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Posts Tagged ‘Katze’

„Ich habe mich noch nie vor Gespenstern gefürchtet.“

Anthony ging zielstrebig auf die Kellertür zu.

„Nein, warte“, rief Dean, „nicht! Was, wenn dort wirklich ein Geist ist?“

„Quatsch!“, Anthonys Stimme klang ärgerlich, „du bist ein Angsthase. Das ist vielleicht eine Katze oder eine Maus.“ Er legte die Hand auf die Türklinke. „In solchen alten Häusern knackt und knarzt es eben, sagt mein Vater.“

Dean stand unschlüssig auf der Schwelle der Haustür und sah zu wie Anthony die Klinke der Kellertür herunterdrückte. Er fühlte eine scheußliche Enge in seinem Hals, konnte kaum schlucken und ein kalter Schauer jagte ihm eine Gänsehaut über den Rücken.

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Sehr traurige Geschichten aus dem Leben eines Schriftstellers.

  • „Mir fällt nichts ein.“
  • „Verdammt, keine Sicherungskopie gemacht!“
  • „Die Tinte ist alle.“
  • „Die Kaffeemaschine ist kaputt.“
  • „Wo ist die Katze?!!!“

***

Schlimme Geschichten im Leben eines Paares:

  • „Ich gehe Zigaretten kaufen.“
  • „Ich habe schlimme Kopfschmerzen.“
  • „Ich muss Überstunden machen.“
  • „Das Kondom ist abgerutscht.“ alternativ: „Habe die Pille vergessen.“
  • „Bist du schon drin?“

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Der Herbst kommt – auch wenn es auf dem Kalender noch nach Sommer aussieht. Morgens ist es frisch und die Nächte lassen einen wieder aufatmen und schlafen. Die Stare in den großen Thuja-Bäumen sind bedeutend ruhiger geworden und die Eichhörnchen springen mit ihrer Beute für ihre Wintervorräte durch die Gegend, Spinnen sind emsig damit beschäftigt Netze zu weben. Wenn die Felder abgeerntet werden, sind das die ersten Anzeichen – außerdem dröhnt unser Nachbar mit dem Laubbläser herum – samstags um halb neun. Jetzt ist es offiziell.

Ich mag den Herbst. Die Farben und das Wetter. Die Düfte nach gemähtem Gras und trocknendem Stroh, den Geruch nach Erde, Wasser und nassem Laub. Das süße Aroma der letzten Rosen. Die Lebensgeister kehren zurück, nachdem die Sommerhitze das Tempo gedrosselt hat. Es macht wieder Spaß Tee zu trinken und Suppe zu essen.

Ich bedauere nur, dass auch dieses Jahr so schnell und erbarmungslos dem Ende entgegensteuert. Wie schnell ist die Zeit dahin gerast und immer deutlicher wird mir, wie wichtig es ist, das Leben nicht zu verwarten, sondern jeden Moment zu schätzen. Die kleinen Dinge noch viel mehr. Ein Gespräch mit den Freunden, der Familie, ein ruhiger Moment auf dem Balkon, Sonnenuntergänge, ein Spaziergang durch den Park, die Katze, die auf dem Schoss schläft usw. – die Liste ist lang.

Die letzten Monate waren angefüllt mit so vielen Schreckensmeldungen, dass es nicht leichtfällt sich immer wieder auf die schönen Momente zu konzentrieren und sich nicht von den Katastrophen die Freude nehmen zu lassen. Ich denke dann immer an einen Satz, den ich in einer Zeitschrift gelesen habe: Der Sinn des Lebens ist es zu leben. Ich füge für mich an: Der Sinn des Lebens ist es so gut zu leben, wie ich kann. Das bedeutet zu sehen wenn ich helfen kann, mitfühlend zu sein, mich nicht zu verhärten, nicht von Misstrauen getrieben zu sein, innere Ruhe zu bewahren, immer wieder dazu lernen. Jeden Tag neu.

Jede Jahreszeit hat ihre eigene Schönheit. Wir sollten weise mit dem umgehen, was uns geschenkt wurde. Der Erde, unserem Leben und unserer Zeit.

 

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Aufgabe 1: Schreibe eine Liste mit Stichworten, die dich an den gestrigen Tag erinnern:

Bücherei, Laugenstange Camembert, Fluss, Quelle, römisches Moasik, Statuen, Park, Brunnen, Fontäne, Enten, Cafe, Lesung, Vernissage, Treppe, Müdigkeit, Katze, Ring, ein Wort gibt das andere, demokratische Abstimmung, rotes Auto, es muss rot sein, Traurigkeit, Erschöpfung, Kurort, Drogerie, kühl, blonde Frau im engen rosa Top, Geruch von Bratwurst, hier stehe ich richtig, Allegria, Brief einwerfen, Umweg, Geld leihen, alte Liebe, neue Problem, hier habe ich nichts verloren, ich hatte noch kein Konzept, ich kenne viele Maler,

Aufgabe 2: Schreibe einen Text, mit einem oder mehreren Details aus der Liste.

„Es muss das Rote sein!“

Noras Stimme klang leicht hytserisch. Sie drehte sich vor dem großen Spiegel und schüttelte den Kopf. Es war die zehnte Robe, die sie anprobierte.

„Hätte ich das Rote nur gleich gekauft, als ich es im Schaufenster sah!“

Die Verkäuferin sah mich ratlos an, besagtes Kleid war für eine andere Dame reserviert worden. Ich zuckte bedauernd mit den Schultern. Es brauchte nur noch den einen kleinen Tropfen, bis sich Nora in eine ihrer selbstgebastelten Krisen hineingesteigert hätte.

„Nora, ich bitte dich“, sagte ich streng, „du weißt genau, dass Frederick verheiratet ist. Er wird seine Frau mitbringen – glaubst du wirklich, es wäre gut dermaßen aufzufallen?“

Ich nahm einen Schluck Kaffee und schlug die Beine übereinander. Frederick war ihre große Liebe – gewesen. Eigentlich. Leider hatte der Umstand, dass er vor kurzem heiratete, nicht gerade ein Grund ihn aus Noras Gedanken zu verbannen. Sie sah mich mit verständnislosem Blick an.

„Das ist mir egal! Diese Tussi, die er seine Frau nennt, ist zwanzig Jahre jünger!“, geräuschvoll zog sie den Vorhang der Umkleidekabine zu, „ich werde auffallen! Er soll sehen, was er für dieses Kücken weggeworfen hat.“

Ich verkniff mir zu sagen, dass sie damals sehr unzufrieden mit der Beziehung gewesen war. O-Ton: „Wenn er nicht aufhört sich wie ein Single zu benehmen, kann er gehen.“ Und dass das Kücken, das erste von dreien war, bis er das vierte heiratete.

„Ich habe dein Seufzen gehört!“, ertönte Noras dumpfe Stimme hinter dem Behang.

„Das kannst du gar nicht“, erwiderte ich, „es war nur in meinen Gedanken.“

„Siehst du, ich wusste es!“, sie zog den Vorhang auf, „so kann ich nicht gehen!“

Nora trat aus der Umkleidekabine. Das figurbetonte dunkelblaue Kleid, mit tiefem Rückenausschnitt und Schlitz sah fantastisch an ihr aus. Sie hatte die Figur eines Modells und manchmal auch die Allüren.

„Du siehst noch in einem Sack besser aus, als alle Frauen die ich kenne“, stellte ich neidlos fest.

„Du musst so was sagen, du bist meine Freundin“, sagte sie und zog kritisch die Augenbrauen zusammen.

„Wenn es dich glücklich macht, dass zu denken, bitte. Ich hindere dich nicht dran.“

Ich nahm ein Keks von dem kleinen Silbertablett und steckte es genüsslich in den Mund. Mit Nora in dieser Situation zu diskutieren brachte überhaupt nichts. Das musste ich aussitzen.

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„Wir machen Schluss für heute“, rief Dr.Anders.

Ich hörte, wie die anderen Studenten ihre Werkzeuge einpackten und die Höhle verließen. Langsam wurde es still, ihr Gelächter und das Murmeln der Stimmen verebbte. Ich befand mich im hinteren Teil der Höhhle und wusste, dass mich niemand besonders vermissen würde.

Meine Kommilitonen hielten mich für absonderlich und kümmerten sich nicht weiter um meine Anwesenheit. Manchmal bedauerte ich das, aber heute kam es mir sehr entgegen. Ich hatte einen sensationellen Fund gemacht, den ich mit niemandem teilen musste.

Für einen Moment lauschte ich gespannt in die Stille. Außer meinem Atem und meinem Herzschlag gab es keine weiteren Geräusche. Ich zog die Grubenlampe etwas näher an das Fundstück heran, nahm einen kleinen Spachtel und legte sehr   vorsichtig den Kopf des Tieres frei. Dann entfernte ich den Staub mit einem feinen Pinsel.

Mit angehaltenem Atem betrachtete ich den schmalen Kopf.

Sacht strich ich mit den Fingerspitzen über die Nase, die Stirn des Urzeitwesens. Trotz der vielen Jahrunderte, die das Tier in der Erde geruht hatte, fühlte sich die Haut nicht hart an, eher wie weiches Leder. Erstaunlich, dachte ich. Ich kannte das haptische Erleben von den Schlangen meines Bruders. Genauso fühlte sich ihre Haut an. Weich, geschmeidig, elastisch.

Unter der Haut des Reptils fühlte ich die Muskelbewegung des Reptils. Erschrocken zog ich meine Hand weg. Das Lid des Tieres hob sich und ein leuchtend grünes Auge, mit der schmalen Pupille einer Katze, sah mich an.

Ich wollte aufspringen, stolperte und fiel nach hinten. Jäh kam Leben in das Tier. Es stemmte sich aus dem Boden, stieß sich ab und landete auf meinem Bauch. Interessiert betrachtete es mich, schnüffelte an mir. Ich presste die Lippen zusammen und rührte mich nicht. Panik konnte es vertreiben oder aggressiv machen. Beides wäre kontraproduktiv gewesen.

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(Stück für zwei Personen und eine Katze)

Sie: Serafina Seide, Mitte 30, exzentrisch, arbeitet als Heilerin, stadtbekannt
Er: Oliver Sommer, junger Reporter, führt sein erstes größeres Interview für die Lokalzeitung
Ort des Interviews: ein kleines Bistro, am Rand der Stadt

Der junge Reporter sitz mit seiner Interviewpartnerin in einer kleinen Nische und bestellt sich einen Kaffee. Schwarz, drei Stück Zucker. Frau Seide hat ein Glas funkelnden Rotwein vor sich stehen und ist die Ruhe in Person. Nervös vor seinem ersten großen Interview, zückt Oliver Block und Stift.

Sie: Eigentlich hatte ich Frau Müller erwartet?
Er: Sie bittet sie um Entschuldigung. Leider ist sie krank geworden. Ich hoffe, sie nehmen auch mit mir vorlieb.
Sie: Aber natürlich. Wir werden uns die Zeit schon vertreiben.

Dass seine Kollegin nicht kommen wollte, als sie das Gerücht hörte, dass Frau Seide nicht nur Heilerin ist, sondern auch einem Hexenzirkel angehört, verschweigt Oliver vorsichtshalber. Da er nicht an solchen mystischen Kram glaubt, hat er sofort zugegriffen, als man ihm den Job angeboten hat. Die Heilerin lächelt spöttisch, beugt sich zu ihm herüber, er riecht ihr betörendes Parfüm, und sie fragt mit rauchiger Stimme:

Sie: Was möchten sie von mir wissen Oliver?
Er: Woher wissen sie meinen Namen? Ach, der stand bestimmt auf der Terminbestätigung. Tja, also ich habe da einige Fragen.
Sie: Und die wären?
Er: Äh, also wie sind sie auf den Beruf Heilerin gekommen, Frau Seide?

Sie lehnt sich entspannt zurück, schlägt ihre seidenbestrumpften Beine übereinander. Oliver wird heiß und kalt. Er klammert sich an seinen Stift und versucht an seine hübsche kleine Freundin zu denken. Aber Frau Seides unergründlicher Blick zieht ihn magnetisch an. Mit einer kessen Handbewegung fährt sie sich durch ihre langen schwarzen Locken. Als sich ihre glänzenden roten Lippen zu einer Antwort öffnen hat er alles andere vergessen.

Sie: Sagen sie doch Serafina zu mir?
Er: Ja, natürlich.
Sie: Also, um auf ihre Frage zurückzukommen, das liegt in unserer Familie. Wir Seidefrauen erben das Amt der Heilerin von unseren Müttern.
Er: Und was bedeutet ihnen ihr Job?

Ihre Augen funkeln zornig. Oliver zuckt zusammen.

Sie: Für euch junge Leute bedeutet Arbeit nur eine lästige Pflicht. Aber die Arbeit einer Heilerin, ist nichts Alltägliches, sondern etwas Besonderes, Außergewöhnliches. Es ist eine alte Kunst!
Er: Was sind denn ihre Aufgabengebiete?
Sie: Wir leisten Geburtshilfe, Hilfe bei Kinderwünschen oder Liebeskummer, Krankheiten oder Fernhaltungen und noch einiges andere.

Oliver macht sich eifrig Notizen. Vorsichtig fragt er:

Er: Wieso helfen sie als Heilerin jemand der Liebeskummer hat?
Sie: Liebe ist eine Krankheit. Manchmal geht es gut aus, manchmal endet sie tödlich.
Er: Und was tun sie dagegen oder dafür?
Sie: Zum Beispiel stelle ich einen Liebestrank her. Außerdem helfe ich der liebeskranken Person das Ritual zu vollziehen.
Er: Was für ein Ritual?
Sie: Darüber kann ich leider nicht sprechen. Das ist ein Berufsgeheimnis. Es sei denn, du bräuchtest meine Hilfe.

Oliver schüttelt energisch den Kopf. Von dem Humbug hält er überhaupt nichts. Frau Seide beugt sich vertraulich zu ihm über den Tisch und legt ihre Hand auf seinen Arm. Ihre Fingernägel sind signalrot.

Sie: Wollen wir nicht mit dem Geplänkel aufhören und zu den interessanteren Themen kommen?
Er: Welche meinen sie?
Sie: Zum Beispiel warum ihre Kollegin glaubt, ich sei eine Hexe?

Oliver zuckt erschrocken zusammen. Er stottert.

Er: Wie kommen sie denn darauf. Sie sind doch keine Hexe? Denke ich jedenfalls.

Sie: Nein, bin ich nicht?! Zumindest nicht in dem Sinn des Wortes, den die Leute im Allgemeinen vermuten. Dass die Menschen verunsichert sind, ist nichts Neues für mich. Das könnte an meiner Erscheinung liegen, oder an dem Job, wie du es nennst.

Oliver traut sich kaum zu atmen. Er ist sich nicht sicher ob sie ihn verspottet oder es ernst meint.

Sie: Ich könnte dir ja erzählen, wie ich der Inquisition entkam? Das wäre doch die Story für dich?! Der Titel könnte heißen: Aus dem Leben einer Hexe.
Er: Die Inquisition?
Sie: Willst du nun deine Story oder nicht?
Er: Ja, Entschuldigung.
Sie: Dann solltest du deinen Stift aber geschwind über das Papier gleiten lassen, denn ich erzähle die Dinge nicht gerne zweimal.

Oliver spürt, wie sich eine Gänsehaut über seinem Rücken ausbreitet. Gebannt blickt er in Frau Seides grüne Augen.

Sie: Es war im Jahr 1590. Es war die Zeit kurz vor der Pest. Die Menschen litten oft Hunger, was zu weiteren Krankheiten führte. Das machten sich die Kirchenoberen zunutze, die den Glauben des Volkes dahin manipulierten, dass die Hexen unter der Führung des Teufels diese Übel über sie gebracht hatten. Ich war Witwe und lebte in der Nähe eines kleinen Dorfes, bei Nürnberg. Meinen Mann Leon, hatte ich im Krieg gegen die Spanier verloren.

Frau Seide hält inne, lächelt versonnen. Sie scheint mit ihren Gedanken weit weg zu sein. Oliver räuspert sich.

Sie: Leon war ein einfacher, aber ein guter Mann. Er sorgte für mich und akzeptierte meine Arbeit als Heilerin, auch wenn er nicht verstand, dass ich mich dadurch in Gefahr begab. Aber Heilerinnen gab es schon immer. Seit es Menschen auf dieser Erde gibt. Niemand zweifelte die Macht der weisen Frauen an. Sie waren geachtet und in der Gesellschaft akzeptiert. In Canterbury ließ der Kerkermeister sogar eine bereits verurteilte Hexe frei, weil er der Ansicht war, dass sie mit ihren Hausmitteln mehr Gutes für die Kranken tue, als alle Priester mit ihren Gebeten und ihrem Exorzismus. Das war ein kluger Mann! Wusstest du, dass das Wort „Hexe“ in den meisten Sprachen aus den Stammwörtern für Weisheit und Wissen abgeleitet wird?

Serafina sieht Oliver fragend an. Er weiß es nicht und schüttelt wahrheitsgemäß den Kopf. Bedauernd tätschelt sie seine Hand. Oliver spürt ein Ziehen in der Bauchgegend.

Sie: Nun, jetzt weißt du es. Auf jeden Fall war es eine schwere Zeit damals. Meine Großmutter war noch eine der meist geachteten Frauen des Dorfes, während ich mein Handwerk im Geheimen ausüben musste. Ich gebe zu, es gab oft Momente, in denen ich darüber nachdachte, meine Arbeit aufzugeben. Aber wenn ich von einem verzweifelten Vater aufgesucht wurde, dessen Frau in den Wehen lag, dann machte ich mich auf den Weg. Egal ob Regen oder Schnee! Statt die arme Gebärende einem dieser Schlachtärzte zu überlassen, die keine Ahnung von Hygiene und Sauberkeit hatten. Ich habe einige Mütter und Kinder sterben sehe, nur weil sich vorher so ein Stümper an ihnen zu schaffen machte.
Ihre Stimme klingt wütend. Sie greift nach ihrer Handtasche und wühlt solange darin herum, bis sie ihre Zigaretten gefunden hat. Oliver zückt eilig sein Feuerzeug.

Sie: Danke, Kleiner.

Frau Seide zieht heftig an ihrer Zigarette, wirft ihren Kopf in den Nacken und bläst eine Rauchwolke in die Luft. Etwas gereizt schnipst sie nach der Kellnerin.

Sie: Noch einen Rotwein, für den jungen Mann auch!
Er: Nein, danke. Lieber nicht, ich muss noch schreiben.

Frau Seide lacht und zwinkert ihm vertraulich zu.

Sie: Du musst etwas lockerer werden, mein Lieber. Wein erfreut das Herz. Steht schon in dem Buch der Bücher.

Fragender Blick von Oliver.

Sie: Ja, die Bibel. Ich kenne das Buch. Im Gegensatz zu der üblen Nachrede glauben Heilerinnen sehr wohl an eine Gottheit. Wir glauben an eine heilende gute Mutter und nicht an einen harten kriegführenden Gott. Natürlich anders, als die Pfaffen es von uns verlangten. Aber sicher haben Heilerinnen oder Hexen, wie wir im Mittelalter tituliert wurden, nicht so viel Schaden angerichtet, wie die christliche Kirche. Egal ob Papst oder Luther gegen die weisen Frauen hetzten, sie folterten und verbrannten. Aber was kann man schon von einer Institution erwarten, die von Männern dominiert wird?!

Serafina wirft die Frage ganz locker hin, wie einen alten Mantel. Der Ausdruck, den ihre leicht angehobene Augenbraue ihrem Gesicht verleiht, lässt keinen Zweifel an dem Fehdehandschuh, den sie ihm hinwirft. Oliver weiß nicht was er sagen soll und rutscht nervös auf seinem Stuhl hin und her. Frau Seide lacht. Es hört sich bitter an. Mehr zu sich selbst, als zu ihm, sagt sie:

Sie: Männer, die Frauen foltern, weil sie keine Kontrolle oder Macht über sie ausüben können, sie foltern und verbrennen, sich die schlimmsten Strafen ausdenken. Die unschuldige Katzen verbrennen oder ersäufen, weil sie glauben, Hexen würden die Gestalt von „unheiligen“ Tieren annehmen, um sich zu schützen. Stell dir vor, in der Renaissance verbreitete sich ein geradezu abartiges Interesse an schwarze Messen und Orgien. Sie wurden nach den Aufzeichnungen der Inquisitoren in den Hexenprozessen gestaltet. Wie sie von den Pfaffen unter der Folter abgepresst wurden. Zurzeit König Ludwigs XIV pflegte die halbe Priesterschaft, fast der ganze Hof und sogar Ludwigs Mätresse, Madame de Montespan die Beziehung zu einer „Gesellschafts-Hexe“, die sich La Voisine nannte. Aber die schwarzen Messen wurden nicht nach den Ritualen der großen Mutter durchgeführt, sondern waren eine abartige Verkehrung der heiligen Messe ins Gegenteil. Da frage ich dich, wer die wahren Satanisten sind?

Oliver zuckt ratlos mit den Schultern. Von solchen merkwürdigen Praktiken hat er noch nie gehört. Frau Seide nickt gnädig.

Sie: Entschuldige, du kannst das nicht wissen, aber wenn es um dieses Thema geht, gehen die Pferde mit mir durch. Es ist nicht einfach, sein Leben lang angefeindet, falsch verklagt und verfolgt zu werden.

Er: Wollten sie mir nicht etwas über ihre Flucht vor der Inquisition erzählen?
Sie: Ach, ja. Ich bin abgeschweift. Also, es war an einem Freitag im April. Übrigens, ein verhexter Tag, weil er der Göttin Freya gewidmet ist. Ich war schon einige Jahre Witwe und hatte mich erfolgreich gegen die Wiederheirat mit einem dieser Heuchler aus dem Dorf widersetzt, die mich unter Kontrolle bringen wollten. Du musst wissen, selbstständige Frauen waren den Männern ein Dorn im Auge. Eine eifersüchtige Ehefrau, deren Mann mir oft nachstieg, streute das Gerücht, ich hätte den letzten Hagelschauer, bei dem einige Tiere der Dorfbewohner ums Leben gekommen waren, heraufbeschworen und sie verflucht. Außerdem hoffte sie auf eine Belohnung dafür, dass sie mich ans Messer geliefert hatte. Die Hexenverfolgung war ein einträgliches Geschäft, bei dem jeder, ob Pfaffe, Adliger oder Dorftrottel, seinen Anteil aus dem Nachlass des Opfers bekam. Mein Haus hatte keinen übermäßig hohen Wert, aber es war in gutem Zustand. Ich besaß eine Ziege, übrigens ein Teufelstier und eine hübsche kleine Kuh. Ich wusste, meine Zeit weiter zu ziehen war gekommen. Längst hätte ich fort sein sollen, aber ich hing an dem Haus. Es war eine schöne Gegend und ich hatte keine Lust mir schon wieder ein neues Leben aufzubauen. Ich war nicht besonders ängstlich. Die meisten Sorgen machte ich mir, dass mich der Bischof von Nürnberg in seine schmierigen Finger bekommen könnte. Er war als ein brutaler Vergewaltiger verschrieen, der jede halbwegs ansehnliche Frau durch seine Vorlieben fast zu Tode vögelte. Und die, die sich ans Leben klammerten, fanden das Ende auf andere Weise.
Er: Und wie seit ihr dem Bischof entkommen?
Sie: Nur keine Eile, das kommt noch. Also, ich war gerade dabei mein Schmutzwasser zu entsorgen, als ich bemerkte, dass jemand in der Nähe herumlungerte. Erst dachte ich, es sei das dumme Weib, das mich verraten hatte. Sie war ganz wild darauf mich in Fesseln zu sehen. Aber nach einer Weile spürte ich, dass es ein Mann war.
Er: Der Ehemann?
Sie: Nein. Es war einer der Soldaten des Bischofs. Jan.
Er: Ihr kanntet ihn?
Sie: Ja. Er stammte aus meinem Dorf und ich kannte ihn einige Jahre. Er war einer der Männer, die mir einen Antrag gemacht hatten, nach dem mein Mann gestorben war. Aber zu seiner Ehre muss ich feststellen, dass er mich nie bedrängte und unter anderen Umständen hätte ich seinen Antrag vielleicht auch angenommen. Er war ein hübscher großer Kerl, den ich nicht aus meinem Bett vertrieben hätte.

Frau Seide zwinkert Oliver erneut verschwörerisch zu und trinkt einen Schluck Rotwein.

Sie: Hexen sind eben auch Frauen. Aber eine Verbindung mit dem Bediensteten eines Pfaffen, nein danke!

Oliver nickt verständnisvoll und nimmt auch einen Schluck aus seinem Glas. Der Wein ist stark und würzig. Er läuft fast ölig seine Kehle hinab und macht sich wärmend in seinem Bauch breit.

Sie: Feuer?
Er: Ja, natürlich.

Als er ihr Feuer gibt, sieht Frau Seide ihm tief in die Augen und berührt seine Hand. Oliver spürte ein gewisses Kribbeln in seinem Bauch. Lasziv lehnt sie sich zurück.

Er: Was passierte dann mit diesem Jan?
Sie: Das, was immer passierte. Er beobachtete mich und dachte, ich würde es nicht merken. Ich glaube, er war wirklich in mich verliebt.
Er: Weiter passierte nichts?
Sie: Aber Oliver, wo denkst du hin … natürlich passierte etwas! Der Mann bekam eine Vorstellung von mir geboten, von der er bestimmt noch jahrelang träumte.
Er: Vorstellung?
Sie: Ja, mein Süßer, Abschiedsvorstellung. Ich sagte dir doch, dass ich schon längst hätte fort sein sollen, und nun wusste ich endgültig, dass es Zeit war zu gehen. Aber nicht ohne mir vorher noch ein bisschen Spaß zu gönnen.

Bei diesen Worten lacht sie schallend, wirft ihre langen Haare zurück und wippt aufreizend mit ihrem Pumps beschuhten Fuß. Oliver versucht sich auf seine Notizen zu konzentrieren. Es gelingt ihm nur mit äußerster Mühe.

Sie: Hattest du schon einmal Spaß?

Oliver blickt irritiert auf.

Er: Heute? Ja, ich hatte Spaß.
Sie: Dummerchen, doch nicht diesen Spaß. Ich meine Spaß beim Sex.
Er: Natürlich! Ich hab eine tolle Freundin.
Sie: Das wäre ein interessantes Gesprächsthema, aber das können wir nachher noch vertiefen.

Dabei bekommt ihre Stimme einen fast hypnotischen Unterton.

Sie: Aber ich will nicht abschweifen und dir erzählen, wie ich Jans Träume wahr werden ließ. Hm, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, also ich hatte meinen Hausputz erledigt und wie immer danach, ging ich zum Fluss hinunter, um zu baden. Jan folgte mir in sicherem Abstand. Dachte er. Ich konnte ihn atmen hören, so aufgeregt war der.

Frau Seide kichert bei der Vorstellung. Oliver läuft rot an, denn auch sein Atem hat sich beschleunigt.

Sie: Am Fluss begann ich mich langsam auszuziehen, schließlich sollte er auch was davon haben. Ich war gerade dabei meine Bluse auf zu knöpfen, als er mir zurief: „Hey, du Hexe.“ Ich antwortete nicht und drehte mich nicht um. Er rief erneut: „Hey, du Hexe, ich rede mit dir.“ – „Aber ich nicht mit dir, wenn du keinen Respekt vor mir hast, erwiderte ich, nenn mich gefälligst bei meinem Namen.“ Ich zog mich in aller Ruhe weiter aus. „Wieso sollte ich Respekt vor dir haben? Dich wird sowieso der Bischof holen,“ sagte er und kam näher. „Warum du Respekt haben solltest? Weil deine Schwägerin ohne meine Hilfe, nicht Mutter geworden wäre. Außerdem wäre sie schon Witwe, so oft, wie sich ihr Alter verletzt hat.“ Dabei drehte ich mich um. Ich stand nackt vor ihm. Du hättest mal seinen Gesichtsausdruck sehen sollen und den Aufruhr in seiner Hose.

Olivers Ohren glühen und er ducke sich tief über seinen Block, damit Frau Seide sein Gesicht nicht sehen kann. Sie lacht verführerisch. Plötzlich spürt er, wie sie ihren Fuß an seiner Wade hinaufschiebt. Hastig zieht er sein Bein zurück. Sie ignoriert es.

Sie: „Darum wollte ich dich auch warnen,“ stotterte er und setzte sich auf einen großen Stein, damit ich ihm nicht mehr auf sein „Paket“ starren konnte. Meine Vorfreude wuchs, aber ich wollte es noch ein bisschen spannend machen. Immerhin wollte er mich vor dem widerlichen Bischof bewahren, da hatte er schon eine besondere Show verdient. Also nahm ich meine selbstgemachte Yasminseife stieg ins Wasser und wusch mich.

Frau Seide streicht dabei mit ihren Fingerspitzen über ihren schlanken Hals, bis hin zum Ansatz ihres Dekolletés. Oliver hat längst aufgehört zu schreiben und starrt sie an.

Sie: Er sah mich genauso an, wie du jetzt.
Er: Das glaube ich wohl kaum.
Sie: Du musst dich nicht schämen. Das ist ganz normal.
Er: Mit mir ist alles OK.
Sie: Dann ist es ja gut. Weiter: Während ich mich wusch und Jan mich immer gieriger betrachtete, sagte er plötzlich: „Du solltest mich heiraten.“ Ich lachte: „Wie kommst du darauf. Du weißt genau, dass es dein Bischof auf mich abgesehen hat. Im Übrigen habe ich die Frau unseres Fürsten von einem Kind entbunden. Er versprach mir Schutz. Und du bist trotzdem hier um mich vor meiner Verhaftung zu warnen. Meinst du, mich würde es schützen, wenn du mir die Ehefessel anlegst?“ Er schüttelte resigniert den Kopf. Es war aussichtslos. Wenn du einmal den Häschern der Inquisition ins Auge gefallen warst, gab es nichts, was dich erlösen konnte, es sei denn ein dicker Geldsack oder der Tod. „Und was willst du tun,“ fragte Jan. „Ich werde fortgehen, neu anfangen. Was bleibt mir über? Ich will nicht auf dem Scheiterhaufen enden. Es tut mir nur leid, dass ich alles, was ich mir aufgebaut habe, zurücklassen muss.“ Ich kam aus dem Wasser und ging auf ihn zu. Das Verlangen flackerte in seinen Augen, dann brannten ihm die Sicherungen entgültig durch. Jan packte mich, riss mir meinen Kopf nach hinten und küsste mich unbeholfen. Na ja, was will man von einem Soldaten verlangen.

Frau Seide zuckt mit den Schultern und sieht Oliver an. Der tut so, als mache er Notizen.

Sie: Ich stöhnte erregt. Presste meinen Körper an ihn und meine Lenden gegen seine. Da Jan damit gerechnet hatte, ich würde Widerstand leisten und vielleicht schreien, lockerte er überrascht seinen Griff. „Du kleine Hexe“, sagte er. „Was hast du erwartet?“ Erwiderte ich spöttisch, „ich bin keine von diesen Weibchen, die sich reichlich zieren, um ihre ach so heilige Jungfräulichkeit zu schützen. Und doch Tag und Nacht von nichts anderem reden, als beschlafen zu werden. Aber ich bin auch was Besseres gewöhnt, als die armen alten Ehefrauen, die nur ihre Beine breitmachen müssen, wenn ihr stinkender Alter sich mal erleichtern muss.“ Jan sah mich mit offenem Mund an. Ich öffnete seinen Gürtel und fasste mir sein bestes Stück. Dann beugte ich mich zu ihm herunter. – Den Rest überlasse ich deiner Fantasie. Du glaubst gar nicht, wie schnell der Mann kam.

Frau Seide lächelt spöttisch. Dabei sieht sie Oliver so direkt an, dass er sich verschluckt und husten muss. Auch sein bestes Stück bringt seine Hose fast zum Platzen.

Sie: Aber so einfach ließ ich ihn nicht davon kommen. „Ich denke,“ sagte ich zu ihm, „da du jetzt deinen Spaß hattest, sollte ich jetzt auch Spaß haben.“ Ich lehnte mich gegen den Felsen, spreizte meine Beine und sagte, „geh auf die Knie und leck mich, genau da“. Ich zeigte ihm deutlich, welche Stelle ich meinte. Dabei drückte ich ihn zu Boden und zog seinen Kopf zu mir. „Du bist doch eine Hexe,“ seufzte er noch, „aber eine Gute,“ dann tat er, was ich ihm befohlen hatte. Er machte seine Sache sehr gut und nach dem er mich befriedigt hatte, belohnte ich ihn noch mit einen kleinen Ritt auf seinem inzwischen wiederauferstanden Phallus.

Frau Seide macht eine Pause.

Sie: Meine Zigaretten sind alle. Ich muss mir kurz Neue besorgen.

Sie geht zu der Kellnerin hinüber und fragt sie nach Kleingeld für den Zigarettenautomat. Oliver ist wie elektrisiert. Er sieht vor seinem geistigen Auge, wie sie sich nackt über einem Männerkörper aufbäumt, ihre Haare fliegen und ihre vollen Brüste wippen. Wie sie sich stöhnend und schreiend in die Schultern des Mannes krallt, der sich gegen sie stemmt. Sie setzt sich wieder. Oliver sieht verlegen aus, als hätte sie ihn bei einer Schandtat überrascht.

Sie: Na, alles Ok?
Er: Alles Ok.
Sie: Dann ist ja gut.
Er: Sex hat sie also vor der Inquisition gerettet?
Sie: Könnte man so sagen. Aber ich würde das nicht so hart ausdrücken. Du musst bedenken, Jan hatte seinen Spaß. Immerhin kam er freiwillig, um mich zu warnen. Es war sozusagen sein Lohn. Du weißt doch, eine Hand wäscht die andere. Oh, das könnte man fast wörtlich nehmen. Gut, ich hatte zwar schon Besseres erlebt, aber ich will mich nicht beklagen. Hätte ich mehr Zeit mit ihm verbracht, hätte ich was Anständiges aus ihm machen können.

Sie grinst Oliver unverschämt an. Dass sie dem armen Jan, nach dem ersten Ritt eine kleine Dosis Liebestropfen verabreicht hatte, um ihn für weitere Touren fit zu machen, verschweigt sie Oliver lieber. Es würde ihn vermutlich schocken, wenn er wüsste, dass der Mann danach fast zwei Tage völlig entkräftet durchgeschlafen hatte. Aber was kann sie dafür, schließlich weiß Frau nie, wann sie wieder einmal Sex mit einem passablen Mann haben wird. Wenn sich was Passendes bietet, muss man zugreifen. Oliver packt seine Sachen zusammen. Dieses
Gerede von Hexen, Inquisition und Sex reicht ihm.

Er: Ich glaube, wir sind fertig. Eine nette Story, aber sie sind keine Hexe. Nur eine gute Märchenerzählerin.
Sie: Das ist doch mehr, als viele von sich behaupten können. Ich werde die Rechnung begleichen.

Frau Seide bezahlt und erhebt sich. Noch bevor Oliver sich wehren kann, küsst sie ihn. Er spürt einen süßen Geschmack und ein leichtes Prickeln auf der Zunge.

Sie: Danke Oliver und auf ein Wiedersehen.

Ohne seine Antwort abzuwarten schwebt sie hinaus. Nachdenklich geht Oliver zum Parkplatz. Er schließt sein Auto auf und wirft seine Tasche auf den Beifahrersitz. „Was für ein Nachmittag. Was für eine Frau. Heißer Feger würde man wohl sagen,“ denkt er und muss unwillkürlich grinsen. Plötzlich spürt er, wie sich ein Körper an seinen Rücken schmiegt. Er dreht sich um. Frau Seide. Sie trägt nichts, außer Spitzenstrümpfen und Pumps. Ihm bleibt die Luft weg. Er will sich wehren, tausend Argumente fallen ihm ein. Kurz denkt er an seine Freundin, aber er bringt kein Wort heraus. Ihre geschickten Hände haben seinen Schwanz schon von der Verpackung befreit. Was sie dann tut, raubt ihm den Verstand. Er explodiert, als hätte er noch nie im Leben Sex gehabt. Ihre raue Stimme an seinem Ohr jagt ihm eine Gänsehaut über den Rücken.

Sie: Und was wirst du jetzt tun Schätzchen?

Oliver gibt auf und sinkt auf seine Knie…

Den Rest überlasse ich eurer Fantasie.

Nachdem Oliver in einen gnädigen Schlaf gefallen ist. Zieht sich Frau Seide wieder an. Männer sind doch meistens das schwächere Geschlecht, denkt sie. Bis auf Leon, ein Bild von einem Mann und was für eine Potenz. Bei dem Gedanken an ihn muss sie lächeln.

Sie: So was wie Leon wird eben nur alle paar Jahrhunderte geboren. Komm Roxanna, es wird Zeit weiter zu ziehen.

Eine rotgetigerte Katzendame springt aus dem Gebüsch. Sie miaut leise. Frau Seide hebt sie hoch. Sie steigt in den feuerroten Porsche, der neben Olivers Lupo steht. Zärtlich streichelt sie Roxanna über das samtweiche Fell.

Sie: Einen Vorteil hat das 21.Jahrhundert jedenfalls meine Kleine. Porsche fahren ist weitaus bequemer, als Besen reiten.
Roxanna: Miau.

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Das Leben findet draußen statt.

Ich sitze hier und warte.

Sehe zu wie die Zeit vergeht,

Die Sonne ihre Bahn ums Haus zieht.

 

Ich höre die Geräusche des Tages,

Die Hektik der Welt vor meinem Fenster.

Ich sitze hier und warte.

Allein mit meinen Träumen,

Einsam in meiner Sehnsucht.

 

Manchmal eilt jemand vorbei.

„Hallo wie geht`s –

Ich muss wieder los.“

 

Ich sitze hier und warte.

Lausche der lautlosen Zeit.

Entschwinde mit ihr,

in ihrem eigenen Takt.

 

Eine Autotür fällt zu.

Eine Frau beschwert sich.

 

Ich lebe auf einer Insel,

im Fluss des Lebens.

Es pulsiert um mich herum,

stößt zuweilen ein Seufzen aus

wird von der Strömung verschluckt.

 

Der Spatz sitzt auf dem Balkon.

Die Katze lauert ihm auf.

Atemlos, gespannt,

gesprungen und verfehlt.

 

Einsamkeit sickert in meine Tage,

pechschwarz und zäh,

kriecht sie durch jede Zelle,

windet sich in meine Gedanken,

betäubt meine Seele.

 

Höre das Brummen eines Flugzeugs,

über den Wolken.

Freiheit grenzenlos, bis zum Horizont,

in meinen endlosen Träumen.

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