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Posts Tagged ‘leer’

Im Dunkel der Schränke reifen die Sommerkleider. Warten auf einen Sommer, der niemals wiederkommt. Längst vergangen sind die Zeiten, in denen die Wiesen, Wälder und Gärten sich in leuchtend bunte Farben kleideten, die Luft vom Geschwirr der Vögel flirrte und in Mensch und Tier die Lust zu leben weckte.

Leer und öd ist es. Beton und Eisen überziehen die Welt. Müll, sichtbar und unsichtbar sind die neuen Farben. Lärm und Dissonanzen verstopfen uns die Ohren, verhindern, dass wir denken können.

Nach dem großen Krieg, den dumme, machtgierige Diktatoren anzettelten und dem sie ihre Völker opferten, verfiel das Land bis zur Unkenntlichkeit. Es lag im Todeskampf, getränkt mit Blut. In den Jahrtausenden, in denen es geknechtet und ausgebeutet wurde, hatte es nach der Schlachtung seiner Kinder die Lust am Leben verloren. Könnte ich so viele Tränen weinen, den Schmutz wegzuwaschen, ich weinte sie alle.

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Und die Erde war wüst und leer. Und es war finster.

Fassungslos blickte ich auf das dunkle Grau in Grau, dass endlos vor mir lag. Ab und an erhellte eine Art Wetterleuchten die grausige Szenerie. Ein Knistern wie von einer Überspannung lag in der stickigen stinkenden Luft. Was war geschehen? Warum? Aber am meisten beschäftigte mich die Frage: Warum war ich hier?

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Spiegel, Post, Schimmer, Gefäß, Traurigkeit, kalt

 

Die Post brachte deinen Brief

Blau auf weißem Grund

Mein Name

 

Deine kurzen Zeilen

Kalt

Keine Schimmer Mitgefühl

 

Ein Blick in den Spiegel

Traurigkeit bleischwer

Zerbricht mein Herz

 

Eine Wunde tief

Verschlingt meine Liebe

Zurück bleibt ein leeres Gefäß

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„Die Batterie ist leer.“

Sam bewegte den Schalter der Taschenlampe ein paar Mal. Ich hörte das Klicken.

„Genau die Worte, die ich gerade nicht hören will“, seufzte ich.

„Na, ich kann mir auch was Besseres vorstellen. Du bist diesmal nicht besonders gut vorbereitet. Kann es sein, dass du mit den Gedanken nicht ganz bei der Sache bist?“

„Scheint so.“

Ich hätte ihm den Grund gerne verraten, aber warum sollte ich ihn auch noch beunruhigen. Wir tasteten uns weiter in dem engen Gang vorwärts.

„Was meinst du, wie weit es noch ist?“

„Nicht sehr weit. Wir müssten gleich an die Abzweigung kommen, von dort gehen wir nach rechts.“

Sam blieb abrupt stehn. Ich prallte auf seinen breiten Rücken.

„Sorry“, sagte ich.

„Wir sind da“, stellte er fest, „gib mir deine Hand. Ich glaube, wir kommen demnächst an eine Treppe.“

„Stimmt. Es können höchstens noch hundert Meter sein.“

Ich griff nach Sams Hand. Seine kräftigen Finger schlossen sich um meine. Ich war froh, dass er bei mir war.

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Selbst die Meister der Literatur hatten manchmal Probleme mit dem Wollen und dem Können:

„Die Wahrheit jedoch ist, dass die übervolle Seele sich bisweilen in eine völlig leere Sprache ergießt, denn niemand von uns kann jemals das wirkliche Ausmaß seiner Wünsche, seiner Gedanken oder seiner Leiden ausdrücken; und die menschliche Sprache gleicht einem zersprungenen Kessel, auf dem wir krude Rhythmen wie für Tanzbären trommeln, während wir uns danach sehnen, eine Musik zu machen, bei der die Sterne schmelzen.“                                          Gustave Flaubert

 

Die Sterne hören mein Seufzen.

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Ich träumte von dir
Ohne zu fragen stößt du mich
Tiefer in den Wahnsinn Liebe
Schöpfer meiner Lust

Wo kamst du her
Nach so viel hohlen Stunden
Wo gingst du hin
Nachdem der Traum entschwunden

Du hast mein Herz gefasst
Bist leis gegangen
Und nahmst es mit
Ohne mir deins zu lassen

Bin leer
Wenn du nicht bei mir bist
So müde vom Sehnen
Der Berührung deiner Hand

Ausgegossen in die Einsamkeit
In die Wüste Einerlei
Kein Blick mich hält
In der Nacht endloser Stille

Ich unter dir eingeschlagen
Mit glühendem Eisen
Du in mich getrieben
Mit roher Kraft

Treibst das Räderwerk neu an
Das mich längst tausendfach zermahlen
Bis nichts mehr übrig war
Das deine Gier mästen konnte

Unerfülltes Begehren brennt Male
In meine stöhnende Seele
Haut an Haut geleimt
Mund an Mund gekettet

Hast mich von dir losgerissen
Blutend aus offenen Wunden
Die Zeit nicht heilen will
Flehe ich dich an

Hab ein Herz
Gib mir meins zurück
Bevor ich an Liebe sterbe
Die du längst vergessen hast

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Leben

Das Leben fließt

Durch mich hindurch

Nein!

 

Das Leben hakt

Sich in mir fest

 

Zerreißt mich

Bläht mich auf

Schrumpft mich ein

 

Zerfaltet mich

Wie ein Gebirge

Zerknittert mich

Wie Altpapier

 

Ich bin so voll

Aufgebrochener Schwären

Ich bin so leer

Sinnlos ausgezehrt

 

Verrenkter Körper

Vernarbte Seele

Blutendes Herz

Offen jede Wunde

 

Ende

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