Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Kloster’

Es ist eine Weile her, dass ich einen Beitrag für meinen Blog geschrieben habe, und beinahe hätte ich ein schlechtes Gewissen – aber nur beinahe. Ein Schriftsteller, der einen monumentalen Fantasieroman mit verschiedenen Vampirclans und einem Jägerorden schreibt, der auf weitere Teile ausgelegt ist, darf die anderen Texte sicher auch mal etwas entspannter angehen.

Oder drastischer gesagt, ich nehme mir das einfach heraus. Bei 550 Seiten, Tendenz steigend, muss man alle Figuren im Auge behalten, damit am Ende kein Leser enttäuscht ist und sich fragt, wo ist den XYZ abgeblieben? Das gelingt mir ganz gut und ich hoffe, meine späteren Leser, sehen das ebenso. Aber das erfordert volle Konzentration und ständige Beschäftigung mit dem Stoff.

Immerhin bin ich (leider) keine Vollzeitschriftstellerin und habe noch so ein paar Kleinigkeiten nebenbei zu erledigen (und ich kann nur in meinem eigenen Tempo schreiben). Ich gehe mit meinen Figuren schlafen, und stehe mit ihnen auf. Ich gehe mit ihnen arbeiten, putze, esse, gehe einkaufen, wasche Wäsche und treffe Freunde (die Armen) mit ihnen.

Immerhin geht es um wichtige Fragen:

Wie reagiert ein Vampirfürst, wenn er ein Theaterstück – in meinem Fall „Die Zauberflöte“ – schon das Xte Mal gesehen hat?

Wie verhält sich seine Schwester, wenn sie endlich mal raus ist aus dem Familienschloss in der Pampa und er gleich alle Jungfrauen aussäuft und diverse Leichen hinterlässt?

Was sagt sein bester Freund, wenn er den „Dreck“ wegmachen muss?

Und das ist nicht alles! Meine Geschichte spielt um 1810 – da gab es gewisse Worte in der Umgangssprach nicht – besonders in gehobenen Kreisen sprach man deutlich gewählter – während die Arbeiter und Bauern eine derbere Sprache hatten. Also muss ich bei den Dialogen darauf achten, wie meine Figuren reden.

Wie lange dauerten Kutschfahrten von A nach B, und wie lange brauchte ein guter Reiter?

Welche Erfindungen hab es? Welche Häuser, Kloster oder Schlösser waren schon gebaut, welche Gärten angelegt?

Wie viele Brücken hatte Prag 1810? Eine! Die Karlsbrücke.

Wie groß waren die Städte zu der Zeit? Wie hießen die Straßen? (Alte Stadtpläne sind nicht so einfach zu finden und man braucht eine gute Lupe!)

img_6185.jpg

Ich will mich übrigens nicht darüber beschweren! Im Gegenteil! Ich habe sehr viel gelernt, während ich recherchiert habe – zum Beispiel mochten die Prager Mozart viel lieber als die Wiener 😉 . Und es gab zu der Zeit Reiter, die Strecken von über 100 Kilometer zurücklegen konnten – dazu gab es extra ausgebildete Pferde.

Tatsächlich macht es mir Spaß in dieser Zeit zu schreiben – Geschichte, mein Faible seit Kindertagen. Ich komme ursprünglich aus Hildesheim und dort gibt es ein tolles, international bekanntes Museum. Das Römer-Pelizeaus Museum. Eines DER ägyptischen Musen und ich erinnere mich noch an die Faszination, die es auf mich als Kind ausübte. Die riesigen Sarkophage, die mich überragten und die direkt als erstes in der Eingangshalle standen. Das ist bis heute so geblieben. Museen faszineren mich – besonders die, in denen Altertümer gezeigt werden. Meine Helden sind Schliemann, Carter und wie sie alle heißen.

Und so werde ich meiner Geschichtsbegeisterung treu bleiben. Denn der nächste Roman spielt um 1830 und eine Menge nordische Mythologie wird drin eine Rolle spielen.

Darum, meine Lieben, ich muss mich wieder an meinen Roman „schmeißen“, immerhin will ich den nächsten bald anfangen.

Read Full Post »

Der folgende Text ist eine Aufgabe aus dem 365-Tage-Projekt, allerdings auch eine Art Auftragsarbeit. Es ist der Vorspann für ein Rollenspiel und ich bin schon sehr gespannt, wie sich das Ganze entwickelt. 🙂

Die Höhle ist dunkel, aber wenigstens ist es dort trocken. Seit Stunden regnet es und ich bin völlig durchnässt. Ich brauche dringend eine Verschnaufpause und etwas zu essen. Ich mache ein Feuer mit ein paar herumliegenden Holzstücken und verteile meine Kleider zum Trocknen. In meinem Rucksack finde ich noch einen Kanten Brot, eine halbe Hartwurst und zwei Äpfel. Ich setzte mich dicht ans Feuer und verspeise alles. Inzwischen ist es eine Woche her, dass ich von zuhause aufbrach und wenn ich nicht bald jemand finde, der mir weiterhilft, ist meine Mission zum Scheitern verurteilt.

Mein Vater, der König von Anwar, sandte mich aus, den Tempel des großen Orakels aufzusuchen. Er hofft, Beatrice die große Seherin könnte uns bei der Suche nach Wolfram dem Magier helfen. Er gilt als verschollen, doch er ist unsere einzige Hoffnung, den Phönix zu finden, der unserem Volk den Frieden bringen kann, denn nur ein Magier seines Standes ist in der Lage diesen seltenen Zaubervogel einzufangen.

Die Schwierigkeit des Unterfangens ist mir wohl bewusst, doch meine beiden Brüder befehligen die Heere Anwars und sind unabkömmlich. Sie müssen unsere Grenzen nach Zenovia sichern. Nachdem König Geralf von Zenovia einem Meuchelmord zum Opfer fiel und sein Halbruder Brand den Thron bestieg, haben sich die Verhältnisse im Land rapide verschlechtert.

Geralfs Söhne sind auf der Flucht und unsere Spione berichten, dass die jungen Männer zwangsgezogen werden, um ein großes Herr aufzustellen. Brand hegt große Übernahmepläne für die umliegenden Völker und wir werden sein erstes Ziel sein. Anwar ist das kleinste Nachbarland und doch sind wir mit großen Schätzen gesegnet. Wir werden uns nicht lange gegen Brand und sein Heer behaupten können, wenn es zum Krieg kommt.

So lag es an mir, dem Jüngsten, dem Befehl meines Vaters Folge zu leisten und mich auf den gefahrvollen Weg zu begeben.

Der Legende nach liegt der Tempel in der Spiegelwüste. Um dorthin zu gelangen braucht man eine besondere Karte. Sie markiert den Punkt, an dem man den Weg beginnen muss, sonst wird man von den Wanderdünen und Luftspiegelungen in die Irre geführt. Die Karte liegt in den Tiefen der heiligen Bibliothek der Mönche von Windermer. Der Weg dorthin führt durch unwegsame Moore, dunkle Wälder, über Schneebedeckte Berge und an schaurigen Orten vorbei.

Um in den Besitz der Karte zu gelangen muss ich zuerst eines Artefakts habhaft werden, dass in der Hammersburg unter Verschluss gehalten wird. Es ist Teil des heiligen Siegels von Windermer und wurde vom ersten Abt des Klosters geschaffen. Nur unter dieser Bedingung werden sie mir die Karte anvertrauen.

Read Full Post »

Ich halte mich im Schatten. Immer dicht an der Wand entlang, husche ich lautlos weiter. Außer dem Plätschern der wasserspeienden Löwen sind keine Geräusche zu hören. Ab und an schreit ein Nachtvogel im nahen Wald.

Mein Herzschlag beschleunigt sich. Das ich meinen Lebensunterhalt mit Einbruch und Diebstahl bestreite, mag befremdlich erscheinen, ist aber sehr lukrativ, doch in ein Kloster einzubrechen gehört zu den unrühmlichsten Dingen, die ich je für einen Auftraggeber erledigen musste. Ich bin kein gläubiger Mensch, allerdings habe ich auch das, was man einen Ehrenkodex nennen könnte.

Der Einbruch selbst ist diesmal einfach. Das Kloster ist frei zugänglich und das Kirchenportal zu knacken ein Klacks, wie ich bei meiner Recherche feststellte. Doch dann wird es schwierig. In der Krypta gibt es eine besondere Deckplatte, hinter der sich das Kleinod versteckt, an dem meine Auftraggeber interessiert sind.

Laut alten Aufzeichnungen gibt es einen Mechanismus die tonnenschwere Platte von ihrem Platz zu schieben. Den gilt es in der Dunkelheit zu finden.

Ich drücke sacht auf die Klinke der Kirchentür und stemme mich gegen den massiven Türflügel. Sie gibt nach, ist nicht verschlossen. Für einen Moment stutze ich. Dann schiebe ich mich durch den Spalt und schließe sie so leise, wie möglich. Ich halte einen Moment inne und lausche in die Finsternis. Nichts zu hören. Ich schalte meine Taschenlampe an.

Read Full Post »

Kurze Antwort: In Seligenstadt am Main.

IMG_0935
Ausführlicherer Bericht: Hanni und ich fuhren kurz vor 9 Uhr los. Das Wetter, wie man so schön sagt, durchwachsen, aber mit Regenschirm ausgestattet kein Problem. Kalt ist es nicht, 17 Grad bei unserer Ankunft in Seligenstadt eine Dreiviertelstunde später.

Da wir zu den ersten Touris an diesem Pfingstmontag gehören ist es im Klostergarten noch wunderbar still. Im Bienenlehrstock dagegen ist Betrieb. Die kleinen Honigsammler sind fleißig und fliegen eifrig raus und rein. Es summt und brummt.

IMG_0974

Von dort steuern wir direkt das Klostercafé an. Der Himmel ist zwar bedeckt, aber die Temperatur ist angenehm und wir suchen uns ein Plätzchen auf der Terrasse. Das Café wird von Menschen mit Handicap betrieben. Es gibt super leckeren Kuchen und wirklich guten Kaffee! Wir setzen uns und sofort ist ein netter Kellner zur Stelle. Er erklärt uns, wie wir bestellen können. Auf jedem Tisch steht ein Holzklötzchen mit Bleistift, Zettelblock und Speisekarte. Auf dem Zettel notieren wir: 2 Milchkaffee, Tisch 24. Der junge Mann holt den Bestellzettel ab und kurz darauf stehen zwei Milchkaffee mit Keks auf dem Tisch.

IMG_0921

Hanna holt ihr Skizzenbuch aus der Tasche und malt ein Bild von der Geranie auf dem Tisch. Ich fotografiere den Blick von unserem Sitzplatz aus und später die fertige Zeichnung.

IMG_0927

Als die Sonne hinter den Wolken auftaucht, brennt es unangenehm auf der Haut. Ich spanne den Sonnenschirm auf.
Man spürt den Sommer deutlich, auch wenn er kalendarisch noch vier Wochen entfernt ist. Es riecht nach Rosen und Gras. Die warme feuchte Luft nimmt alles auf und trägt sie fort. In der Nähe hört man das Plätschern des Brunnens. Auf seinem Grund liegen glänzende Cent-Stücke.

Nach dem Kaffee machen wir einen Rundgang durch den Klostergarten, von dort gehen wir zur Klostermühle. Es ist Mühlentag und wir können uns die Mühle von innen ansehen. Dort ist ein netter Herr, der uns erklärt wie aus Sonnenblumenkernen Öl gepresst wird.

IMG_0945

Die Klosterbäckerei hat ebenfalls auf und wir kaufen ein superleckeres Steinofen Brot. Es ist noch warm und duftet. Das Wasser läuft uns im Munde zusammen. Auch der Kuchen lächelt uns an, aber wir wollen gleich ein Eis essen und Entscheidungen müssen gefällt werden. Wir heben uns den Kuchen für nächstes Mal auf.

IMG_0938

Hanni und ich gehen Richtung Main. In einem kleinen Eiscafé holen wir uns ein riesiges Eis. Wir suchen uns eine freie Bank am Main, lecken genüsslich unser Eis, versuchen uns nicht voll zu kleckern und sehen dem Übersetzen der Fähre zu. Vor uns scharwenzeln Enten herum und warten darauf, dass ein paar Brocken von der Waffel abfallen. Aber nicht mit uns, immerhin ist es eine Waffel mit Schoko-Überzug und Krokant.

IMG_0968

IMG_0970

Wir sitzen eine ganze Weile auf der Bank. Die Fähre fährt hin und her, zwei große Frachtkähne ziehen gemächlich an uns vorüber und verursachen heftigen Wellengang auf dem die Schwäne auf und ab schaukeln. Irgendwann reißen wir uns los und machen uns auf dem Heimweg.

DSC_0079

Vorher gehen wir noch mal ins Kloster. Dort kann man verschiedene Setzlinge kaufen. Ich habe es auf einen Feigenbaum abgesehen. Wir suchen uns ein schönes Pflänzchen aus und werfen den Obolus in die angekettete Gießkanne. Zufrieden gehen wir zum Auto und freuen uns darauf, zu Hause eine leckere Scheibe Kloster-Bäcker-Brot mit Butter und Käse zu essen.

 

Read Full Post »

Franz stand vor dem Kloster hinter der dicken Eiche. Das pfahle Licht der Mondsichel warf einen schwachen Lichtschein auf die nächtliche Szene. Nur in der Zelle des Abtes brannte noch eine Lampe. Franz zappelte ungeduldig von einem Bein auf das andere.

Der Alte dehnt sein Abendgebet heute besonders lange aus, dachte er verzweifelt. Sein Magen knurrte. Seine Geschwister und seine kranke Mutter warteten zu Hause auf ihn, in der Hoffnung auf ein herzhaftes Abendessen. Dieses erhoffte er sich hinter den Klostermauern, denn er wusste, dass sich die Mönche in einem umzäunten Gelände im Klostergarten Gänse hielten, die sie bis zum Weihnachtsfest mästeten.

Franz war wütend, wenn er daran dachte. Seine Familie hungerte und die Mönche lebten in Saus und Braus. Da lobte er sich den Eremiten, der in einem entlegenen Winkel des Waldes hauste. Dieser lebte wenigstens so wie er es predigte, bescheiden und zufrieden.

Da! Das Licht im Zimmer des Abtes erlosch und Franz wollte sich gerade hinter seiner Eiche hervor wagen, als er ganz in seiner Nähe ein Geräusch vernahm und innehielt. Vielleicht war es nur ein Tier, das sich bewegt hatte? Er starrte in die Dunkelheit.

Unterdessen wurde die kleine Seitentür, neben der großen Klostertür geöffnet, und im Lichtstrahl einer Laterne erkannte Franz den Eremiten an seinem langen Bart. Sicher hatte er seinen Glaubensbrüdern einen Besuch abgestattet und wollte nach seinen Gebeten nach Hause gehen. Da geschah etwas, das Franz den Atem stocken ließ. Ganz in seiner Nähe kam hinter einem Baum eine Person aus ihrem Versteck. Franz erkannte Lotte. Seine Lotte! Seine Verlobte Lotte! Er fürchtete in Ohnmacht zufallen.

Lotte trug den Strohhut, den er ihr als Verlobungsgeschenk gekauft hatte. Vom Munde hatte er ihn sich abgespart, immer mit dem schlechten Gewissen seiner Mutter und seinen Geschwistern gegenüber. Und sie, die Treulose, schlich nachts in der Gegend herum und traf sich mit diesem angeblich ach so keuschen, weltabgewandten Ordensbruder.

Franz wurde übel, als er sah, dass die beiden übereinander herfielen, während die Lampe scheppernd zu Boden fiel. Er hörte ihr Gestöhne. In seiner Ohnmacht ballte Franz die Fäuste.

Ich töte diesen Bastard! Nimm mir die Frau und verlustierte sich mit ihr. Wer weiß, wie lange die zwei es schon miteinander trieben, rasten die Gedanken durch seinen Kopf, soll ich sie auch töten? Mir hat sie diese Art der Zuneigung immer verweigert und mich mit auf unsere Hochzeitsnacht vertröstet. Dieses Luder! Ich werde sie mit bloßen Händen erwürgen.

Während Franz über eine Rache nachdachte, die ihn am meisten befriedigen würde, war das Pärchen vor der Klostertür so miteinander beschäftigt, dass es die Zuschauer, die sich um sie herum versammelt hatten, nicht bemerkte. Erst die donnernde Stimme des Abtes riss sie aus ihrer Ekstase.

„Bruder Lucius, wie konntest du mein Vertrauen so schändlich enttäuschen? Zieh deine Hosen hoch und sofort in die Büßerzelle!“

Zwei Minuten später lag das Kloster wieder im Dunkeln, nur Lotte stand halbangezogen auf der Wiese. Franz brach hinter seiner Eiche in hysterisches Gelächter aus. Verwirrt sah Lotte sich um.

„Franz?“, fragte sie ängstlich.

Er kam aus seinem Versteck.

„Du untreues Luder!“, schrie er sie an, „komm mir ja nicht mehr unter die Augen!“

Er ohrfeigte sie mit aller Kraft, riss ihr den Strohhut aus den Händen und machte sich auf den Heimweg.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: