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Posts Tagged ‘Kind’

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Ich sitze im Schatten

Unter den Rosen

Es duftet nach Heu

Die Vögel schweigen

In der Mittagshitze

Nur der nahe Bach

Plaudert munter

 

Einmal noch Kind sein

Zeit Zeit sein lassen

Den Sommer leben

Ohne Fragen an Morgen

Sich dem Tag hingeben

Alles loslassen

Sich hin und her wiegen

Wie ein Schmetterling

Von Blüte zu Blüte treiben

Mit dem Sommerwind

 

Zwischen kühlen Laken

Die Nacht durchträumen

Mit den Plejaden tanzen

In der Weite des Himmels

Mit ihnen hinabstürzen

In den frühen Morgen

Eines neuen durchglühten Tages

Dieses endlos scheinenden Sommers

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Es war der Tag an dem meine Großmutter explodierte.

Nicht buchstäblich. Zumindest am Anfang nicht. Es sah ganz nach einem ihrer üblichen Anfälle aus, wenn ihr etwas nicht passte, nicht schnell genug ging oder eines ihrer Kinder und Enkel ein Widerwort hatte. Sie keifte, schlug mit der Hand auf den Tisch, schlug mit dem Stock nach mir und verschluckte sich an ihrer eigenen Spuke.

Ich sah sie teilnahmslos an. Als Kind hatte sie mich mit ihren Anfällen in Angst und Schrecken versetzt, doch ihre Affekte verfehlten die Wirkung. Inzwischen konnte ich schneller laufen und meine Reflexe waren besser als ihre. Sie konnte mich nicht mehr ernsthaft verletzen.

Je ruhiger ich blieb, desto mehr ereiferte sie sich. Sie lief rot an, spukte Gift und Galle und nicht nur in Übertragenem Sinn. Es kostete Mühe, mich zusammenzureißen und ein Lachen zu verkneifen. Dann, fing sie an zu klappern und zittern, wie ein Motor, der den Geist aufgibt. Fasziniert sah ich zu, wie sich ihr aufgedunsenes Gesicht verzerrte, Speichel rann ihr aus den Mundwinkeln, ihre Arme und Beine bewegten sich unkontrolliert, die Augen quollen hervor.

Ein ohrenbetäubender Knall und meine Großmutter zersprang in 1000 Teile. Sie war tatsächlich geplatzt. Muttern, Schrauben, Riemen, Zahnräder, Spiralen usw. sprangen durch die Gegend.

Eine unglaubliche Stille trat ein. Ich starrte auf die Überreste meiner Großmutter. Sie war eine Maschine gewesen! Und niemand hatte es bemerkt.

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Richard sah zur Fahne hinauf, um den Wind zu prüfen. Es sah nach Sturm aus. Dichte Wolken brauten sich über dem Burgberg zusammen. Es war ein schlechter Zeitpunkt. Richard und sein Heer belagerten die Grimburg seit Wochen, ohne der Eroberung einen Schritt näher gekommen zu sein. Seine Soldaten verloren allmählich die Geduld und Richard hatte kaum noch Hoffnung seinen Vater und seinen Bruder aus den Kerkern des Feindes zu befreien.

Immer häufiger kam es zu Schlägereien unter seinen Männern und zu Plünderungen in den Dörfern der Umgebung, die Richard unter Strafe verboten hatte. Er wollte anders sein, als Gunnar, Herr der Grimburg, der alles in Grund und Boden stampfte, wenn er einen Feldzug führte. Niemand blieb verschont, nicht Mann, nicht Frau, nicht Kind oder Greis.

Richard war der Ansicht, dass die einfachen Bauern es schwer genug hatten in den Wirren der Düsternis. Es fehlte an allem. Speisen, sauberes Wasser, warme Häuser, Medizin. Warum sie noch unterjochen?

Einer seiner besten Spione hatte das Gerücht aufgeschnappt, dass es im schwarzen Wald einen geheimen Eingang zur Burg gab. Richard wartete jede Minute auf seine Nachricht. Vielleicht konnte er den Sturm für einen Überraschungsangriff aus dem Hinterhalt nutzen.

„Herr, Milan ist zurück!“, verkündete Safi aufgeregt.

Richard nickte ihm zu.

„Danke.“

Möge das Glück auf unserer Seite sein, dachte er und eilte in sein Zelt.

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„Na du armer Kerl, hast du dich verirrt?“

Janni blickte mitleidig auf den Schwan herunter, der allein in dem großen Brunnenbecken schwamm.

„Nein, wie kommst du darauf?“, erwiderte der Schwan.

Janni schrak zurück. Hatte der Schwan ihm eben tatsächlich geantwortet?

„Was schaust du mich so überrascht an? Meinst du Tiere haben keine Sprache?“

„Doch schon“, stotterte Janni, „aber keine Menschensprache.“

„Na, wie du siehst können wir sie doch.“

Der Schwan streckte seinen langen Hals und schlug einmal mit den Flügeln. Janni kniff sich in den Arm. Es tat weh.

„Du träumst nicht“, lachte der Schwan, „arme Geschöpfe, seid nicht mehr in der Lage an Wunder zu glauben.“

„Redest du deswegen mit mir?“, fragte Janni.

„Teils, Teils. Ich habe etwas verloren und du sollst mir helfen, es wiederzubeschaffen.“

Janni sah den Schwan kopfschüttelnd an.

„Du könntest wenigstens bitte sagen.“

„Ich bin ein Schwanenkönig, ich bitte nicht. Ich befehle. Entweder hilfst du mir oder ich suche mir ein anderes Kind.“

„Ist ja schon gut. Ich helfe dir“, gab Janni nach, „was also soll ich für dich suchen?“

„Meine Krone. Sie ist mir vom Kopf gerutscht, als ich über den Park flog.“

„Das wird schwierig“, sagte Janni und ließ den Blick schweifen, „der Park ist sehr groß und falls er in den See gefallen ist, dann wird es schwer sie wiederzufinden.“

„Es hilft nichts. Irgendwo müssen wir anfangen.“ Der Schwan öffnete seine Flügel, schlug ein paar Mal kräftig und erhob sich aus dem Brunnen und landete neben Janni. „Dann lass uns gehen“, sagte er und watschelte los.

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„Sommer“ von Ilse Kleberger

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich für das folgende Gedicht entschieden habe. Es gibt so viele wunderbare Zitate, Gedanken, Sätze, Absätze, Gedichte oder einzelne Worte, die mich bewegen und nachdenklich machen. Auf das Gedicht „Sommer“ von Ilse Kleberger bin ich in einem Deutschbuch meiner Kinder gestoßen. Das muss so etwa 20 Jahre her sein:

Sommer

Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergissmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühlem See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnenkrem’,
nach Straßenstaub und Rosen.

Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen
und Walderdbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen.
Nach Himbeereis, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.

Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagsstille dringt,
ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
ein Wind rauscht in den Bäumen.
Ein Kind lacht hell,
dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.

Ilse Kleberger

Das Gedicht ist für mich die Verkörperung eines perfekten Sommertages. Es lässt den Duft meiner Kindertage auferstehen. Ferien auf dem Dorf, Erdbeeren naschen, ins Freibad gehen mit Freunden, Wassereis in allen Regenbogenfarben, zu den Waldteichen spazieren gehen und durch die Tannenschonung kriechen.

Es ist unbeschwert und leicht, so wie mir mein Leben als Kind erschien. Vielleicht ist es auch nur Nostalgie. Ein Foto meiner Vergangenheit in Sepia getaucht. Alles Schlimme verschwindet hinter der Sehnsucht nach zu Hause.

Wenn ich das Gedicht lese, erscheint es mir, wie manche Lieder oder Bilder, die mein Leben begleiten, von denen ich nicht weiß, wann sie sich in mein Leben schlichen und plötzlich dazugehörten. Im Grunde gehörten sie schon immer dazu, auch wenn ich sie nicht von Anfang an kannte und sie erst Stück für Stück sammelte. Wie Teile eines Puzzles, die sich in den Jahren vermehren und am Ende mein ganzes Leben abbilden.

Es rührt mich tief. Es erzählt von einer Kindheit, die wir alle gerne gehabt hätten oder die wir unseren Kindern wünschen. Heil und ganz, fern aller Sorgen und Schrecken. An nichts denken, in den Tag hinein leben und mit dem Leben dahin schwimmen. Keine Termine, die uns drängen. Einfach dem Rhythmus der Tage folgen und in einer Hängematte unter schattigen Bäumen träumen.

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„Das Ziel eines Schriftstellers ist es, die Zivilisation davon abzuhalten, sich selbst zu zerstören.“
Albert Camus

Eine gute Absicht, allerdings ist die Frage: Wie? Die Leute, die auf den Schriftsteller „hören“ sind meistens seiner Meinung und die anderen? Entweder lesen sie den Schriftsteller nicht oder sind nicht in der Lage ihn zu verstehen – mag es intellektuell oder gegen ihren Willen sein.

Eines der großen Probleme unserer Zeit, eigentlich aller Zeiten ist, dass die Masse denen hinterher läuft, die am Lautesten schreien. Die Medien fördern dieses Phänomen nach Leibeskräften. Eine objektive Aufklärung findet selten statt, kann es vielleicht auch nicht – zeige mir den, der wirklich objektiv ist?! Chaos zieht scheinbar mehr, als Verbundenheit.

Es ist einfach sich keine eigenen Gedanken machen zu müssen oder über die Konsequenzen seiner Handlungen nachzudenken. „Dafür kann ich nichts, der … hat gesagt …“ – „Die anderen haben auch mitgemacht.“ – „Wenn ich es nicht getan hätte, dann …“ – „Ich habe nichts davon gewusst …“

Hübsche Ausreden. Dass die nichts nützen und großes Unheil anrichten, hat die Menschheit im Zweiten Weltkrieg erlebt. Nicht das einzige augenfällige Beispiel, auch heute gibt es genug davon. Der Mensch ist schnell dabei, seine Schuld, seine Nachlässigkeit, seine eigene Grausamkeit auf andere abzuschieben. Und doch trifft der Spruch auf viele Gelegenheiten zu: Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. „Keiner, der hingeht“ fängt bei jedem Einzelnen von uns an.

Irgendwann kommt die Stunde, da jeder Rechenschaft ablegen muss. Niemand bleibt davon ausgenommen, auch wenn die meisten nicht an eine übergeordnete Instanz glauben, die über uns richtet. Früher gab es dafür den Pfaffen, der zur letzten Ölung kam. Mit etwas Öl glaubte man, die Seele vor der Hölle zu retten. Ein reichlich lächerliches Unterfangen, Gott übers Ohr hauen zu wollen. Heute glauben viele Menschen nicht mehr an Gott, schieben ihn genauso vor, wie Regierungen oder Schreihälse, die sich profilieren wollen. Wir schaffen es heute uns unsere eigene Hölle zu machen und ich frage mich, gefällt uns das?

Warum lässt Gott das zu? Die Frage müsste lauten, warum tut der Mensch einem anderen Menschen solche schrecklichen Dinge an? Gott ist nicht dafür zuständig unseren Job zu machen. Statt Freundlichkeit, Rücksicht und Toleranz, springen uns jeden Tag Mord und Totschlag an.

Hat das Leben, das Recht auf Freiheit und Gleichheit wirklich einen Wert? Wenn ja, warum all das? Es mag sein, dass sich die Menschen Gott gegenüber nicht mehr verpflichtet fühlen. Aber wir sind unseren Mitmenschen (und unserer Erde) gegenüber verpflichtet! Jedem Menschen! Egal welcher Hautfarbe, Rasse, Religion, ob gesund oder krank, Kind oder Erwachsener.

Ich bin eine unbekannte Autorin und weiß nicht, wie viel meine Worte bewirken. Aber ich wünsche uns allen ein bisschen mehr Liebe, Freundlichkeit, Verständnis und Herz. Jeden Tag in diesem Jahr!

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Y.: Kennst du eigentlich die Frau mit den drei Mädchenvon gegenüber?

X.: Ja, vom Sehen. Wieso?

Y.: Die sind nicht von hier, nur zugezogen. Ich glaub,die ziehen bald wieder weg.

X.: Kann sein, ich hab gesehen, wie der Mann, der amWochenende immer kommt, Umzugskartons mitgebrachthat.

Y.: Ist also immer noch der Gleiche?

X.: Bis jetzt ja, aber ne ganze Weile standen da immerverschiedene Autos vor der Tür.

Y.: Scheint ein Flittchen zu sein.

X.: Keine Ahnung, aber der M., wegen dem siehergezogen ist, der erzählt da so gewisse Geschichtenüber sie.

Y.: So, was denn?

X.: Die hatte schon einen Neuen, da war er noch nichtausgezogen.

Y.: Das ist ja ein Ding.

X.: Und Geld schuldet sie ihm auch noch.

Y.: Einmal hab ich gesehen, da ist sie einfach zu einen Mann mit fremden Kennzeichen ins Auto gestiegen.

X.: Die hat es wirklich nötig, drei Kinder und dann sowas.

Y.: Das ist ja noch gar nichts. Du kennst doch FrauMüller aus der Faulhaberstrasse?

X.: Ja, klar.

Y.: Neulich saßen wir beim Friseur, da hat sie mirerzählt, dass bei ihr im Haus auch so eine Zugezogenewohnt, die treibt es noch viel schlimmer.

X.: Echt?

Y.: In der einen Nacht brachte sie ein Mann mit nachHause, wohl der Exmann. Den hat sie im Streitrausgeworfen. Eine Stunde später stand ein neuer Kerl vor der Tür.

X.: Unglaublich…

Y.: Manchmal haben sich da in der Woche drei verschiedeneMänner die Klinke in die Hand gegeben. Und immer dasKind dabei…

X.: Das kann ja nicht gut sein…

Y.: Meine Rede. Neulich bei der Kerb hab ich gesehen, dasssie die Musiker angesprochen hat und einen davon hat sie mit nach Hause genommen.

X.: Die Leute haben überhaupt kein Schamgefühl mehr…

Y.: Ich könnte dir Sachen erzählen…. Oh, da, da kommt  die Schlampe. Ich muss jetzt los….  – Hallo Frau Z.schön sie zu sehen…

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