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Posts Tagged ‘Loch’

Alle Nächte der Welt konnten ihr nicht dir Ruhe geben, die sie brauchte. Das was Amara erlebte, brannte sich für immer in ihre Seele. Unterschwellig existierte es am Tag. Nachts, wenn sich die Türen zwischen Realität und Illusionen öffneten, schwappte das Böse über die Schwelle und beherrschte ihre Träume. Doch Träume sind ein merkwürdiges Medium. Manchmal sind sie wirklicher als die Realität und ihre Spuren reichen bis in sie hinein. Amara spürte es schon seit geraumer Zeit, doch an diesem Morgen sah sie zum ersten Mal, die Folgen. In der Wand ihres Schlafraumes war ein Loch im Mauerwerk, so groß wie eine Faust.

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Ich war 41, als ich das Loch entdeckte.

Es war winzig. Ein Nadelstich durch Pappe. Zuerst fiel es mir nicht auf, aber irgendwann fühlte ich den leicht aufgeworfenen Rand unter meinen Fingerspitzen und bemerkte die winzige Menge Blutes, die austrat. Ich machte mir keine Gedanken. Jeder hatte irgendwo seine Schwachstelle, meine war das Loch in meinem Herzen. Ein paar Tropfen Blut am Tag konnte ich verkraften. Ich verließ mich auf meinen Körper. Bis dahin hattte er mich nicht im Stich gelassen.

Ich sollte mich täuschen. Es dauerte etwa zwei Monate und aus den klitzekleinen Tropfen war ein stetiges Rinnsal geworden. Wenn ich nicht bald anfing, den Blutfluss zu stoppen oder wieder etwas zu zuführen, dann erreichte der Verlust die kritische Phase.

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Du berührst meine Gedanken
Ganz sacht
Mit deinen Fingerspitzen
Auf meiner Seelenhaut

Kamst in meine Träume
Ganz leise
Nimmst mich wie ein Sturmwind
Mit in deinen

Du öffnest meine Quelle
Mit sanfter Hand
Reißt ein Loch in meine Mauer
Gefühl das sich befreit

Du legst Musik in meinen Kopf
Mit deinen Worten
Ich kann tanzen
Leben spüren tiefer

Du machst meinen Tag besonders
Mit deiner Gegenwart
Lässt mich erstrahlen
Herz über Kopf

Du entlockst mir ein Lächeln
Mit deinem Interesse
Es kleidet mich
Unübersehbar für andere

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Eier, die keine Henne legte, liegen plötzlich auf meinem Frühstückstisch
Sie müssen gewachsen sein, als ich weg war, also komm belüg‘ mich nicht!
Ich überführe dich und dann erübrigt sich,
Wie die Eier da nur hinkamen, noch heiß und doch so trügerisch.

Wir haben kein Huhn und keinen Hahn hier, also wer hat’s da hingelegt?
Es ist niemand hier, der mehr als nötig einen Finger regt.
Sind wir jetzt geweiht von den weißen Federgeistern
und können wir statt Kleber auch mit Eiweiß kleistern?

Keiner hat’s gesehen, es war plötzlich vorhanden,
Ich blieb ruckartig steh’n, denn ich hab’s nicht verstanden.
Selbst Onkel und Tanten sowie Oma und Opa,
sagen dass selbst früher hier schon niemals ein Huhn war.

Was soll das heißen, das Ei war zuerst da?
Ein Huhn musste es doch legen nach dem Motto „Erster!“
Es ploppt nicht einfach auf, es kam aus einem kleinen Loch,
Wenn du sagst „Muss es nicht“, sag ich „Ätsch, muss es doch!“

Ich habe recherchiert und ein Ergebnis erzielt,
Es war ein Zyklop mit zwei Augen und der schielt,
Gerade sehr verdächtig zu Boden, verzweifelt,
Hatte sehr gehofft, dass ich’s nicht begreife.

Doch jetzt ist mir egal, wer es mir in den Becher mogelte,
Völlig irrelevant, auch wenn ich tausendmal googelte.
Schnell den Salzstreuer her, bevor es sich verflüchtigt,
Ich sage Euch, diese Eier sind berüchtigt.

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Seine Gedanken geordnet auf Papier zu bringen und die Magie der sich entfaltenden Wörter zu sehen versetzt uns in Verzückung. Doch der Weg dorthin kann sehr schmerzhaft sein. Der Schreibende schöpft aus seinem Leben, seinen Emotionen, den schönen und den schrecklichen. Schreiben ist verarbeiten.

Wie erklärt man einem Menschen das Gefühl, ein Loch in seinem Herzen zu haben? Ein schwarzes Loch aus Einsamkeit, Angst, quälender Sehnsucht, der Gier nach Liebe, Anerkennung. Gar nicht. Man könnte es einfach aussprechen. Man könnte, aber der Gedanke an den verständnislosen Blick, das Erspüren, wie sich der andere abwendet, der einem gerade noch sagte: „Du kannst mir alles sagen. Ich würde dich nie verurteilen.“

Ich habe es erlebt. Mehr als einmal. Ich möchte einfach zu gerne glauben es könnte wahr sein und mein Gegenüber versteht meinen Schmerz. Leider ist es nicht so. Also behalte ich es für mich, das schwarze Loch. Ich decke es mit Lachen und einem unkomplizierten Gemüt zu. „Immer nur Lächeln immer vergnügt, wie es da drin aussieht, geht niemand was an“, heißt eine Liedzeile aus einer Operette. Diese Lehre habe ich verinnerlicht. Es gibt Dinge, die ich erzähle – Alltägliches, Dinge, die anderen auch passieren können. Die dunkle Seite, die blutenden Wunden, offenbare ich nur in absoluten Ausnahmefällen. Ich bin ein Meister der Täuschung. Ich könnte Undercover-Spion sein. Gefühlsspion.

Meine Geburt war schwierig. Mein Leben stand tatsächlich auf der Kippe. Es wäre gut möglich gewesen, dass mich niemand von den Menschen um mich herum, jemals kennengelernt hätte. Der Zufall hat anders entschieden.

Der Zufall hat entschieden, dass ich schreiben sollte. Das Leben erkennen durch das Schreiben. Geboren werden durch Schreiben. In jedem Satz, jedem Wort steckt mein Blut, vermischt mit Tinte oder Druckerschwärze. Ich lebe meine Ängste, meine Zweifel, meine Liebe, meinen Glauben, meine Lust im Schreiben. Das habe ich schon immer getan. Als ich noch nicht schreiben konnte, dachte ich mir Geschichten aus und erzählte oder träumte sie. Heute schreibe ich sie auf.
Es hat lange gedauert, bis ich es erkannte, aber in einer Zeit, als ich dachte, ich könnte nie wieder Glück empfinden, hat mir das Schreiben das Leben gerettet. „Ich schrieb mir das Leben schön.“ Ich habe mir mein Gedanken-Gefängnis bunt geschrieben. In meinen Texten kann und darf ich alles sagen und tun. Ich muss nichts verheimlichen und nichts bereuen. Das Privileg des Künstlers.

Ich darf so viel Angst empfinden, wie ich sie nie zeigen würde. So viel Tränen vergießen, wie ich nie weinen würde. So viel Liebe erleben, wie ich sie nie hatte. So viel Wut raus lassen, wie ich nie zu lassen würde. So viel Lust und Begehren erfahren, wie ich nie erleben werde. In einer Welt leben, die immer heil und ganz sein wird, egal was draußen vor sich geht. Mit dem Tod ein Tänzchen wagen, auch wenn mir der Gedanke an das Ende, die Luft abschnürt.

Das schwarze Loch in meinem Herzen lässt sich nicht flicken. Ich lebe damit, obwohl ich mir wünsche es wäre anders. Was geschehen ist, ist geschehen. Nichts wird daran etwas ändern. Das Schreiben hilft mir den Schmerz im Zaum zu halten. Meinen Blick auf das Helle gerichtet, auch wenn die die Schatten mich auffressen wollen. Worte sind die Pflaster auf meiner Seele, die die Narben bedecken und mir einen Ort sichern, an den ich immer gehen kann. Meine Fantasie.

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