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Du bist meine blaue Stunde

Traum zwischen Tag und Nacht

Dein Duft flutet meine Gedanken

Deine Augen halten meinen Blick

Deine Hände legen Feuer auf meine Haut

 

Du bist meine blaue Stunde

Lässt meine Fantasien blühen

Niemand wird es wissen

Es ist nur ein bittersüßer Traum

Der meine Nächte ausweitet

 

Du bist meine blaue Stunde

Geboren in ungezählten Stunden

Aus Einsamkeit und Sehnsucht

Deine Worte wurden mein Verlangen

Löschten alles andere aus

 

Du bist meine blaue Stunde

Bist mein und doch nie mein

Ich darf dir nicht gehören

Doch mein Herz besitzt du schon

So wird es immer sein

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„Nick, wir müssen reden“, flüstert Alissa ihm zu. „Ich weiß, wozu die Feldkirchminerale nützlich sind. Das ist eine unglaubliche Sache und wird viel Geld einbringen.“

„Bin in zwei Minuten da“, erwidert er kurzangebunden.

Alissa nickt und geht zurück in ihr Labor. Ich habe die Formel gefunden, jubiliert sie innerlich, Nick wird begeistert sein! Sie speichert die Dateien auf ihrem Schmuck-USB-Stick und hängt ihn an ihre Kette. Dann löscht sie die Daten aus dem Computer. Die Tür öffnet sich Alissa dreht sich strahlend um.

„Nick“, sie bricht ab.

Acht Männer in schwarzen Overalls drängen sich in das kleine Labor. Nick folgt ihnen, lässig die Hände in den Taschen.

„Was soll das werden?“, fragt Alissa schockiert.

„Wonach sieht es aus?“, er sieht sie triumphierend an, „du hast den Auftrag erfüllt und darfst gehen.“

„Ich dachte“, beginnt sie.

„Das haben schon viele gedacht. Du erhältst eine Abfindung. Und jetzt geh!“

Alissa wendet sich ab und steuert auf die Tür zu.

„Ach, Glen, nehmen sie ihr die Sicherheitskarte ab und schauen sie nach, was sie bei sich hat.“

Alissa muss eine Durchsuchung sämtlicher Taschen und eine Abtastung ihres Körpers hinnehmen. Zornig beißt sie die Zähne zusammen.

„Sie ist sauber, Chef“, brummt Glen.

Nick gibt ihm ein Zeichen und er schiebt Alissa unsanft auf den Flur.

Ich habe höchstens zwei Minuten, schießt es ihr durch den Kopf. Alissa schaut sich wachsam um, dann rennt sie los.

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I.

(Vier-Wortübung) Notebook, durchsichtig, brummen, heftig

Das Brummen war nervtötend. Der blöde Kühlschrank gab langsam den Geist auf und ich hatte kein Geld mir einen neuen zu kaufen. Er entwickelte mehr Hitze, als ein Kohleofen, und leider nicht nur außen, sondern auch innen.

Ich starrte auf mein Notebook und die ersten drei Zeilen meines Textes. Mein Verleger würde mich in Stücke reißen, wenn er wüsste, dass ich faktisch noch nicht einmal angefangen hatte. Sechs Wochen! Ich hatte nur sechs Wochen, um diesen verdammten Roman fertig zu schreiben und alles, was ich geschrieben hatte, war:

Sie trug ein Nachthemd, das eher einem Nichts glich. Durchsichtig und zart wie ein Seidenkokon. Als sie die Tür öffnete, stieß sie sich heftig den Zeh.

„Oh, Gott was für ein Schwachsinn!“

Ich löschte die Sätze. Zum zehnten Mal. Wenn mir nicht bald etwas Gutes, etwas tolles Atemberaubendes einfiel, würde mein Verleger mich löschen. Aus seiner Liste. Aber wie konnte er bloß auf die bekloppte Idee kommen, mir ein Skript für einen Schnulzenroman mit dem Titel: Am Ende des Weges wartest du(?!) zu zusenden.

In meiner ganzen Karriere als Autorin, wenn man von Karriere sprechen konnte, hatte ich noch nie so einen Mist verzapft. Vermutlich brauchte er ein paar seichte Heftchenromane für die Gitterboxen in der Bahnhofsbuchhandlung. Mängelexemplar würde darauf stehen und ich konnte mich in keinem seriösen Verlag mehr sehen lassen.

Es reichte! Ich stand auf und holte mir eine lauwarme Cola aus meinem Kühlmonster. Es wurde Zeit die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Klischee hin, Klischee her. sollte er doch selbst eine Schmonzette schreiben, wenn es das war, was er wollte. Ohne mich.

Ich schloss das Dokument und machte ein ganz neues frisches auf. Eins auf dem ich noch keine Pixel hinterlassen hatte. Weiß wie Schnee, blütenrein. Ich tippte die Überschrift meines neuen Romans: Blutkind. Mein Verleger würde sich warm anziehen und ich noch etwas länger auf einen neuen Kühlschrank verzichten müssen.

Und nun noch etwas das schwer nach Spionage riecht:

II.

(die „was- wäre -wenn-Übung“)

Was wäre, wenn sie nicht wüssten, für wen sie wirklich arbeiten?

„Andrew, wo sind denn die Files, die ich gestern angelegt habe?“

Ich ließ das Suchprogramm schon das zweite Mal durchlaufen. Die Chance, dass ich sie diesmal finden würde, war gleich null, aber sicher war sicher.

„Von welchen Dateien redest du?“

Andrew sah mir über die Schulter und starte auf meinen Bildschirm.

„Du weißt schon, die Javaakten“, murmelte ich.

„Javaakten?“, Andrew schüttelte den Kopf. „Noch nie davon gehört.“

„Ach, komm. Wir haben beide daran gearbeitet. Du hast mich doch wegen dieser ganzen Sache in die Abteilung geholt.“

Der PC hatte das Suchen aufgegeben und ich auch. Ich wusste, was ich zu tun hatte. Ich fuhr den PC herunter und nahm meine Jacke vom Stuhl.

„Hey, wo willst du hin?“

Andrew sah mich erstaunt an.

„Ich muss hier mal raus. Einen Kaffee trinken.“

„Den gibt’s hier auch!“

Er hielt mir eine Tasse hin. Ich verdrehte die Augen und schüttelte entnervt den Kopf.

„Richtigen Kaffee, nicht diese braune mysteriöse Brühe.“

Ich sagte manchmal zum Spaß, dass der mit irgendwelchen Halluzinogenen versetzt sei. Langsam begann ich daran zu glauben. Hier war definitiv was faul. Ohne auf Andrews Lamento zu achten, verließ ich das Büro. Vor dem Haus winkte ich einem Taxi und stieg ein. Ich ließ den Fahrer eine Viertelstunde kreuz und quer durch die Stadt fahren, erst dann nannte ich ihm mein Ziel. Hyde Park. Er hielt am Lancaster Gate. Ich steckte ihm einen anständigen Betrag zu und schlenderte langsam die Allee hinunter. Unauffällig aussehen ist gar nicht so leicht, wenn man es sein muss. Ich wandte mich den „Italienischen Gärten“ zu und war froh, dass um diese frühe Zeit noch nicht so viele Touristen unterwegs waren. Ich setzte mich in den weißen Pavillon. Normalerweise saß ich sehr gerne hier und sah den Wasserspielen zu, aber heute war mir wirklich mulmig zumute.

„Hallo Flora, wie geht es dir?“

Erleichtert sah ich den älteren Mann an, der sich neben mich setzte. Er sah sehr distinguiert aus in seinem dunklen Mantel, dem Anzug und den teueren Lederschuhen. Der Unterschied zwischen uns hätte nicht größer sein können.

„Jetzt schon besser, Harry, ich bin froh, dass du gekommen bist.“

„Du weißt, dass du dich jederzeit auf mich verlassen kannst.“

Er nahm meine Hand in seine. Es war angenehm seine Wärme zu spüren. Sie flößte mir das Vertrauen und die Zuversicht ein, die mir langsam abhanden kam. Ich konnte den Finger nicht auf den wunden Punkt legen, aber das Gefühl in einen gefährlichen Strudel geraten zu sein, den ich nicht einschätzen konnte, wurde ich einfach nicht los.

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