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Posts Tagged ‘Höhle’

Lea saß auf einem umgekippten Baumstamm und sah zu, wie Sam mit einem mächtigen Vorschlaghammer auf die Mauer einschlug. Er hatte das Ding fluchend durch den Wald getragen, bis zu der zugemauerten Höhle.

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Auf dem Weg dorthin hatte Lea überlegt umzudrehen und wegzulaufen. Sam hätte sie mit dem Hammer niemals eingeholt. Nun war es zu spät. – Nein, habe ich gesagt, nein! Aber er wollte nicht hören. Erinnerst du dich an das letzte Mal? Habe ich gesagt. Wir sind nur durch einen unglaublichen Zufall dem Sensenmann von der Schippe gesprungen, habe ich gesagt. Warum lasse ich mich nur immer wieder von Sam zu solchen Himmelfahrtskommandos überreden? Weil er dein ältester Freund ist. Selbst Schuld. Dabei habe ich mir geschworen: Keinen Rückfall mehr! –

Lea fröstelte. Sie schaute auf die Uhr. Halb sechs. – Es dauert nicht mehr lange, bis es dunkel wird. – Sie sehnte sich nach der Wärme in ihrem Labor, der Kaffeemaschine in ihrem gemütlichen Büro im Museum. Es war sicher, trocken und völlig ungefährlich, es sei denn, sie schnitt sich in den Finger. Lea liebte ihre Arbeit als Archäologin und Restauratorin. Im Museum und in der Feldforschung. Nur mit Sam, war es jedesmal ein Abenteuer auf Leben und Tod. – Bitte, ich brauch dich. Du bist die einzige, die mir helfen kann. Hat er gesagt. Du kannst mir sagen, ob es wirklich alt ist oder nicht. Diesmal ist es völlig ungefährlich. Es wird nichts Schlimmes passieren. Hat er gesagt. –

Der Hammer krachte gegen die Mauer. Steine polterten.

„Ich bin durch!“ Sam riss Lea aus ihren Gedanken, bevor sie den Teil mit dem Tod näher durchdenken konnte.

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„Wir machen Schluss für heute“, rief Dr.Anders.

Ich hörte, wie die anderen Studenten ihre Werkzeuge einpackten und die Höhle verließen. Langsam wurde es still, ihr Gelächter und das Murmeln der Stimmen verebbte. Ich befand mich im hinteren Teil der Höhhle und wusste, dass mich niemand besonders vermissen würde.

Meine Kommilitonen hielten mich für absonderlich und kümmerten sich nicht weiter um meine Anwesenheit. Manchmal bedauerte ich das, aber heute kam es mir sehr entgegen. Ich hatte einen sensationellen Fund gemacht, den ich mit niemandem teilen musste.

Für einen Moment lauschte ich gespannt in die Stille. Außer meinem Atem und meinem Herzschlag gab es keine weiteren Geräusche. Ich zog die Grubenlampe etwas näher an das Fundstück heran, nahm einen kleinen Spachtel und legte sehr   vorsichtig den Kopf des Tieres frei. Dann entfernte ich den Staub mit einem feinen Pinsel.

Mit angehaltenem Atem betrachtete ich den schmalen Kopf.

Sacht strich ich mit den Fingerspitzen über die Nase, die Stirn des Urzeitwesens. Trotz der vielen Jahrunderte, die das Tier in der Erde geruht hatte, fühlte sich die Haut nicht hart an, eher wie weiches Leder. Erstaunlich, dachte ich. Ich kannte das haptische Erleben von den Schlangen meines Bruders. Genauso fühlte sich ihre Haut an. Weich, geschmeidig, elastisch.

Unter der Haut des Reptils fühlte ich die Muskelbewegung des Reptils. Erschrocken zog ich meine Hand weg. Das Lid des Tieres hob sich und ein leuchtend grünes Auge, mit der schmalen Pupille einer Katze, sah mich an.

Ich wollte aufspringen, stolperte und fiel nach hinten. Jäh kam Leben in das Tier. Es stemmte sich aus dem Boden, stieß sich ab und landete auf meinem Bauch. Interessiert betrachtete es mich, schnüffelte an mir. Ich presste die Lippen zusammen und rührte mich nicht. Panik konnte es vertreiben oder aggressiv machen. Beides wäre kontraproduktiv gewesen.

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