren. Eine laue Brise strich über das alte Gemäuer, wehte meine Haare durcheinander. Vor vielen Hundert Jahren erhob sich eine stolze Burg auf diesem Hügel. Heute gab es nur noch ein paar Mauerreste und ein halbzerfallenes Gebäude, in dem man an einer Seite noch ein Stück des Abzugs und einer Feuerstelle erkennen konnte.

Der Blick über die Ebene und die sanften Biegungen des Flusses, der sich durch üppige Wiesen schlängelte, und an dessen sandigem Ufer die Enten die Köpfe unter die Flügel steckten, war grandios. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es damals gewesen war.

„Du!“, rief eine dunkle Stimme hinter mir, „was machst du hier!?“

Ich drehte mich um. Vor der Burgruine stand ein Ritter in voller Montur. Er trug seinen Helm unter dem Arm. Dunkles Haar hing wirr um seinen Kopf und verdeckte mit einem ungepflegten Bart beinahe sein ganzes Gesicht. Am Zügel hielt er ein Pferd, dass ebenfalls eine Rüstung trug. Das schwarze Fell des Tieres glänzte in der Sonne.

„Ich bin spazieren gegangen und wollte dir Aussicht genießen“, sagte ich und grinste, „ich wusste gar nicht, dass hier ein Mittelaltermarkt geplant ist.“

„Was soll das sein? Mittelalter?“, fragte er und seine strahlend blauen Augen funkelten missgelaunt.

„Sie wollen mich auf den Arm nehmen?“, fragte ich, „ach schon klar, sie sind gerade voll in ihrer Rolle.“ Diese Rollenspieler waren schon ein komisches Völkchen. „Ich lass sie dann mal weitermachen.“

Ich wollte an ihm vorbei gehen, aber er zog sein Schwert und versperrte mir den Weg.

„Wo sind meine Leute?“

Ich zuckte mit den Achseln.

„Woher soll ich das wissen? Ich habe niemand gesehen.“

„Das ist unmöglich! Ich war nur wenige Wochen fort“, er drängte mich weiter zurück, „sagen sie mir, was passiert ist!“

„Hören sie. Sie müssen sich nicht aufregen“, die glänzende Schwertklinge, auf meinen Bauch gerichtet, machte mir etwas Angst, „unten am Weg ist eine große Tafel, dort steht die Geschichte der Burg aufgeschrieben.“

„Führ mich hin!“, befahl er.

„Gut. Aber sie stecken das Schwert wieder ein.“

Widerwillig steckte er das Schwert zurück und folgte mir dicht auf den Fersen.

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Was ist es das mich drängt
Mein Herz versengt
In Schutt und Asche legt

Liebe Leid und Sehnsucht
Liebe unerfüllt und unerwidert
Leiden an gebrochenem Herzen

Sehnsucht nach dir
So weit fort von mir
Selbst wenn du da bist

Mir ganz nah bist
Spür ich die Mauer
Die uns trennt

Dich ganz umschließt
Ich renn dagegen an
Merke irgendwann

Dass ich ebenso gefangen bin
In meiner Liebe zu dir
Wie du in deinem Leben

Eingezwängt in Verpflichtung und Vergnügen
Ohne freien Platz
Für eine warme Seele

Du sagst mir
Du bist frei wie der Wind
Und hängst an tausend Fäden

Du sagst mir
Du bist anders als die Masse
Verstrickst dich in tausend Konventionen

Du beantwortest mir meine Fragen
Hinterfragst doch nichts
Gefesselt an das Karussell deines Lebens

Willst so viel mehr
Mehr sehen, mehr hören, mehr lieben
Die Zeit rennt dir ungelebt davon

Läufst hinter her
hältst nicht an
Beherrscht von Angst das Beste zu versäumen

Siehst keine Schönheit am Wegesrand
Ich weine um dich
Ohne dich zu halten

Ich liebe dich
Ohne dich zu heilen
Nichts hält dich auf

Liebe ist für dich nur Pflicht
Eine Last, die dir den Atem nimmt
Dich abhält von den wichtigen Dingen

Ich zeige dir meine Liebe
Geb dich frei
Und mich

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– Was hat sich Großvater nur dabei gedacht! Was habe ich mir dabei gedacht! Und dabei habe ich mir vorgenommen ganz ruhig und gefasst zu bleiben. Ich hätte auf John hören sollen, er hat mich gewarnt. – Mit energischen Schritten umrundet sie den großen Brunnen vor dem Haus. – Ich sollte nach Hause fahren. Aber das wäre ein Triumph. Gil würde sich ins Fäustchen lachen, dass er die lästige Erbin losgeworden ist. Ich muss mehr wissen. – Rosalie hält kurz inne, atmet tief durch. – Ich werde meine allwissende Quelle anzapfen müssen. – Kurz darauf sitzt sie bei Misses Morse in der Küche, genießt ein Stück frisch gebackenen Kuchen und eine Tasse Tee.

***

Rosalie liegt im Bett, in spitzenbesetzten Kissen und Decken und betrachtet den reich bestickten Baldachin über sich. Sie hat den Verdacht, das Bett gehörte schon zur ersten Möblierung des Hauses und obwohl sie in ihrem eigenen Heim den modernen Stil bevorzugt, übt das altmodische Ambiente einen besonderen Reiz auf sie aus.

Ihre Gedanken kreisen um die beiden Besitzer des Anwesens. Lady Edna, die in selbstgewählter Begrenzung aus Konvention und Arroganz wie ein zurückgebliebenes Kind wirkte, nicht im Stande einfachste Zusammenhänge zu verstehen. Während Gil sich durch die Traditionen an das Haus und das Erbe ketten ließ, alles genau beobachtete, sich auf der Suche nach einem Ausweg im Kreis drehte und eine Mauer aus eisiger Ablehnung aufbaute.

Rosalie schlägt die Decke zurück, schlüpft in Pantoffeln und Morgenrock und verlässt ihr Zimmer. Sie könnte Mister Smith aus dem Bett klingeln und ihn bitten ihr einen Tee zu bringen, doch sie will seine Abneigung gegen ihre Person nicht verstärken. Den Weg in die Küche findet sie ohne nachzudenken.

***

Durch den nachglühenden Herd herrscht in der Küche noch eine angenehme Temperatur. Rosalie legt einen Holzscheit nach und ragt mit dem Schürhaken mehr Glut um das Holz. Sie rückt den Wasserkessel über die Feuerstelle. Er ist noch zur Hälfte gefüllt und lauwarm. Rosalie nimmt eine kleine Teekanne vom Regal, füllt eine Handvoll Pfefferminzblätter ein und zieht sich einen Stuhl vor den Herd. Das trockene Holz knistert hinter der Ofentür und verströmt einen harzigen Geruch. Rosalie genießt die Stille und die behagliche Atmosphäre.

Ihre Gedanken kehren zum Nachmittag zurück, als sie Misses Morse in der Küche aufsuchte, um ihr ein paar Auskünfte bezüglich ihres Großvaters, Lady Ednas und des Familienschmucks zu entlocken.
Misses Morse genoss die Aufmerksamkeit der schönen Miss Rosalie und ließ sich nur zu gerne herab, ihr interessante Einzelheiten über ihre Ahnen anzuvertrauen. Immerhin, so sagte sie sich, war die Miss die Enkelin seiner Lordschaft und es wäre sträfliche Nachlässigkeit gewesen, ihr die Bedeutung ihres Großvaters vorzuenthalten.

Rosalie versucht sich einen Reim auf Misses Morse Mitteilungen und die merkwürdige Dynamik in dieser Familie zu machen. Nach der Testamentseröffnung hatte sie nicht vorgehabt am Dinner teilzunehmen, bis Anthony sie bei Misses Morse in der Küche aufspürte und sie mit Engelszungen davon überzeugte nicht klein beizugeben.

Sie machte aus der Not eine Tugend. Ein Erbe ihrer Eltern. Rosalie zog eines ihrer schönsten Kleider an, steckte ihr Haar zu einer eleganten Frisur auf und setzte ein strahlendes Lächeln auf. Kannst du deine Feinde nicht schlagen, gewinn sie für dich, beherzigte sie die Maxime ihres Vaters. Bis dahin war es ihr meistens gelungen, Neider oder Kritiker für sich zu gewinnen, aber was Lady Edna und Gil betraf war sie alles andere als sicher.

Erleichtert stellte Rosalie fest, dass sie nicht der einzige Gast war. Lady Edna thronte wie eine bösartige Krähe in schwarzer Witwentracht und streng frisiertem Haar an einem Ende der Tafel. Neben ihr saß Pater Markus dessen geistiger Beistand, gegen diese schreckliche Frau, seine Anwesenheit verlangte. Anthony flüsterte ihr in einem unbeobachteten Moment zu, dass der Pater Lady Ednas Beichtvater war. Die alte Dame beobachte die junge Frau mit Argusaugen. Zu ihrem Überdruss konnte sie keine Regelverstöße gegen die Etikette feststellen. Die fixe Idee Rosalie bei einem Faux Pas zu erwischen und bloßzustellen, schlug fehl.

Des weiteren bereicherte eine adelige Familie aus der Nachbarschaft das Dinner. Rosalie verdächtigte Lady Edna Gil verkuppeln zu wollen. Die drei Töchter im heiratsfähigen Alter konnten ihre Augen nicht von Gil und Anthony abwenden. Es kostete Rosalie Mühe das alberne Kichern der jungen Damen nicht mit sarkastischen Worten zu kommentieren.

Victor, der schneidige Bruder der drei Mädchen entschädigte Rosalie mit einem interessanten Gespräch über eine Reise nach Ägypten, von der er gerade ein paar Tage zuvor zurückgekehrt war. Er schien Gefallen an ihr zu finden und wich ihr den ganzen Abend keinen Schritt von der Seite.

Rosalie war so beschäftigt, beschäftigt zu sein, dass sie nicht bemerkte, das sowohl Gil, als auch Anthony ihren Gesprächspartner mit Argusaugen beobachteten. Je mehr sie sich in die Unterhaltung mit Robert vertiefte, je weiter sank die Stimmung bei den beiden Herren, die parallel die Laune der flirtenden Mädchen herabsetzte.

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Szene aus der Kindheit von Rowenna (Tag 87/88)

Rowenna und Laurence sitzen auf der niedrigen Natursteinmauer, die das Haus von Laurence Großeltern von der Straße trennt. Zu ihren Füßen liegt ein Bernersennenhund und blinzelt ab und zu in die Sonne. Zwischen den beiden Kindern steht eine Papiertüte mit Kirschen. Rowenna spukt einen abgenagten Kirschkern auf die Straße. Er klackt einmal auf und springt auf den Rasenstreifen auf der anderen Seite.

„Einmal über die Straße!“, ruft sie triumphierend, „das musst du mir erst mal nachmachen.“

„Das gilt nicht. Der Kern ist einmal aufgeditscht!“, widerspricht Laurence.

Er schürzt die Lippen, ruckt mit dem Kopf zurück, dann vor und spukt. Der Kern landet wenige Zentimeter vor dem Randstreifen der gegenüberliegenden Seite.

„Das musst du mir nachmachen!“

Laurence sieht Rowenna mit einem siegessicheren Grinsen an. Sie spukt den nächsten Stein. In einem hohen Bogen fliegt er diesmal direkt auf den Randstreifen.

„Bitte! Ich kann es!“

Laurence will etwas erwidern, als ein Stein durch die Luft saust und ihn an der Schulter trifft.

„Hey, wer war das?!“

Laurence reibt sich die schmerzende Stelle und rutscht von der Mauer. Suchend sieht er sich um. Ein weiterer Stein trifft den schlafenden Hund. Er springt auf und jault.

„Da!“, schreit Rowenna, „in der Hecke!“

Noch ehe Laurence den Attentäter entdeckt hat, ist Rowenna über die Straße gerannt und kriecht durch die Hecke.

„Andy, du blöder Mistkerl“, hört Laurence sie auf der anderen Seite der Hecke schreien. „Feigling!“

Er kriecht ebenfalls hindurch und sieht gerade noch, wie Rowenna dem Rowdy der Klasse mit voller Wucht die Faust auf die Nase schlägt. Sofort quillt Blut heraus und Andy heult auf.

„Du dumme Kuh!“, Andy hält sich die Hände vor die Nase, „das sage ich meinem Vater!“

„Mach doch! Dann kannst du ihm gleich sagen, dass du uns aus dem Hinterhalt angegriffen hast. Bin gespannt was er dazu sagt!“

Die letzten Worte hört Andy schon nicht mehr, so schnell hat er das Weite gesucht. Rowenna lacht und grinst Laurence an.

„Dem hab ich es gegeben! Ein hilfloses Tier mit Steinen zu bewerfen, was für ein Blödmann. Soll sein Vater nur kommen.“

„Darauf kannst du wetten. Das lässt der sich nicht entgehen.“ Auf Laurence kindlich glatter Stirn erschienen ein paar zarte Denkerfalten. „Erinnerst du dich an den Krach den er bei uns geschlagen hat, als mein Bruder und Andy sich geprügelt haben?“

Rowenna lachte.

„Und wie ich mich erinnere! Das war Dorfgespräch.“

Die beiden Kinder kriechen durch die Hecke, zurück auf die Straßenseite. Rowenna kniet sich vor den Hund und krault ihn hinter den Ohren.

„Du lieber Artur, alles gut? Das macht der so schnell nicht wieder. Ich pass auf dich auf“, sie blickt zu Laurence hoch, „und auf dich auch.“

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Du berührst meine Gedanken
Ganz sacht
Mit deinen Fingerspitzen
Auf meiner Seelenhaut

Kamst in meine Träume
Ganz leise
Nimmst mich wie ein Sturmwind
Mit in deinen

Du öffnest meine Quelle
Mit sanfter Hand
Reißt ein Loch in meine Mauer
Gefühl das sich befreit

Du legst Musik in meinen Kopf
Mit deinen Worten
Ich kann tanzen
Leben spüren tiefer

Du machst meinen Tag besonders
Mit deiner Gegenwart
Lässt mich erstrahlen
Herz über Kopf

Du entlockst mir ein Lächeln
Mit deinem Interesse
Es kleidet mich
Unübersehbar für andere

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Das Loch in meinem Herzen. Erst ist es ganz klein, aber der Virus ist bösartig. Er frisst sich von dort immer weiter in meinen Organismus. Zerstört meine Ruhe und meinen Frieden. Es kommt plötzlich. Verschüttete Träume, die an die Oberfläche gezerrt werden. Von denen ich dachte, ich hätte sie schon längst in den Aktenschränken meiner Vergangenheit abgelegt. Nichts davon ist wahr. Es schwellt immer unter meiner beherrschten Oberfläche und stößt an meine Grenzen, bis es eine brüchige Stelle gefunden hat und herausquillt. Dann habe ich alle Hände voll zu tun, den Schleim wieder dorthin zu schicken, wo er hingehört. Aber es bleibt meistens etwas zurück. Wie war das? Ich kann eigene Regeln für mich aufstellen. Ok – aber da fängt mein Dilemma an. Immerhin bin ich nicht allein auf der Welt und muss Rücksichten nehmen. Alles sausen lassen und los fahren. Gute Idee – leider fehlt das nötige Kleingeld, das hilft nicht gerade beim Spontansein. Aus einem Impuls heraus würde ich manchmal einfach reagieren. Ein Flirt mit dem gut aussehenden jungen Mann, dem ich begegne. In den Zug steigen, egal wohin er fährt, und noch `ne Menge anderer Sachen. Sobald ich anfange nachzudenken, fallen mir tausend Gründe ein es nicht zu tun. Ich bin gut darin meine Wagnisse auf ein Minimum herunter zu schrauben. Aber vielleicht bin ich einfach so – ein Sicherheitsfreak. Es ist ein Teil meiner Vergangenheit. Ich bin ohne Sicherheit aufgewachsen und verlasse meine Komfortzone ungerne. Wer weiß, was hinter der nächsten Ecke lauert? Alles sollte so sicher wie möglich sein – aber da ist diese Sehnsucht nach Freiheit – Abenteuer – etwas erleben.

Wer bin ich eigentlich? Wer will ich sein? Ich denke dass ist es, was ich herausfinden sollte. Es kann spannend sein zu sehen, was da ist – hinter der Mauer, hinter der Traurigkeit, hinter der Einsamkeit, hinter meinen Wünschen, unter meiner Betonschicht.

Ich wünsche mir vor allem als Erstes: Dass ich mich so annehmen und akzeptieren kann. Ich bin so, wie ich bin. Ich habe überlebt. Ich kann überleben. Ich kann für mich stehen und einstehen, ohne unterzugehen. Ich mag ein Handicap haben – aber das lässt sich verbessern. Mir stellt sich allerdings die Frage, warum sich das so schwer anfühlt. Alles kostet mich Kraft. Unglaubliche Kraft.

Ich muss, da hilft diesmal keine Änderung von muss in darf, ich muss meine Quelle finden. Meinen Antrieb, den Sinn. Im Grunde eröffnet er sich mir, wenn ich einen Stift in die Hand nehme, oder am PC sitze und mein Word-Programm aufgeht, wenn ich mit meinen Freunden an einem Tisch sitze und ich eine Aufgabe für einen Text gebe. Um so schlimmer, wenn ich mir meine Gedanken wund reibe und nicht in die Gänge komme. Wie sagte Douglas Adams: „Schreiben ist ganz einfach. Du musst nur so lange auf ein blankes Blatt Papier starren, bis dir die Stirn blutet.“ Ich bin also in bester Gesellschaft, das tröstet mich ein bisschen. Immerhin kenne ich das andere Gefühl auch sehr gut: Den wahnsinnigen Flow, wenn der Text fließt und funktioniert. Da kommt nicht viel gegen an – bis auf eine Sache – aber die dürft ihr euch selbst ausdenken *gg*.

Was bleibt? Ich muss es hinnehmen, dass mein künstlerisches Gleichgewicht ab und an gestört ist – vielleicht sollte ich weniger gegen die Mauer rennen und statt dessen einen kleinen Umweg machen. Schreiben kommt aus dem Leben … und manchmal muss man eben erst wieder etwas leben, bevor man schreiben kann?!

 

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