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1000 Beiträge eingestellt. Es hat einige Zeit gedauert – tatsächlich inzwischen Jahre. Aber ich habe tatsächlich, unbemerkt von mir selbst, 1000 Beiträge im „Schreiberleben“ veröffentlicht. Den Blog habe ich damals angefangen, um wenigstens ein paar meiner Texte zu veröffentlichen. Mein Motto: wenn sich nur ein Leser findet, dem die Texte Spaß machen und dem ich eine kleine Freude machen kann, dann hat der Text sein Ziel erreicht.

Zu meiner Freude ist es nicht bei einem Leser geblieben. In den Jahren haben sich einige Leser zu meinem Blog gesellt und meine Texte gelesen. Ich habe Bücher geschrieben, habe an Lesungen mitgewirkt, bin auf Buchmessen gegangen, habe Schreibkurse geleitet und viele tollte Menschen kennengelernt, die so wie ich, schreiben und/oder Spaß an Geschichten und Gedichten haben.

All denen, die meine Texte in den letzten Jahren gelesen haben, möchte ich ein herzliches Dankeschön aussprechen und hoffe, dass ihr weiterhin viel Spaß an meinen Texten haben mögt.

Für die Leser dieses 1001 Beitrags gibt es ein kleines Outing. Unter dem Pseudonym Cat Monroe habe ich einen Band mit erotischen Kurzgeschichten im Moments Verlag veröffentlicht. Die Geschichten gibt es als E-Book und als Taschenbuch, auf das ich sehr stolz bin. Die Zusammenarbeit mit dem Verlag war sehr angenehm und ich wurde/werde toll unterstützt.

Wenn alles klappt, gibt es bald eine weitere gute Nachricht zu verkünden. 🙂

Liebe Freude und Leser meines Blogs, danke schön für euren Zuspruch und euer Interesse!

Eure Caro

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Ich möchte mich bedanken! 200 Personen, die meinem Blog folgen, meine Texte lesen, Kommentare und Likes hinterlassen. Danke an euch alle, die ihr mich immer wieder motiviert und für die ich schreiben darf.

In der heutigen Zeit hat es ein Schreibender nicht leicht in Buchform veröffentlich zu werden – es ist ein Glücksspiel mit vielen Variablen und selbst wenn man es geschafft hat, ist man nicht sicher Leser zu haben.

Schreiben ist Leidenschaft! Sollte sie sein, wie jede andere Kunstform auch, sonst wird es schwierig den langen Atem zu beweisen, der nötig ist, bis man das Ziel einer Buchveröffentlichung erreicht.

Darum bin ich euch, ihr lieben 200 Blogleser dankbar, dass ihr meine Texte lest, kommentiert und mir positiven Zuspruch vermittelt, der einem Künstler das Gefühl gibt, auf dem richtigen Weg zu sein.

Ich hoffe, euch weiterhin mit meinen Texten, Gedichten und Gedanken zu erfreuen.

Danke für euer Interesse und allerliebste Grüße

Caroline

 

 

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Liebe Blogleser,

was für eine Freude! 150 Follower. Ihr Lieben, ich danke euch für das Interesse und eure Kommentare. Ich hoffe, dass ihr weiterhin an dem ein oder anderen Text euren Spaß habt.

Ganz liebe Grüße und viele aufregende Musenküsse 🙂

Eure Caroline

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„Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, was kann ich für dich tun?“

Gil streift sein Jackett ab und wirft es auf eine niedrige Sitzbank. Sein Zimmer ist schlicht, aber geschmackvoll eingerichtet. Ohne Schnörkel und Pomp. Nur die schweren Samtvorhänge mit den goldenen Bordüren verbreiten etwas Glanz. Rosalie blickt sich um, setzt sich dann in einen Sessel in der Nähe des Kamins.

„Und wie ich  sagte, vielleicht kann ich etwas für dich tun.“

„Wie kommst du darauf?“

Er löst seine Krawatte, öffnet die oberen Knöpfe des Leinenhemdes.

„Wenn man Gerüchten glauben schenken darf, hat dich diese ganze Erbangelegenheit verändert.“

Er lacht kurz auf.

„Die gute Misses Morse. Sie macht sich zu viele Gedanken.“

Das glaube ich nicht. – „Warum lehnst du das Erbe nicht ab?“

Unwirsch schüttelt er den Kopf.

„So einen Vorschlag kann nur jemand machen, der deinen Hintergrund hat.“

Rosalie verschränkt ihre Finger krampfhaft ineinander. Sie versucht die aufsteigende Wut zu unterdrücken.

„Welchen Hintergrund habe ich denn?“

„Du hast frei von der Last drohender Verantwortung gelebt“, stößt er hervor und seine eiserne Fassade der Beherrschung bricht zusammen. „Sicher hast du gehört, dass dein Großvater Richard gespielt hat“, Gil geht vor Rosalie in die Hocke, um mit ihr auf Augenhöhe zu sein, „Mein Vater hat alles versucht ihn abzuhalten. Es hat nichts genützt. Ich weiß nicht erst seit gestern, dass ich ein marodes Anwesen mit einer Unsumme Schulden übernehmen muss. Andrew, der Halbbruder deines Vaters starb vor 18 Jahren, so lange schwebt das Damokles Schwert über mir.“

Traurig schaut Rosalie ihn an. – In seiner Verzweiflung ist er noch schöner. –

„Und was willst du tun?“, fragt sie leise.

Gil zuckt mir den Schultern. Rosalie sieht Tränen in seinen Augen glitzern. Unwillkürlich streckt sie die Hand aus, legt sie sanft auf sein Wange.

„Ich weiß es nicht“, Er legt seine Hand auf ihre, „wenn ich mir nicht in aller Ehre eine Kugel in den Kopf jagen will, muss ich eine Möglichkeit finden, die Schulden zu tilgen. Und zwar schnell. Die Gläubiger haben mir glaubhaft versichert, dass sie nicht länger warten wollen.“

Gil zieht Rosalies Hand an seine Lippen, haucht einen Kuss in ihre Handfläche. Ein Schauer rinnt durch ihren Arm.

„Lass dir von mir helfen“, Rosalies Stimme zittert.

„Das Collier wäre eine Hilfe gewesen.“

„Ich kann dir den Ring geben“, biete sie ihm an und will ihre Hand aus seiner lösen.

Gil hält sie fest.

„Nein. Es wäre nur ein Tropfen auf den heißen Stein. An deiner Hand hat er mehr wert.“ Erneut drückt er seinen Mund in ihre Hand. Gil sinkt auf die Knie, legt seinen Kopf auf Rosalies Oberschenkel. Mit dem freien Arm umschlingt er ihre Taille. „Ich bin müde. So unendlich müde.“

Zärtlich streicht sie durch seine Haare.

„Es tut mir so leid. Wenn ich dir irgendwie helfen kann“, seufzt Rosalie, „lass es mich wissen.“

Wenn die Schulden so hoch sind, weiß ich nicht wie die Hilfe aussehen könnte. –

„Das versucht Anthony auch schon. Er sucht den sagenumwobenen Schatz“, Gils Lippen gleiten auf Rosalies Puls, „es gibt etwas, das mir mehr helfen könnte.“ Gil richtet sich auf. Seine hellen Augen bohren sich in Rosalies. „Du bist wunderschön. Alles an dir.“

Rosalie rührt sich nicht. Gil übt eine unglaubliche Faszination auf sie aus. Seine angenehme Stimme, die zarten Berührungen und auf der anderen Seite die Kälte und Unnahbarkeit. Ihr Verstand und ihr Gefühl krallen sich in einem verworrenen Knäul ineinander.

„Darf ich dich auf den Mund küssen“, fragt Gil.

Sein warmer Atem streift über ihre Haut. Rosalie will sich nicht wehren. Vorsichtig nimmt Gil ihr Gesicht in seine Hände. Sie schließt die Augen. Gil küsst sie. Seine Zärtlichkeit überrascht Rosalie. Sanft verstärkt er den Druck, öffnet ihre Mund. Seine Zunge erkundet ihre feuchte Mundhöhle. Rosalies Atem geht schneller. Hitze läuft ihre Kehle hinunter bis ihren Schoß. Ihre Finger suchen Halt auf seinen Schultern. Gil öffnet den Gürtel ihres Morgenmantels, streift ihn von ihren Schultern. Aufreizend langsam schiebt er das seidenen Nachthemd über ihre Knie hinauf.

Rosalie genießt das erregende Gefühl, dass Gils Hände auf ihren Schenkeln hinterlassen. Sie spreizt ihre Beine. Unter halbgeschlossenen Lidern sieht sie Gils triumphierendes Lächeln. Er packt sie bei den Hüften, zieht sie an die Sesselkante. Ein tiefes Stöhnen entringt sich ihrer Kehle.

„Gil“, nur ein Wispern.

„Ich will dich ganz“, seine Stimme ist rau, geht ihr unter die Haut.

Ein unnachgiebiges Pochen an der Tür. Rosalie zuckt zusammen.

„Gil, wir müssen reden.“

„Es ist alles gesagt, Anthony.“

Rosalie schiebt Gil sanft von sich, wirft sich ihren Morgenrock über.

„Bitte, geh nicht“, flüstert Gil und zieht Rosalie zu sich heran.

Rosalie lächelt. Nickt zustimmend. Erneutes heftiges Klopfen.

„Mach auf! Ich will dir etwas Wichtiges zeigen. Es ist auch in deinem Interesse.“

„Moment!“

Gil schaut Rosalie mit flehendlichem Blick an.

„Bitte warte auf mich.“ Er streicht ihr eine blonde Haarsträhne aus dem Gesicht, haucht einen Kuss auf ihre Stirn. „Ich bin gleich zurück.“

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In einem Artikel über Schriftsteller (von Marcus Johanus) las ich gestern: „Autoren sind anders als andere Menschen. Sie sind z. B. glücklich, wenn sie mit einem Laptop auf den Knien unbeachtet in einer Ecke sitzen können – und das für Stunden.“

Ja, der schreibende Mensch ist anders, als andere Menschen und er ist es gerne. Wer einmal Blut geleckt hat und vom Schreiben infiziert wurde, ist für die „normale“ Welt verdorben. Das Ganze grenzt manchmal an eine Obsession oder sieht für andere so aus – weil sie nicht nachvollziehen können, was im Kopf eines Schriftstellers vor sich geht. Ein „normaler“ Mensch denkt: Der setzt sich hin und schreibt eben mal ein Buch.

Genau das ist es nicht. Keiner von uns setzt sich eben mal so hin und klopft ein Buch in die Tasten seines Laptops. Davon abgesehen, dass ein Schriftsteller unter einer Schreibblockade leidet, wie ein waidwundes Tier – lebt er auf, sobald „es läuft“. Wenn die Ideen aufs Papier zu fließen beginnen. Die Charaktere der Geschichte anfangen zu leben. Denn das tun sie. Ein Schriftsteller lebt mit ihnen, er unterhält sich mit ihnen, lernt sie kennen, liebt sie, hasst sie, leidet mit ihnen oder stößt ihnen ein Messer ins Herz, um danach die ganze Nacht darüber nachzugrübeln, ob er das Richtige getan hat.
Schreiben ist meine große Liebe. Sie lässt mein Herz bluten, wenn ich keine Worte finde. Sie ist mein Heilmittel. Sie sagt, was ich nicht über die Lippen bringe. Sie tröstet mich. Sie inspiriert mich. Sie regt mich an und auf. Sie macht mich stärker.

Ich begann mit dem Schreiben, um mir das Leben schön zu schreiben, weil „das da draußen“ mich frustriert hat. Doch nach den ersten Versuchen, bei denen ich heute die Hände über dem Kopf zusammenschlage, wie die meisten Schreibenden, wurde das Schreiben eine eigenständige Sache. Ich schreibe mir das Leben zwar immer noch schön, aufregend, abenteuerlich usw., aber ich schreibe, weil ich es tun muss. Kein wenn, kein aber.

In meinem Kopf bewegt sich immer eine Geschichte, alles ist Inspiration. Ich beobachte meine Umwelt, Menschen, Beziehungen … nicht mit schadenfroher Neugier, sondern weil es mich interessiert – wie funktionieren die Dinge? Was muss geschehen, damit etwas anderes passiert? Wer sagt was und was passiert dann?
Meine Freundin sagte einmal: Du hast zu allem sofort eine Geschichte. Das war das größte Kompliment, das mir ein/e andere/r Schreiber/in gemacht hat! Ich bin nicht die beste Schreiberin, da bin ich demütig – aber ich glaube, ich bin eine gute Geschichtenerzählerin und ich liebe das Schreiben. Von ganzem Herzen und voller Begeisterung. Ich versuche dem Schreiben mit jeder Zeile besser gerecht zu werden, und dazu zu lernen. Diese Liebe hat mit den Jahren nie nachgelassen, sondern ist immer größer und stärker geworden. Ein Leben ohne das Schreiben kann ich mir nicht mehr vorstellen.

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Liebe und geschätzte Leser/innen,

ich möchte mich einfach mal zwischendurch bedanken! Für euer anhaltendes Intresse, eure Kommentare und Anregungen!

Ich bin jedesmal erfreut und begeistert. Da macht das Schreiben und Posten doppelt so viel Spaß.

Ich wünsche euch allen einen wundervollen Sommer und viele Inspirationen für eure Projekte, wo auch immer es euch hinweht. 🙂

liebe Grüße

Eure Caro

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100

Juhu! Ich freu mich so! 100 Leser folgen meinem Blog. Ich danke euch für eurer Interesse und hoffe, euch weiterhin gut zu unterhalten 🙂 .

Viele liebe Grüße an alle

Eure Caroline 🙂

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Lady Isabell redete inzwischen eine ganze Weile auf Justin ein, und hätte ihm der Anstand nicht geboten Interesse zu zeigen, wäre er am liebsten aufgestanden und gegangen. Isabell setzte ihre Reize so offensichtlich ein, dass es ihn manchmal direkt belustigte. Aber meistens langweilten ihn diese Spielchen. Es war einfach zu vorhersehbar.  Er sah zu Eliana hinüber. Ihr schien es ähnlich zu gehen. Geistesabwesend blickte sie aus dem Fenster und dachte wahrscheinlich ans Meer. Das Haar hatte sie aufgesteckt. Ein paar vorwitzigen Locken hatten sich gelöst und kringelten sich in ihrem Nacken, das ließ sie sehr mädchenhaft erscheinen. Unwillkürlich ertappte er sich bei dem Gedanken, dass er ihr gerne das Haar lösen würde um mit den Fingern darin auf Wanderschaft zu gehen.

5.

Den nächsten Vormittag verbrachten Anna und ich mit Anproben, Haarfrisuren und allem was damit zutun hatte. Henrietta leistet uns Gesellschaft. Sie erzählte von ihrem zu Hause, ihren Geschwistern und, was natürlich Anna am meisten interessierte, von ihrem Bruder William. Anna sog jedes Wort in sich auf. Als Henrietta ihr berichtete, dass ihr Bruder ihr gegenüber erwähnt hatte, wie hübsch er Anna fände, war es endgültig um sie geschehen. Der Gedanke, dass die Beiden zusammenfinden könnten, gefiel mir. William war ein liebenswerter Junge und Henrietta wäre eine nette Schwägerin für Anna.

Ich war früher mit meiner Anprobe fertig und Justins Mutter erlaubt mir zu gehen. Zum Glück war sie nicht die ganze Zeit anwesend, sondern kam nur ab und an herein geschneit , um den Fortschritt der Modistinnen zu begutachten. Ich beschloss die Gelegenheit zu nutzen und mich umzusehen.  Ziellos wanderte ich umher. Betrachtete Bildergalerien von Justins Ahnen, erfreute mich an schönem Interieur und stellte irgendwann fest, dass ich mich verlaufen hatte. Ich befand mich in einem Teil des Hauses, der mir völlig fremd war.  Während ich überlegte in welche Richtung ich gehen sollte, hörte ich, wie sich schnelle Schritte näherten. Ohne nachzudenken drückte ich mich in eine schmale Nische zwischen zwei Schränken.  Wie sich wenige Sekunden später zeigte, war es Lady Amanda, die an mir vorüber eilte. Erleichtert atmete ich auf und lugte um die Ecke. Sie machte sich an einer Wandverkleidung zu schaffen. Mit einem leisen Knacken sprang eine geheime Tür auf und die Wandverkleidung öffnete sich. Lady Amanda sah sich kurz um, dann verschwand sie hinter der Geheimtür. Ich versicherte mich, ob niemand in der Nähe war, dann verließ ich mein Versteck.  Meine Neugier trieb mich an, festzustellen wohin der versteckte Gang dahinter führte. Ich strich mit der Hand an der Außenleiste der Verkleidung entlang. Dort erfühlte ich eine Vertiefung, legte meinen Finger darauf und drückte leicht, schon schwang die Wandverkleidung auf.

„Haben sie immer so viel Interesse an Geheimtüren?“

Ich zuckte erschrocken zusammen. Mein Herz setzte für einen Lidschlag aus.

 „Himmel, Mylord. Schleichen sie sich immer so an?“, fragte ich dagegen.

„Nur bei Spionen, die mein Haus unter die Lupe nehmen“, ging Justin auf meinen Scherz ein und schmunzelte.

„Da bin ich aber sehr froh, dass ich kein Spion bin“, lachte ich, „aber tatsächlich gibt es in unserer Bibliothek in Staverley Court auch eine geheime Tür.“

„Sie müssen mir davon erzählen.“

Justin reichte mir den Arm. Etwas unsicher und mit klopfendem Herzen hakte ich mich unter.

„Da gibt es nicht viel zu erzählen. Unser Vater hielt sie unter Verschluss, da er in dem Zimmer dahinter seine Weinvorräte lagerte.“

Justin lachte und ich entspannte mich. Seine Nähe, die Wärme seines Körpers machten mich nervös.

„Eine mögliche Variante. Die geheimen Gänge in unserem Haus führen direkt zum Meer. Sie wurden früher von Schmugglern benutzt. – Vielleicht hat man ihnen schon erzählt, dass es hier im Haus spukt?“

„Das schon, aber ich spüre keine Geister. Das Haus ist wunderschön!“

„Es freut mich, das von ihnen zu hören. Ich liebe dieses Haus sehr.“ Die Begeisterung in seiner Stimme war nicht zu überhören.  „Wenn sie möchten zeige ich ihnen gerne einige architektonische Besonderheiten.“

„Sehr gerne.“

Also führte mich Justin durch die verschiedenen Stilepochen seines Heims. Er schien erstaunt zu sein, dass ich mich mit den verschiedenen Stilen auskannte. Für mich war es eine Freude mit ihm über Kunst und Architektur zu unterhalten. Ein Thema, das mich schon lange faszinierte. Leider interessierten sich nicht sehr viele meiner Freunde dafür. So genoss ich die Begeisterung, die ich bei Justin spürte und ließ mich mitreißen.

Justin machte die Führung mehr Spaß, als er zugeben mochte. Eliana stellte intelligente Fragen und kannte sich gut aus. Ihre Augen glänzten, wenn sie Neues entdeckte oder sie über etwas besser bescheid wusste als er. Sie sprudelte nur so vor Begeisterung und Justin ließ sich nicht lange bitten. Er teilte sein Wissen mit ihr, erzählte kleine Anekdoten über die Erbauer und Künstler, die dieses Haus geprägt hatten. Ihre Gedanken und Fragen befruchteten sich gegenseitig und er musste sich eingestehen, dass er sich mit einer Frau selten so gut unterhalten hatte. Die meisten schönen Damen, die er kennen lernte, redeten über sich und ihn und versuchten ihn mit koketten Äußerungen dazu zu bewegen, ihnen Komplimente zu machen. Eliane interessierte dieses nicht im Geringsten. Sie ging ganz in ihrer Unterhaltung auf.  Ihr Enthusiasmus ließ sie noch reizender erscheinen, als sie ohnehin schon war.

Justin brachte mich bis zu meinem Zimmer.

„Ich hoffe, sie fühlen sich wohl hier? Ihre Schwester hat schon Freundschaften geschlossen, wie ich festgestellt habe“, sagte er leichthin.

„Ja, dass ist gut so! Dann wird ihr der Abschied nicht so schwer. Ich glaube, sie hat sich verliebt!“, ich lächelte.

„Ja, ich denke William wäre eine gute Wahl.“

Ich sah ihn dankbar an. Justin würde William nicht davon abraten Anna zu heiraten, wenn er dieses Ansinnen äußern würde.

 „Und haben sie sich auch verliebt?“, fragte Justin mich unvermittelt.

 „Wie kommen sie darauf?“

„Nun, ich hatte das Gefühl, dass sie sich in der Gegenwart von Prinz Niklas sehr wohl fühlen.“

Justin sah mich aufmerksam an und ich errötete.

„Nun er ist sehr überschwänglich. Ich mag es lieber, wenn die Menschen ehrlich sind. Ich bin in niemanden verliebt!“, verlegen senkte ich den Blick.

„Soll ich dich in mich verliebt machen, Eliana?“, fragte er mit weicher Stimme.

Justins Frage traf mich völlig unvorbereitet. Unter der Intensität seines Blickes konnte ich keinen klaren Gedanken mehr fassen. Die Bedeutung seiner Worte drang erst verzögert bis zu meinem Verstand.

„Mylord“, flüsterte ich.

„Oder hast du Angst vor der Liebe?“ Durchdringend sah Justin mich an. Mein Herz schlug so laut, dass ich befürchtete er könnte es hören. „Oder vielleicht hast du nur Angst vor mir?“

Da öffnete sich die Tür und meine Zofe Sara kam heraus.

„Oh, Miss. Gut dass sie kommen, sie müssen sich langsam für den Ball heute Abend umziehen.“

„Danke Sara. Ich komme.“

Ich wandte mich zu Justin.

„Entschuldigen sie Mylord, die Pflicht ruft.“

Erleichtert rette mich in die Stille meines Zimmers und versuchte zu verstehen, was gerade passiert war.

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