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Liebeslied – Rilke
Wie soll ich meine Seele halten, dass
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?

Ach, gerne möchte ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn die Tiefen schwingen.

Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.

Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

Ich sah ihn an. Die fröhlichen Augen, das einnehmende Lächeln. Was konnte ich tun? Nichts. Ihn nicht zu mögen war unmöglich – ihn zu lieben möglich. Mochte auch vieles, vielleicht alles, dagegen sprechen – wer weiß, was im Herzen eines Menschen geschieht, wenn er einem Gegenüber begegnet dessen Persönlichkeit sich mit der eigenen so elegant und mühelos verbindet? Wer weiß, welcher Schöpfer unser Inneres in Schwingungen versetzt, die sich mit denen eines anderen zu einer harmonischen Melodie verbindet?

Ich versteckte mich im Dunkel der Nacht, hieß mein Herz stille sein. Blickte in meine Abgründe, verhandelte mit Engeln und Teufeln. Wurde zurückgeworfen auf mich selbst. Und weiß nur eins: ihn nicht zu mögen ist unmöglich – ihn zu lieben ist möglich. Wir haben uns angerührt. Versuchen die Masken abzulegen, uns zu sehen, wie wir sind. Herz und Gedanke, nackt und bloß, Seele in der hohlen Hand. Es ist alles was wir haben. Nur er und ich.

Uns nicht zu mögen ist unmöglich – uns zu lieben ist möglich.

Wer kann die Unausweichlichkeit der Liebe besser beschreiben, als Rilke in diesem wundervollen Gedicht? Ich weiß es nicht? Ihn nicht zu mögen ist unmöglich – ihn zu lieben ist möglich.

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Mein Herz tanzt
Mein Herz singt
Die Melodie
Die ich vergessen glaubte

Dann kamst du
Durch Zauberhand
Und Würfelspiel
Ein Zufall in mein Leben

Bin ich traurig
Bin ich fröhlich
Angefüllt mit Glück
Musen küssen wild

Berausche mich
An Fantasien
Überdosis der Gefühle
Fast verschüttet

Erstarrt im Alltagseinerlei
Erlahmte Flügel
Wollen schlagen
Fliegen mit dem Wind

Zu Wolken, Sternen
Sonne, Himmelblau
Wann stürzt Ikarus
Ins Meer

Herz über Kopf
Falle ich in dich
Über dich, du über mich
Mit dir, du mit mir

Wohin
Das weiß ich nicht
Die Funken fliegen
Lodern hoch

Mein Inneres kehrt
Sich nach außen
Worte brennen
Unvergänglich

Hinterlassen
Zeichen auf der Seele
Deinen Abdruck
Dauerhaft

Warum
Das weiß ich nicht
Mein Herz tanzt
Mein Herz singt

Grund genug

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Mein Leben begann mit einem eruptiven Ereignis. Meine Mutter kehrte ihr Inneres nach außen und presste mich auf die Welt. Was ein ohrenbetäubendes Geschrei meinerseits zur Folge hatte. Nach diesem nicht gerade glanzvollen Auftakt, wurde ich der staunenden(ob wohlwollend oder nicht, wurde mir bis heute verschwiegen)Verwandtschaft vorgeführt. Das brachte die Ordnung in meiner Familie völlig durcheinander. Mein Vater schlug die Hände vor das Gesicht und bestellte den besten Chirurgen der Klinik. Er fragte ihn ob es möglich wäre mich so zu operieren, dass ich später meinen Lebensunterhalt als Model verdienen könnte. Der Arzt schüttelte nur erschüttert den Kopf und meinte, dass meine Bedürfnisse wichtiger wären, als ein dickes Bankkonto und verschrieb meinem Vater eine große Packung ACE-Pillen, damit er die nächsten 18 Jahre nicht unter Vitaminmangel zu leiden hätte. Ich sah mir die verrückten Erwachsenen an und dachte: „Na, das fängt ja gut an …“

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