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Posts Tagged ‘Kleid’

Ignoranz

Sam sah ihr nach. Sie trug ein weich fließendes Kleid, das jede ihrer perfekten Rundungen nachzeichnete und kaum Platz für Fantasie ließ. Sie war schön und sie wusste es. Ihr Gang war beinahe provozierend, wenn die sie sich leicht in den Hüften wiegte. Das lange blonde Haar fiel wie ein seidiger goldener Schleier über ihre schmalen Schultern und wippte über ihrem runden Po leicht auf und ab.

Sam prägte sich jede Linie, jeden Bogen und Hügel ihres begehrenswerten Körpers ein, damit er sich die Details in seinen einsamen Nächten ins Gedächtnis rufen konnte.

Diese Frau würde ihn niemals auch nur ansehen, geschweige denn in Erwägung ziehen ein Wort mit ihm zu wechseln. Ihre Haltung war kalt und abweisend. Sie blickte nicht nach rechts oder links.

Alles an ihr war teuer. Das Kleid, die Federstola, der schwarze Ebenholzstock mit dem silbernen Knauf und die glitzernden Diamantohrringe. Um eine Frau, wie sie, zu halten, brauchte man Geld, viel Geld. Geld, das Sam nie mehr haben würde.

Er hatte es einmal besessen, dieses Geld und eine Frau gekannt, die war wie sie. Sam sah sie auf einem Fest, dass er für die Belegschaft seiner Firma und Geschäftsfreunde hab. Sie war die Frau eines neuen Kunden. Sam war sofort angefixt. Er musste sie haben und nahm sich was er wollte. Doch alles hat seinen Preis, und Sam musste bezahlen. Mit einem Leben auf der Straße.

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Band, faul, Spiegel, Spitze

„Sei nicht so faul, Eliza! Gib mir das Spitzenband da. Das weiße mit den goldenen Röschen.“

Kitty stampfte mit dem Fuß auf und sah Eliza mit zusammengezogenen Augenbrauen und herunterhängenden Mundwinkeln an. Eliza hatte die Arme untergeschlagen und machte keine Anstalten sich zu bewegen.

„Ich muss auf dem Ball wunderschön sein! Austin muss sehen, dass er keine bessere haben kann!“, jammerte sie.

„Wie heißt das Zauberwort?“

Eliza verkniff sich ein Grinsen. Kitty war eitel, launisch, hager und verbissen, aber ihre Mitgift war so hoch, dass die Freier Schlange standen. Nur Austin nicht. Obwohl keine Aussicht bestand, dass er in nächster Zeit zu Vermögen kommen würde. Er hatte nur den Titel und seine Ehre.

„Bitte!“, Kitty versuchte ein Lächeln. Es verunglückte. „Siehst du nicht, dass ich hier nicht weg kann?“
Kitty stand auf einem Podest, die Arme in die Höhe gestreckt und wedelte mit den Händen in Elizas Richtung. Eine Schneiderin steckte ihr gerade die Seiten über der Taille ab.

„Bitte Miss Kitty, stehen sie still. Ich übernehme keine Verantwortung dafür, wenn sie von einer Nadel gestochen werden“, tadelte die Schneiderin Kitty.

Kitty presste die Lippen zusammen und versuchte still zu halten. Mit den Augen gab sie Eliza ein Zeichen. Aufreizend langsam setzte sie sich in Bewegung und brachte Kitty das geforderte Band. Der Ball wird spannend, dacht sie, Kitty beißt sich an Austin die Zähne aus.

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Mit dem, was Rosalie auf der anderen Seite erwartet, hat sie trotz aller Fantasie nicht gerechnet. Über ihr, getragen von kunstvoll gestalteten Säulen, öffnet sich die Kuppel einer Kapelle. Sie ist nachtblau mit goldenen Sternen. Der Raum wird von einigen Fackeln erhellt, die an den Säulen hängen. Auf zwei Seiten stehen schlichte Holzbänke, die zu einem Altar führen, über dem ein Triptychon hängt. An der unteren Kante des Aufsatzes wurden die Leisten gewaltsam entfernt. Sie liegen zersplittert auf dem Altartisch.

Vor dem Altar liegt Gil auf dem Boden. Er stöhnt und drückt sich den Oberschenkel ab. Zwischen seinen Finger sickert Blut hindurch, der Fleck vergrößert sich schnell. Rosalies Herz schlägt schneller. – Hoffentlich komme ich nicht zu spät. Wo ist Anthony? –

„Es muss hier sein!“, schreit Anthony wütend.

Rosalie schaut nach rechts. In einer Nische steht eine Madonna mit Kind. Sie ist wunderschön. Im Schein der Fackeln glitzern die vergoldeten Heiligenscheine. Vor dem Heiligenbild stand eine Holzbank, auf der man zur Andacht niederknieen konnte. Anthony hat sie direkt vor die Statue geschoben. Er steht darauf und untersucht die Statue. In einer Hand hält er einen eisernen Kerzenleuchter.

„Du gibst dein Geheimnis preis, so oder so!“, schreit er und holt mit dem Leuchter zum Schlag aus.

„Nein!“, ruft Rosalie, „nicht!“

Aufgeschreckt dreht Anthony sich zur Seite und stürzt von der Bank. Stöhnend bleibt er liegen. Rosalie huscht zu Gil.

„Gil, was ist passiert?“

Sie reißt einen Stoffstreifen aus ihrem Kleid und bindet sein Bein ab.

„Ich wollte ihm das Collier nicht geben“, keucht er, fasst nach Rosalies Hand, „verzeih mir.“

„Was hast du getan?“

„Ich habe auf den Wahnsinnigen gehört“, murmelt er.

Die Augen fallen ihm zu.

„Gil bleib bei mir“, ruft Rosalie.

„Du hast alles kaputt gemacht“, Anthony rappelt sich auf, „deinetwegen wollte er den Schatz nicht mehr heben. Seit Wochen habe ich nach dem Geheimgang gesucht. Und nach dem die alte Schachtel endlich erledigt ist und wir das Collier in den Händen halten, kommst du und verdrehst ihm den Kopf.“

Anthony zieht eine Pistole aus der Jackentasche zielt – gleichzeitig ertönen zwei Schüsse. Anthony geht tödlich getroffen zu Boden. Gil gibt ein Röcheln von sich. Blut läuft aus seinen Mundwinkeln, tropft auf Rosalies Kleid.

„Rosalie!“

Sie antwortet nicht. Nathan zerrt Gils leblosen Körper von Rosalie herunter. Vorsichtig untersucht er ihren Kopf. An ihrem Hinterkopf tritt Blut aus.

„Rosalie, hören sie mich?“

Nathan tätschelt ihre blasse Wange. Sie reagiert nicht. Er hebt sie hoch, trägt sie zum Ausgang.
Im Zellentrakt kommt ihm Constable Collins mit drei weiteren Kollegen entgegen.

„Collins, gut dass sie da sind. – Bringen sie Miss Graville ins Haus und rufen sie einen Arzt. Es ist dringend!“

Er legt Rosalie in Collins Arme und gibt weitere Befehle an seine Mitarbeiter aus.

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– Was hat sich Großvater nur dabei gedacht! Was habe ich mir dabei gedacht! Und dabei habe ich mir vorgenommen ganz ruhig und gefasst zu bleiben. Ich hätte auf John hören sollen, er hat mich gewarnt. – Mit energischen Schritten umrundet sie den großen Brunnen vor dem Haus. – Ich sollte nach Hause fahren. Aber das wäre ein Triumph. Gil würde sich ins Fäustchen lachen, dass er die lästige Erbin losgeworden ist. Ich muss mehr wissen. – Rosalie hält kurz inne, atmet tief durch. – Ich werde meine allwissende Quelle anzapfen müssen. – Kurz darauf sitzt sie bei Misses Morse in der Küche, genießt ein Stück frisch gebackenen Kuchen und eine Tasse Tee.

***

Rosalie liegt im Bett, in spitzenbesetzten Kissen und Decken und betrachtet den reich bestickten Baldachin über sich. Sie hat den Verdacht, das Bett gehörte schon zur ersten Möblierung des Hauses und obwohl sie in ihrem eigenen Heim den modernen Stil bevorzugt, übt das altmodische Ambiente einen besonderen Reiz auf sie aus.

Ihre Gedanken kreisen um die beiden Besitzer des Anwesens. Lady Edna, die in selbstgewählter Begrenzung aus Konvention und Arroganz wie ein zurückgebliebenes Kind wirkte, nicht im Stande einfachste Zusammenhänge zu verstehen. Während Gil sich durch die Traditionen an das Haus und das Erbe ketten ließ, alles genau beobachtete, sich auf der Suche nach einem Ausweg im Kreis drehte und eine Mauer aus eisiger Ablehnung aufbaute.

Rosalie schlägt die Decke zurück, schlüpft in Pantoffeln und Morgenrock und verlässt ihr Zimmer. Sie könnte Mister Smith aus dem Bett klingeln und ihn bitten ihr einen Tee zu bringen, doch sie will seine Abneigung gegen ihre Person nicht verstärken. Den Weg in die Küche findet sie ohne nachzudenken.

***

Durch den nachglühenden Herd herrscht in der Küche noch eine angenehme Temperatur. Rosalie legt einen Holzscheit nach und ragt mit dem Schürhaken mehr Glut um das Holz. Sie rückt den Wasserkessel über die Feuerstelle. Er ist noch zur Hälfte gefüllt und lauwarm. Rosalie nimmt eine kleine Teekanne vom Regal, füllt eine Handvoll Pfefferminzblätter ein und zieht sich einen Stuhl vor den Herd. Das trockene Holz knistert hinter der Ofentür und verströmt einen harzigen Geruch. Rosalie genießt die Stille und die behagliche Atmosphäre.

Ihre Gedanken kehren zum Nachmittag zurück, als sie Misses Morse in der Küche aufsuchte, um ihr ein paar Auskünfte bezüglich ihres Großvaters, Lady Ednas und des Familienschmucks zu entlocken.
Misses Morse genoss die Aufmerksamkeit der schönen Miss Rosalie und ließ sich nur zu gerne herab, ihr interessante Einzelheiten über ihre Ahnen anzuvertrauen. Immerhin, so sagte sie sich, war die Miss die Enkelin seiner Lordschaft und es wäre sträfliche Nachlässigkeit gewesen, ihr die Bedeutung ihres Großvaters vorzuenthalten.

Rosalie versucht sich einen Reim auf Misses Morse Mitteilungen und die merkwürdige Dynamik in dieser Familie zu machen. Nach der Testamentseröffnung hatte sie nicht vorgehabt am Dinner teilzunehmen, bis Anthony sie bei Misses Morse in der Küche aufspürte und sie mit Engelszungen davon überzeugte nicht klein beizugeben.

Sie machte aus der Not eine Tugend. Ein Erbe ihrer Eltern. Rosalie zog eines ihrer schönsten Kleider an, steckte ihr Haar zu einer eleganten Frisur auf und setzte ein strahlendes Lächeln auf. Kannst du deine Feinde nicht schlagen, gewinn sie für dich, beherzigte sie die Maxime ihres Vaters. Bis dahin war es ihr meistens gelungen, Neider oder Kritiker für sich zu gewinnen, aber was Lady Edna und Gil betraf war sie alles andere als sicher.

Erleichtert stellte Rosalie fest, dass sie nicht der einzige Gast war. Lady Edna thronte wie eine bösartige Krähe in schwarzer Witwentracht und streng frisiertem Haar an einem Ende der Tafel. Neben ihr saß Pater Markus dessen geistiger Beistand, gegen diese schreckliche Frau, seine Anwesenheit verlangte. Anthony flüsterte ihr in einem unbeobachteten Moment zu, dass der Pater Lady Ednas Beichtvater war. Die alte Dame beobachte die junge Frau mit Argusaugen. Zu ihrem Überdruss konnte sie keine Regelverstöße gegen die Etikette feststellen. Die fixe Idee Rosalie bei einem Faux Pas zu erwischen und bloßzustellen, schlug fehl.

Des weiteren bereicherte eine adelige Familie aus der Nachbarschaft das Dinner. Rosalie verdächtigte Lady Edna Gil verkuppeln zu wollen. Die drei Töchter im heiratsfähigen Alter konnten ihre Augen nicht von Gil und Anthony abwenden. Es kostete Rosalie Mühe das alberne Kichern der jungen Damen nicht mit sarkastischen Worten zu kommentieren.

Victor, der schneidige Bruder der drei Mädchen entschädigte Rosalie mit einem interessanten Gespräch über eine Reise nach Ägypten, von der er gerade ein paar Tage zuvor zurückgekehrt war. Er schien Gefallen an ihr zu finden und wich ihr den ganzen Abend keinen Schritt von der Seite.

Rosalie war so beschäftigt, beschäftigt zu sein, dass sie nicht bemerkte, das sowohl Gil, als auch Anthony ihren Gesprächspartner mit Argusaugen beobachteten. Je mehr sie sich in die Unterhaltung mit Robert vertiefte, je weiter sank die Stimmung bei den beiden Herren, die parallel die Laune der flirtenden Mädchen herabsetzte.

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Ich weiß, ich weiß … Winter, Schnee usw – aber für ein paar warme Gedanken ist hiermit gesorgt. *g*

Es war ein heißer Julinachmittag. Die Straßen von Paris waren staubig, unangenehme Gerüche stiegen aus der Gosse und die Hitze drückte aufs Gemüt. Tagelang herrschte diese schwüle Hitze schon. In meiner kleinen Dachkammer war es kaum zum Aushalten, obwohl ich alle Fenster geöffnet hatte. Ich lag auf meiner alten Couch, nur mit einem dünnen Spitzenunterrock bekleidet und fächelte mir Luft zu. Einen Unterschied in meinem Befinden machte das nicht, aber das Fächeln gab mir wenigstens das Gefühl nicht untätig zu sein.

Eigentlich hätte ich an meinem Bild weiterarbeiten müssen, das halb fertig auf der Staffelei stand. Die Hitze trocknete meine Ölfarben ein und das verdunstende Terpentin machte das Atmen doppelt schwer. Mister Miller, der Auftraggeber des Bildes, wollte am Abend vorbei schauen, um den Fortschritt des Meisterwerkes zu begutachten. Das Geld konnte ich gut gebrauchen, ebenso die Folgeaufträge, die ein solch spektakuläres Gemälde nach sich zog. Doch ich konnte mich einfach nicht aufraffen zu malen.

Mister Miller wollte ich allerdings auch nicht treffen, also beschloss ich mich anzukleiden und den Abend nicht zu Haus zu verbringen. Träge suchte ich ein leichtes Leinenkleid aus meinem Schrank, zog es an, suchte nach meinen Sandalen, meinem Sonnenschirm und machte mich auf den Weg zum Fluss.

Bei der Hitze war es entschieden zu weit, den Weg vom Montmatre bis an die Seine zu Fuß zurückzulegen. Ich winkte einer Mietdroschke, die vorbei fuhr, lächelte den Kutscher mit aller Liebenswürdigkeit an, zu der ich fähig war. Er beförderte mich zu einem Sonderpreis an mein Ziel. Zu dieser Jahreszeit, in der jeder, der es sich leisten konnte aufs Land flüchtete, waren schlechte Zeiten für Droschkenkutscher.

Der Fluss floss genauso träge dahin, wie ich mich selbst bewegte. Einige Boote mit weißen Segeln trieben auf der Strömung dahin, unter den Brücken lagen einige Bettler und schliefen, während Weindünste von ihnen aufstiegen, die ich sogar riechen konnte, obwohl ich in gebührendem Abstand vorüberging.

Mein Weg führte mich immer weiter am Ufer entlang, hinaus aus der Stadt. Unmerklich veränderte sich die Landschaft. Aus den großen Häusern wurden kleinere, Trauerweiden hingen über die Böschung am Ufer in den Fluss hinab und an einer flachen Stelle sah ich einen Fischreiher reglos auf Beute warten. Ich setzte mich unter einen Baum und wartete mit ihm, als er plötzlich zustieß und eine silbrige Forelle im Schnabel hielt. Er flog davon. Ich setzte meinen Weg fort, bis zu dem kleinen Bootssteg gegenüber der Kapelle Saint Jean. Von hier hatte ich einen guten Ausblick über die Weizenfelder und grünen Wiesen, auf einige Weingärten und den baumbewachsenen Friedhof, neben der Kapelle.

Auch hier lag eine große Hitze auf dem Land, die aber von einer leichten Brise hin und her bewegt wurde. Ich setzte mich auf den Steg, zog meine Sandalen aus, ließ meine Füße im Wasser baumeln und genoss das kühle Nass. Nachdem ich dort eine Weile selbstvergessen gesessen hatte, beschloss ich etwas weiter zu gehen und eine versteckte Stelle unter einer Trauerweide zu suchen, an der ich ohne gesehen zu werden ungestört baden konnte.

Unter einer großen Trauerweide, die weit über die Uferböschung hinaus ragte, streifte ich mein Kleid und meinen Unterrock ab und ließ mich ins Wasser gleiten. Meine erhitzte Haut sog die angenehme Kühle des Wassers auf. Ich schloss meine Augen und stellte mir vor, jeden Wassertropfen auf meinem nackten Körper zu spüren, wie Finger die mich sanft streichelten.
Plötzlich umfingen mich zwei starke Arme. Ich zuckte zusammen, wollte mich wehren, als eine sanfte dunkle Stimme sagte:

„Bitte wehr dich nicht, ich will dir nicht wehtun.“

Wie in Trance ließ ich ihn gewähren.

„Schließ die Augen, lass dich fallen, du wirst sehen wie schön das ist“, flüsterte er an meinem Ohr.

Ich gehorchte. Eine Gänsehaut überzog meinen Körper und meine Brustspitzen richteten sich auf. Er zog mich zu sich heran, ich spürte seine muskulöse Brust an meinem Rücken und lehnte mich zurück. Seine Körperwärme begann mich zu durchströmen, seine Lippen glitten über meinen Hals, meine Schultern. Seine Hände erforschten zärtlich und geduldig jede Stelle meines Körpers und meine Gedanken, die sich anfangs noch ängstlich in meinem Kopf drehten, begannen zu verblassen und meinen Gefühlen Platz zu machen. Er redete leise mit mir, wunderschöne Worte durchflossen mich und steigerten meine Erregung.

Es war ein Traum, es musste einer sein! Aber seine Hände, seine Lippen, sein Körper waren nur zu wirklich und als er spürte, dass jeglicher Widerstand hinweggeschwemmt war, drehte er mich zu sich und kam zu mir. Ich presste mich an ihn und als er sich langsam und immer tiefer bewegte, begannen Wellen über mich hinweg, durch mich hindurch zu gleiten. Wir genossen unsere Lust, bis zur Erschöpfung.

Als er mich später im weichen Gras in den Armen hielt, küsste er mich zärtlich und sagte mir seinen Namen ……

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Lulu öffnete die Schublade ihrer Kommode und nahm die kostbaren Seidenstrümpfe heraus. Vorsichtig zog sie sie über ihre schlanken Beine und knüpfte den Strumpfhalter an den verstärkten Rand. Danach stellte sie sich mit dem Rücken zu dem großen Ankleidespiegel und prüfte die Naht. Sie lief gerade über ihre Waden die Schenkel hinauf. Perfekt. Dann warf sie sich das hauchzarte Seidenkleid über, das ihre üppigen Kurven hervorragend zu Geltung brachte. Es ließ Fantasie kaum Spielraum. Lulu schlüpfte in die handschuhweichen Wildlederpumps und betrachtete ein letztes Mal ihr Spiegelbild. Sie war von sich selbst entzückt. Lulus jugendliches Gesicht strahlte Natürlichkeit und Unschuld aus, die ihr geschmeidiger Körper Lügen strafte.

Der alte Lord Yardley hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass es nicht ihr Schaden sein würde, wenn sie ihm ihre Gunst schenkte. Und Lulu war sehr interessiert seine Großzügigkeit zu genießen. Heute Abend fraß er ihr aus der Hand. Sie erinnerte sich an ein Sprichwort, das sinngemäß bedeutete, dass man mit seinen Pfunden wuchern sollte und ihr Talent war ihre Verführungskunst, die sie im Laufe der Zeit zur Meisterschaft gebracht hatte.

Das bezahlte Taxi hupte und Lulu stieg die steile Treppe aus dem Dachgeschoss hinunter. Als der Fahrer sie sah, sprang er eilfertig aus dem Auto und riss die hintere Seitentür auf.
„Bitte Miss!“

Er starrte sie unverhohlen an. Lulu lächelte. Sie war an die Blicke gewöhnt. Im Grunde waren Männer leicht zu durchschauen. Ein volles Dekolleté, Taille, praller Po und lange Beine. Dazu ein naives Lächeln und schon hingen sie am Haken. Frau durfte nur nicht zeigen, dass sie es wusste. Männer mochten es nicht, wenn eine Frau ihnen überlegen war, also behielt Lulu es besser für sich.

Der Taxifahrer fädelte sich in den Verkehr ein. Immer wieder blickte er in den Rückspiegel. Was für eine Frau. Eine Haut wie frischer Schnee und die Rundungen, die sich unter ihrem Kleid abzeichneten, machten ihn atemlos. Sie wollte ins „Chez Albert“. Es war der eleganteste Nachtclub der Stadt. Er passte zu ihr. Diese Frau spielte in einer anderen Liga. Ein unangenehmes Gefühl von Ohnmacht füllte seinen Bauch. Niemals würde er es sich leisten können so ein Luxusgeschöpf zu besitzen.
Als er vor dem Club hielt, öffnete einer der livrierten Pagen die Wagentür und verwehrte ihm einen letzten Blick auf sie zu werfen.

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Der Text entstand nach folgendem Schreibanstoß: Emily Willcox und Scott Gardner treffen sich auf einer Hochzeit. Einer von beiden bekommt einen Brief.

 

Scott stand im Foyer des Hotels Maritim und rückte sich seinen Schlips vor dem Spiegel zurecht. Er trug selten Anzug und fühlte sich nicht so wohl, wie er es in Jeans und

T-Shirt getan hätte, aber es war die Hochzeit seines besten Freundes und dafür konnte man sich schon in Schale werfen.

„Gut sehen sie aus“, sagte eine angenehme Stimme neben ihm.

„Danke, sie auch.“

Es war ein ehrliches Kompliment, denn er kannte die junge Frau. Es war eine der Brautjungfern. Während sie in den Speisesaal gingen, fragte Scott:

„Darf ich sie nach ihrem Namen fragen? Leider war ich vorhin etwas spät dran … ich stand im Stau.“

„Ja, der Londoner Frühverkehr“, seufzte die junge Dame, „mein Name ist Emily Willcox und sie sind?“

„Sehr erfreut Emily, mein Name ist Scott Gardner.“

„Ach, James bester Freund also.“

„Sie sind aber gut informiert“, stellte Scott fest und rückte Emily den Stuhl zurecht, „leider weiß ich nur, dass sie eine Brautjungfer sind.“

„Was unschwer zu übersehen ist.“

Emily verdrehte die Augen und zupfte an dem rosa Tüll herum, aus dem das Kleid gefertigt war.

„Können sie mir erklären, warum die Kleider Brautjungfern immer so unglaublich unvorteilhaft sind?“

Scott zuckte mit den Schultern.

„Sehr diplomatisch ausgedrückt. – Vielleicht damit die Braut noch besser aussieht?“

„Das wäre ein plausibler Grund, wenn die Braut hässlich wäre. Aber Sara ist eine wunderschöne Braut, also deswegen hätten die Kleider ruhig etwas hübscher ausfallen können.“

„Dann hätte die schönen Brautjungfern vielleicht von der Braut abgelenkt.“

Scott lächelte Emily gewinnend an.

„Sie sind ein Charmeur.“

Bevor Scott etwas erwidern konnte, erhob sich der Bräutigam und hieß die Gäste willkommen.

 

Das Essen war hervorragend und Scott unterhielt sich prächtig mit Emily. Er sprach dem guten Wein zu und merkte, wie sich eine wohlige Wärme in ihm ausbreitete. Emily hatte das bezaubernste Lachen, das er je gehört hatte und auch sonst war sie nahezu vollkommen. Die strahlend blauen Augen, die goldenen Löckchen, die ihr zartes Gesicht einrahmten. Dazu eine perfekte Figur. Kurz durchfuhr ihn der Gedanke, dass an jeder guten Sache ein Haken ist, aber als Emily ihn zum Tanzen aufforderte und sich an ihn schmiegte, verwarf er diesen Gedanken wieder.

„Sei froh, dass du dich aufgerafft hast hier herzukommen, sonst hättest du Emily nie kennengelernt“, schalt er sich und sah sich im Geist schon mit Emily in inniger Umarmung verschmolzen.

 

Scott setzte sich wieder an seinen Platz. Emily hatte ihn kurz verlassen, weil sie das WC aufsuchen wollte. Er nahm einen langen Schluck aus seinem Glas. Ihm war heiß geworden und er war sich nicht sicher, ob es an der Raumtemperatur, oder an Emily lag. Der gekühlte Rose schmeckte hervorragend und so leerte er das Glas. Da fiel sein Blick auf einen Umschlag, der ein Stück unter seiner Serviette hervor lugte.

„Nanu“, dachte er und sah sich um, „der hat aber vorhin noch nicht da gelegen.“

Scott war sich seiner Sache sehr sicher. Er hob die Serviette hoch und war erstaunt, als er seinen Namen in großen Buchstaben auf dem Umschlag vorfand. Noch mal sah er sich um.

„Wer schreibt mir hier Briefe.“

Er schüttelte den Kopf, öffnete den Umschlag und las:

„Lieber Scott,

ich danke dir für den schönen Abend. Ich hatte viel Spaß mit dir, du bist ein netter Kerl. Wir können uns nicht wiedersehen, aber ich hoffe, dass du auch ein paar schöne Stunden hattest. Leider waren es deine Letzten. Das Gift war im Wein, aber es wird schnell gehen, denn ich halte nichts von langen Todeskämpfen. – Ach, und falls du dich jetzt fragst, warum? Du hättest besser nicht mit Sara geschlafen und deinen besten Freund betrogen, so was kommt nie gut an. Aber das Problem ist ja jetzt gelöst.

Bye E.W.“

 

Scotts Augen weiten sich, er wollte schreien, aber die Laute blieben ihm im Hals stecken. Er sah noch, wie ihm der Brief aus den Fingern glitt und von einer zarten Frauenhand aufgehoben wurde, dann fiel er vom Stuhl und rührte sich nicht mehr. Emily lies den Zettel in ihrem Tülltäschchen verschwinden und nickte zufrieden. Auftrag ausgeführt.

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