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Posts Tagged ‘Klischee’

„Das ist ja ein Klischee (Synonym: Schablone) – Professorenfrau, jung, hat ihren „Job“ aufgegeben, fährt Cabrio und spielt Tennis!“ (So der Kommentar in einer Schreibgruppe zu einer Plotvorstellung.)
Und? Ich mag Klischees, englische Krimis auch. Warum ich sie mag? Weil man Klischees brechen kann und mit ihnen spielen – das ist der Trick! Bau eine Figur, die nach Klischee aussieht und mach etwas Besonderes draus. Spiel ein Spiel. Nutze deine Kreativität und gib dem Klischee eine besondere Note 🙂 .

Und ehrlich, wenn man sich auf der Straße umschaut, was für Klischees!Ich spar mir die Einzelheiten. Vielleicht mag ich Klischees, weil ich selbst wie eins aussehe und oft so eingeschätzt werde. Es breitet mir eine diebische Freude die Vorurteile über mich auszuhebeln. Schnell und effizient denken zu können, obwohl ich blond bin. Gut und schnell Autofahren zu können, auch wenn ich eine Frau bin. Schriftstellerin zu sein, obwohl ich keine Intellektuelle bin. Mutter von vier Kindern zu sein und nicht danach auszusehen. Erotische Geschichten zu schreiben und wie das brave Mädchen von neben an zu wirken. Auf Geld keinen übersteigerten Wert zu legen, obwohl ich aus „gutem“ Haus komme. Eins ist klar, wir können das Rad (in der Literatur) nicht neu erfinden, wir können es aber hübsch verpacken und es kreativ verwenden.

Vielleicht leben wir in einem Zeitalter der Klischees, durch die Medien und die Gesellschaft suggeriert. Einerseits wollen wir alle Individuen sein, jemand Besonderes (siehe Hollywood und Castingshows), andererseits bewegen wir uns, sobald wir geboren werden, unter genormten Bedingungen. Babys und Kleinkinder werden bei U-Untersuchungen in einem Raster, aus normal entwickelt und nicht in der Norm, eingeteilt.(Das hat sicher eine gewisse Berechtigung, aber als Mutter von vier Kindern weiß ich, dass solche Raster oft nicht stimmen.) In der Schule werden Kinder ziemlich schnell in Leistungs-Schubladen gesteckt und so geht es das ganze Leben munter weiter.

Mich wundern Klischees nicht. Z.B.: Rockstars zerlegen Hotelzimmer, wenn sie es nicht machen, fragt man sich wieso. Hollywoodstars reden bei jeder neuen Beziehung von der großen Liebe und trennen sich nach vier Monaten wieder. It-Girls haben Mini-Hunde. Maler haben Affären mit ihren Modellen, Schriftsteller sind Alkoholiker usw.

Macht euch locker! Klischee ist das, was man daraus macht oder auch nicht.

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Das Brummen ist nervtötend. Der blöde Kühlschrank gibt langsam den Geist auf und ich habe kein Geld mir einen neuen zu kaufen. Er entwickelt mehr Hitze, als ein Kohleofen, und leider nicht nur außen, auch innen.

Ich starre auf mein Notebook und die ersten drei Zeilen meines Textes. „Sechs Wochen“ hat mir mein Verleger bei unserem letzten Telefonat ins Ohr gebrüllt. Sechs Wochen, um diesen verdammten Roman fertig zu schreiben und alles, was ich bis jetzt geschrieben habe, ist:

„Sie trug ein Nachthemd, das eher einem Nichts glich. Durchsichtig und zart wie ein Seidenkokon. Als sie die Tür öffnete, stieß sie sich heftig den Zeh.“

„Oh, Gott was für ein Schwachsinn!“, murmel ich und mein Kater sieht mich verständnislos an.

Ich löschte die Sätze. Zum zehnten Mal. Wenn mir nicht bald etwas Gutes, Tolles, Atemberaubendes, Außergewöhnliches einfällt, löscht mein Verleger mich. Aus seiner Liste. Aber wie konnte er bloß auf die bekloppte Idee kommen, mir den Vorschlag für einen Schnulzenroman mit dem Titel: Am Ende des Weges wartest du(?!) zu zusenden.

In meiner Karriere als Autorin, wenn man von Karriere sprechen kann, habe ich noch nie so einen Mist gehört. Vermutlich braucht er seichte Heftchenromane für die Gitterboxen in der Bahnhofsbuchhandlung. Mängelexemplar wird darauf stehen und die seriösen Verlage werden die Nasen rümpfen.

Es reicht! Ich stehe auf und holt mir eine lauwarme Cola aus dem Kühlmonster. Es ist an der Zeit die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Klischee hin, Klischee her. Soll er seine Schmonzette selbst schreiben, wenn es das ist, was er will. Ohne mich.

Ich schließe das Dokument und öffne ein neues frisches. Eins, auf dem ich noch keine Pixel hinterlassen habe. Weiß wie Schnee, blütenrein. Ich tippe die Überschrift meines neuen Romans: Blutkind. Mein Verleger muss sich warm anziehen und ich länger auf einen neuen Kühlschrank warten.

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Ich bin total im Rausch. Stehe unter Strom, wie aufgezogen. Sitze am PC schreibe, lese, fabuliere, fantasiere und vergesse die Zeit und alles andere. Als ob zwischen mir und dem Rest der Welt eine unsichtbare Mauer stünde. Kriege nicht mit, was mir jemand sagt, was im Fernsehen läuft oder was sonst alles passiert. Neben mir könnte eine Bombe einschlagen und ich würde es nicht merken.

Erst brannten die Nudeln an, der Topf ist hin, jetzt sind es die Kartoffeln. Eigentlich sollten es Pellkartoffeln werden, aber ich hab gleich den nächsten Schritt gemacht, Bratkartoffeln. Wenn das so weiter geht, gibt es demnächst nur noch kalte Küche und garantiert einen Familienstreik. Wie dem auch sei … nur der PC hört mein Seufzen, wenn mir wieder der Brandgeruch um die Nase weht.

Ist das Essen anbrennen lassen, nicht eigentlich das Klischee für`s verliebt sein? Wenn, dann bin ich mächtig verliebt in die Muse der Literatur. Diese launische Geliebte, die gibt und zurückhält, wie es ihr gefällt, ohne Rücksicht auf meine Gefühle. Sie verabreicht ihre Droge in unregelmäßigen Abständen, um sich meiner Unterwürfigkeit zu versichern … eine Droge, die süchtig macht (hast du erst reingeschnuppert gibt es kein zurück), aber keinem schadet. Es sei denn, man zählt die Kartoffeln dazu … bitte, verzeiht einer Schreibsüchtigen eure Brandwunden …!

 

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