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Posts Tagged ‘kostbar’

So kostbar wie die Luft zum Atmen.

Zu oft nutzlos vergeudet.

Erst geschätzt, wenn sie zu Ende geht.

Unendlich und doch nie einzuholen.

Rinnt sie durch die Finger wie Sand?

Ich halte meine Taschen auf.

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Du bist meine Achillesferse

Mein kostbarstes Stück

Kein Schmerz soll dich treffen

Mein Verständnis ohne Ende

Nur du bist wichtig

Wenn du unglücklich bist

Kommen mir dir Tränen

Fühlst du eine Sorge

Trifft sie mich doppelt

Bist du Glücklich

Bin ich zufrieden

 

Und doch

Mit jedem Wort von mir

Entfernst du dich

Baust eine Mauer

Aus Widerwillen

Gute Argumente sterben

Verwehen – Asche im Wind

Platzen wie Seifenblasen

Auf rauem Grund

 

Meine Liebe ist armselig

In deinen Augen

Du denkst ich bin bedürftig

Kannst nicht sehen

Dass es echt ist

Ohne Täuschung und Hintergedanken

Ich habe mein Herz geöffnet

Auf dem Silbertablett serviert

Nichts zurückgehalten

 

Liebe muss nicht kämpfen

Liebe ist

Liebe muss nicht betteln

Liebe gibt

Liebe muss nicht reden

Liebe versteht

Liebe schwankt nicht

Liebe besteht

Liebe muss nichts beweisen

Liebe existiert

Liebe läuft nicht davon

Liebe bleibt

 

Ich bin meine Achillesferse

Mein kostbarstes Stück

Du kannst mich nicht sehen

Dich nicht ganz erfassen

Mein Gefühl für dich

Hat mich verwundbar gemacht

Ich klebe Pflaster auf die Wunde

Lerne aus dem

Was man Leben nennt

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Die Königin

Stolz schritt sie durch die Menschenmasse, die sich ehrfürchtig vor ihr teilte. Dort wo sie ihre Füße hinsetzte, konnte ich kleine Flecken mit Eiskristallen erkennen. Ihr Blick war so kalt, wie der Hauch der sie umgab und so scharf, wie die Eiszapfen, die sich am Mauerwerk der Haale bildeten. Die Menschen beugten ihre Köpfe unter der eisigen Brise.

Sie trug eine langstielige Blume mit rotem Kelch in der Hand. Wie war das möglich? In ihrer Nähe erstarrte Baum, Strauch und Blüte. Kein Mensch konnte es lange in ihrer Gegenwart aushalten.

Ich sah genauer hin, als sie an mir vorbei ging. Mein Atem wurde weiß, winzige Eiskristalle bildeten sich auf meinem Gesicht und ein heftiger Schauer schüttelte mich, obwohl ich meinen wärmsten Mantel, eine wollene Mütze und Fäustlinge mit Fell gefüttert trug. Den dicken Schal hatte ich um meinen Hals geschlungen.

Die Blume war aus Seide. Zarteste rote und grüne Seide. Ich dachte an die winzigen Raupen des Seidenspinners, die diese kostbaren feinen Fäden spannen. Wie war es möglich, dass die Blume die Kälte aushalten konnte, die die Eiskönigin ausstrahlte?

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Das Auto fuhr unter alten Bäumen dahin. Der warme Wind, der durch die offenen Fenster herein strömte, zerzauste meine Haare. Morris hatte sich auf dem Beifahrersitz zusammengerollt. Meine Lieblingsmusik tönte aus dem Radio. Bald erreichte ich mein Ziel. Das Meer. Weißen Sand, Wellen, die sich ans Ufer warfen. Das Abenteuer meines Lebens.

„Sie haben nicht mehr als ein Jahr“, sagte der Arzt. „Wenn wir sie schnell behandeln, vielleicht mehr.“

Ich wusste, was er damit meinte, erhob mich, reichte ihm die Hand, „Dann wird es Zeit“, erwiderte ich lächelnd und ging.

Ich verkaufte und alles. Nur ein paar besondere Bücher, meine Lieblingsklamotten, mein Laptop und Morris, mein Mischling, waren von meinen Habseligkeiten übrig geblieben. Von einem Teil des Geldes kaufte ich mir ein Auto, den Rest legte ich auf die Seite, für Notfälle, und fuhr los. Ich wollte die Welt sehen oder das, was davon übrig geblieben war.

Zuerst wollte ich ans Meer, danach würde ich weiter sehen. Solange es gesundheitlich möglich war, konnte ich Gelegenheitsarbeiten annehmen und wenn es nur für Kost und Logis war, mehr brauchte ich nicht. Ab und an einen Stift oder einen Block. Alles würde sich finden.

Morris betrachtete mich aufmerksam. Ich kraulte ihn zwischen den Schlappohren. Das Leben war schön und es gehörte mir. Jede einzelne kostbare Minute.

Der Song heißt „Jubel“ und ist von der Gruppe Klingande.

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Es war der glücklichste Augenblick meines Lebens, und ich wusste es nicht einmal … (Orhan Pamuk) 

… ich denke, ich wusste, dass es die glücklichsten Augenblicke meines Lebens waren. Auch wenn damals noch nicht klar war, dass sich alles so rasant verändern würde. Es waren zwei der schönsten Wochen, die ich mit den Mädchen verbrachte. In dem kleinen Haus in Holland, mit der großen Wiese hinter dem Haus, auf der eine Herde Schafe graste. Der Hof lag einer langen Allee aus Weiden. Ich erinnere mich in allen Einzelheiten an das Haus, an unsere kreativen Stunden und das Buch – die fernen Königreiche – das wir fast zweimal gelesen haben. Es ist als wäre es gestern gewesen und dabei ist es beinahe zehn Jahre her.

Ich erinnere mich an viele Dinge, die wir in unseren Zeelandurlauben erlebten. An das Malerfachgeschäft, mit den vielen Büchern über Malerei. Ich könnte sofort einen Grundriss zeichnen, als wäre ich vor einer halben Stunde dort gewesen. Den Spaß, den wir in dem Spielwarengeschäft hatten, in der man sich eine ganze Tüte mit Spielzeug zusammenstellen konnte und dafür nur 10 Euro bezahlen brauchte, egal wie teuer das Spielzeug war.

Und dann ist da noch „Simply Red“ und „Stars“. Das war in dem Urlaub davor, als ich vergaß das Licht am Auto auszuschalten und „Johann“ (den Namen gaben die Kinder ihm) uns Starthilfe gab. Leider funktionierte das Radio nicht mehr, da es mit einer Pinnummer vor Diebstahl geschützt war und ich sie nicht wusste, um es neu zu starten. Hanna hat dann auf der Rückfahrt aus einem Buch vorgelesen. In diesem Urlaub verlor Isa einen Gummistiefel im Watt, er blieb einfach stecken und wir hörten „Ein Königreich für ein Lama“ gefühlte 150 Mal. Wir konnten zum Schluss die Texte fehlerfrei mitsprechen. „Ich habe den königlichen Groove versaut.“ 😉

„Simply Red“, unerheblich mit welchem Lied, bringt die Erinnerungen an diese unbeschwerte Zeit zurück und ich wünschte mir, ich könnte sie wiederhaben. Alles noch einmal erleben. Diese kostbaren Erinnerungen noch einmal aufsaugen. Die Gefühle intensiver, bewusster erleben und abspeichern, damit sie so tief in meinem Gedächtnis sind, dass ich sie niemals vergessen werde. Es gibt noch viele glückliche Erinnerungen, die im Nachhinein an Bedeutung gewinnen, weil man sie aus deiner anderen Perspektive sieht. Sie sind vergangen und kehren nie wieder, dadurch erhalten sie in meinem Herzen diesen goldenen nostalgischen Schimmer.  

Es sind Momente aus meiner Kindheit, meiner Jugend, Begegnungen mit besonderen Menschen. Der erste Blick in die Augen meines Sohnes, und das erkennen einer alten Seele. Das sanfte Wesen meiner ältesten Tochter, einem glücklichen Sonntagskind, dass die Herzen im Sturm erobert. Den starken Willen meiner zweiten Tochter, einem Feenwesen mit rotgoldenen Locken und der zugewandte, pfiffige, mitfühlende Charakter meiner Jüngsten.

Ich bedauere, dass viele dieser kostbaren Momente von einem silbrigen Schleier umgeben sind, undeutlich geworden. Eingesponnen in einen Kokon. Manchmal gelingt es, den einen oder anderen zu zerrreißen und die Erinnerung zu beleben. Aber immer deutlicher sehe ich die Tage kommen, an denen es das Einzige ist, was bleibt.

Das ist des Menschen Sinn. Wir bemerken das Glück, dass wir jeden Tag genießen erst, wenn es vorbei ist, selbst wenn es riesengroß vor unseren Augen steht. Es ist leichter gesagt, als getan, das Glück des Augenblicks zu schätzen. Gerade in der heutigen hektischen Zeit, in der alles schnell gehen muss, und am besten schon gestern erledigt worden sein sollte. Mir gelingt es kaum, auch wenn ich es weiß und mir immer wieder sage, dass ich achtsam sein will. Das Schreiben ist eine Hilfe wenigstens einen Teil des Glücks zu bannen, so flüchtig es auch sein mag.

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